Pharmama hat mein Buch rezensiert

Es gibt ja nur wenige echte Institutionen in der deutschsprachigen Blogger-Szene, und im Bereich der Pharmazie ist dies zweifellos die schweizerische Apothekerin Pharmama, die wirklich eine weltweite Leserschaft mit ihren Berichten über ihre eigenen Erlebnisse  im Offizin – wie die Schweizerin sagt – und Ihre Gedanken insbesondere zu verwandten Themen, aber immer wieder auch dem restlichen Leben erreicht.

Und Pharmama hat nun ihre Rezension meines Buchs Psychopharmakotherapie griffbereit gebloggt, was mich wirklich sehr freut, da es die Besonderheiten und Charakteristika des Buches besser beschreibt, als ich das könnte. Lest unbedingt mal, was sie schreibt: Die Rezension findet ihr hier.

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Das neue Cartoon-Buch von Pharmama ist da!


Wer Pharmama kennt, hat es schon gehört: Ihr Cartoonband ist soeben frisch erschienen. Zu meiner großen Freude auch als eBook. Wie kommt es, dass ich meinen eigenen beruflichen Alltag in so vielen Cartoons wiederfinden kann?

Nach „Gibts diese Pille auch in grün?“ ist „Einmal täglich“ unzweifelhaft eine sehr lesenswerte Lektüre für alle, die was für die Sorgen und Freuden des Medizinbetriebes übrig haben!

Endlich verfügbar: Pharmama forte

Haben Sie diese Pille auch in grün Cover

Nachdem Pharmama es nun offiziell verkündet hat, habe ich die Ehre, die erste Rezension veröffentlichen zu dürfen. (Ich habe das Buch für diesen Zweck nämlich schon vor einer Woche vom Verlag bekommen, vielen Dank dafür…)

Regelmäßige Lesers ihres Blogs kennen sie: Pharmama berichtet nahezu täglich direkt von der Front, in diesem Fall der Verkaufstheke ihrer Apotheke in der Schweiz. Und wie bei jeder guten Rezeptur macht auch in ihrem blog die richtige Mischung aus Information, Humor, Herzblut, Menschlichkeit, Menschenkenntnis und die zahllosen kleinen Geschichten und Anekdoten aus dem Alltag einer Apothekerin den blog zu einer meiner Lieblingslektüren, womit ich nicht allein stehe…

Und nun hat Pharmama ein Buch geschrieben: Pharmama: Haben Sie diese Pille auch in grün?. Um gleich mal alle Sorgen zu zerstreuen: Nein, sie hat nicht einfach einige blogposts genommen und per copy&paste zu einem Buch zusammengestellt. Die Themen und natürlich einzelne Geschichten kenne ich zwar aus dem blog, aber das Buch ist eine in sich geschlossene Neuschöpfung.

Ich habe bei der Lektüre an vielen Stellen etwas gelernt:

  • Was man alles falsch machen kann: „Da steht doch ANALgetikum, also habe ich es als Zäpfchen verwendet!“. „Das Wick-Medi-Night macht das Badewasser so schön grün…“
  • Welche Erwartungen man so haben kann: „Ab wann kann man denn diesen Schwangerschaftstest anwenden?“ „Ja wann hatten…“ „Vor zwei Stunden !!!“
  • Was Apotheker so alles machen: Rezept, Medikament und Interaktionen prüfen, im Patientendossier nachsehen, bei Unklarheiten im Krankenhaus anrufen, mit dem Hausarzt Rücksprache halten, bei der Herstellerfirma nachfragen und dann das Präparat nach Hause liefern….

Und ich habe viel gelacht, denn all die beschreibenen Komplikationen sind wirklich unterhaltsam, und sie sind sehr humorvoll und dabei immer respektvoll geschrieben.

Im Buch beschreibt Pharmama auch ihre Kolleginnen in der Apotheke, von denen man im blog nie etwas liest. Und auch das ist sehr unterhaltsam.

Das Buch ist für treue Pharmama-blog-Leser natürlich ohnehin eine Selbstverständlichkeit. Aber ich kann es von ganzem Herzen auch allen anderen empfehlen, die sich für die Sonderbarkeiten des medizinischen Systems und die Spannbreite des menschlichen Verhaltens interessieren.

Seine Rezeptur, eine Mischung aus Humor, Wissen und Herzenswärme geht ganz auf. Entstanden ist keine bittere Pille, sondern ein erfrischendes Heilmittel gegen trübe Stunden und Langeweile. Empfohlen als einmalige prolongierte Anwendung mit Langzeitwirkung…

Pharmama zum neuen DSM

DSM-5

Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt

Pharmama hat mir mit diesem Artikel ganz aus der Seele geschrieben. Das neue DSM-5 ist zu Recht nicht unumstritten.

Es gibt auch jetzt schon – völlig unabhängig vom Diagnosesystem – eine große Neigung, die ganz normale Lebensbewältigung gleich als Depression zu behandeln, jede Sorge zur Angststörung zu machen und jede Gefühlsregung außer der satten Zufriedenheit gleich zur Impulskontrollstörung zu machen; – und natürlich sofort nach einer Tablette dagegen zu schreien. Das neue DSM steht hier in der Gefahr, durch in Teilbereichen recht niedrige Diagnoseanforderungen eine Pseudoobjektivität für Diagnoseliebhaber zu liefern.

Es liegt in der Verantwortung der diagnostizierenden Ärzte, eben nicht jedes Wehwehchen überzudiagnostizieren, sondern nur die Beschwerden zu Krankheiten zu erklären, die das auch wirklich sind. Und wir wissen: Das wird nicht jeder in gleicher Weise tun, obwohl genau das die Grundidee eines einheitlichen Diagnosekriterienkataloges ist: Die Willkür abschaffen und einheitliche Kriterien zu formulieren. Diese sollten auch meiner Meinung nach dann natürlich hoch genug gehängt werden, um behandelbare Krankheiten auf der einen Seite zu trennen von Befindlichkeitsstörungen und Verhaltensvarianten auf der anderen Seite.

Die Verantwortung, eine Diagnose nur dann zu stellen, wenn das Gesamtbild der Beschwerden und des Leidens dies rechtfertigt und wenn die Diagnose eine Hilfe zur Therapie darstellt, bleibt bei jedem Diagnosesystem bei den einzelnen Ärzten und Psychologen.

Mögen sie weise damit umgehen…