Videokurs Rechtsgrundlagen stationärer Behandlungen

Ich habe einen 90-minütigen Videokurs zu den Rechtsgrundlagen stationärer Behandlungen gemacht. Darin gehe ich sehr ausführlich auf die Rechtsgrundlagen Freiwilligkeit, Betreuungsrecht und PsychKG ein. Ich bespreche auch, unter welchen Umständen Zwangsmaßnahmen durchgeführt werden können und wie diese rechtlich korrekt zu beantragen und durchzuführen sind. Das ganze wird mit vielen Fallbeispielen und praktischen Hinweisen erklärt.

Da sich dieser Inhalt primär an Mitarbeitende in psychiatrischen Kliniken wendet, stelle ich den Kurs nicht einfach unkommentiert auf YouTube ein, dafür eignet er sich auch nicht.

Wer du ihn dennoch sehen möchtest, um einen sicheren Umgang mit dem komplexen Thema der Rechtsgrundlagen stationärer Behandlungen in der Psychiatrie zu erlernen oder dein Wissen zu vertiefen, schreib mir einfach eine Email an dreherjan+psychiatrietogo (at) gmail.com von deinem Dienst-Account aus, dann kann ich sehen, dass du beruflich im Gebiet der Medizin oder komplementärer Dienste tätig ist, und dann sende ich dir gerne den Link auf das Video zu, es ist kostenlos.

FOAM-Adventskalender

Es sind harte Zeiten. Um wenigstens ein bisschen Licht in diese dunkle Jahreszeit zu bringen, haben die Jungs vom Fasttrack einen FOAM-Adventskalender auf die Beine gestellt. Da könnt ihr jeden Tag clicken und einen schönen notfallmedizinischen Beitrag genießen. Meiner versteckt sich hinter dem 11. Türchen.

Den Kalender findet ihr hier.

Viel Spaß dabei!

PC127 Der Schmerz und seine Komplizen mit Samira Peseschkian

In dieser Folge haben wir Samira Peseschkian zu Gast. Sie ist Medizinstudentin kurz vor dem letzten Staatsexamen und wir sprechen über chronische Schmerzen. Samira hat selbst Erfahrungen mit diesem Krankheitsbild und sie hat das sehr interessante Buch „Der Schmerz und seine Komplizen“ geschrieben. Wir besprechen, welche weiteren Symptome, Beschwerden, Einschränkungen und Probleme auftreten können, wenn chronische Schmerzen im Spiel sind. Und Samira stellt uns die Positive Psychotherapie vor, die ihr Großvater, Prof. Dr. Nossrat Peseschkian begründet hat und die Samira nun spezifisch für das Gebiet der chronischen Schmerzen anwendet.

Online findest Du Samira hier

Den PsychCast gibt´s jetzt auch bei den Blinkist Shortcasts [Sponsor]

Blinkist ist ja schon lange ein Partner des PsychCasts. Und seit kurzem gibt es bei Blinkist auch Shorts beliebter Podcasts, die Blinkist Shortcasts. 

Shortcasts sind Kernaussagen wichtiger deutschsprachiger Bildungspodcasts in 15 Minuten pro Titel. Hörer erleben von den Original-Moderatoren selbst eingesprochene Podcast-Zusammenfassungen zu Ratgeber- und Wissensthemen wie Gesundheit, Allgemeinbildung und Psychologie im beliebten Blinkist-Kurzformat.

Und seit heute gibt es auch den PsychCasts als Shortcast. Die ersten drei Episoden sind schon online, weitere werden folgen. 

Surft gerne mal vorbei auf www.blinkist.de/psychcast, um zu hören, wie euch PsychCast-Episoden in der 15-Minuten Zusammenfassung gefallen!

10.000 Abonnenten Spezial YouTube Live am Freitag, 20:30

Wir treffen uns online live zum Feiern!

Das 5.000 Abonnenten-Special liegt erst 5 Monate zurück. An diesem Freitag, den 29.10. um 20:30 feiern wir mit Euch die 10.000 Abonnenten! Wir machen wieder eine Hörerfragen-Folge und beantworten fast alle Fragen, außer zu eurer persönlichen Krankenbehandlung, dazu sagen wir wie immer nichts. Diesmal hoffentlich mit verläßlicherer Technik, wir haben die Plattform gewechselt und verwenden auf jeden Fall LAN-Kabel.

Sei dabei!

Mein neues Video Eine ehrliche Aufklärung über Neuroleptika ist online

In diesem Video beschreibe ich, welche Nebenwirkungen unter Neuroleptika häufig vorkommen. Ich beginne mit einem Fallbeispiel, dass zeigt, dass Neuroleptika gut gegen Psychosen wirken, aber oft aufgrund von Nebenwirkungen abgesetzt werden. Ich erkläre die Einteilung der Neuroleptika in niedrigpotente Neuroleptika und hochpotente Neuroleptika. Hochpotente Neuroleptika sollte man besser Antipsychotika nennen, da sie die psychotische Symptome gut behandeln können. Die hochpotenten Antipsychotika werden noch einmal in typische und atypische Neuroleptika unterteilt. Ich erkläre dann die vier wichtigsten dopaminergen Bahnen im Gehirn. Bei der Therapie mit Neuroleptika werden diese Bahnen in ihrer Aktivität gebremst.

Dies führt zu typischen Nebenwirkungen:

Das Mesolimbische System

  • Dies ist das System, das wohl bei der Psychose am ehesten überhitzt ist. Beim Gesunden ist es für Freude, Lust und Motivation da. Wenn in diesem System Dopamin ausgeschüttet wird, dann weiß der Mensch: Hier passiert gleich etwas Wichtiges, hier lohnt es sich, aufzupassen und dranzubleiben.
  • Wenn man dieses System mit Antipsychotika zu stark drosselt, ergeben sich daraus oft Lustlosigkeit und Interessenverlust.

Das Nigrostriatale System

  • Dieses System ist beim Gesunden für Bewegungen zuständig.
  • Eine bekannte Krankheit, bei der zu wenig Dopamin in diesem System zur Verfügung steht, ist der M. Parkinson.
  • Die gleichen Beschwerden wie beim Parkinson treten auf, wenn antipsychotische Medikamente das nigrostriatale System zu stark drosseln, es entsteht ein medikamentös verursachter Parkinsonismus. Die Patienten gehen mit steifen Armen und Beinen, man sagt „wie ein Teddybär“, sie zittern, die Mimik ist reduziert und spontane Bewegungen fallen schwer.

Das Mesocortikale System

  • Ist beim Gesunden für Denken, Gefühle und Motivation zuständig.
  • Wird es durch Antipsychotika zu stark gedämpft, können Antriebslosigkeit und Affektverflachung entstehen. Die Patienten „kommen einfach nicht mehr aus dem Quark“ und verlieren das Interesse an allem. Nichts macht mehr richtig Spaß und daher scheint es sich für nichts mehr zu lohnen, sich aufzuraffen.

Das Tuberoinfundibuläre System

  • Regelt beim Gesunden die Freisetzung des Hormons Prolactin. Das Hormon Prolactin führt zur Milchproduktion in den Brustdrüsen. Dies ist bei Frauen in der Stillzeit ja auch sinnvoll.
  • Dopamin ist das „Prolactin inhibitin factor“ eine Dopaminblockade durch Antipsychotika führt also zu einer Überproduktion von Prolactin, einer Hyperprolactinämie.
  • Wenn zu viel Prolactin im Blut ist kommt es bei Frauen und Männern zu einem Milchfluß. Es fließt also sowohl bei Frauen als auch bei Männern aus den bei Männern ja auch angelegten Brustdrüsen Milch. Darüber hinaus kann es durch einen zu hohen Prolactinspiegel zu sexuellen Funktionsstörungen kommen.

Dann gehe ich kurz auf einige spezifische Nebenwirkungen bestimmter Neuroleptika ein, wie z.B. QTc-Zeit-Verlängerungen, das metabolische Syndrom oder die Agranulozytose. Schließlich nenne ich einige Vorgehensweisen, die helfen können, Nebenwirkungen zu verhindern und spreche darüber, was man tun kann, wenn dennoch Nebenwirkungen aufgetreten sind.

Quellen

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dopaminergic_pathways.svg

Wem meine Grafik gefällt, der darf sie gerne weiterverwenden:

Königshofer Kolloquium am 29.09.2021; 15:00 – „Verschwörungserzählungen“ mit Katharina Nocun

Bildrechte: CC by Gordon Welters

Morgen führen wir in der Klinik Königshof Krefeld ein sehr interessantes Online-Webinar durch, zu dem ich an dieser Stelle sehr herzlich einlade!

Ich spreche mit der Autorin und Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun über Verschwörungstheorien.

Warum glauben so viele Menschen an Verschwörungsmythen?
Welche Faktoren spielen dabei auf psychologischer Ebene eine Rolle?
Und wie diskutieren wir mit Menschen, die glauben, eine verborgene „Wahrheit“ entdeckt zu haben?

Die Politikwissenschaftlerin Katharina Nocun ist gemeinsam mit der Sozialpsychologin Pia Lamberty genau diesen Fragen auf den Grund gegangen und gibt Antworten auf die Frage, warum Verschwörungsnarrative gerade in Zeiten der gegenwärtigen Krise derart anziehend auf die Menschen wirken. In ihrem Buch „Fake Facts: Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“ geht sie auf diese Fragen ein.

Im Webinar möchten wir genau darüber sprechen. Der sozialwissenschaftliche Erklärungsansatz kann unser psychiatrisches Verständnis von abweichenden Gedankenwelten erweitern und uns helfen, diese Phänomene besser zu verstehen. Die Online-Veranstaltung ist mit 2 CME-Punkten zertifiziert.

Zugangsdaten

Termin: Mittwoch, der 29.09.2021, 15:00-16:30, Online only. Die Veranstaltung wird nicht aufgezeichnet.

Die Anmeldung erfolgt online unter diesem Link:

https://attendee.gotowebinar.com/register/4599690763333472526

Sei dabei!

Benzos niedrigdosiert: Kann ich dabei bleiben ?

Wenn seit vielen Jahren eine Low-Dose-Dependency, eine Niedrig-Dosis-Abhängigkeit von Benzodiazepinen wie Lorazepam (z.B. Tavor), Diazepam, Bromazepam oder ähnlichen Substanzen vorliegt, ist es sehr schwer, davon wieder los zu kommen. Oft führt jeder Absetzversuch zu einer starken Zunahme der Ängste. Wäre es wirklich so schlimm, das Benzodiazepin dann einfach in einer niedrigen und verträglichen Dosis weiter zu nehmen?

Diese Frage beantworte ich in diesem Video. Ich spreche über die Sturzgefahr durch Benzos, die Gefahr kombinierter Süchte mit Opioiden oder Alkohol, die Gefahr der dauerhaften Sucht und ich sage auch, bei welcher sehr eng zu fassenden Kerngruppe eine langfristige Behandlung mit Benzodiazepinen meiner Einschätzung nach doch notwendig ist.

Shownotes:

Umrechnungstabelle für Benzodiazepine