Die Tresorübung im Wandel der Zeit…

Tresor de gimel (1)

Foto: Tresor de Gimel. Von Accrochoc, GFDL, via Wikimedia Commons

Die Tresorübung ändert sich auch mit der Zeit. Die Tresorübung ist eine psychotherapeutische Technik, die man Patienten beibringt, die unter immer wiederkehrenden sehr unangenehmen Erinnerungen leiden. Man übt mit diesen Patienten ein, sich vorzustellen, dass sie die Erinnerungen auf ein Video-Band aufzeichnen, das Video dann in einen Tresor legen, und den Tresor verschließen. Bei Bedarf, zum Beispiel während einer psychotherapeutischen Sitzung, kann der Patient den Tresor öffnen und sich die Erinnerungen anschauen. Wenn der Patient aber Ruhe von den Erinnerungen haben will, stellt er sich vor, dass sich das Videoband im Tresor befindet. So war das immer.

Heute hat mir eine junge Patientin beschrieben, wie sie die Tresorübung gemacht hat: 

„Ich habe mir vorgestellt, dass ich die Erinnerungen auf eine DVD gebrannt habe und die DVD dann in einen Tresor gelegt habe. Danach kam ich zur Ruhe und konnte gut schlafen.“

Also ich schlage meinen Patienten in Zukunft vor, sie sollen sich vorstellen, die Erinnerungen als .mov file in einem verschachtelten Dropbox-Ordner zu speichern und mit einem Passwort zu sichern…  🙂

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8 Gedanken zu “Die Tresorübung im Wandel der Zeit…

  1. Absolut richtig. Ich gehe ja auch mit der Zeit, wenn ich dann Lebendige Bilder aus Harry Potter nutze oder traumatische Erinnerungen mit nicht löschbaren Cookies gleichsetze. Das funktioniert teilweise wesentlich besser als nun von einem Tresor zu sprechen. Damit verbinden immer weniger Menschen wirklich etwas von Sicherheit. Assoziationen zu Banken sind da nämlich alles andere als positiv…

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