Zusatznutzen von Cariprazin festgestellt

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in einer Sitzung am 4.10.18 entschieden, dass Cariprazin einen geringen Zusatznutzen für Patienten mit Schizophrenie und überwiegender Negativsymptomatik in Langzeittherapie gegenüber der bisherigen Vergleichstherapie hat. Der Beschluss sowie die Begründung finden sich hier. Damit folgt der GB-A einer Einschätzung des IQWiG, die ich hier berichtet hatte.

Im nächsten Schritt wird nun eine Festlegung des Preises erfolgen, zu dem Cariprazin vertrieben werden darf. Die Feststellung des Zusatznutzens, auch des geringen Zusatznutzens, wird dazu führen, dass das Medikament nicht zum Preis der generisch erhältlichen Vergleichssubstanzen verkauft werden wird, sondern zu einem höheren Preis, so dass davon auszugehen ist, dass Cariprazin im Handel bleibt.

Ich habe hier ausführlich über Cariprazin berichtet. Ich persönlich halte es aus pharmakologischer Sicht und auch nach meinen bisherigen persönlichen Beobachtungen für ein gut wirksames und gut verträgliches Neuroleptikum, das tatsächlich besonders gut gegen Negativsymptomatik zu wirken scheint.

Es ist auch erfreulich, dass nach den komplizierten Regularien des AMNOK nicht alle Innovationen aus dem Markt fliegen. Anders als bei Vortioxetin ist es bei Cariprazin gelungen, den Zusatznutzen nachzuweisen. Sehr erfreulich!

3 Gedanken zu “Zusatznutzen von Cariprazin festgestellt

  1. Ich habe es schon probiert. Bei mir hat schlaflose Nächte und Angst gefördert, was nicht heißen muss, dass ein anderer es gut verträgt. Ausprobieren ist die Devise.

  2. Für mich ist das Reagila interessant, weil ich im ebenfalls angekündigten Brexpiprazol (bisher / im Ausland: „Rexulti“) für mich keinen SO großen Fortschritt gegenüber dem Paliperidon, das mir als Spritze erstattet würde, sehe (recht starker Alpharezeptoren-Antagonismus, bei Risperidon versus Paliperidon sehr starke Serotonin 5HT2A-Hemmung). Man wird sehen, auf welchen Preis man sich einigt und ob die Krankenkassen versuchen werden Ärzte abzustrafen, die ohne die Indikation explizite Negativsymptomatik bei Schizophrenie das Cariprazin verordnen. Dann erst werde ich meine Entscheidung treffen, bis dahin ist evtl. wieder das Aripiprazol interessant, ich denke dabei an eine Dosierung zwischen 20 mg und 25 mg am Tag. Wenn die Dreherei an der Preisschraube jetzt die neueste Masche ist, werden sie nicht darum herum kommen, auch dem Rexulti/Brexpiprazol in Deutschland die Zulassung dauerhaft und nachhaltig zu gewähren.

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