Podcastempfehlung: Evidenzbasierte Pharmazie

Dr Iris Hinneburg 2018 09 27 20 48 17

Ich hatte heute insgesamt vier Stunden Autofahrt auf dem Plan, und nachdem ich meine üblichen Podcasts gehört hatte, habe ich mir eine Episode eines neu entdeckten Podcasts angehört: Evidenzbasierte Pharmazie. Die Medizinjournalistin Dr. Iris Hinneburg berichtet in Interviews mit Gästen oder mit ihrer Kollegin Silke Jäger über die verschiedenen Aspekte der Evidenzbasierung aus Sicht der Pharmazie. Manchmal werden Studien sehr gründlich analysiert und diskutiert, in anderen folgen werden verschiedene Themen angesprochen, und immer wird in wirklich allgemeinverständlicher Form Grundwissen zur Kunst der Wissensgewinnung und zu den Fallstricken auf dem Weg dahin vermittelt.

Besonders interessant finde ich die „Evidenz-Geschichten“, in denen Klassiker der Geschichte der EBM erzählt werden, jeweils mit der Frage, was an diesem Beispiel heute noch relevant ist. Eine Episode berichtet über die nicht-veröffentlichten Studien zu Tamiflu, durch die dessen Gesamtbewertung wesentlich schlechter ausfällt, eine andere über die Risiken der nachträglichen Subgruppenanalyse bei klinischen Studien, und wie es eine Subgruppenanalyse nach Sternzeichen in den Lancet geschafft hat.

Die Autofahrt verging wie im Flug, ich habe erst kurz vor dem Ziel aufs Radio umgeschaltet. Da war nämlich mein mobiles Datenvolumen aufgebraucht… 🙂

Die Webseite zum Podcast findet ihr hier, der Feed lautet http://medizinjournalistin.podhost.de/rss.

Neuer Psychcast: PC073 Hörertreffen und das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Zwangsmaßnahmen

Liebe PsychCast-Freunde,
heute möchten wir Euch zur ersten PsychCast Konferenz am Freitag, den 30.11.2018 um 19 Uhr in Berlin (Café Sankt Oberholz, Rosenthaler Str. 72A, 10119 Berlin) einladen! Wir wollen über „Salutogenese 4.0“ sprechen: Wie entsteht Gesundheit im Jahre 2018? Wie hilft die künstliche Intelligenz dabei? Wir freuen uns auf einen tollen Abend mit Euch!
Was? Die PsychCast Konferenz zum Thema „Salutogenese 4.0“ mit Aufzeichnung
Wann? Am 30. November 2018 um 19.00 Uhr
Wo? Café Sankt Oberholz, Rosenthaler Str. 72A, 10119 Berlin
Kosten? Freier Eintritt, Anmeldung erforderlich per Mail oder Facebook.
Im zweiten Teil des PodCasts sprechen wir über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie. Ausführliche Infos zum Urteil findest Du hier. Den im PsychCast angesprochenen ausführlichen Artikel zu den verschiedenen Rechtsgrundlagen der stationären Behandlung in der Psychiatrie mit vielen Erklärungen und praktischen Beispielen findest Du hier.
Die aktuelle Folge des PsychCast findest Du hier.

Neues Portal, um Medikamentennebenwirkungen einfach zu melden oder nachzusehen: nebenwirkungen.eu

Nebenwirkungen de ▷ Deutschlands größtes Melde Portal 2018 09 13 10 27 57

Nebenwirkungen von Arzneimitteln zu melden ist wichtig, war bisher aber eher umständlich und wurde daher in der Praxis weder von Patient:innen noch Ärzt:innen besonders häufig gemacht. Der klassische Weg geht über ein Formular auf der Seite des BfArM. Auch das Nachlesen von Nebenwirkungen ist eher eine Glückssache, solange man nicht die kostenpflichtigen Portale für Medikamenteninteraktionen verwendet.

Das dachten sich auch Friederike Bruchmann, Tobias Nendel und Dr. Philipp Nägelein von der LMU und TU München und gründeten die Webseite nebenwirkungen.eu. Unterstützt von zahlreichen Institutionen wie dem Bundeswirtschaftsministerium, der Charite, der Deutschen Lebenshilfe, um nur einige zu nennen und ausgezeichnet mit mehreren Preisen und Auszeichnungen startete die Webseite vor einiger Zeit.

Hier ist es für Fachpersonal und Betroffene sehr einfach, bekannte Nebenwirkungen nachzulesen und selbst beobachtete mögliche Nebenwirkungen in eine Datenbank einzutragen.

Diese fortgesetzte Überwachung von Medikamenten auf Nebenwirkungen bleibt ein sehr wichtiger Baustein der Medikamentensicherheit, da einige Nebenwirkungen wirklich erst nach der Markteinführung entdeckt werden. Wenn Du also eine Nebenwirkung, insbesondere eine noch nicht so bekannte, bei einem Medikament vermutest, trag sie doch auf dieser Webseite ein, das nutzt allen und geht schnell!

False Memory Kongress am 9.11.18 in Frankfurt

False Memory Deutschland  Arbeitsgemeinschaft falsche Missbrauchserinnerung 2018 09 13 09 57 58

Sexuellen Mißbrauch aufzudecken und zu bekämpfen sind extrem wichtige Aufgaben.

Aber es gibt auch eine andere Seite dieses Themas, eine Schattenseite, über die öffentlich nicht so viel berichtet wird. Es gibt auch „false memories“, falsche Erinnerungen an Ereignisse, die tatsächlich nicht stattgefunden haben. Diese false memories können beispielsweise induziert werden, wenn im Rahmen einer Psychotherapie gesagt wird: „Diese Art von Erkrankung muss durch einen sexuellen Mißbrauch in der Kindheit entstanden sein, Sie können sich nur nicht dran erinnern, weil sie es verdrängt haben“. Aber in vielen Fällen dieser Art hat eben gerade kein sexueller Mißbrauch vorgelegen. Je länger man versucht, diese Erlebnisse „an die Oberfläche zu holen“, desto stärker kann sich bei der Patientin / dem Patienten die Überzeugung etablieren, dass ein Mißbrauch vorgelegen hat, bis hin zu detaillierten Erinnerungen an tatsächlich nicht statt gehabte Ereignisse. Diese false memories können die betroffenen Familien extrem belasten, bis hin zu falschen strafrechtlichen Verurteilungen. 

Der Verein False Memory Deutschland hat es sich zur Aufgabe gemacht, auch diese Seite der Medaille zu beleuchten und wissenschaftlich zu untersuchen.

Am Freitag, den 9.11.2018 von 08:30-17:30 findet ein wissenschaftlicher Kongress zu diesem Thema statt, das Tagungsprogramm findet ihr hier.

Der neue PsychCast ist draußen: PC072 Trauerland – wie Kinder und Jugendliche trauern. Im Gespräch mit Beate Alefeld-Gerges

Erschienen am 09. September 2018 / Aufnahme vom 30. August 2018

In der 72. Ausgabe des PsychCasts haben wir das Glück, viel Neues über die Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen zu erfahren. Mit Beate Alefeld-Gerges, die Gründerin und pädagogische Leiterin von Trauerland in Bremen ist, konnten wir eine hochkarätige Gesprächspartnerin zu diesem sehr relevanten Thema gewinnen.
Wir sprechen im Podcast über
Dr. Canacacis Trauerseminare,
Trauerland – Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V.,
Dougy Center, Portland, Oregon,
den häufigen Anspruch, als Familie gemeinsam zu trauern, was oft nicht geht,
Kinder- und Angehörigen-Gruppen,
das Trauer-Pfützenspringen,
die oft immer und immer wieder gestellten Fragen von trauernden Kleinkindern,
das Buch “Trauerarbeit mit Jugendlichen” von unserem Gast Beate (und Stephan Sigg),

die Schule als Halt gebender, konstanter Ort nach einem Trauerfall,
die Telefonberatung von Trauerland.org in Bremen unter 0421/69 66 72-80,
die persönliche Entscheidung, wie lange man bei Trauerland bleiben möchte,
den geschützten Rahmen der Kindergruppen,
wichtige Unterstützung durch Ehrenamtliche und ihre Schulung,
psychosomatische Symptome bei trauernden Kindern und Jugendlichen wie zeitweise Rückentwicklung, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, selbstverletzendes Verhalten,
Kinder auf Beerdigungen und die Angst, die Kinder zu fragen, was sie wollen,
Wut, die raus muss,
Impulskarten für die Trauerarbeit,

die Finanzierung und dass Trauerland kostenlos jedem offen steht,
präventive Angebote und wie sie spätere Erkrankungen verhindern,
die Botschafter von Trauerland: Thomas Schaaf, Markus Majowski, Bärbel Schäfer, Jens Uwe Krause (JUK), Sabine Postel, Willi Weitzel, Rainer Knüppel, Andreas Neumann,
den sehr EINFACHEN Weg z. B. per Paypal zu SPENDEN,
Beates Besuch beim Bundespräsidenten und die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes,
die Möglichkeit als Ehrenamtlicher mitzuarbeiten,
…und vieles andere mehr!

Hier ganz EINFACH per PayPal für Trauerland SPENDEN.

Die Folge findet ihr hier.