Welche Dosis Haloperidol, täglich eingenommen, führt zu einer 50% igen Dopamin Rezeptorblockade?

Die Frage ist einfach: Wenn ich eine 50% ige Blockade der Dopaminrezeptoren im Gehirn bewirken will, welche Dosis Haloperidol muss ich hierfür wählen. Gemeint ist die tägliche Dosis, die nach Erreichen des steady-state, also etwa nach 5 Tagen, zu einer 50% igen Blockade der Dopamin Rezeptoren führt.

Die korrekte Antwort, die ich einem Vortrag von Prof. Gründer aus Aachen entnommen habe, findet ihr in den Kommentaren.

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4 Gedanken zu “Welche Dosis Haloperidol, täglich eingenommen, führt zu einer 50% igen Dopamin Rezeptorblockade?

  1. Die korrekte Antwort lautet 0,73 mg pro Tag. Diese Dosis Haloperidol führt nach wenigen Tagen zu einer 50% igen Dopamin-Rezeptor-Blockade im Gehirn.
    Aus pharmakologischer Sicht ist Haloperidol also etwa äquipotent wie Risperidon, Dosierungen im Bereich von 1-4 mg Haloperidol sind für eine weitgehende Dopamin-Rezeptorblockade ausreichend. Die traditionell hohen Dosierungen orientieren sich fälschlich an den Nebenwirkungen, namentlich Sedierung, affektive Dämpfung und EPMS, die bei 10 mg und mehr oft eintreten. Es ist aber ein Trugschluss, zu denken, dass die antipsychotische Wirkung eine ebenso hohe Dosis braucht. Für die antipsychotische Wirkung reicht eine Gabe von 1-4 mg Haldol pro Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit bei den meisten Patienten mit normaler Metabolisierung aus.

  2. Es ist wunderbar, dass Psychiater 40 Jahre dafür brauchen, um zu erkennen, dass die extrapyramidale Schwelle Blödsinn ist und lieber auf das „Saliva-Signal“, die „Akathisie-Anspannung“ oder den „Rigiden-Roboter-Reigen“ über den Flur trottender Patienten achteten.

  3. Leider rege ich mich zu leicht auf: Schätzungsweise 90% der Patienten mit einer psychotischen Episode werden mit dem Diagnoseschlüssel F25.1 entlassen. Das wäre so, als ob ein Biologe sagen würde: „Ich kenne die Namen der verschiedenen Arten nicht, deswegen nenne ich diese Spezies Blumen, denn sie hat Blüten, einen Stiel, Wurzeln und Blätter.“ Diese Beobachtung lässt natürlich vieles außer acht. Achja, mir fällt gerade ein, die Psychiatrie ist ja teilweise biologisch begründet und nennt sich Biopsychiatrie, hmm.

  4. Außerdem drängt sich bei mir der Eindruck auf, dass auf den Seminaren und Kongressen zur Schizophrenie vorher das Psychiater-Mutmacherlied angestimmt wird:

    „Wir heilen die Schizophrenie, / wir wissen zwar nicht wie, / aber wir geben Tabletten, / und spielen mal den Netten, / und die Psychotherapie / verwenden wir so gut wie nie.“

    So, jetzt bin ich auch fertig und spamme hier nichts mehr zu, aber ein psychiatrischer Arzt sollte auch ruhig mal zugeben, dass er „weiß, dass er nichts weiss“, insbesondere was die Prognose betrifft. Dies nimmt dem Patienten nicht die Hoffnung sondern ist ehrlich und schafft eher Vertrauen und Compliance, als z.B. ein eigener oder hergenommener Algorithmus zur Neuroleptika Verordnung. Ansonsten finde ich finde Dein Blog ist teilweise unkritisch, aber gut geschrieben und informativ.

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