Video „TOP 10 Fehler in Psychiatrie & Psychotherapie ist online

In diesem Video beschreibe ich mal die 10 größten Fehler, die ich bei psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungen immer wieder sehe, und die mich ärgern. Alles sehr subjektiv, aber warum nicht? Viel Spaß beim Aufregen!

11 Gedanken zu “Video „TOP 10 Fehler in Psychiatrie & Psychotherapie ist online

  1. Emilia 27. März 2021 / 17:28

    Ein vermutlich häufiger Fehler ist, dass Narzissten als solche nicht erkannt werden, da sie sich immer als Opfer von allem darstellen.
    Mein Exmann machte als (unerkannter) Narzisst eine Therapie für mehr Selbstsicherheit, die zu tyrannischem Verhalten führte. Der Therapeut bestärkte immer, dass der Patient seine Bedürfnisse durchsetzen wollte. Das führte zu sehr tyrannischem Verhalten und noch narzisstischeren Verhalten, da die Bedürfnisse von anderen Menschen gar nicht mehr beachtet wurden. Und es führte zu Gewalt in der Ehe.
    Der „Erfolg“ der Psychotherapie bei unerkanntem Narzissmus: Der Patient ist nun geschieden und die Umwelt kommt mit ihm überhaupt nicht mehr zurecht, wegen des tyrannischen, egoistischen Verhaltens.

  2. Quetiapin Comedikation 28. März 2021 / 15:30

    Ich nehme zur Zeit Aripiprazol in einer Dosierung von ca. 20mg/Tag. Aus Angst, dass das Quetiapin (unretardiert), das mir als Komedikation zur Nacht verschrieben wurde, mein Immunsystem schädlich herunterfährt. Ich würde lieber beide NL, wie bisher schon erfolgreich angewendet, einnehmen, und dabei möglichst bei 8 bis 12 mg Aripiprazol am Tag landen. Was halten Sie von der Comedikation mit 25 mg Quetiapin am Tag? Meinem Behandler habe ich mein Einnahmeverhalten bereits mitgeteilt, komme irgendwie aber nicht weiter, aus Angst vor der angesprochenen Wirkung auf das Immunsystem. Auf Dauer möchte ich die ca. 20 mg Aripiprazol am Tag nicht einnehmen, denn die Schlafstörungen, wegen denen die 25 mg Quetiapin zur Nacht angesetzt wurden, haben sich durch die Dosiserhöhung zwar gebessert, jedoch nicht vollständig zurückgebildet.

    • Jan 29. März 2021 / 18:05

      Es wäre wichtig zu wissen, wegen welcher Diagnose die Neuroleptika angesetzt wurden.
      Meine Erfahrung ist tatsächlich, dass sich die beiden ganz gut ergänzen, und sich die Nebenwirkungen „herausmitteln“. Von 25mg Quetiapin sind sicherlich kaum relevante Nebenwirkungen zu befürchten. Für eine antipsychotische Wirkung braucht man aber deutlich mehr.

      • Jan 29. März 2021 / 18:08

        Sorry, habe gerade erst realisiert, dass der Autor des Artikels auch Jan heißt. Ich bin ein anderer Jan 🙈

    • Quetiapin Comedikation 9. April 2021 / 09:30

      Bin jetzt wieder bei 15mg ohne Quetiapin-Comedikation angelangt. Es scheint für mein Problem keine einfache Lösung zu geben – „Augen zu und durch!“ scheint, bisher zumindest, am besten zu funktionieren.

      Ich wollte mit dem Quetiapin austesten, ob ich relevant reduzieren kann (das Aripiprazol). Jedoch brauche ich anscheinend eine Monotherapie in ausreichender Höhe. Auf einen Wechsel des (Haupt-)Medikaments möchte ich mich wegen dort gemachten schlechten Erfahrungen bei der Dosisreduktion nicht einlassen.

  3. Quetiapin Comedikation 29. März 2021 / 18:52

    Sorry, habe gerade erst realisiert, dass der Autor des Artikels auch Jan heißt. Ich bin ein anderer Jan

    Schon klar. Keine Ursache.

    Die psychiatrische Diagnose ist ICD10 F20.0.

    Der Internist hat ohne mein Wissen eine Diagnose F43.2G Anpassungsstörung gestellt (habe ich über einen Service meiner Krankenkasse herausgefunden). Weiß nicht, wie er darauf kommt. Der Leidensdruck wegen der Insomnie ist ziemlich stark. Leider wirkt Aripiprazol in den Dosierungen, die man wenn man unerfahren ist anstrebt, manchmal nicht ausreichend. Dafür ist das Quetiapin aber auch nicht gedacht gewesen, sondern rein als Einschlafhilfe, durch die H1-Blockade sozusagen als Sedativum. Vorher hatte ich Pipamperon als „echte“ Komedikation, da habe ich jetzt aber entdeckt, dass es neben 5HT2A- nicht nur Dopamin D4-Rezeptoren blockt, was sich mit dem Aripiprazol ergänzen würde, sondern genauso stark auch die Dopamin-D3-Rezeptoren. Dazu passt dann die Einteilung als niederpotentes Neuroleptikum der ersten Generation, nun kann ich diese nachvollziehen. Ich hatte vorher schon bemerkt, dass mich das Pipamperon tagsüber stark dämpft, mir diesen Effekt jedoch nicht erklären können, sondern war happy, dass das Aripiprazol in der Dosierung 10mg-12mg „immer noch so gut wirkt, vielleicht auch zu gut“. So kann man sich irren. 😉

    • Jan 29. März 2021 / 21:13

      Ich würde das Aripiprazol langsam runterdosieren, auf vielleicht 10mg. Sobald wieder psychotische Anflüge kommen natürlich wieder etwas hochsetzen.

      • Jan 29. März 2021 / 21:16

        (Natürlich in Begleitung durch den behandelnden Psychiater mit etwas engmaschiger gelegten Terminen)

      • Quetiapin Comedikation 1. April 2021 / 14:37

        Ich nehme seit Jahren 100μg Jod als Nahrungsergänzungsmittel. Vielleicht sollte ich damit runtergehen (könnte die Tabl. teilen, Bruchrille ist vorhanden), vielleicht macht das mich ja nervös (neben dem Kantinenessen, wo wahrscheinlich Jodsalz verwendet wird).

        Habe viertelbare Tabletten Aripiprazol 15mg, bin jetzt bei einer 3/4 Tablette am Tag, plus 25mg Quetiapin zur Nacht.

  4. Lämmchen 31. März 2021 / 18:42

    Ich sehe noch andere Probleme in der Psychiatrie. In vielen Psychiatrien bekommt man vom Pflegepersonal sofort Bedarfsmedikamente, wenn man denen sagt, dass es einen nicht gut geht. In einer anderen Klinik durfte ich erleben, dass es auch anders geht. Dort wurde man von der Pflege als Erstes gefragt, was man bereits versucht hat, die nächste Frage war, was man noch versuchen könnte bzw. was einem bereits geholfen hat und dann gab es je nach Problem Tipps und Hinweise. Manchmal auch kurze Gespräche. Erst wenn das alles nicht geholfen hat, gab es Bedarfsmedikamente. Daraus habe ich viel für zu Hause mitnehmen könne.
    Ein weiteres Problem ist, dass einige geschlossene Stationen nicht über Möglichkeiten zur Bewegung verfügen. Wenn man dann keinen Ausgang hat, bleibt einen nur den Gang auf und ab zu laufen, was dann auch Unruhe bei Mitpatienten auslösen kann.
    Leider gibt es auch Ärzte, die über die Patienten entscheiden und nicht mit ihnen. (Ich sage nicht, dass das nicht manchmal notwendig ist.) Aber ich fände es schon sinnvoll, wenn mir zumindest grob erklärt würde, welche Medikamente ich wofür bekomme und das dabei auch auf Vorerkrankungen geachtet wird und das ich z.B. mal gefragt werde, was ich mir von dem Aufenthalt erhoffe.
    Ich hatte viele Psychiatrieaufenthalte, die mir kaum etwas gebracht haben, weil ich da eigentlich nur mit Tabletten vollgestopft wurde. Seit ich die oben schon erwähnte Psychiatrie kennen lernen durfte, sind meine Aufenthalte kürzer und deutlich weniger geworden und ich habe wieder deutlich mehr Lebensqualität.
    Problematisch finde ich auch, dass die Schwierigkeiten in der Behandlungen in einigen Kliniken generell auf den Patienten geschoben werden und Grenzen ohne Grund überschritten werden.

  5. Regine Röhl 11. April 2021 / 15:01

    Zur Psychotherapie gibt es meiner Meinung nach auch den Fehler, falls es zu keiner Besserung kommt, zu sagen: Sie wollen sich ja nicht ändern, Sie fühlen sich vermutlich zu wohl in dem vertrauten Zustand der Depression oder Angst. Dann kann nicht zugegeben werden, dass man als Ärztin oder Psychotherapeutin nicht weiterkommt. Dann wird dem Patienten, der Patientin die“Schuld“ zugeschoben. Das scheint mir auch nicht richtig, oft ist die einfache Lösung die Gabe eines Antidepressivums.

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