„PC065 Glück und seine Bausteine“ ist erschienen

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Im 65. PsychCast sprechen wir über das Glück und wie man es erreichen kann. Dabei hat die Glücksforschung einige Bausteine identifiziert, die zum Glück beitragen und deren Abwesenheit wesentlich zum Unglück beitragen können. Zumindest in diesem Fall sind diese Elemente auch für Psychotherapien relevant.
Einen großen Dank an den PsychCast-FREUDESKREIS für die Unterstützung. Geben macht glücklich und danken auch – so haben wir alle was davon.

Literatur:
ZUM GLÜCK: radioeins Buch
Viktor Frankl (Wikipedia)
Viktor Frankl: Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn

SAVE THE DATE für das HÖRERTREFFEN: 30.11.2018 abends in Berlin.

Die Sendung findet ihr hier: http://psychcast.de/pc065-glueck-und-seine-bausteine/

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Gerade zu Ende gelesen: Das Happiness-Projekt

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Wenn man mit Vornamen Gretchen heißt, ist es gut, sich bewusst den guten Dingen im Leben zuzuwenden. Die äußerst populäre New-Yorker Bestsellerautorin beschreibt in ihrem Buch „Das Happiness-Projekt“ ihr über ein Jahr durchgeführtes Projekt, praktisch alles mal zu versuchen, was vernünftigerweise Aussicht darauf verspricht, glücklicher zu werden. Von den vielen Glücksratgebern, die ich bislang gelesen habe, ist dieses Buch eines der inspirierendsten und schönsten. Ladet mal die kostenlose Leseprobe….

Glück macht erfolgreich

Unsere Kultur baut auf der Grundannahme auf, Erfolg mache glücklich. Das ist natürlich unwahr. Interessanterweise ist es aber umgekehrt wahr: Glücklich sein begünstigt Erfolg. Aber das Glück kommt zuerst.

Kennt man alle äußeren Umstände eines Menschen, also seinen Beruf, seinen Reichtum, seine Arbeit, seine Wohnung, seine Beziehung und alle anderen äußeren Dinge, die über das empfundene Glück mitentscheidend sein könnten, dann kann man nur zu 10 Prozent voraussagen, wie glücklich er ist. Der Rest der Musik spielt im Gehirn. Die Art, wie man seine Lebensumstände bewertet, wie man sich selbst in seiner Welt wahrnimmt, macht die restlichen 90 Prozent aus.

Andererseits gibt es eine Reihe von Forschungsergebnissen, die zeigen, dass Menschen, die aus sich selbst heraus glücklich sind, mehr Erfolg in vielen Bereichen des Lebens, auch des Arbeitslebens haben.

Wenn ihr schnell gesprochenes Englisch gut versteht, dann guckt euch einen der unterhaltsamsten TED-Talks an: Shawn Schor: The happy Secret to better work.

Stimmt es, dass man ein Jahr nach einer Querschnittslähmung genau so glücklich ist wie ein Jahr nach einem Lottogewinn?

Video: Dan Gilbert: Warum sind wir glücklich?

Es heißt ja immer, dass sich die menschliche Psyche schnell von selbst auf ein bestimmtes Ausgangsniveau stabilisieren kann, und zwar ziemlich unabhängig davon, welche äußeren Umstände einem widerfahren sind. So kehre das Gefühl von Glück und Zufriedenheit mit dem eigenen Leben bereits ein Jahr nach einem Lottogewinn wieder auf den Wert vor dem Lottogewinn zurück. Das ist zwar kontraintuitiv, aber noch vorstellbar. Interessanterweise kehrt das subjektiv empfundene Glück und die Zufriedenheit mit dem eigenen Leben in größeren Statistiken im Mittel auch ein Jahr nach einer Querschnittslähmung wieder auf das Ausgangsniveau zurück.

Das ist eine wirklich erstaunliche Fähigkeit der menschlichen Psyche, mit der man sich vertraut machen sollte, um sie zu nutzen, wenn man sie nutzen kann. Diesen menschlichen Mechanismus zu verstehen hilft auch, realistisch einzuschätzen, wieviel glücklicher es uns in der Zukunft wohl machen wird, wenn wir uns ein neues Haus kaufen, ein neues Auto kaufen, eine Prämienzahlung erhalten oder eine berufliche Beförderung erreichen. Es macht uns langfristig gesehen weniger glücklich, als wir immer so denken.

Das Empfinden von Glück ist eine jedem einzelnen Menschen innewohnende Fähigkeit, die erfreulich wenig von äußeren Umständen abhängt. Und das ist auch gut so.

Der oben verlinkte TED-Vortrag von Harvard-Professor Dan Gilbert stellt dieses Konzept sehr lebhaft vor.

Gucken und glücklich sein!