Medikament gegen Spielsucht gefunden?

In diesem Artikel im Ärzteblatt wird über eine Veröffentlichung in der aktuellen Ausgabe der Biological Psychiatrie berichtet, der erstmalig eine medikamentöse Therapiemöglichkeit der Spielsucht für möglich erscheinen lässt. Schon länger ist bekannt, dass dopaminerge Medikamente, wie sie beim M.Parkinson gegeben werden, neben Hypersexualität und maniformem Verhalten wie Kaufsucht auch Spielsucht verursachen können. Im Tierexperiment ist es nun gelungen, Ratten, die eine einfache Form der Automatenspielsucht antrainiert bekommen hatten, durch Gabe eines Dopamin-D4-Antagonisten wieder von dieser Sucht zu befreien. Die Substanz mit dem noch nicht von einer Marketingabteilung verunstalteten Namen “L-745,870” war in früheren Studien geprüft worden, ob sie gegen die Symptome einer Schizophrenie wirkt, was nicht der Fall war. Sie wird möglicherweise nun doch noch zu großem Ruhm kommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie nun in klinischen Studien weiter untersucht werden wird, da nicht substanzabhängige Süchte wie das pathologische Spielen häufig sind und ein wirksames Medikament ohne Zweifel ein großes Marktpotential hätte.

3 Gedanken zu “Medikament gegen Spielsucht gefunden?

  1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Medikament den Suchtdruck von jetzt auf gleich nehmen kann. Vielleicht in Kombination mit einer Verhaltenstherapie aber alleine ein Medikament reicht bestimmt nicht aus. Dann frage ich mich noch, was passiert, wenn die Gewöhnung eintritt? Dosis erhöhen, bis nichts mehr geht? Hat jemand damit persönliche Erfahrungen?

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