Für jede Sorte Daten eine spezialisierte Cloud

Ich habe das [schon mal][1] angesprochen: Die Dateien auf deinem Computer sind wertvoll. Du solltest Vorsorge treffen, sie nicht zu verlieren. Stell Dir vor, morgen kommt ein Dieb, der deinen Laptop und deine externe Backup-Festplatte klaut. Was ist dann unwiederbringlich verloren? 99 Prozent deiner Hochzeitsfotos? 99 Prozent der Fotos deiner Kinder? Der Text deiner Diplomarbeit? Deine gekaufte Musik? Gerade die Fotos sind unwiederbringliche Erinnerungen, die es verdient haben, besser geschützt zu sein. ## Was für Dateien hast du auf deinem Computer? Denken wir es mal konsequent durch: Du hast auf Deinem Computer folgende Arten von Daten:

  • Dokumente
  • Fotos und Videos
  • Musik
  • Filme
  • Kontakte, Kalender, Emails, Notizen
  • Software
  • Passwörter

Stimmt´s? Das sind die Kategorien, in die alle Dateien auf Deinem Computer eingeordnet werden können, oder? ## Wie sichere ich nun jede einzelne dieser Datei-Kategorien? Ich selbst habe mich entschieden, alle relevanten Daten sowohl in einer spezifischen Cloud als auch als lokale Kopie auf meinem Rechner zu haben, und von dieser lokalen Kopie mache ich regelmäßige Backups. Gehen wir mal jede Kategorie einzeln durch: ### Dokumente Dokumente aller Art (Texte, Tabellen, PDF´s, etc.) bewahre ich schon seit Jahren in einem [Dropbox][2]-Ordner auf. Dropbox hält alle Dokumente auf allen verschiedenen Rechnern synchron, speichert natürlich die aktuelle Variante online und funktioniert einfach einwandfrei. Klare Sache. Dropbox ist unlängst deutlich preiswerter geworden und nimmt jetzt nur noch 10 € pro Monat für 1 TB Online-Speicher. Das ist cool. ### Fotos und Videos Nachdem Everpix pleite gegangen ist, bin ich mit allen meinen Fotos und persönlichen Videos zu [Picturelife][3] gegangen. Dort kann man für 5$ im Monat 75 GB an Fotos und Videos speichern. Die sind dann sicher und man kann sie zu Not, wenn der Dieb alle lokale Hardware geklaut hat, einfach wieder downloaden und hat so nichts verloren. Außerdem kann man von überall einfach mit einem Browser oder einer mobilen App auf dem iPad oder iPhone auf alle seine Fotos und Videos zugreifen. Und mann kann Alben oder einzelne Fotos kinderleicht mit anderen teilen. Natürlich habe ich auch eine lokale Kopie meiner Fotos auf einem Laptop, ich verwalte sie mit iPhoto. ### Musik [iTunes Match][4]. Alle Musik immer überall dabei. Zusätzlich iTunes Library auf der Platte. ### Filme Guckst Du am besten im Kino. ### Kontakte, Kalender, Emails, Notizen Verwalte ich alle über die Apple-eigene iCloud. Diese legt (im versteckten Verzeichnis Library) lokale Kopien an, die sich als Backup sichern lassen. ### Software Lade ich nach Möglichkeit im App-Store, von da aus lässt sie sich jederzeit wieder downloaden und installieren. Wenn ich sie auf der Homepage des Herstellers kaufe, speichere ich mir die Download-Seite und den Lizenzcode in 1Password. ### Passwörter [1Password.][5] Großartiges Programm. Es synchronisiert eine Datenbank mit allen meinen Passwörtern, Zugangscodes, Softwarelizenzen, Kreditkartennummern, Fahrradschlosskombinationen und allem anderen in einer einzigen Datenbank, die ich von jedem meiner Computer und mobilen Gerät aus öffnen kann. Wenn ich aus 1Password eine Webseite öffne, trägt das Programm meinen Benutzernamen und mein Passwort automatisch ein. Ich muss mir nur noch ein, dafür sehr gutes Passwort merken, nämlich das, mit dem ich meine die 1Password App öffne. Alle anderen Passwörter sind zufallsgeneriert, kompliziert, einmalig und somit sicher. ### Backups Und alle lokalen Kopien meiner Dateien sichere ich alle sechs Monate auf einer externen Festplatte (Synology DS214play) und zusätzlich über Time Machine. Zwischenzeitlich hatte ich den Online-Backup Service [Crashplan][7] verwendet. Allerdings war hier der Upload sehr langsam. Dann habe ich mal mit [Backblaze][8] experimentiert, inzwischen habe ich mich aber von beiden Diensten wieder abgemeldet und erledige meine Backups selbst. Eine Festplatte (Transporter) habe ich an einem anderen Ort als Zuhause, so dass ich auch ein of-site-backup habe. ## Fazit Ich habe jede Dateiart in einer spezialisierten Wolke. Das ermöglicht mir den Zugriff von überall, auch von mobilen Geräten, sowie das Teilen mit Freunden. Zusätzlich habe ich von allen Dateien eine lokale Kopie, die ich lokal und of-site sichere. Damit ist jeder Paranoia, ich könnte Dateien verlieren, Einhalt geboten. [1]: https://psychiatrietogo.wordpress.com/2013/10/16/bewahre-deine-erinnerungen-sorgfaltig-auf/ [2]: https://db.tt/9i1Z7iPd [3]: https://picturelife.com/?love=fRul4DQv4NA8V ”Picturelife” [4]: http://www.apple.com/de/itunes/itunes-match/ [5]: https://agilebits.com/onepassword “1Password” [6]: http://www.drobo.com [7]: http://www.crashplan.com [8]: http://www.backblaze.com/de_DE/ “Backblaze”

Bewahre Deine Erinnerungen sorgfältig auf….

Jede Festplatte gibt früher oder später ihren Geist auf. Glaub mir. Das ist ein unumstößliches Naturgesetz, und es gilt auch für DEINE Festplatten. Mir ist es vor etwa einem Jahr passiert. Mein Laptop startete nicht mehr, und nichts, was auf dieser Festplatte gespeichert war, war noch zu lesen. Und das passiert auch mit jeder anderen Festplatte im Universum irgendwann. Auch mit Deiner! Doch, echt. Deswegen bin ich völlig besessen von ordentlichen Backups. Immer schon. Was mir damals sehr geholfen hat. Ich habe ganz entspannt eine neue Festplatte eingebaut, diesmal eine SSD, und das letzte (TimeCapsule-)Backup eingespielt. Danach waren alle Daten so, wie eine Stunde vor dem Crash. Und der Laptop war durch die SSD schneller geworden… 🙂 Und letzte Woche habe ich endlich etwas weiteres geschafft: Ich habe ein Backup auf einer externen Festplatte mal nicht Zuhause in den Schrank gestellt, sondern an einem anderen Ort gebracht. Das heißt offsite-backup und gilt als Mindestanforderung an eine vernünftige Backup-Strategie. Hilft sehr, wenn das Haus abbrennt. Offsite-backups gehen als Cloud-backup oder durch Fortschleppen einer Festplatte ins Büro, zu Freunden oder Verwandten.

Die vier wichtigsten Anforderungen an eine vernünftige Back-up-Strategie lauten:

  • Mach auf jeden Fall Backups!
  • Prüfe immer mal wieder, ob Dein Backup funktioniert (zum Beispiel prüfst Du heute und an jedem Freitag den 13., ob Du Dein Backup wiederherstellen kannst).
  • Mach mindestens zwei Backups.
  • Lager ein Backup woanders als Zuhause (offsite-backup).

Backups Deiner Daten sind ja nicht nur ein Geek-Hobby. Früher gab es die guten, alten, in Leder gebundenen Familien-Fotoalben, und die gingen nicht alle paar Jahre kaputt, weil irgendeine Laptop-Festplatte abrauchte. Und so waren die Erinnerungen sicher. Inzwischen ist es aber doch so, dass ein großer Teil unserer Erinnerungen nur noch elektronisch sind. Fotos, Videos, Dokumente, alles nur noch elektronisch. Stell Dir vor, der Computer, auf dem Du das alles gespeichert hast, geht kaputt. Und Du hast kein Backup. Alle Fotos Deiner Kinder, Videos der ersten Schritte, jpg´s Deiner verstorbenen Großmutter, pdf´s Deiner Sporturkunden: alles weg. Ich würde wahnsinnig werden. Ein achtsamer Umgang auch mit seinem digitalen Leben gehört inzwischen genauso zu einer vernünftigen Selbstfürsorge wie früher das ordentliche Sammeln von Fotos in Fotoordnern. Also meine Backup-Strategie sieht so aus:

  • Da ich einen Mac habe, habe ich auch eine TimeCapsule, die macht automatisch jede Stunde ein Backup aller Daten.
  • Alle sechs Monate speichere ich alles wichtige auf einem Drobo, der steht inzwischen nicht mehr Zuhause. Stürzt das Haus ein, sind meine Daten sicher.
  • Zuhause speicher ich alles immer mal auch noch auf meinem FileTransporter.
  • Zusätzlich benutze ich Cloud-Speicher. Alle wichtigen Daten habe ich in der Dropbox.
  • Meine 24.000 Fotos sind einmal bei Flickr gespeichert und jetzt neu bei Everpix (Achtung, Werbung; Wenn du Dich über diesen link anmeldest, bekommst Du 6 Monate länger zurückreichenden kostenlosen Speicherplatz dort). Everpix stellt alle Fotos von allen Geräten in einer schönen Ansicht zusammen, sortiert Duplikate aus, macht Teilen möglich und erlaubt auch das wieder herunterladen, wenn man Fotos verloren hat, was flickr zum Beispiel nicht erlaubt.
  • Und ich experimentiere mit Bitcasa, einem Dienst, der unbegrenzten Online-Speicher anbietet, allerdings nach dem Einführungspreis von 29 $ fürs erste Jahr, den ich gezahlt habe, später für 79 € pro Jahr. Die ersten 10 GB sind allerdings kostenlos.
  • Ich hatte auch mal CrashPlan probiert, das war mir aber zu langsam.

Also: Verliere Deine Fotos nicht, verliere Deine Daten nicht, verliere keine Deiner elektronischen Erinnerungen. Mach Backups. Auf externen Festplatten, auf Cloud-Speichern oder beides. Aber machs!