Zum Unterschied von Intrusionen und Flashbacks

In der Traumatherapie spielt eine präzise Sprache eine ganz besonders wichtige Rolle. Ein Punkt ist, dass die häufigeren Intrusionen von den selteneren, dafür sehr viel pathologischeren Flashbacks unterschieden werden müssen. Es ist nicht gut, einem Patienten, der Intrusionen hat, zu sagen, er habe Flashbacks, und ihn entsprechend falsch zu behandeln… Zur Rekapitulation:

Intrusionen

Intrusionen sind laut Wikipedia der Überbegriff über unangenehme Erinnerungen, Flashbacks und Albträume. 

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden als Intrusionen am ehesten Erinnerungen aus der Vergangenheit benannt, die dem Patienten in den Sinn kommen, und die er als störend oder belastend erlebe. Dabei besteht Distanz zu diesen Erinnerungen und er kann diese Erinnerungen als solche zuordnen. Er kann dabei ganz normal weiterarbeiten. Er bleibt Herr des Geschehens.

Flashbacks

Flashbacks gelten als Unterbegriff der Intrusionen. Ein Flashback ist ein Zustand, in dem jemand mit Haut und Haaren in ein vergangenes Erlebnis hinein gerissen wird, und es jetzt noch einmal durchlebt, als geschehe es gerade jetzt noch einmal. Dabei durchlebe er nicht nur die abstrakte Erinnerung, sondern auch die damit verbundenen Sinneswahrnehmungen wie Gerüche, Berührungen und die damit verbundenen Gefühle wie Angst etc. noch einmal mit durch. Der Flashback ist hier Herr über das Erleben.

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22 Gedanken zu “Zum Unterschied von Intrusionen und Flashbacks

  1. Pingback: Wieso triggert mich nichts? - Seite 5

  2. Was ist der Grund, dass man diese störenden Erinnerungen als Intrusionen bezeichnet? Wieso kann man da nicht einfach von unschönen Erinnerungen sprechen oder so. Gibt es für schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit auch einen Fachausdruck?

    • Du hast ganz recht: Die Medizin ist immer auf das Negative, krankhafte fokussiert. Angenehme Erinnerungen, Erinnerungen, die uns stärken, haben keinen eigenen Fachbegriff! Ich rufe hiermit offiziell aus: Wer schlägt ein neues Wort vor, dass das Gegenteil von Intensionen ist und positive, stärkende Erinnerungen beschreibt? Gebote bitte hier bei den Kommentaren!

  3. Pingback: Zum Unterschied von Intrusionen und Flashbacks (veröffentlicht in “Psychiatrie to go”) | Pandora's Showcase

  4. Nach Schneider „Facharztwissen Psychiatrie und Psychotherapie“ werden Flaschbacks den Intrusionen als Überbegriff untergeordnet! Dem schließt sich übrigens auch Wikipedia an. In meinen Psychiatriebüchern finde ich keine andere Einteilung.

  5. ich bin etwas überrascht wie leichtfertig du dich von klaren Definitionen der Psychiatrie entfernst und dafür auch noch gelobt wirst.Wikipedia hat mit seiner Definition meiner Ansicht recht und du unrecht.Intrusion (nicht zu kontrollierende, sehr belastende,plötzlich auftauchende Erinnerungen sind Intrusionen) ist der Oberbegriff und der flashback ist eine Möglichkeit, unter Intrusionen zu leiden: sich aufdrängende, besonders intensive Erinnerungssplitter der traumatischen Erinnerung sind flashbacks, die in der Gegenwart passierend erlebt werden, weil sie im impliziten Gedächtnis und nicht im episodischen Gedächtnis abgespeichert sind.
    Ich würde daher, im Unterschied zu dir, definieren:Flashbacks sind besonders belastende Intrusionen, da es nicht möglich ist, in ihnen Vergangenheit und Gegenwart zu unterscheiden und dies körperlich auch zu erleben als jetzt passierend.

  6. Pingback: Artikel über Intensionen und Flashbacks korrigiert | Psychiatrie to go

  7. Ich habe Intrusionen an meinen Psychiatrieaufenthalt, wo ich fast zu heulen anfange und zusammenbrechen könnte. Und Alpträume. Vermeidungsverhalten (ich besuche keine Leute in der Psychiatrie, ich will da noch nicht mal zu Besuch hin). Und Angst vor Psychiatrisierung. Angst vor Krankenschwestern.
    Außerdem Triggererlebnisse. Ich gucke harmlos in die Lokalzeitung, da steht in irgendeinem Artikel in einem Nebensatz was von Psychiatrie, und schon ist die schlimme Erinnerung da.

    Stationäre Psychiatrie ist der denkbar ungeeigneteste Ort wo ich mich aufhalten kann wenn es mir psychisch schlecht geht.

    Notfallplan für psychische Krisen, Punkt 1: auf keinen Fall eine Klinik.

    Ruhige Jugendherberge, Zeltplatz, Zelt im Wald, zu Besuch bei Verwandten, alles gute Orte, aber Psychiatrie ist ein schlechter Ort.

    Erst jetzt, mehr als vier Jahre nach dem Klinikaufenthalt und nachdem es mir gelungen ist, eine Bekannte von der Zwangspsychiatrie zu befreien, ist die PTBS besser geworden.

  8. Ich habe auch flashbacks nach 2 -3 unnötigen zwangspsychiatrischen Aufenthalten, und wieder bei Muc polizeiliche Anzeigen wegen uebler Nachrede etc. mit Haftzelle in Folge ( das Jobcenter war es, und die Nachbarin, wegen einer Verwicklung in einem ~Mini-Job) und wieder sofortige 3.Unterbringubgsanordnung und Jagd auf mich durch nicht- Psychiater. Stress. Das Ganze verselbständigte sich.Als Ursache gab es nur: Irrtümer, und dann die Finanzierung der laufenden Studien in jeweils der Klinik. Wichtig ist: die bayerische Justiz selbst war weniger das laufende ( und wiederholte) Problem als die Exekutive (hier: leider u.A. teilweise mobbend und schlägernd). Nicht schlimm sind auch die Pharmakonzerne. (Man sollte aber einen Dr.- Anwalt haben). Gesundungsdauer bei mir: 3 Jahre seit Ende der 2. Unterbringung (dann ist aber noch der Verlust des Vaters im Kindesalter mögliche Frustquelle.)- nehmt nicht das Giftzeug! Danke an den Forenbetreiber& die Aufmerksamkeit!

  9. PS. Wenn der hier uebliche Betreuungs- Betreiber ( nicht vom Amtsarzt) sich vorab Zugang verschafft: er oder sie log hier, dass er schon einen Beschluss mitführe, und das kein Hausfriedensbruch sei.
    Nehmt dann das Geständnis wie ich auf handy- Diktiergerät auf. Aber erst Genehmigung erbitten.( Er betatschte dann auch noch ein bisschen die Dame des Hauses; offenbar hatte er selbst eine kleine Psychose. Ein Sittenstrolchlein).

    • Letzte Notmaßnahme, wenn man zwangsbehandelt werden soll:

      Die Ärzte behaupten, die Medikamente würden die Fähigkeit zur Bildung eines freien Willens herstellen.

      Da sollen die Ärzte bitte den Zeitraum angeben, wann das der Fall sein wird – und ab da darf man die Psychopharmaka dann verweigern und darf nicht mehr gezwungen werden, denn die Ablehnung ist ja jetzt Ausdruck freien Willens.

      Also den Richter in Anwesenheit der Ärzte fragen, wann der freie Wille mit Hilfe der Medikamente wieder hergestellt ist und man die Medikamente dann ablehnen darf? (und außerdem als einwilligungsfähiger Patient eine gültige Patientenverfügung verfassen, so dass man auch in Zukunft nicht mehr gezwungen wird)

      Vielleicht nützt das was, denn dadurch wird ja hoffentlich die ganze Unlogik des Systems klar.

      Eine Weile Medikamente nehmen – damit man sie dann ablehnen darf, denn jetzt hat man einen freien Willen. Die Ärzte behaupten ja, die Psychopharmaka könnten das, einen freien Willen herstellen.
      Und vor der zwangsweisen Behandlung sei der freie Wille nicht da, der Patient könne keinen freien Willen bilden und der natürliche Wille laufe dem freien Willen entgegen. (woher wissen die das? Der natürliche Wille ist ja wohl ein guter Anhaltspunkt für den freien Willen von demjenigen.)

  10. Hallo, dr.teuscher

    Wenn sie möchten können Sie den Kommentar jetzt löschen.

    Aber erst lesen 🙂

    Ist egal. Für mich fühlt es sich besser an, weil es unvollständig ist. Und das aufzuräumen, ist u.A. schlicht Aufgabe Anderer.( Ich hatte auch unangenehme Begegnungen,seit ich dies Obige offenbarte.). Lob für diese Kommentar Funktion.
    Mit Gruß
    Winney Pooh

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