Gebärdendolmetscher in der Hosentasche

Gebärdendolmetscher in der Hosentasche
Ich habe hier ja schon ein paar mal Übersetzungsapps vorgeschlagen, die einem helfen können, mit Patienten in sehr fremden Sprachen zumindest notdürftig zu kommunizieren. Gegenwärtig verwende ich selbst hierfür iTranslate. Ich habe es tatsächlich einige Male im echten Betrieb wirklich angewendet. 
Heute hat mir eine Kollegin eine App gezeigt, die häufig gebrauchte medizinische Sätze in die Gebärdensprache übersetzt. Wenn man einen gehörlosen Patienten behandelt, der nicht gut im Lesen und Schreiben ist, kann diese App helfen. Für die Rückübersetzung aus der Gebärdensprache hilft sie natürlich nicht. Dennoch wird sich gerade ein psychiatrischer Patient gut aufgenommen fühlen, wenn man ihn mit einigen Sätzen in Gebärdensprache begrüßen kann. Man wählt in der App einen nach Themen geordneten Satz aus, und die App zeigt den Satz dann als Video in Gebärdensprache an. Hab ich noch nicht im echten Feldeinsatz ausprobiert, ist aber cool.
iSignIT ist kostenlos für´s iPhone und für´s iPad zu haben.

Advertisements

There´s an app for that…

Voila_Capture 2014-02-08_02-12-22_nachm

There´s an app for that: Ich habe hier zufällig ein Programm gefunden, dass Uninstall PKG 1.0 heißt; wer also sein Psych KG loswerden möchte, findet hier endlich ein einfaches Programm…

Raus aus der Drehtür mit Ambulanter Psychiatrischer Pflege (APP)

Drehtür Kaiserbad Karlovy Vary, Foto: © Johann H. Addicks, by wikipedia

Drehtür Kaiserbad Karlovy Vary, Foto: © Johann H. Addicks, by wikipedia

Es gibt ja den Begriff der „Drehtürpsychiatrie“. Mit diesem Begriff meint man die unerwünschte Situation, dass nach einer Behandlung im psychiatrischen Krankenhaus und nach der Entlassung aus dieser in manchen Fällen schon bald wieder eine Aufnahme ins Krankenhaus erfolgen muss, weil es zu Hause irgendwie nicht geklappt hat. Das kann viele sehr unterschiedliche Gründe haben. Ein Grund kann sein, dass niemand da ist, um den Patienten darin zu unterstützen, die begonnene Behandlung fortzuführen und es ohne Unterstützung einfach nicht gelingt. Ein anderer Grund kann sein, dass sich zu Hause Probleme ergeben, an die in der Klinik keiner gedacht hat, weil sie einfach nicht entstehen, wenn der Betroffene im Krankenhaus ist.

In solchen Fällen bräuchte es doch eigentlich die Möglichkeit, dass eine psychiatrisch erfahrene Pflegekraft ein oder zwei mal am Tag einen Hausbesuch bei dem gerade Entlassenen macht, nach dem Rechten schaut und mit dem Klienten bespricht, was hilfreich ist, um zu Hause wieder gut zurecht zu kommen. Wenn es erforderlich ist, begleitet sie den Patienten zu einem Arztbesuch, stellt oder vergibt die Medikamente, plant, mal das SPZ aufzusuchen, coacht den Patienten, wie er Konflikte mit Angehörigen, Arbeitgebern oder dem Vermieter lösen kann und hilft in der Anfangsphase auch einmal ganz praktisch durch gemeinsames Anpacken der Probleme.
Es gibt diese Hilfe tatsächlich, sie heißt Ambulante Psychiatrische Pflege (APP). Sie kann vom Arzt verordnet werden, um die ärztliche Behandlung nach der Entlassung aus einer stationären psychiatrischen Behandlung sicher zu stellen und Krankenhauswiederaufnahmen nach Möglichkeit zu verhindern. Kostenträger ist die Krankenkasse, die in der Regel für vier Monate nach einer Entlassung die Kosten übernehmen wird, wenn diese Leistung erforderlich ist. Nach Ablauf von vier Monaten ist zu prüfen, ob man die Maßnahme ausnahmsweise noch einmal um zwei Monate verlängert, oder ob eine Alternative wie Ambulant Betreutes Wohnen möglich ist.
Möglichkeiten wie die Ambulante Psychiatrische Pflege helfen Patienten sehr wirksam darin, die Selbständigkeit trotz krankheitsbedingter Probleme wieder zu erlangen. Sie können bestimmten Klienten helfen, dauerhaft aus der Drehtür heraus zu treten und wieder zu Hause zurecht zu kommen. Ohne Krankenhauswiederaufnahme.