Raider. Twix. Psychologen in Weiterbildung

Raider heißt jetzt Twix, müßte aber PIW heißen

Der Lebensweg des Psychologen sieht so aus, dass er zunächst einmal ein Hochschulstudium der Psychologie macht und dann mit einem Bachelor oder Master abschließt. Dann hat er ein abgeschlossenes Hochschulstudium und kann sich irgendwo einstellen lassen und sich Master nennen und auch so bezahlen lassen, wie sich Menschen mit abgeschlossenem Studium eben bezahlen lassen. Er kann auch sagen, dass er noch eine Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten machen will. Dann muss er eine umfangreiche theoretische und praktische Weiterbildung machen, ein 12 Monate langes Pflichtpraktikum in einer Psychiatrischen Klinik und ein 6 Monate langes Pflichtpraktikum in einer Psychologischen Praxis machen. Wie heißt er in dieser Zeit?

Raider-Phase: Früher hieß er in dieser Zeit PIP´ler, was Psychologe im Praktikum bedeutete. Das lehnte sich sicher an den früher benutzten Begriff Arzt im Praktikum an, der aber inzwischen abgeschafft ist.

Twix-Phase: Aktuell heißt er politisch korrekt PIA, was Psychologe in Ausbildung bedeutet. Ausbildung ist aber leider auch falsch, denn eine Ausbildung ist eine erste Berufsausbildung, während eine Weiterqualifikation nach abgeschlossener erster Ausbildung Weiterbildung heißt. Korrekt müssten PIA´s also

PIW-Phase: PIW´s heißen: Psychologe in Weiterbildung.

Lebenszyklus Arzt in Weiterbildung zum Facharzt PIA
Abgeschlossenes Hochschulstudium Ja Ja
Weiterbildung, um eine Anwartschaft auf eine Kassenzulassung zu haben Ja Ja
Approbation Ja Nein
Bezahlung tariflich mau bis mager

Nachdem das Landesarbeitsgericht Hamm ja unlängst entschieden hatte, dass es sittenwidrig ist, PIA’s kein Gehalt zu zahlen, hat es sich durchgesetzt, in städtischen Gegenden zwischen 0 und 1000 € und in ländlichen Gegenden zwischen 800 und 3000 € für PIP’ler brutto monatlich zu zahlen.

Merke: PIA´s sind in einem Ausbildungsabschnitt, der im wesentlichen der Weiterbildung eines Arztes zum Facharzt entspricht.

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5 Gedanken zu “Raider. Twix. Psychologen in Weiterbildung

  1. Meiner Meinung nach wäre die korrekte Bezeichnung eigentlich „Assistenzpsychologe“ in Analogie zum „Assistenzarzt“, denn Psychologen haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium (, das der „Arzt im Praktikum“ nicht hatte).
    Und welche Klinik zahlt denn ihren PiAs 3000 EUR?? Der Großteil der Kliniken zahlt um die 400 EUR, meist keine Sozialversicherung/Krankenversicherung, wenige liegen darüber, fast keine über dem dreistelligen Bereich; viele Kliniken (fast alle Unikliniken) zahlen gar nichts, auch keine Vergünstigungen. Bei 18000 – 58000 EUR Ausbildungsgebühren, je nach Institut und Vertiefungsrichtung.

    • Ein Einwand: natürlich hatte der Arzt im Praktikum ein abgeschlossenes Studium…!!! Der PJler nicht. Großer Unterschied.

    • Also wenn schon dann „Assistenzpsychotherapeut“.
      Wenn man natürlich an der Uniklinik und unbedingt in der Großstadt seine Pflichtstunden verbringen will, dann steht man halt als einer unter hunderten Bewerbern da. Bei uns im Haus werden zwar keine 3000 Euro aber durchaus nahe daran bezahlt, weil wir schlicht keine PIA-Verträge anbieten sondern die PIAs wie die „anderen“ Kollegen die in diversen Abteilungen Beratung anbieten und keine Approbation anstreben bezahlen.
      Allerdings sind wir auch etwas auswärts in einer „Klinikhochburg“ wo es deutlich weniger Psychologen bzw PIA als Stellen gibt.
      Dass das Leben an der Uniklinik etwas anderes ist, das geht ja nicht nur den Psychologen so.

  2. Pingback: Linktipps der Woche: Gesundheitsfonds, German Doctors, Psychologen-Weiterbildung, Krankenhaus-Intranet, Big Data on Global Health, Monitor Patientenberatung | Zukunft Gesundheitswesen

  3. 3000E? Stimmt doch nicht… nicht mal als Brutto oder zumindest habe ich von so einem höhen Gehalt noch nie gehört… schön wäre es.
    Sie sind meistens sehr schlecht bezahlt.
    Kennt ihr diese website: https://www.psycheplus.de? Wahrscheinlich schon, wie blöd, die Authoren seid alle Psychologen. Na, ich habe dort Texte zum Thema Psychologen sowie psychologische Themen gelesen; sie sind wirklich gut geschrieben. Ich bin am Thema so interessiert, weil Ich nächstes Jahr anfangen will, Psychologie zu studieren. Eurer Blog ist übrigens sehr hilfreich um richtige Infos zu finden. Liebe Grüße, Paulina.

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