Die Büglerin von Heinrich Steinfest

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Getreue Leser:innen dieses Blogs wissen, dass Heinrich Steinfest meine unverbrüchliche Bewunderung gilt. Sein Schreibstil trifft genau meine Vorlieben für eine präzise Beobachtung menschlichen Verhaltens, eine Neigung zum Skurrilen und eine wirklichen Liebe zum Menschen. Ich habe alle seine Bücher wirklich sehr gerne gelesen, und sein neuer Roman Die Büglerin ist ein besonders schönes Kunstwerk.

Ihr wollt wissen, wie der Schreibstil von Steinfest ist? Also hier mal zwei Beispiele: Der erste Absatz lautet:

Das Schönste waren die weißen Hemden. Und das Schönste hob sie sich immer für den Schluss auf. Vorher kamen die Socken und die Handtücher, die leichten Hosen und die Bettwäsche, die Unterhemden in Feinripp und die Geschirrtücher für die Köchin, nicht zuletzt die Krawatten und Anzüge, die einer besonderen Vorsicht sowie einer tiefen Einsicht in das Material bedurften. Einen Anzug zu bügeln war gewissermaßen so, als bügle man den ganzen Mann, seine äußere Erscheinung, den Schatten, den er in die Welt hineinwarf und durch den er maßgeblich wahrgenommen wurde.

Und hier ein anderer Satz, der mir gut gefällt:

Topschwimmerinnen sind zu stromlinienförmigen Fischwesen mutierte russische Hammerwerferinnen, um sich das mal genau vorstellen zu können.

Also ich liebe es. Bei Amazon findet ihr das Buch hier.

Der Allesforscher von Heinrich Steinfest

IMG_2058Die LitCologne ist einfach großartig. Dort lesen wirklich angesagte Autoren an den buntesten Stellen Kölns. Einer meiner Lieblingsautoren ist Heinrich Steinfest. Ich selbst bewahre ja keine Papierbücher auf, sondern werfe sie nach dem Lesen weg. Es kommen eigentlich auch keine Papierbücher mehr in meine Wohnung da ich nur noch ebooks lese. Daher habe ich – bis auf ganz wenige Fachbücher – auch keine Bücher mehr zu Hause. Mit Ausnahme des Gesamtwerkes von Heinrich Steinfest. Das steht auf einem Ehrenplatz bei uns im Erker. Und zwar zu Recht. Niemand schreibt so wunderschön, so skurril, so menschlich, so präzise wie er.

Und nun hat er „Der Allesforscher“ geschrieben und daraus gelesen. Die Geschichte beginnt mit einem in einer taiwanesischen Großstadt explodierenden Waal. Man sollte denken: Der Steinfest ist halt ein Fantast. Aber dieser Teil der Geschichte ist real. Wie der IT-Manager Sixten Braun dann zum Bademeister eines Stuttgarter Mineralbades wurde, lest ihr besser selber.

Es ist mir nicht gelungen, ein Exemplar zu kaufen und von ihm signieren zu lassen, weil die Schlange von gierigen Käufern vor mir so lang war, dass genau vor mir das letzte Buch verkauft wurde. Egal, Amazon wird´s schon richten. Ich freue mich schon.