Video: Resilienz in Zeiten von Corona

Corona ist schrecklich. Aber auch wenn wir im Moment alle dazu gezwungen werden, unser Leben zu verlangsamen, kann es hilfreich sein, im Sinne der Resilienz an der einen oder anderen Stelle zu gucken, wie man eben doch das Beste draus machen kann. In diesem Video, das ich gemeinsam mit DocCheck aufgenommen habe, erkläre ich, wie ich das in meinem Alltag versuche…

Resilienz

Resilienz ist die Fahigkeit eines Werkstoffes, nach einer starken Verbiegung wieder in den Ausgangszustand zurück zu kehren.

Der Duden definiert es so: “Psychische Widerstandskraft; Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen”

Im psychotherapeutischen Bereich wird mit Resilienz die Fähigkeit eines Menschen beschrieben, schwere Belastungen oder Krisen unter Zuhilfenahme eigener Fähigkeiten und gegebenfalls der Hilfe anderer zu meistern und zu überwinden.

Resilienz ist also alles, was mir hilft, trotz allem gesund zu bleiben. In der Resilienzforschung werden immer wieder 7 Faktoren genannt, die offenbar geeignet sind, Resilienz etwas zu operationalisieren:

  • Optimismus
  • Akzeptanz
  • Lösungsorientierung
  • Subjekt statt Objekt sein, die Opferrolle verlassen
  • Verantwortung übernehmen
  • Netzwerkorientierung
  • Zukunft planen

Was bedeuten die Begriffe, und wie interpretiert sie der Kölner?

Optimismus

  • “Et hätt noch immer joot jejange”
  • “Keiner küsst einen Pessimisten”
  • Grundeinstellung: „Hier ist ein Problem. Es ist lösbar. Gehen wir´s an!“

Akzeptanz

  • “Et iss wie et iss!”
  • Grundeinstellung: “Ich sehe mir die Lage vollständig und ungeschönt an. Ich akzeptiere, dass das Problem im Moment so da ist, wie es ist.”
  • “Ich bin, wie ich bin und das ist OK so.”
  • Die Menschen sind sehr unterschiedlich. Sie haben alle Stärken und Schwächen. Das gilt auch für die Menschen, mit denen ich zu tun habe. Mache ich das beste draus!”

Aktive Lösungsorientierung

  • “Oohnd? was domma jetz do?”
  • Grundhaltung: “Das Problem ist lösbar. Gehen wir’s an!”

Selbstwirksamkeit

  • “Jeder ist seines Glückes Schmied!”
  • Grundhaltung: Ich bin Subjekt und nicht Objekt / “Die Opferrolle verlassen”
  • Mein “locus of control” ist intern, nicht extern

Verantwortung

  • “Isch nehm datt jetz mahl in de Hand!”
  • Ich übernehme Verantwortung für mich selbst / mein eigenes Wohlergehen
  • Ich übernehme Verantwortung für die mir anvertrauten Anderen (Partner, Kinder, Mitarbeiter, Patienten…)
  • Ich übernehme Verantwortung für die Dinge und Belange in meinem Leben (Wohnung, Arbeitsplatz, meine Habseeligkeiten…)

Netzwerkorientierung

  • “Mir halte zoosamme – Was ooch passiert – In oonserem Veedel…”
  • Familie, Freunde, Kollegen, Helfer, Gleichgesinnte…
  • Grundeinstellung: “Ich bin nicht allein. Ich helfe anderen und kann mir von anderen helfen lassen.”

Zukunftsorientierung

  • “Der nächste Winter kommt bestimmt”
  • Für die Zukunft zu planen ist ein wirksamer Weg, sich späteren Streß zu ersparen…

Siehe immer auch: “Das kölsche Grundgesetz