Wie kaufst Du am liebsten ein Fachbuch?

Also bei Romanen und einmal zu lesenden Sachbüchern ist die Sache für mich klar: Ich kaufe sie ausschließlich als eBook. Aber bei Fachbüchern habe ich für mich noch keine Antwort gefunden. Will ich sie lieber als Papierbuch haben, und stelle sie mir im Büro ins Regal? Dann kann ich sie natürlich zu Hause nicht lesen, unterwegs nicht, eigentlich nirgends, wo ich mal Zeit habe, in Ruhe zu lesen. OK, manchmal hat man Glück und bekommt einen Rubbelcode, über den man dann eine Online-Version des Fachbuchs lesen kann. Wobei die bei mir gerne mal nicht funktionieren. Oder kaufe ich sie als eBook und lese sie auf dem iPad.

Ich wollte mal hören, wie ihr das so macht: Stimmt doch mal ab. Hier ist die Umfrage; und nachdem Du Deine Antwort eingegeben hast, kannst Du das Ergebnis sehen:

Willkommen in der blogroll: psychosomatikum blog

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Kunden, die sich für Psychiatrie interessieren, abonnierten auch: Psychosomatik…. So würde Amazon das sehen.

Mein PsychCast Mitstreiter Alexander Kugelstadt betreibt schon seit einiger Zeit den Blog psychosomatikum, auf dem er immer wieder interessante Gedanken und Entwicklungen speziell auf dem Gebiet der Psychosomatik und Psychotherapie beschreibt. Den Feed zum abonnieren des Blogs findet ihr hier: http://kugelstadt.eu/feed/.

Bei DocCheck findet ihr den Blog psychosomatikum hier.

Viel Spaß bei Lesen!

Update Level up your life

Ich hatte ja in diesem post geschrieben, das ich Spaß an der Strategie der Nerdfitness-Seite Level up your life habe, und etwas von dessen Mechanik ausprobiere. Immer, wenn ich etwas von mir als sinnvoll eingeschätztes mache, gebe ich mir dafür einen Punkt. So bringt zum Beispiel jeder gejoggte Kilometer einen Punkt, ein langer Lauf über 27 Km bringt 50 Punkte. Und so mache ich das spaßeshalber auch in den anderen Lebensbereichen.

Bei einer vorher festgelegten Punktzahl, gönne ich mir dann Dinge, die es mir erleichtern, die Sachen zu machen, die ich sinnvoll finde. So hatte ich mir für den 1000. Punkt ein frisches MacBook in Aussicht gestellt.

voilà:

Für den 2000. Punkt habe ich mir ein Rennrad ausgeknobelt. Der aktuelle Punktestand:

Und für einen veröffentlichten post gebe ich mir natürlich auch Punkte…

Es entspricht im wesentlichen dem Verhaltenstherapie-Konzept der token economy. Mir macht es aber auch Spaß….

SMS auf Papier: Im neuen PsychCast geht es mal ganz ums Runterkommen!

psychcast-logo

Die PsychCaster plaudern im PC027 über das Runterkommen im Jahr 2016. Klar hält es gesund, aber wie kann man in Zeiten der Beschleunigung überhaupt noch runterkommen? Es geht unter anderem um: Anspannung und Entspannung, progressive Muskelrelaxation, Entspannungsstress, Orte ohne Bezug zur Gegenwart, Desserts, slow parenting, Unternehmungen und Nichtstun, Rumhängen, Briefe, …
Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc027-sms-auf-papier-die-sendung-zum-runterkommen/

Generation PSY

Die DGPPN hatte immer schon ein Referat „Junge Psychiater“. Da die aber nun wirklich jung und modern sind, klang die Bezeichnung „Referat“ schon mal ganz falsch.

Wer sind die jungen Psychiater in der DGPPN denn wirklich? Das wenig hilfreiche Label „Generation Y“ führt da auf jeden Fall nicht weiter.

Daher haben die Protagonisten sich den Namen „Generation PSY“ ausgewählt. Ich habe gestern zwei Vertreter der Generation PSY der DGPPN persönlich kennengelernt und ich bin wirklich vom Engagement der beiden für die Entwicklung der Psychiatrie, für die DGPPN und insbesondere auch für deren Nachwuchsprogramme beeindruckt. Auf der Webseite www.generation-psy.de könnt ihr die verschiedenen Aktivitäten nachlesen. Ich habe mich gleich mal für das Mentorenprogramm angemeldet.

Wenn Du Dich für eine Zukunft als Psychiater interessierst, egal ob Du Schüler, Student oder Arzt bist, schau unbedingt mal auf der Seite www.generation-psy.de vorbei!

Essentialismus: Meine Top 10 Psychopharmaka

Einfach = Gut.

Stimmt praktisch immer. Wenn Dinge einfach und verständlich sind, dann kann man mit ihnen auch was anfangen. Fast hätte ich mir neulich ein Kochbuch gekauft, in dem lauter Rezepte sind, die man mit 6 Zutaten kochen kann. Ich meine auch, dass man möglichst wenige Gegenstände besitzen soll, und empfehle daher mein Lieblingsspiel: Das Halber-Besitz-Spiel. Ich glaube auch an die Kraft einfacher Regeln: Einfache Regeln für komplexe Situationen. Selbstverständlich bin ich auch leicht dafür entflammbar, daraus gleich eine ganze Weltanschauung zu machen: Essentialism: The Disciplined Pursuit of Less.

Der Grund ist, dass man mit weniger Dingen im Kopf leichter, freier und am Schluss sicherer ans Ziel kommt, als wenn man über zu viele Gegenstände, Regeln, Verpflichtungen und anderen Ballast nachdenken muss. Der Mensch ist halt so. Mehr ist weniger.

Ich habe mich in diesem Zusammenhang gefragt, wie es aussähe, wenn ich in der Psychopharmakotherapie mit möglichst wenig Medikamenten auskommen müsste. Muss ich nicht, ist und bleibt für immer ein reines Gedankenexperiment, aber das stört ja niemanden. Als erstes habe ich überlegt, mit welchen Medikamenten ich denn gedanklich an den Start gehen würde. Die WHO hat ihre Liste der unverzichtbaren Medikamente, bei denen noch die Veteranen Chlorpromazin, Haloperidol und Diazepam vorkommen.

Nun habe ich überlegt, was man heute in Deutschland mindestens brauchen könnte.

Von jeder Wirkstoffgruppe eines: Meine Top Six

  1. Escitalopram
  2. Risperidon
  3. Lorazepam
  4. Promethazin
  5. Lithium
  6. Polamidon

Damit hätte ich aus jeder relevanten Medikamentengruppe einen wirksamen Vertreter. Als Antidepressivum das gut verträgliche und sicher wirksame Escitalopram; als Antipsychotikum das bewährte Risperidon; unter den Benzos habe ich mir aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit Lorazepam ausgesucht; ein niederpotentes Neuroleptikum wie Promethazin kann man immer gebrauchen; und um ein Phasenprophylaktikum im Köcher zu haben, habe ich mich für Lithium entschieden. Für die Opiatentzugsbehandlung ist ein Opioid unentbehrlich, ich habe Polamidon ausgewählt.

Wie gut käme ich mit diesen sechs Medikamenten aus?

Ich denke, dass ich mit diesen sechs Substanzen bei praktisch allen psychiatrischen Erkrankungen einen ersten Therapieversuch starten könnte. Sechs Substanzen ist wenig? Über Dermatologen sagt man immer, sie könnten mit zwei Substanzen auskommen: Fettcreme mit Kortison und Fettcreme ohne Kortison. Dabei stimmt das nicht, manchmal brauchen Dermatologen auch Zink-Paste…

Wenn die eingesetzte Substanz nicht wirkt, oder Nebenwirkungen verursacht, stände ich aber ratlos da. Dann bräuchte ich zumindest bei einigen Substanzen eine Alternative.

Meine Top 10 Psychopharmaka

  1. Escitalopram
  2. Duloxetin
  3. Risperidon
  4. Olanzapin
  5. Aripirazol
  6. Lorazepam
  7. Promethazin
  8. Lithium
  9. Carbamazepin
  10. Polamidon

Wie gut käme ich mit diesen 10 Medikamenten aus?

Um ehrlich zu sein: Ziemlich gut. Depressionen, Angststörungen und Zwangserkrankungen lassen sich mit Escitalopram oder Duloxetin in sehr vielen Fällen befriedigend behandeln. Reserveantidepressiva wie Agomelatin oder Moclobemid sind doch meist verzichtbar.

Auch psychotische Symptome lassen sich mit der Auswahl Risperidon, Olanzapin und Aripiprazol oft genug befriedigend behandeln. Gut, Clozapin, Amisulprid und Ziprasidon hätte ich schon auch noch gerne im Koffer, aber die Fälle, in denen die erstgenannten drei Neuroleptika nicht funktionieren, und man auf ein viertes umsteigen muss, sind recht selten. Clozapin wirkt am ehesten unverzichtbar, ist aber, um ehrlich zu sein, dem Rezeptorbindungsprofil nach dem Olanzapin recht ähnlich.

Die Bipolare Erkrankung läßt sich mit Lithium oder Carbamazepin zumeist wirksam behandeln, Valproat ist bei Frauen im gebärfähigen Alter ohnehin nur noch eine Reservemedikament.

Als Sedativa und auch als Schlafmittel sind Promethazin und Lorazepam geeignet, mehr Auswahl bringt hier kaum zusätzlichen Nutzen.

Natürlich müsste man in vielen Fällen auch zwei dieser Substanzen kombinieren. Bei einer agitierten Depression würde ich dann beispielsweise Escitalopram mit Promethazin kombinieren, so brauche ich kein Mirtazapin. In der akuten Manie kann ich ein Phasenprophylaktikum, ein Antipsychotikum und ein Sedativum kombinieren; unter meinen TOP 10 fände ich in den meisten Fällen schon etwas geeignetes.

Deine Wahl?

Klar ist mehr besser, aber wenn man sich beschränken müsste? Wenn Du Dich für eine möglichst kleine Liste an essentiellen Psychopharmaka entscheiden müsstest, welche würdest Du dann auswählen? Vorschläge und Diskussionen bitte gerne in die Kommentare!

PsychCast 26 „Symptome der Depression“ ist online

Eine neue PsychCast-Folge ist online! PC026 Symptome der Depression
Wir sprechen im 26. PsychCast über das Konzept unseres Podcastes, ein gutes Restaurant (Trauer vs. Depression), das Gefühl der Gefühllosigkeit, Stavros Mentzos (Depressiver Affekt), Depression und Schmerz, Depression und „aufgesetzte Symptome“, leeren Beschäftigungsdrang, die Arztvariable, die Meldung, dass jeder 2. Arztbesuch überflüssig sei (hier Peter Teuschels Kommentar dazu), nonverbale Elemente in der Diagnostik, die Unterscheidung von Traurigkeit, Dysthymia, leichter und schwerer Depression und über die Legende, dass jeder beim Psycho-Arzt eine Diagnose bekommt sowie darüber, ob Diagnosen ganz wichtige Label sind oder so mittel.

Vielen Dank für die zahlreichen Fragen. Der Rest kommt bei nächsten Depressions-PsychCast.

Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc026-symptome-der-depression/