Der Zettelkasten 2.0 ist da!

Der Mensch lernt durch Wiederholung. Das gilt auch für den Erwachsenen. Die über alle Kontinente und alle Zeiten gültige unzweifelhaft beste Methode, Fakten oder kleine Informationseinheiten zu lernen, ist der gute alte Zettelkasten. Und das geht ja bekanntlich so:
  • Man nehme einen Schuhkarton und unterteile ihn mit Trennblättern in fünf gleich große Fächer.
  • Man nehme Karteikarten. Auf diese schreibe man auf die eine Seite einen Begriff oder eine Frage und auf die Rückseite die Erklärung beziehungsweise Antwort.
  • Man stelle neue Karten ins erste Fach. 
  • Man gehe jeden Tag alle Karten durch. Kennt man die Antwort, stellt man die Karte ein Fach weiter nach hinten. Kennt man sie nicht, stellt man die Karte ein Fach weiter nach vor. Ist sie schon im ersten Fach, bleibt sie dort.
  • Karten im fünften Fach hat man also fünf mal hintereinander richtig gehabt, die kann man archivieren. (oder wegwerfen).
  • So kann man alles lernen. 
Als leidenschaftlicher Vertreter eines papierlosen Lebens suche ich schon länger nach einem digitalen Zettelkasten, der genau diese Mechanik mit fünf Fächern und entsprechenden Wiederholungen simuliert. Natürlich müssen sich die Karten über iPhone, iPad und Computer synchronisieren, so dass man an der Bushaltestelle mal einfach sein Telefon zücken und ein paar Wiederholungen machen kann. Dabei soll die App natürlich noch gut aussehen und am Besten auch die Möglichkeit bieten, bei Quizlet oder so Karten anderer zu laden. 
Praktisch alle Apps, die ich gefunden habe, syncen oder haben die 5-Fächer-Mechanik. Das geht natürlich gar nicht.
Ich habe nur eine App beziehungsweise Plattform gefunden, die im Wesentlichen alle Kriterien erfüllt, nämlich die von Brainscape. Hier kann man am Mac oder PC auf der Website oder auf dem iOS Gerät eigene Karten in beliebig vielen Kategorien erstellen, die sich auf alle Geräte synchronisieren. Man kann einige englischsprachige Kartensätze kaufen, manche sind auch kostenlos. „The Brain“ und „Mac Shortcuts“ finde ich gut.
Die Mechanik ist so, dass man, nachdem man die richtige Antwort gegeben hat, einstufen kann, wie sicher man die Antwort wußte, und zwar auf einer Skala von 1-5. Je niedriger diese Einstufung ausfällt, desto häufiger präsentiert die App einem die gleiche Karte wieder. 
Ich verwende die Einstufungen wie früher die Fächer: Wenn ich eine Karte kenne, gehe ich jedes mal um einen Schritt höher. Wenn eine Karte mir total klar ist, lege ich sie gleich ins Fach 5.
Mir gefällt die App gut, für selbst erstellte Karten ist sie kostenlos und ich bin jetzt länger bei ihr geblieben.
Wie lernt ihr? Habt ihr eine andere App gefunden, die gut funktioniert? Tipps in den Kommentaren sind sehr willkommen!
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4 Gedanken zu “Der Zettelkasten 2.0 ist da!

  1. Hm, Kärtchen und Boxen, Karton, bzw Plastik, ging für vieles gut. Nicht nur für für Sprachen.
    Aufschreiben, hilft mir und das ca 3 -5 mal lernen. Was dann drin bleibt, bleibt lange drin.

  2. Ich benutze Pauker und Pocketpauker für Android hauptsächlich um Vokabeln zu lernen. Aber auch Medikamente habe ich damit im Studium gelernt, und Knochen und diese großartigen Stoffwechselwege…

    Das ist hier eine großartige Seite! Ich wünsche mir, dass sie sich weiter entwickelt und prosperiert. Das möchte ich nebenbei noch loswerden!

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