Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Borderline Patienten in Köln

Der Verein “Grenzgänger” kümmert sich – nun auch in Köln – um die Belange und die Unterstützung von Angehörigen von Borderline-Patienten, und plant für die Zukunft noch einiges mehr.

Eine erste konkrete Maßnahme ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Borderline-Patienten in Köln, die für Eltern, Partner, Geschwister und alle anderen Angehörigen von Borderline-Patienten offen ist.

Das Gründungstreffen findet am 22.04.2014 um 18.30 Uhr, in den Räumen der Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln, Marsilstein 4-6, 50676 Köln, statt. Ein regelmäßiger Termin für weitere Treffen wird dann von den Teilnehmern gemeinsam bestimmt.

Interessierte melden sich bitte beim Organisator, Hrn. Kai Kreutzfeld per mail (info@hp-kreutzfeldt.de) oder telefonisch unter: 0221 – 971 37 356 bzw. 0178 – 411 34 84 an.

Kölner Gesundheitswegweiser für Migranten

Kölner Gesundheitswegweiser für MigrantenDie Kölner Gesundheitslandschaft funktioniert einfach in manchen Bereichen sehr gut. Seit vielen Jahren gibt es ja schon den sehr hilfreichen allgemeinen Wegweiser “Wer hilft psychisch Kranken Menschen in Köln?“, der das gesamte psychiatrische Behandlungsangebot mit all seinen komplementären Diensten in Köln aufführt.

Dann gibt es noch den Wegweiser für das Versorgungssystem von jungen Menschen bis 27 Jahren mit psychischen Problemen in Köln.

Und nun möchte ich auf die überarbeitete Version des Wegweisers für Migranten hinweisen, der nach Sprachen sortiert das Gesundheitssystems Köln darstellt, mit einer besonderen Abteilung für die Psychiatrische Versorgung. Wenn ich also in Köln für einen nur Aserbaidschanisch sprechenden Patienten einen Arzt oder ein Krankenhaus suche, dann finde ich es hier.

Obdachlos zu sein ist auch ein Ausbildungsberuf

Copyright: Eric Pouhier, CC, via wikimedia. Dieses Bild gewann den zweiten Platz für das Picture of the year 2006

Jetzt, wo es so kalt ist, trennt sich auf der Platte die Spreu vom Weizen.

Im Sommer schaffen es ja noch eine ganze Reihe von Leuten, ohne festen Wohnsitz zu sein, und man kann auch mal eine Nacht unter der Brücke schlafen, auch wenn man überhaupt keine Erfahrung in dem Metier hat.

Im Winter geht das nicht mehr. Um nun noch wirklich auf der Straße überleben zu können, muss man einiges wissen, können und haben. Zunächst mal braucht man sehr viele Schichten Kleidung. Ohne einen mindestens sechsschichtigen Zwiebelschalenpelz geht gar nichts. Dann braucht man einen wirklich ordentlichen Schlafsack; nicht so einen leichten hübschen, sondern einen richtig warmen. Und man braucht nach Möglichkeit ein Versteck für sein Hab und Gut, damit kein anderer Obdachloser einem den Schlafsack klaut, wenn man “Platte macht”, also seine Tageseinnahmen erbettelt.

Menschen, die sich mit all dem nicht wirklich auskennen, und zum Beispiel im Rahmen einer akuten Psychose, einer Manie oder ähnlichem plötzlich nicht mehr in ihre Wohnung können, erfrieren bei dieser Kälte. Sie wissen einfach nicht, wie man sich schützt.

Die meisten Städte haben Notschlafstellen, die nachts vor der Kälte schützen. In Köln gibt es ein gut organisiertes Programm zur Hilfe bei Obdachlosigkeit.

  • Die Fachstelle Wohnen bietet die vorübergehende Unterbringung in Mehrbettzimmern in Obdachlosenhotels an. Hierfür muss man allerdings montags, dienstags oder donnerstags morgens persönlich vorsprechen.
  • Zusätzlich gibt es mehrere Notschlafstellen. Die größte ist in der Annostraße im Johanneshaus. Bedürftige werden dort abends ab 21:00 aufgenommen. Es gibt etwas zu essen und ein Bett für die Nacht. Am nächsten Morgen muss man die Notschlafstelle wieder verlassen.
  • Im Winter erweitert die Annostraße ihr Angebot. Die Aufnahme ist dann abends schon um 18:00 geöffnet. Zusätzlich zu den normalen Schlafplätzen in 4-6 Bett Zimmern wird eine große Halle geöffnet, in der bis zu 50 weitere Menschen übernachten können.
  • Es gibt in der Annostraße auch einen Wohnbereich und ein Resozialisierungsangebot, wenn man das wünscht.

Als Krankenhausarzt im Nachtdienst nimmt man in dieser Zeit Obdachlose niederschwellig auf. Wenn sich jemand betrunken im Krankenhaus vorstellt, und zu normalen Zeiten eigentlich ein Bett in der Notschlafstelle ausreichend wäre, es aber nicht sicher ist, dass er die nächste Notschlafstelle erreicht, ohne auf dem Weg einzuschlafen und zu erfrieren, nimmt man ihn zumindest für eine Nacht auf. Am nächsten Morgen kann man dann helfen, eine geeignete Unterkunft zu organisieren.

Wenn Sie das nächste mal einen Obdachlosen sehen, spenden Sie ihm ruhig etwas Geld. Er hat es schwer genug.

Am 12. September kommt Dr. Eckart von Hirschhausen ins Alexianer Therapieforum

Dr. Eckart von Hirschhausen

Dr. Eckart von Hirschhausen. copyright: creative commons. wikimedia

Am Mittwoch den 12. September von 14:00-16:00 kommt Dr. Eckart von Hirschhausen ins Alexianer Therapieforum (->Programm) nach Köln. Das Thema des kostenfreien Vortrages ist: „Glücksbringer – Wie die positive Psychotherapie die Behandlung verändert“. Dabei wird es aber nicht um sein neues Buch: „Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist?”, das am Freitag erscheint, gehen, sondern ganz medizinisch psychiatrisch um die Wirkung positiv ausgerichteter Psychotherapie.

Am Donnerstag den 13. September, von 9:00-13:00, hält Prof. Tobias Esch, Coburg, ein Trainingsseminar unter dem Titel: „Wie kann Psychotherapie glücken?“, für dieses wird eine Teilnahmegebühr erhoben. Anmeldungen sind hier möglich.

Am 13.06.2012 kommt Prof. Berger ins Alexianer Krankenhaus Köln

Im Rahmen des Alexianer Therapieforums hält Prof. Berger, Freiburg, einen Vortrag zum Thema: ” Was wirkt in der Psychotherapie”. Auf das ausgezeichnete Psychiatrie Lehrbuch von Berger hatte ich hier schon hingewiesen. Im Vortrag wird er sicherlich die Methodik und vieles zum aktuellen Stand der Psychotherapieforschung berichten. Der Vortrag findet am 13.06.2012 von 14:00-16:00 statt und ist kostenlos.

Zusätzlich bietet er einen workshop an, und zwar am 14.06.2012 von 09:00 bis 13:00 Uhr. Das Thema des workshops wird noch bekannt gegeben. Er ist kostenpflichtig. Anmeldungen sind hier möglich.

Grenzen erleben: Keine Ausstellung, sondern eine Erfahrung

http://www.grenzenerleben-koeln.de

Museumsbesuche und Ausstellungen können sehr langweilig sein. Sie können aber auch sehr spannend sein. Letzteres sind sie am ehesten dann, wenn ich etwas erleben kann, selbst etwas erfahren kann.

Die Ausstellung GRENZen erLEBEN ist für alle diejenigen konzipiert, die einmal ERFAHREN möchten, wie sich bestimmte außergewöhnliche psychische Erlebnisweisen anfühlen. Das Foto oben ist von der website der Ausstellung. Wenn ich durch diesen Raum gehe, erlebe ich offenbar, wie es ist, das Gefühl zu haben, alle schauen mich an, beobachteten mich und sind hinter mir her. Die Mitwirkenden inszenieren das offenbar sehr authentisch…

Die Ausstellung ist geöffnet vom 23.3. – 5.4.2012, sie findet ganz zentral im Mediapark in Köln statt. Die Veranstalter beschreiben sie selbst folgendermaßen:

Herzstück dieser Ausstellung, die mit Betroffenen entwickelt worden ist, sind zwei Erlebnisräume, die mittels verschiedener produzierter Reize einen authentischen Eindruck vermitteln, wie sich Depression und Schizophrenie „anfühlen“. Abseits der gängigen Multiplikatoren, wie Bücher, Vorträge und Filme, informiert und entmystifiziert GRENZen erLEBEN durch Selbsterfahrung und durch aktive Auseinandersetzung und ist damit eine vollkommen andere Form der Information und Aufklärung zum Thema psychische Erkrankung. GRENZen erLEBEN trägt durch das persönliche Erlebnis nachhaltig zur Entstigmatisierung psychisch Kranker bei.
GRENZen erLEBEN als Erfahrungs- und Erlebniswelt richtet sich an die interessierte und nicht-betroffene Allgemeinbevölkerung. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft Köln stehen für Fragen zur Verfügung. Die Begleitung/Betreuung der Schulklasen wird zum größten Teil durch das Projekt „Schule trifft Psychiatrie“ des SPZ Ehrenfelds übernommen.
Die Ausstellung wird durch ein umfassendes und abwechslungs-reiches Rahmen- und Abendprogramm aus Fachvorträgen von Experten, Lesungen u.a. von Betroffenen, Filmvorführungen etc. ergänzt. Das Abendprogramm startet täglich ab 19:30 Uhr.

Ort:
Mediapark 6, Köln (Parkhaus MediaPark) / Anfahrt
(Haltestellen U: Christopstr./Mediapark oder U/S: Hansaring)

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 10:00 – 13:00 und 14:00 – 19:00 Uhr
Samstag und Sonntag: 11:00 – 19:00 Uhr
Abendprogramm (täglich): ab 19:30 Uhr
Schulklassen (26. – 30. März): 08:00 – 12:00 Uhr (Anmeldung erforderlich)
Gruppen: ab 7 Personen ist eine Anmeldung erforderlich

GRENZen erLEBEN und sämtliche Veranstaltungen des Rahmen- und Abendprogramms sind für alle Besucher kostenlos. Die Eckhard Busch Stiftung ist dankbar für Ihre Spenden – bitte klicken Sie hier.

Die Eckhard Busch Stiftung ist Veranstalter von GRENZen erLEBEN.

Hilfsangebote in Köln zum Thema Ess-Störungen

Informationen und Hilfsangebote in Köln zum Thema Ess-Störungen
Unter diesem link könnt ihr die Broschüre “Informationen und Hilfsangebote zum Thema Ess-Störungen” des Arbeitskreises Ess-Störungen Köln downloaden. Sie enthält kurze Erklärungen der häufigen Ess-Störungen, einen Fragebogens für Eltern, der helfen soll, zu erkennen, ob das eigene Kind vielleicht von einer Ess-Störung betroffen sein könnte sowie auf jeweils einer Seite dargestellt eine vollständige und zugleich übersichtliche Darstellung der relevanten ambulanten und stationären Kölner Hilfsangebote.

Die Broschüre ist gut geeignet, sie Eltern oder Betroffenen, die auf der Suche nach adäquater fachlicher Hilfe sind, an die Hand zu geben.

Am 18./19.4.2012 kommt Prof. Revenstorf zum Alexianer Therapieforum ins Alexianer Krankenhaus Köln

Im Rahmen des Alexianer Therapieforums hält Prof. Revenstorf, Tübingen, den Vortrag: ”Einführung in die Hypnotherapie”. Der Vortrag findet am 18.04.2012 von 14:00-16:00 statt und ist kostenlos. Zusätzlich bietet er hierzu ein Trainingsseminar an, und zwar am 19.04.2012 von 09:00 bis 13:00 Uhr. Für die Teilnahme am workshop fällt eine Gebühr von 45 € an. Anmeldungen sind hier möglich.

Dirk Revenstorf studierte Psychologie in Hamburg und habilitierte in München. Er ist Professor für klinische Psychologie an der Universität Tübingen und hatte 1995-1997 eine Professur an der Universidad de las Americas in Puebla (Mexico). Von 1984-1996 war er Präsident der Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose. Seine Forschungsschwerpunkte sind: Persönlichkeitstheorie, Forschungsmethodik, Therapieforschung, Verhaltenstherapie, Hypnose, Paartherapie, Psychotherapie-Ausbildung. Er hat 16 Bücher und mehr als 180 Zeitschriftenartikel und Buchkapitel über Forschungsmethodik, Persönlichkeit, Psychotherapie, Hypnose und Paartherapie veröffentlicht. Er erhielt den Pierre Janet Award of Clinical Excelence (Intern.Soc.Hypnosis) und den Milton Erickson Preis. Er ist Regionalstellenleiter der Milton-Erikson-Gesellschaft Tübingen, wo er auch Hypnose in der Psychotherapie praktiziert.

Ein besonders interessantes Buch von ihm ist: “Die geheimen Mechanismen der Liebe: 7 Regeln für eine glückliche Beziehung“.

Also: Termin vormerken, Köln besuchen und einen spannenden Vortrag und workshop über Hypnose in der Psychotherapie erleben!

Wer hilft psychisch Kranken in Köln

Liebe KölnerInnen unter den Lesern!

Die meisten von Euch, die irgendwie mit der Psychiatrie zu tun haben, werden die Broschüre: “Wer hilft psychisch Kranken in Köln” kennen. Sie listet stets aktuell und übersichtlich nach Stadtteilen getrennt Psychiatrische Krankenhäuser, niedergelassene Psychiater, SPZ´s, Wohnheime, Tagesstätten, Hilfen zur Arbeit, Reha´s, komplementäre Dienste und alle möglichen Anlaufstellen auf. Sehr sehr praktisch, greife ich ständig drauf zurück, empfehle ich häufig weiter.

Karneval in Köln, bislang kaum karnevalsbedingte Aufnahmen in unserer Psychiatrischen Klinik

Karneval in Köln, 1 Millionen Zuschauer sahen sich heute den Rosenmontagszug an, und es floß das eine oder andere Kölsch. Dennoch bleibt es in den Kölner Psychiatrischen Kliniken normalerweise an diesen Tagen recht ruhig. Das liegt zum einen daran, dass die Allgemeinkrankenhäuser und zahlreiche Erste-Hilfe-Zelte der Rettungsdienste die Betrunkenen zum Ausnüchtern aufnehmen. Die Intensivstationen behandeln die vital gefährdeten (Misch-)intoxizierten. Auch die Polizei nimmt viele Alkoholisierte in Gewahrsam, die durch eine gewisse Neigung zur Randale aufgefallen waren. In die psychiatrischen Kliniken werden ganz fachgerecht nur komplizierte und meist agitierte Rauschkranke aufgenommen, sowie eben die gewöhnlichen psychiatrischen Erkrankungen wie Psychosen, Depressionen oder Manien eingewiesen.
Und es ist ja so: Wie um alles in der Welt will man denn Karneval zum Beispiel eine Manie diagnostizieren: Auffällig bunt geschminkt? Schläft wenig? Knutscht rum? Tanzt und singt den ganzen Tag? Dann muss man alle oder keien einweisen. Manisch ist, wer sich am Aschermittwoch nicht abschminkt!

Die Chirurgen freuen sich über deutlich weniger Schnittwunden (zum ersten Mal wird das Kölsch auf der Straße nicht mehr in Gläsern, sondern nur noch in stabilen Plastikbechern ausgeschänkt), und die Psychiater warten. Ab Mittwoch kommen schon etwas mehr Patienten, viele davon wollen nun vom Alkohol loskommen. Ja wer würde da schon drei Tage vorher drauf kommen…

Bild: Karneval auf’m Dorf von tetedelacourse, Creative Commons-Lizenz