Tipp-Gefühl top!

Da Apple uns immer noch kein iOS-Laptop geben will, hat Brydge freundlicherweise ausgeholfen und diese perfekte anclippbare Tastatur für das iPad Pro hergestellt. Da ich gerne unterwegs schreibe, war ich gleich bei der Ankündigung Feuer und Flamme und habe heute die Tastatur bekommen. Tippt sich wirklich sehr angenehm mit etwas mehr Tastaturhub als auf dem MacBook, und von doppelten oder fehlenden Buchstaben wie auf dem MacBook Pro hat man bisher auch noch nichts gehört. Und wenn man mal was malen will, zieht man das iPad einfach aus den Scharnieren und verwendet es, wie Jonny Ive es geschaffen hat. Natürlich wird es mit Tastatur schwerer, zusammen bringt es fast doppelt so viel auf die Waage wie das iPad alleine, aber für mich ist das der zusätzliche Komfort beim Tippen auf jeden Fall wert.

Auch dabei: Beleuchtete Tasten, App-Switcher, Home-Screen-Taste, Siri-Taste und Rückseiten-Cover.

Bei Amazon gibts die Tastatur hier (Affiliate-Link).

Noch ein Vorschlag zur Darstellung der Therapieoptionen beim Delir

Beim der medikamentösen Behandlung des Delirs gibt es einen besonders ausgeprägten Sprung zwischen dem, was klinisch üblich ist (Benzos immer, Antipsychotika meistens) und dem, was in Studien gesichert ist (Benzos nur bei Agitation, Antipsychotika nur, wenn der Patient psychotisch ist /halluziniert).

Ich habe daher einen zweiten Vorschlag gemacht, wie man die Therapie des Delirs in Abhängigkeit von der Art des Delirs darstellen kann. In dieser Darstellung kommt auch der Bogen zwischen dem, was klinisch üblich ist und dem, was man aus den Studien ableiten kann, zum Tragen. Die Darstellung sieht so aus:

Was haltet ihr davon?

Vorschlag für eine therapiestrategieorientierte Klassifikation des Delirs

Für die Therapie des Delirs sind zwei psychopathologische Kriterien wegweisend:

  • Agitation: Nur bei Agitation soll man Benzodiazepine geben:
    • Nicht agitiert: Man soll kein Benzodiazepin geben
    • Agitiert: Man soll ein Benzodiazepin geben
  • Psychotisches Erleben: Nur bei psychotischem Erleben soll man Antipsychotika geben:
    • Ohne psychotische Symptome: Man soll kein Antipsychotikum geben
    • Mit psychotischen Symptomen: Man soll ein Antipsychotikum geben

Daraus ergeben sich diese vier Subtypen des Delirs:

  • Nicht agitiertes Delir ohne psychotische Symptome
  • Nicht agitiertes Delir mit psychotischen Symptomen
  • Agitiertes Delir ohne psychotische Symptome
  • Agitiertes Delir mit psychotischen Symptomen
Therapie des Delirs

Oder sehr vereinfacht so:

Wie sieht die übliche Klassifikation des Delirs aus?

Die übliche Unterteilung des Delirs orientiert sich nur an der psychomotorischen Aktivität des Patienten, ohne die Dimension zu berücksichtigen, ob er psychotische Symptome hat oder nicht. Das sieht dann so aus:

Delirklassifikation Blogpost 2019 06 16 16 00 38

Kann man machen, aber dann gehen Diagnose und Therapie nicht Hand in Hand.

Daher habe ich die obere Darstellung erstellt. Sie vermittelt gut, wann man ein Benzodiazepin geben soll und wann man ein Antipsychotikum geben soll. Denn hier geht in der Praxis vieles durcheinander. Wenn ein Patient hyperaktiv aber nicht psychotisch ist, bekommt er oft ein Antipsychotikum, obwohl das in den Leitlinien nicht vorgesehen ist. Und wenn er hypoaktiv aber psychotisch ist, bekommt er oft ein Benzodiazepin, auch wenn das möglicherweise mehr schadet als nutzt.

Was haltet ihr von diesem Vorschlag? Ist das praktikabel? Hat das Bild oben einen didaktischen Wert? Schreibt Eure Gedanken dazu bitte in die Kommentare!

„Hyperventilation: Was tun?“ von den Nerdfallmedizinern erklärt

Zur Tätigkeit als Psychiater gehört es regelmäßig auch, Notfallsituationen kompetent behandeln zu können. Die Videos unserer Freunde drüben von Nerdfallmedizin geben da immer sehr gute, praktische Anleitungen. Manchmal besprechen die beiden auch typisch psychiatrische Notfälle, in diesem Video hier geht es ums richtige Management der Hyperventilation. Als erstes wird erklärt, dass nicht jede Tachypnoe eine Hyperventilation ist, und welche Differentialdiagnosen zu erwägen sind. Und dann erklären die beiden, wie man die Lage wieder unter Kontrolle bringt.

Guckst Du!

Es lebe die Traurigkeit!

In unserer psychologievernarrten Welt gibt es den verhängnisvollen Trend, völlig normale psychologische Vorgänge mit Begriffen zu belegen, die gar nicht für das normalpsychologische Erleben gemacht sind. Ich nenne mal ein paar Beispiele:

  • Jeder, der mal ein wenig ordentlich ist, wird gleich zwanghaft geschimpft.
  • Statt misstrauisch zu sein, sollen alle plötzlich paranoid sein.
  • Und eitel darf niemand mehr sein, das Wort ist aus dem kollektiven Wortschatz ganz verschwunden, heute sind alle eitlen Menschen gleich narzisstisch

Mit der gleichen überschießenden Leidenschaft werden traurige Menschen, die einfach mal ganz normal und ohne Krankheitswert traurig sein wollen, in unverrückbarer Falschheit immer und von jedem depressiv genannt. 

Aber das ist falsch. Denn traurig sein, heißt eben gerade nicht, dass man depressiv ist. Die Depression ist eine Krankheit, und eine depressive Stimmungslage ist ihr Kernsymptom. Wer aber keine Depression hat, der ist einfach traurig, niedergeschlagen, besorgt, verzweifelt, down, aber eben nicht depressiv. Den Begriff sollten wir ausschließlich für die Kranken reservieren.