Einigung bei der Frage der PiA-Vergütung in Sicht

PsychologInnen in Ausbildung (PiA) müssen im Anschluss an ihr Hochschulstudium der Psychologie ein Praktikum über 1200 Stunden in einer psychiatrischen Klinik und über weitere 600 Stunden in einer psychotherapeutischen Praxis machen, um den Zusatztitel „Psychologischer Psychotherapeut“ zu bekommen, der die Voraussetzung zur Niederlassung in eigener Praxis ist. Dieses Pflicht-Praktikum war bislang entweder gar nicht oder viel zu niedrig bezahlt. In einigen ländlichen Regionen war es angemessen bezahlt. Verlassen konnte man sich aber auf gar nichts, da es keine gesetzliche Regelung und bislang auch keine Tarifregelung gab. PiA´s kamen in den Tarifverträgen einfach nicht vor.

Die Dreiviertelpsychologin hat PiA´s in ihrem letzten Beitrag daher schon Praktikanten in Ausbeutung genannt.

Erstmalig hat es in Baden-Württemberg nun eine Tarifeinigung mit den Uni-Kliniken gegeben, in der die PiA´s explizit berücksichtigt werden. Es wurde vereinbart, dass PiA´s „mehr als 1000 € verdienen“. Quelle: Pia-im Streik.de .

Das ist eine sehr gute Nachricht, denn durch diese Einigung zeichnet sich ab, dass es in Zukunft mal endlich Rechtssicherheit für beide Seiten geben könnte, und die unseligen Klagen vor dem Arbeitsgericht nicht mehr erforderlich sein würden.

Man kann nun hoffen, dass ab jetzt alle Kliniken „mehr als 1000 €“ pro Monat für eine volle Stelle (40 Stunden pro Woche) zahlen. Wenn man einen Einsatz über 600 Stunden in der Ambulanz vereinbart, können die PiA´s 1800 Stunden ab Stück im gleichen psychiatrischen Krankenhaus bleiben, mit Urlaub ist das knapp ein Jahr.

Ein Einsatz über so lange Zeit ist für beide Seiten ein Gewinn: Die PiA´s lernen wirklich viel, weil sie – natürlich unter Supervision – wirklich sinnvoll eingesetzt werden können. Und für die Kliniken entsteht ein kalkulierbarer Nutzen, der über den Verlauf eines Jahres 1000 € pro Monat wert ist.

In dem Krankenhaus, in dem ich arbeite, werden PiA´s bereits in diesem Sinne bezahlt und haben sich sehr bewährt. Sie sind wichtige Ansprechpartner für ihre Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung, einschließlich Aufnahmebrief, Psychotherapiegesprächen, Abstimmungsgesprächen mit Angehörigen, Betreuern und so und schließlich dem Verfassen des Entlassungsbriefes. Das alles geschieht natürlich unter engmaschiger Supervision eines erfahrenen Psychologen sowie in Zusammenarbeit mit dem Stationsarzt und dem Oberarzt. So ein Einsatz ist für alle sinnvoll: Für das Krankenhaus, für die PiA´s und für die von ihnen mitbetreuten Patienten.

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3 Gedanken zu “Einigung bei der Frage der PiA-Vergütung in Sicht

  1. Während der Psychotherapie-Ausbildung führt der Auszubildende die Bezeichnung „Psychotherapeut in Ausbildung“ (PiA). Psychologe ist man schon.

  2. Wenn jeder vernünftig vergütet werden würde, dann müsste man nicht ständig über solche Thema diskutieren. Jeder Arbeitnehmer sollte entsprechend vergütet werden, so dass man auch von dem Geld leben kann.

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