Nahtoderfahrungen sind auch nur eine spezielle Variante des Delirs…

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Hieronymus Bosch: Der Flug zum Himmel – Web Gallery of Art. Gemeinfrei.

„Nach meiner Reanimation sah ich mich aus einer oberen Ecke des Raumes von außen. Ich spürte ein helles, warmes Licht von oben und wusste, dass ich geborgen sein würde. So beobachtete ich mich einige Minuten, bis ich mich wieder in der Realität der Intensivstation wiederfand.“

So oder so ähnlich werden Nahtoderfahrungen oft beschrieben. Wenn es sich um sehr seltenen Berichte handeln würde, könnte man sie ja als Produkt einer lebhaften Phantasie abtun, aber man hört immer wieder solche Geschichten. Aus grundsätzlichen Erwägungen neige ich dazu, jeweils das einfachste Erklärungsmodell zu bevorzugen. Bevor ich also denke, dass meine Seele zum Himmel aufsteigt und mich von außen sieht, schlage ich den Begriff Nahtoderfahrung erst mal in der guten, alten Wikipedia nach.

Dort werden einige Studien zur NTE genannt, die alle den gleichen Schluss zulassen, dass nämlich die Sauerstoffunterversorgung des Gehirns, die nicht nur bei Kreislaufproblemen, sondern vereinzelt auch bei epileptischen Anfällen und angeblich sogar bei Meditationen auftreten könne, zu schlichten Wahrnehmungsstörungen führt, die das häufig beschriebene Bild gut erklären kann.

  • Optische Halluzinationen, insbesondere in Form von autoskopischen Halluzinationen, bei denen man den Körper von außen zu sehen glaubt und / oder in Form eines hellen Lichtes.
  • Akustische Halluzinationen
  • Derealisationserleben
  • Dissoziation
  • Durchlebten Erinnerungen, wie dem Gefühl, das ganze Leben noch einmal in einem schnellen Film an sich vorbeiziehen zu sehen
  • Glücksgefühle, wie sie möglicherweise auch von einer Ausschüttung von Endorphinen ausgelöst werden können.
  • Und natürlich kann auch eine Autosuggestion eine Rolle spielen, wenn ein Patient durch die Kenntnis des Phänomens der Nahtoderfahrung diese Erfahrung erwartet und dann später auch so ähnlich erlebt und berichtet.

Die naheliegendste Erklärung für vom Patienten berichtete Nahtoderfahrungen ist also, dass das Gehirn in einen Sauerstoffmangel gerät und möglicherweise zusätzlich endogene Opiate ausschüttet. In diesem Zustand entstehen optische Halluzinationen, wie die, den Körper von außen zu sehen (autoskopische Halluzinationen), das Licht, möglicherweise Figuren, Derealisationen wie das Gefühl, nicht mehr mit dem eigenen Körper verbunden zu sein, körperliche Halluzinationen wie das Gefühl der Wäre und Glücksgefühle, die auf die Ausschüttung der Opiate zurückzuführen sind.

Ach ja, die Wissenschaft entmystifiziert aber auch immer wieder die interessantesten Dinge. Fast ein wenig schade…