Drei schöne Bücher

Als ich letztes Jahr nicht wußte, welches Buch ich als nächstes lesen sollte, postete der Kinderdok gerade seine Quartals-Buchempfehlungen. Die sind immer inspirierend. Eines der Bücher, die er empfahl, war „Was man von hier aus sehen kann“, von Mariana Leky. Ich habe es mir gekauft, sogar in Papierform, und bin sofort in eine wunderschöne, ruhige und sehr einfühlsame Erzählung eingetaucht. Für mich war es mein Buch des Jahres 2017. Vielen Dank nochmal an den Kinderdok, und wer seine Empfehlungen nachlesen möchte, findet die beiden letzten hier und hier.

Nun habe ich überlegt, wie ich euch zeigen kann, was ich so gelesen habe, und habe mich entschieden, von den drei schönsten Büchern, die ich zuletzt gelesen habe, jeweils einen Abschnitt wiederzugeben, der typisch für den Schreibstil ist. So könnt ihr schauen, ob es was für euch ist. Fangen wir also mit der Welt der Mariana Leky an:

Mariana Leky: „Was man von hier aus sehen kann“:

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Als Selma sagte, sie habe in der Nacht von einem Okapi geträumt, waren wir sicher, dass einer von uns sterben musste, und zwar innerhalb der nächsten vierundzwanzig Stunden. Das stimmte beinahe. Es waren neunundzwanzig Stunden.

Mariana Leky: „Erste Hilfe“

Und danach habe ich mir einfach noch ein Buch von Mariana Leky geclickt, nämlich „Erste Hilfe“, das in der gleichen schönen Sprache geschrieben ist, diesmal geht es um einen sehr liebevollen Umgang mit etwas, was der Psychiater in mir vielleicht als Angststörung bezeichnen würde, Mariana Leky beschreibt es anders:

„Ich würde einfach gerne bei euch bleiben“ sagt Matilda.
„Aber du schläfst doch nicht gerne woanders“ sagt Sylvester, und Matilda sagt: „Ich bin verrückt geworden.“ 
„Was?“ fragen wir, denn Matilda hat das ziemlich laut gesagt.
„Gestern um kurz nach fünf“ sagt Matilda.
„Was ist denn passiert?“ fragt Sylvester.
»Eigentlich nicht viel«, sagt Matilda. Ich überlege mir eine Frage und alles, was nach der Frage kommen könnte, deswegen sage ich nichts und deshalb sagt Matilda: »Es ist aber nicht so schlimm.«

Juli Zeh: „Leere Herzen“

Und das dritte Buch, das ich gerne empfehlen möchte, hat eine frühere Schulfreundin von mir geschrieben, die inzwischen zurecht total berühmte Juli Zeh. Hier ein Ausschnitt aus dem wirklich coolen „Leere Herzen“:

Sie haben sich gestritten. Babak beharrte auf einer der Grundregeln der Brücke, nur im absoluten Notfall zu reisen. Und ist das wirklich schon ein Notfall? Britta konnte nicht gut dagegenhalten. Sie weiß selbst nicht genau, was sie mit den geplanten Besuchen bezweckt. Präsenz zeigen. Nach Hinweisen Ausschau halten. Den Stammkunden klarmachen, dass das Desaster von Leipzig nicht auf die Kappe der Brücke geht. Babak erinnerte immer wieder daran, dass es sich in Leipzig auch nur um zwei Spinner gehandelt haben könnte, die auf eigene Faust losgezogen sind und die Sache mit ein bisschen Jalla-Jalla größer machen wollten. »Mit einem Scoring von unter 3?«, hat Britta gefragt, worauf Babak schwieg. Dass Lassie sich geirrt hat, kann als ausgeschlossen gelten. Der Algorithmus ist ausgereift, hochintelligent, selbstlernend, perfekt dressiert.

Vielleicht ist ja für den einen oder anderen was dabei. Viel Spaß! 

(Die links sind affiliate links. Ihr könnt aber auch einfach in den gut sortierten Buchhandel gehen oder die Titel beim Online-Händler eurer Wahl eingeben…)

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