Schmerztherapeutische Basics 3.0

Schmerztherapeutische Basics.png

OK, vielen Dank für das fortgesetzte Feedback!

Ich gebe zu, die Tabellenüberschrift ist immer noch ein Problem. Eigentlich möchte ich hier eine Auswahl an Medikamenten zusammenstellen, mit denen sich alle Psychiater auskennen sollten, da sie häufig verwendet werden und die wichtigsten Gruppen abdecken. Aber diese Zusammenstellung ist dann nicht wirklich auf die Therapie chronischer Schmerzen beschränkt, für alle Schmerztherapien ist sie andererseits natürlich nicht vollständig.

Einige weitere Veränderungen:

  • Mirtazapin aufgenommen.
  • NSAR übersichtlicher angeordnet. Die brauchen ohnehin jeweils ein kurzes Kapitel zur Erklärung, dann kann ich da auch beschreiben, ob die zentral / peripher und reversibel / irreversibel wirken.
  • Naproxen unter größerer Ambivalenz aufgenommen.
  • Mittelpotente Opioide gestrichen und die Substanzen zu den stark potenten Opioiden getan. Ist besser so.
  • Codein raus
  • Opioide nach Potenz farbig markiert.
  • Kategorie Andere nach rechts.

Weitere Verbesserungsvorschläge sind sehr willkommen!

Update:

  • Tapentadol aufgenommen
  • Almotriptan aufgenommen

13 Gedanken zu “Schmerztherapeutische Basics 3.0

  1. Natalie 24. Januar 2019 / 21:28

    Hallo,
    Tapentadol fehlt in der Übersicht der Opioide!?

  2. Martin Reinhardt 24. Januar 2019 / 22:37

    Ich möchte gerne eine generelle Anmerkung zum Thema machen:
    Triggerpunkt-assoziierte Schmerzen fehlen aus therapeutischer Sicht noch ganz wesentlich. Wärme ist zwar zu diesem Zweck geeignet, aber ich fände es gut unter physikalischer Therapie auch noch die Manualmedizinische Therapie aufzunehmen. Was durchaus etwas anderes ist als „nur“ Massage. Aus meiner klinischer Erfahrung heraus sind Triggerpunkte zwar oft nicht alleiniger Auslöser von Schmerzen, sie spielen aber bei verschiedenen Schmerzsyndromen eine große Rolle. Die Behandlung ist einfach.
    Damit einhergehend wäre auch eine Überlegung wert, ob auch Muskelrelaxanzien mit aufgenommen werden. Flupirtin ist zwar vom Markt genommen worden, es gäbe da theoretisch noch Benzodiazepine, Methocarbamol und Tolperison.

    Mhh, und wenn ich nochmal genau nachdenke, könnte natürlich auch Neuraltherapie und folglich Lokalanästhetika aufgenommen werden. Lidocain nasal ist auch bei Clusterkopfschmerz ein Versuch wert.

  3. Jochen 25. Januar 2019 / 00:48

    Ich würde mich den „Forderungen“ nach Tapentadol und Lokalanästhetika (Lidocain und Capsaicin) anschließen.

    Bei den Antidepressiva eventuell noch Clomipramin als etwas weniger sedierende Alternative zu Amitriptylin.

    Außerdem Topiramat bei den Antikonvulsiva und mehr Triptane: Almotriptan/Naratriptan für Verträglichkeit und Eletriptan für Wirkstärke, eventuell noch Rizatriptan für schnellen Wirkeintritt und Zolmitriptan für intranasale Applikation. Sumatriptan selber ist eigentlich nur subkutan bei Cluster-Kopfschmerz noch relevant.

    Eventuell noch bedeutsam, aber nicht in der Psychiatrie:
    – Remifentanil
    – Sufentanil
    – Piritramid

  4. Kai 25. Januar 2019 / 09:07

    Also ich finde Fentanyl und Methadon in dieser Aufstellung sehr problematisch (da spricht natürlich auch der Suchtmediziner in mir!). Wenn einer meiner Patienten so starke Schmerzen hätte, dass er Fentanyl bräuchte, dann wär das (in erster Linie) sicherlich kein psychiatrischer Patient mehr, sondern wir hätten ein ganz anderes Problem. Und in der Behandlung chronischer Schmerzen hat das eh nix zu suchen.
    Methadon hat gar keine Zulassung zur Schmerztherapie und ist in dieser Indikation aus meiner Sicht auch aufgrund besserer Alternativen verzichtbar.

  5. Christina 25. Januar 2019 / 13:21

    Ich bin immer noch beim medizinisch verordneten Cannabis….

  6. Dr. med. Harald Lucius, Ltr. Schmerzzentrum, OA, Schmerztherapeut 25. Januar 2019 / 15:01

    Zu den Oipiden: Das WHO-Schema hat schon seinen Sinn und Tapentadol in die „niederpotenten Oipioide“ einzureihen, geht mal gar nicht. Es ist BTM-pflichtig, was für die retardierten Formen von Tramadol und Tilidin nicht gilt. Und es ist KEIN Basismedikament. Allg.: Es wäre in jedem Fall richtiger, die Stufen II (nicht BTM-pflichtig) und III nach WHO (BTM-pflichtig) zu benutzen, alles andere ist Unsinn.
    Zu den Migränemitteln: Es genügt als Standard Sumatriptan, für Almotriptan gibt es keine zusätzliche Evidenz, allenfalls für Rizatriptan. Und wenn es um dieses Feld geht, dann kommen alle Prophylaktika dazu (ß-Blocker, Ca-Antagonisten, Topiramat, Valproat usw.) – das ist Basistherapie. Ich würde auf Triptane verzichten zumal es weder Schmerzmittel, noch Co-Analagetike sind!
    Und so am Ende: Redundanz ist vielleicht auch ein Thema beim Thema BASICS!

    • Dr. med. Harald Lucius, Ltr. Schmerzzentrum, OA, Schmerztherapeut 25. Januar 2019 / 15:02

      Cannabis gehört definitiv nicht hierher, eine Ausnahme von der Ausnahme. Das Gleiche gitl für CGRP-AK und andere Exoten, die alle ihren Stellenwert haben.

  7. Dr. med. Harald Lucius, Ltr. Schmerzzentrum, OA, Schmerztherapeut 25. Januar 2019 / 15:33

    Cannabis ist kein Basis-„Medikament“ in der Schmerztherapie und gehört an sich nicht in diese Auflistung.

  8. Dr. med. Harald Lucius, Ltr. Schmerzzentrum, OA, Schmerztherapeut 25. Januar 2019 / 15:36

    Zu Kai: Fentanyl gehört in der Schmerztherapie zu den dann unverzichtbaren Substanzen, wenn eine orale Gabe nicht möglich oder sinnvoll ist. Bei Methadon stimme ich Ihnen zu. Aueßr in der Palliativmedizin hat es keine Stellenwert in der Therapuie chronischer Schmerzen, gar keinen!

  9. Dr. med. Harald Lucius, Ltr. Schmerzzentrum, OA, Schmerztherapeut 25. Januar 2019 / 15:38

    Topische Substanzen wie Lidocain- und Capsaicinpflater haben ihre Berechtigung bei bestimmten neuropathischen Schmerzen (PZN, CRPS etc.), sonst aber ebenfalls keine Bedeutung in der Therapie chronischer Schmerzen.

  10. Dr. med. Harald Lucius, Ltr. Schmerzzentrum, OA, Schmerztherapeut 25. Januar 2019 / 15:40

    Und ich warne aus klaren Gründen vor dem Einsatz von Methocarbamol oder Toplerison bei „Triggerpunktschmerzen“ – das ist – sorry – Unsinn. Benzodiazepine haben in der Schmerztherapie rein gar nichts zu suchen!

  11. Dr. med. Harald Lucius, Ltr. Schmerzzentrum, OA, Schmerztherapeut 25. Januar 2019 / 15:41

    Und zum Schluß: Soll das eine Basisübersicht sein als Grundlage – so wie es in einem Lehr-, Fachbuch für Nicht-Schmerztherapeuten sinnvoll wäre? Dann ist der Baum schon jetzt zu vielastig.

  12. Lotta Thiele 25. Januar 2019 / 23:02

    Benzodiazepham helfen aber eindeutig gegen Schmerzen z.B. bei Fibromyalgie. Ebenso Lidocain-Salben und Sprays.

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