Abilify

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Copyright: Eric Gingras

Aripiprazol

Aripiprazol ist ein atypisches Neuroleptikum, das seit 2004 auf dem Markt ist. Patentinhaber ist Ōtsuka Pharmaceutical Co., Ltd.; vertrieben wird es unter dem Handesnamen Abilify®. Es ist zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie und zur Behandlung von manischen Episoden bei der Bipolar-I-Störung. Es liegt auch eine Zulassung zur Rezidivprophylaxe der Bipolar-I-Störung vor, es ist aber umstritten, welche Effektstärke es in dieser Indikation hat.

Pharmakologie

Aripiprazol wirkt wie andere bekannte Neuroleptika als Antagonist am Dopamin-D2-Rezeptor und am Serotonin–5HT1A-Rezeptor. Dies erklärt seine antipsychotische Wirkung.
Darüber hinaus soll Aripiprazol auch eine partiell agonistische Wirkung am Dopamin-D2-Rezeptor bewirken, insbesondere im Frontalhirn. Hiervon verspricht man sich eine Wirkung auch auf die Minussymptomatik der Schizophrenie, man erhofft sich insbesondere eine Verbesserung des Antriebes, der kognitiven Fähigkeiten und der affektiven Reagibilität.

Dosierung

Aripiprazol wird üblicherweise zwischen 5 und 20 mg dosiert. Dabei zeigt es sehr unterschiedliche Wirkungen und Nebenwirkungen. Es wird jeweils die Gesamtdosis als Einmalgabe morgens gegeben, da Aripiprazol Unruhe verursachen kann und abendliche Gaben den Schlaf stören können.

  • 7,5 mg: Meist gut verträglich und gut einsetzbar in der langfristigen Rezidivprophylaxe. Allerdings beschränkte prophylaktische Wirkstärke.
  • 10 mg: Sicherere rezidivprophylaktische Wirkung, manchmal aber schon Unruhe oder Akathisie. Beginnend wirksam auch gegen akut psychotische Symptome, oft noch gut verträglich.
  • 15 mg: Akzeptable Wirkung gegen akut psychotische Symptome, Nebenwirkungen sind aber nicht selten.
  • 20 mg: Gute und recht sichere Wirkung gegen akut psychotische Symptome, aber leider auch öfter Unruhe und Akathisie.

Es hat sich bewährt, die Dosis über einige Tage in Schritten von 5 mg zu steigern und die Verträglichkeit dabei zu beobachten.

Klinischer Einsatz

Aripiprazol wird von vielen Patienten recht nebenwirkungsfrei vertragen, insbesondere verursacht es keine Müdigkeit, keine Gewichtszunahme und zumeist keine EPMS. Für solche Patienten ist es ein gut geeignetes Medikament, insbesondere zur jahrelangen Rezidivprophylaxe. Erlebt ein gut auf Aripiprazol eingestellter Patient einmal ein Wiederauftreten psychotischer Symptome, kann eine vorübergehende Dosissteigerung oft Abhilfe schaffen.

Aripiprazol kann natürlich auch zur Behandlung einer akuten psychotischen Symptomatik eingesetzt werden, es steht sogar ein intramuskulär verabreichbares Präparat zur Verfügung.
Die Erfahrung in dieser Indikation ist unterschiedlich: Bei vielen Patienten wirkt es auch bei akuten Psychosen ausreichend schnell und wirkstark.
Bei einigen Patienten wirkt es in der akuten Psychose gegeben aber zu langsam oder zu wenig wirkstark, so dass im Verlauf ein Wechsel des Präparates erforderlich ist.

Nebenwirkungen

Aripiprazol verursacht nicht selten eine recht ausgeprägte Akathisie, also “Sitzunruhe”. Die Patienten können dann nicht mehr gut ruhig sitzen oder liegen, sondern verspüren durchgehend einen starken Drang, die Beine zu bewegen. Diese Nebenwirkung kann bei einer Dosisreduktion verschwinden. Meiner Erfahrung nach ist es aber sinnvoll, bei Auftreten dieser Nebenwirkung Aripiprazol direkt abzusetzten, da die Akathisie bei betroffenen Patienten häufig auch nach einer Dosisreduktion persistiert und erst nach Absetzen wieder ganz verschwindet. Möglicherweise ist die auffällige Häufigkeit von Akathisien unter Aripiprazol auf seine partiell agonistische Wirkung am Dopamin-Rezeptor zurück zu führen.
In Einzelfällen wurde darüber berichtet, dass Aripiprazol psychotische Symptome sogar verstärkt habe, was ebenfalls auf den partiell agonistischen Wirkmechanismus zurück geführt werden kann.
Andere Nebenwirkungen können EPMS, Agitiertheit, Hypomanie oder Schlafstörungen sein.

Mein persönliches Fazit

Aripiprazol, Abilify® ist für viele Patienten ein gut verträgliches Neuroleptikum, dass in der Rezidivprophylaxe (Verhinderung des Wiederauftretens einer Psychose) gute Erfolge zeigt, ich verordne es in dieser Indikation meist in einer Dosierung von etwa 10 mg.
In der Akutbehandlung setze ich es nur dann ein, wenn die Symptomatik nicht ganz dramatisch ist und eine Zeitdauer von zwei bis drei Wochen bis zur deutlichen Linderung der Beschwerden ausreichend erscheinen würde. Zur Behandlung akuter Psychosen verordne ich in der Regel 15–20 mg pro Tag.
Patienten, die unter Aripiprazol unter Nebenwirkungen leiden, insbesondere unter einer Akathisie, empfehle ich sofort die Umstellung auf ein verträglicheres Präparat, da meiner Erfahrung nach die Akathisie bei den Patienten, die sie unter Aripiprazol entwickeln, auch bei einer Dosisreduktion nicht ganz verschwindet.

50 Gedanken zu “Abilify

  1. Super Artikel – wie immer!

    Aber wie erklärt sich denn die Angabe „2 mg“ auf der Packung? Wer braucht denn sowas?!?

    LG Peter Teuschel

    • Kurz gesagt: Ich habe es etwa 5 mal verordnet, dabei 5 mal keinen echten Erfolg beobachtet. Die Studien, von denen ich gehört habe, wurden abgebrochen. Man müsste es aber noch mal gründlicher recherchieren…

  2. Ist Abilify bezüglich Nebenwirkungen am Herzen gefährlicher als andere Neurolpetika? Ist die „NW“ plötzlicher unerklärbarer Tod auch bei nicht vorgeschädigten Patienten eine Gefahr?

  3. Mein Freund hat sie nämlich frisch verschrieben bekommen und ist über den Beipackzettel erschrocken. Ich habe ihn schon beruhigt, dass in den Zettel einfach alles aufgelistet sein muss, zur Absicherung.

  4. hmm, was ich über Abilify weiß ist, dass es bei verschiedenen Leuten sehr gegensätzlich wirkt. Bei den einen wirkt es sehr antriebssteigernd, bei anderen genau umgekehrt. Hat vielleicht mit der partialagonistischen Wirkung zu tun ?

    Viele Abilify-Konsumenten beklagen körperliche Schwäche. 2009 stand körperliche Schwäche unter den seltenen Nebenwirkungen im Beipackzettel. 2012 stand es unter den sehr häufigen.

    Die 2 mg auf der Packung erklären sich dadurch, dass es manchmal zusätzlich zu Citalopram als Augmentation gegeben wird.

    Hier ist mein persönlicher Erfahrungsbericht über Abilify:
    ————————————————————————————
    Abilify zur Behandlung von Depressionen und Konzentrationsproblemen

    Ich habe 7 Wochen lang 10 mg Abilify/Tag genommen. Ich habe es nicht vertragen. Erst habe ich nur beim Joggen schlapp gemacht, 3 Wochen später konnte ich nicht mehr schwimmen, noch 1 Woche später war schon Treppe steigen anstrengend.

    Ich habe mich deprimiert gefühlt, die Erhöhung der Citalopram-Dosis von 30 mg auf 40 mg hat nichts geholfen. (Citalopram ist ein SSRI-Antidepressivum) Ich habe an Interessensverlust gelitten und egal was ich gemacht habe, ich hatte keine Freude daran. Abilify® hat mir eine komplette Anhedonie verursacht, was zu völliger Antriebslosigkeit geführt hat. Es hat mich nicht müde gemacht, aber ansonsten war es lähmend in jeder Hinsicht.

    Innerhalb von 3 Wochen nach dem Absetzen habe ich wieder Kraft und Kondition gekriegt, und Studieninhalte und Hobbys haben mich wieder interessiert und die deprimierte Stimmung ist weggegangen.

    Ich bin mir sicher, dass der oben beschriebene Zustand durch Abilify® verursacht war, die Beschwerden sind mit dem Abilify® gekommen und nach dem Absetzen wieder gegangen. Ob mir Abilify bei der Konzentration geholfen hat, kann ich nicht sagen. Ich habe nach dem Absetzen keine Konzentrationsprobleme bekommen, bis heute (4 Jahre später) nicht.

    Wie aus dem oberen Bericht zu ersehen, hat Abilify bei mir keinerlei antidepressive Wirkung, im Gegenteil.

    Ciao Anna

    P.S: die genannten Beschwerden sind schon beim Einschleichen des Medikaments aufgetreten. Schon ab 2 mg. Fälschlicherweise habe ich gedacht, das wäre die Depression und es wäre noch nicht genug Abilify.

  5. Ich nehme seit 2011 Abilify gegen Gilles-de-la-Tourette-Syndrom und kann berichten, dass sich die Nebenwirkungen wie Akathisie etc. nach einiger Zeit legen.
    Ich bin froh, dass ich die Eingewöhnungsphase durchgestanden und nicht vorzeitig abgebrochen habe.
    Abilify ist ein sehr gutes Medikament und verursacht bei mir inzwischen keinerlei Einschränkungen mehr. Die TICs des Tourette-Syndroms werden zu einem erheblichen Prozentsatz unterdrückt.
    Ich empfehle Tourette-Patienten, sich mit der Medizinischen Hochschule Hannover in Kontakt zu setzen, die eine Tourette-Sprechstunde anbieten und viel Forschung auf diesem Gebiet betreiben.

    • Danke Florian für den Kommentar!
      Wie lange hattest Du denn mit der Akathisie zu kämpfen, bis sie sich legte? Und darf ich fragen, welche Dosis Du nimmst? Ich habe nämlich den offenbar nicht richtigen Eindruck, dass Akathisie kaum mit der Zeit weg geht, daher finde ich es sehr interessant, von Dir zu hören, dass das bei Dir nicht so war!
      Beste Grüße,
      Dein Psychiatrietogo

      • Hallo Psychiatrietogo,
        ich nehme seit damals 10mg täglich, vorzugsweise abends.
        Die Akathisie war nach ca. 3-4 Wochen verschwunden.
        Es ist schon ein ziemlich langer Zeitraum, allerdings haben mir die Ärzte damals gesagt, dass sich das legt und der Leidensdruck war hoch genug, dass ich diese Zeit durchgestanden habe.

        Gruß Florian

      • Wie ich angefangen habe, Citalopram 20 mg/Tag zu nehmen, da hatte ich ca. 12 Tage nach Beginn der Einnahme 2 Tage lang ständig das dringende Bedürfnis, die Beine zu bewegen. Beim Sitzen habe ich mit dem Beinen gewippt, aber hauptsächlich bin ich die 2 Tage im Wald rumgelaufen, so war es auszuhalten. Nach 2 Tagen war das dann von alleine vorbei.

        offtopic: Wie schön, dass ich während dieser Zeit in keiner Klinik war…. Psychiatriepersonal hat gerne was dagegen, wenn man nachts um 2 eine Runde rausgeht.
        (Das wäre mir allerdings egal gewesen. Sollen sie mich aus der Klinik schmeißen, wenn ihnen mein Verhalten nicht passt.)

      • Hallo Psychiatrietogo😀

        Ich habe mal eine Frage und zwar:

        ich nehme 200 g Quetiapin (abends)150 mg Trimipramin:abends: 225 mg Venlafaxin (früh) und 37,5 mg Venlafaxin um 15:00 Uhr.

        Mein Problem ist das ich dauerhaft müde bin und sehr ,sehr viel an Gewicht zugenommen habe seit dem ich das Quetiapin vor 2 Jahren bekommen habe.

        Meine Diagnose:Schizo-affektive Störung(gegenwärtig depressiv),generalisierte Angststörung,Depersonalisierung (das ist das schlimmste), Derealisierung.

        Morgen habe ich einen Termin bei meinem Psychiater-Nervenarzt.

        Ich schlag ihm vor das ich das Seroquell ausschleiche und das Abilify einschleiche.

        Abilify soll nicht so sehr auf das Gewicht gehen.

        Wenn ich das Seroquell nehme zucken meine Beine (Nebenwirkung).nach einer Stunde.

        Bei wieviel Abilify fängt man da an am besten? bei 5?

        In welchen Schritten schleicht man Seroquell aus?

        Vielen Dank im vorraus

        Zitronenfalter😀

    • Hallo
      Ich nehme Abilify auch in einer Dosis von 10 mg und kann Florians Erfahrung nur bestätigen. Die Sitzunruhe lässt zunehmend nach mit der Zeit. Wie es bei höheren Dosen ist, kann ich allerdings nicht sagen.

    • Ich heiße Stefan und bin 49 Jahre alt, Habe Abilify 4 Jahre genommen. Meine Ticswaren in diser Zeit zu 95:prozent weg. Ich habe das Toretteseit dem Kindesalter. Leider musste das Abilify bei mir abgesetzt werden weil es bei Spielsucht nicht angewendet werden sollte. MfG Stefan. PS ich hatte die Dosierung von 5mg,seit dem absetzten sind die Tics leider wieder voll da.

    • Hi Florian,
      mein Sohn hat Tourette Syndrom und seine Symptomen sind trotz Einnahme von Tiaprid sehr ausgeprägt. Er sollte auch abilify nehmen. Ich würde mich freuen, wenn du uns über deine Erfahrung mit dem Medikament schreibst. Mein Sohn ist 12 Jahre alt und seit 4 Jahren nimmt er Tiaprid.

      • Wenn Sie mir eine Kontaktmöglichkeit geben, kann ich Ihnen gerne persönlich meine Erfahrungen schildern.

  6. Hallo,
    ich nehme Abilify 5mg seit 4 Jahren, habe dann allerdings eine erneute Psychose erlitten und habe seitdem 20mg Abilify verordnet bekommen. Ich bin 44 Jahre alt und merke, dass ich tagsüber ab 13.30 Uhr einschlafen könnte, es wirkt auch beim Autofahren (Sekundenschlaf) Vorsicht!!!
    Jetzt merke ich das 20 mg sehr viel sind, mich zwar heilt, aber die Hände einschlafen und ich noch müder werde…
    Ich hoffe ich kann euch mit dieser Erfahrung helfen…

    • einer Freundin von mir passiert das auch immer wieder, dass eine oder beide Hände taub sind, seitdem sie Abilify nimmt. Sie nimmt 10 mg.
      Und es geht ihr grottenschlecht damit. Es ist bei ihr ganz eindeutig depressiogen. Dauerdeprimierte Stimmung, Anhedonie, kein Interesse mehr an nichts.

    • Leider scheint einem da keiner helfen zu können. Ich habe mit 49 Jahren das erste Mal Abilify bekommen und dann gleich mördermäßige 20mg plus Orfiril Long, 300 mg, in der Psychiatrie, HH Ochsenzoll. Kurz darauf bekam ich auch Missempfindungen, Taubheitsgefühle und Muskelzuckungen, die so krass sind, dass man sie mit dem Handy gut Filmen kann. (Ich hatte keine psychiatrischen Vorerkrankungen, nie vorher Psychopharmaka bekommen) Ich leide sehr unter den Zuckungen/Faszikulationen, die bis heute andauern; finde niemanden, der Ähnliches erlebt hat und keine Neurologen, die mir helfen können. Sie halten es für einen chronischen Schaden durch Abilify, obwohl ich es nur insgesamt vier Wochen einnahm.😦

  7. Danke, werde morgen beim Arzttermin die Dinge ansprechen, dass ich wenigstens statt 20mg Abilify, 10 mg nehme, oder umstelle…

      • Leider scheint einem da keiner helfen zu können. Ich habe mit 49 Jahren das erste Mal Abilify bekommen und dann gleich mördermäßige 20mg plus Orfiril Long, 300 mg, in der Psychiatrie, HH Ochsenzoll. Kurz darauf bekam ich auch Missempfindungen, Taubheitsgefühle und Muskelzuckungen, die so krass sind, dass man sie mit dem Handy gut Filmen kann. (Ich hatte keine psychiatrischen Vorerkrankungen, nie vorher Psychopharmaka bekommen) Ich leide sehr unter den Zuckungen/Faszikulationen, die bis heute andauern; finde niemanden, der Ähnliches erlebt hat und keine Neurologen, die mir helfen können. Sie halten es für einen chronischen Schaden durch Abilify, obwohl ich es nur insgesamt vier Wochen einnahm.😦

      • Ja, trotzdem konnte der Neurologe nicht helfen. Ich bin zwischenzeitlich in derselben Psychiatrie, die mich damals akut behandelt hat, auch auf Antikörper untersucht worden. Negativ. Ich schließe daraus, dass mir durch die Verabreichung und schnelle Aufdosierung von Abilify 20mg ein chronischer Schaden durch die Psychiatrie zugefügt worden ist. Das ist für mich unentschuldbar!!!

        Mittlerweile habe ich auch finden können, dass Abilify – insbesondere bei Frauen in der Altersgruppe von 40-49 Jahren – besonders oft die lästigen Faszikulationen hervorruft. Diese Faszikulationen treten gerade nach nur kurzer Einnahmedauer des Medikamentes auf, haben chronischen Verlauf und sind zudem unbehandlbar.

        Google dazu: ehealthme abilify fasciculations

        Dort findet man Statistiken, die aus Patientenangaben zu Nebenwirkungen erstellt werden. Sehr übersichtlich.

        Letzte Woche habe ich zudem in HH-Ochsenzoll Akteneinsicht verlangt. Aus meinen Unterlagen habe ich ersehen können, dass mir jeden Tag 5 mg Abilify mehr gegeben wurden. Also, langsame Aufdosierung hat dort eindeutig nicht stattgefunden! Und das, obwohl ich von Anfang an „krankheitseinsichtig“ war. (War “ freiwilig“ dort.)

        Was ich der Psychiatrie im Nachhinein wirklich übelnehme, ist, dass weiterhin nicht aufgeklärt wird über die möglichen schweren Nebenwirkungen der NLs. Nach vier Tagen dort war ich wieder geistig so klar, dass ich mich gut artikulieren konnte. Aber auch dann fand kein Aufklärung statt. Im Gegenteil, das Zudonnern mit Medikamenten ging weiter; es kam dann noch das Orfiril dazu. Da ich dort so viele schreckliche Sachen gesehen und gehört habe, traute ich mich nicht, über meine Nebenwirkungen zu klagen. Ich dachte nur: Wer weiß, was die dann mit dir machen, wenn du das Zeugs nicht nehmen willst.
        Glücklicherweise habe ich mich vorzeitig entlassen können. Dummerweise habe ich die verordnete Medikation noch weiter eingenommen. Allerdings stürzte ich durch medikamentenbedingten Schwindel so schwer, dass ich mir eine Bänderverletzung am linken Fuß zuzog. Das war der Schlüsselmoment, der mich alle Medikamente von einem zum anderen Tag komplett absetzten ließ. Dass man NLs ausschleichen muss, davon wusste ich nichts – wie auch?? Ich hatte vorher noch nie NLs bekommen, aufgeklärt wurde ich nicht und in meinem Entlassungsschreiben stand nur ein Plan zum Ausschleichen von Tavor.

        In anderen Foren habe ich mittlerweile erfahren, dass Patienten zusätzlich zu Abilify recht oft Akineton wegen der muskulären Nebenwirkungen gegeben wird. Ist ja interessant.

        FAZIT: Auch Abilify ist nicht “ harmlos“ und macht jede Menge Nebenwirkungen und wird von vielen Patienten nur schlecht vertragen.

        P.S.
        Und es gibt tatsächlich Ärzte, die sich beschweren, dass Patienten etwas über ihre Krankheiten im Net googlen? Leider hatte ich ein akutes Krankheitsbild, dass mich daran hinderte, mich VORHER zu informieren. An meiner “ Krankheit“ hat wohlbemerkt kein Arzt Schuld. Was aber die Arbeit der Psychiatrie angeht, traue ich mittlerweile mehr dem Austausch in Foren als den „Psychiatern“, die mich behandelt haben. Unter meinen Psychiatern/ Neurologen waren übrigens zwei, die ihre Unwissenheit bezüglich meiner Krankheit und ihrer Symptome unumwunden zugaben. Und wo Unwissenheit zugegeben wird, da muss der Dialog einfach offener sein!

      • Man kann sich halt mit Hilfe von google-Suche auch ziemlichen Müll anlesen, von daher haben da manche Ärzte was dagegen.

        Literatur-Recherche ist eine Wissenschaft für sich, die man lernen und beherrschen muss. Aber es gibt Patienten, bei denen das der Fall ist. (Ich persönlich habe auch noch den Vorteil, gut englisch zu können und an meiner Arbeitsstelle (TU Darmstadt) Zugriff auf papers in medizinischen/psychologischen/sonstigen Fachzeitschriften zu haben, das ist natürlich Gold wert.)

        Und es gibt bei der Non-Compliance die intelligente Non-Compliance und die andere.

        Manche Ärzte scheinen grundsätzlich erst mal vom zweiteren Fall auszugehen.

      • Meiner Meinung nach sollte bei nebenwirkungsreichen Psychopharmaka das Reduzieren und Absetzen dieser Medikation von vornherein und ganz von Anfang an in die Behandlungsplanung miteinbezogen werden.

      • Als erste Anlaufstelle, ist jeder Arzt (Zahnarzt jetzt mal aussen vor) , bei Gesundheitlichen Problemen Hfe zu erhalten geeignet…. Er kann auch im Falle, das er hier an seine Grenzen stößt, trotzdem am besten beurteilen welche Fachspezialisten hier nötig sind …🙂

        PS: Ein Facharzt für Psychiatrie muss 12 Monate in einer neurologischen Abteilung arbeiten für den Facharzttitel

  8. Ich hätte unter Abilify auf keinen Fall Autofahren können.

    Ich habe 10 mg genommen, später dann 15 mg (weil ich irrtümlich dachte, ich müsste gegen meine Antriebslosigkeit noch was drauflegen, dabei waren da die 10 mg Abilify die Ursache!)

    und meine Reaktion war dermaßen verlangsamt.

    Auto gefahren bin ich nicht, habe aber Badminton gespielt, und da war es offensichtlich, dass meine Reaktion dermaßen langsam ist, dass ich auf keinen Fall Autofahren kann.

  9. Hallo Leute,
    seit 5 Wochen nehme ich Cipralex 10+ Abilify 5 mg und Null Nebenwirkungen nur ganz positive Erfahrung damit gemacht. Nichts von Antriebslosigkeit doch am Anfang hatte ich stärkeren Bewegungsdrang…..alles ist nach zwei Wochen vergangen. IIch kann mich sehr gut beim Autofahren konzentrieren weil ich viel Zeit habe mich mit mir zu beschäftigen und muss zur Zeit nicht arbeiten…..

  10. Also wenn ich Auto fahre bin ich wirklich dabei es zu tun, meine Reaktionen sind gut… Ich wünsche mir ich hätte das Medikament früher entdeckt…..

    • Schön, eine gute Erfahrung mit Abilify🙂

      Eine Freundin von mir macht schon monatelang schlechte Erfahrung damit.

      10 mg Abilify verursachen ihr Freudlosigkeit und rauben ihr jegliche Lebendigkeit.

      Sie würde nichts lieber tun, als es abzusetzen, aber die Betreuerin droht ihr Zwangseinweisung an, falls sie es in ihrem psychiatrischen Wohnheim verweigert.

      Im psychiatrischen System werden Menschenrechte mit Füßen getreten.

      • Ich habe auch eine große Freudlosigkeit unter Abilify. Mein Arzt redet allerdings ständig von der „postpsychotischen Depression“, welche diese verursache und vorher unter einer großen Dosis Solian ging es mir auch nicht viel besser. Selbstmordgedanken hat allerdings erst das tolle Abilify verursacht. Alles Gute für deine Freundin, es muss schrecklich sein, wenn man das Zeug nicht absetzen darf.

      • Sie hat einen Arzt gefunden, der Dosisreduktion auf 5 mg ans Wohnheim gefaxt hat und ab 1. August dann 2,5 mg.

  11. Ja meine freundin hat auch abilify verschrieben bekommen , 5 mg als diese bei ihr müdigkeit antriebslosigkeit taubheit in füßen und händen ausgelöst hat , und sie mit ihrem behandelnden artzt gesprochen hat. meinte er nur das es nicht sein kann und abilify 10 mg verschrieben wasn das für ne scheisse meine freundin ist doch kein versuchs kaninschen !! Drecks pharma marionetten..

  12. hmm, warum schreiben Sie nicht, welche andere Medikamente verschreiben Sie denn sonst? Jemand hat schon hier gefragt, kam aber keine Antwort von Ihnen.
    Haben Sie einen Vertrag, dürfen keine andere Medikamente hier empfehlen?
    Offensichtlich ist das Medikament immer noch in Experimental Phase… :
    Grad hat meinem guten Freund ein Arzt das verschrieben und zwar nach einmaligem 2 Min. Gespräch! Natürlich hat auch überhaupt keine Diagnose gestellt – Versuchskaninchen sind die Patienten!

  13. Hallo, kennt sich hier jemand mit den Absetzsymptomen von Abilify aus?

    Ich hatte schon mehrere Psychosen. Allerdings vertrage ich Neuroleptika sehr schlecht und habe unter Solian (schwere Sehstörungen, Tremor, völlige Steifheit, schweres EPMS, lebender Zombie mit 800mg noch Wochen nach einer Psychose – völlige Apathie) und Abilify eine Gewichtszunahme bekommen, die ich nicht mehr tolerieren kann. Zyprexa davor hat mir nach sehr kurzer Anwendung einen latenten Diabetes beschert, Risperdal war die Krönung mit einer schweren Sprachstörung. Unter allen Neuroleptika Akathisie, unter Haldol und Zyprexa so schlimm, dass ich die ganze Zeit durch das Krankenhaus laufen musste – hat keinen interessiert. Wegen der unerträglichen Akathisie habe ich Zyprexa auch später selbstständig abgesetzt, meinen Arzt hat das nämlich wenig interessiert. Unter 15 mg Abilify Akathisie, Heisshunger, völlig fehlendes Sättigungsgefühl; so große Schlappheit, dass ich kaum eine Treppe hochgekommen bin; Depression, schwerer Tremor, Blasenschwäche – ich hab die Nase voll von Neuroleptika und zwar bis oben hin. Hab das Zeug jetzt erst auf 7,5 mg und dann auf weniger (Tablette weiter geteilt) reduziert (aber im Rahmen von Tagen) und möchte jetzt schnell ganz weg davon. Ich weiß, ich kann wieder eine Psychose kriegen, aber die Psychosen an sich finde ich überhaupt nicht schlimm, nur das sogenannte „Residuum“, was sich jetzt eingestellt hat, von dem ich aber nicht weiß, inwieweit es mit den Medikamenten zusammenhängt.
    Hat hier jemand Abilify abgesetzt (ich habe es nur ca. einen Monat genommen) und kann über Erfahrungen berichten?

    • Ich habe drei Wochen lang 10 mg Abilify genommen und dann 4 Wochen auf 15 mg erhöht.

      Zum Absetzen habe ich dann noch drei 15-mg-Tabletten genommen und mit dem Messer in Hälften geteilt.

      Also habe ich dann sechs Tage lang 7,5 mg genommen (halbe 15 mg-Tabletten) und dann nichts mehr.

      Abilify absetzen ist relativ unproblematisch, weil Abilify eine lange Halbwertszeit im Körper hat. Das Medikamente ausschleichen macht Abilify also sozusagen selber.

      Seroquel ist bei den meisten Leuten das Neuroleptikum mit den wenigsten Nebenwirkungen.
      Manchmal werden Psychosen/Schizoprenie auch mit Valproat behandelt. Valproat hat ganz andere psychische Wirkung als Neuroleptika, es ist mehr wie ganz leichtes Dauer-Benzo.

      • P.S: Wenn Du ganz vorsichtig sein willst, kannst du die letzte Tablette vierteln. Wenn man eine Tablette viertelt und die vier Teile dann hat, sieht man ja, was das Größte Teil ist, was das Zweitgrößte, was das Drittgrößte und was das Kleinste. Das einfach in der Reihenfolge nehmen.
        Da ist dann absolute Nummer sicher.

        Wenn Du es sowieso weniger als zwei Monate genommen hast, dann sollte das sowieso alles unproblematisch sein mit dem Absetzen.
        (Vorsicht, gilt nicht für Psychopharmaka allgemein!! Aber Abilify absetzen nach acht Wochen Einnahme ist echt kein Thema, die sind keine Absetzsymptome zu erwarten.)

  14. Ich leide unter starken stimmungsschwankungen,wenn abilify runter oder hochgefahren wird. Ich fange aus scheinbar unersichtlichen Gründen an zu weinen. Und das nur bei einer senkung von 2.5 mg.
    Vor kurzem wurde wieder auf 10 hochgefahren und ich habe eine art korpergefuhl verlust.
    Hängt das wirklich von abilify ab oder auch von meinem diagnostizierten borderline syndrom wegen was ich aber nicht das medikament nehme?.
    Sonder wegen paranoider s..

  15. Chronische Muskelzuckungen / Faszikulationen durch Abilify / Quetiapin?

    Ich bin 50 Jahre alt und habe letzten Sommer das erste Mal eine Psychose erlitten. In der Akutpsychiatrie bekam ich zunächst Lorazepam, dann kamen Abilify (20 mg) und Orfiril Long (300mg) dazu. Mir ging es mit den Medikamenten extrem schlecht (übel und schwindelig, nachts schlaflos), hat aber niemanden interessiert, nach dem Motto: Hauptsache nicht psychotisch. Nach 25 Tagen habe ich mich vorzeitig aus der Psychiatrie entlassen. Medikamente für die Überbrückung bis zur Verschreibung der Medikamentation am nächsten Tag durch meine Hausärztin wurden nicht mitgegeben; also 24 Stunden Entzug. Danach nahm ich die Medikamente wie von der Klinik verschrieben ca. 2 Wochen lang ein. Dann stürzte ich durch den medikamentenbedingten Schwindel so übel, dass ich die Medikamente absetzte.

    Am nächsten Tag hatte ich einen Psychiatertermin, bei dem mir zum Schlafen Quetiapin verordnet wurde. Davon nahm ich über einen geringen Zeitraum höchsten 200 mg, meistens weniger, tagsüber nichts weiter. Damit ging es mir viel besser, allerdings setzten nach einer Woche starke Missempfindungen am ganzen Körper ein, dazu kamen allmählich leichte Faszikulationen. So etwas hatte ich vorher noch nie. Obwohl ich schon seit letzten Herbst keine Psychopharmaka mehr nehme, dauern die extrem lästigen Faszikulationen an. Sie sind in den Füßen chronisch, ansonsten unregelmäßig am ganzen Körper auftretend, aber nie an der Zunge.

    Bereits letzten Oktober wurde die NLG geprüft, alles ok, ein kürzlich gemachtes EMG ist auch in Ordnung und Blutuntersuchungen vom letzten August hinsichtlich Borreliose sind ebenfalls ok. Mein neuer Neurologe meint, es handele sich bei den chronischen Faszikulationen um einen Neuroleptikaschaden. Das macht mich sehr traurig, da ich bis zum letzten Jahr immer sehr gesund war und keine psychiatrischen Vorerkrankungen habe.

    Hat jemand Ähnliches erlebt, gibt es sichere Gegenmittel?

  16. Ist ja wohl ein Witz.
    Abilify kann zu einem plötzlichen unerwarteten Tod führen. Zu selbst tötungen usw. Geht’s noch? Davon schreibt keiner was!!! Fahrlässig

  17. Hallo Psychiatrietogo😀

    Ich habe mal eine Frage und zwar:

    ich nehme 200 g Quetiapin (abends)150 mg Trimipramin:abends: 225 mg Venlafaxin (früh) und 37,5 mg Venlafaxin um 15:00 Uhr.

    Mein Problem ist das ich dauerhaft müde bin und sehr ,sehr viel an Gewicht zugenommen habe seit dem ich das Quetiapin vor 2 Jahren bekommen habe.

    Meine Diagnose:Schizo-affektive Störung(gegenwärtig depressiv),generalisierte Angststörung,Depersonalisierung (das ist das schlimmste), Derealisierung.

    Morgen habe ich einen Termin bei meinem Psychiater-Nervenarzt.

    Ich schlag ihm vor das ich das Seroquell ausschleiche und das Abilify einschleiche.

    Abilify soll nicht so sehr auf das Gewicht gehen.

    Wenn ich das Seroquell nehme zucken meine Beine (Nebenwirkung).nach einer Stunde.

    Bei wieviel Abilify fängt man da an am besten? bei 5?

    In welchen Schritten schleicht man Seroquell aus?

    Vielen Dank im vorraus

    Zitronenfalter😀

  18. Abilify machte bei mir die Nebenwirkungen: Angst, Agressivität, Schlaflosigkeit und Halluzinationen. Nur gewichtstechnisch war es okay.

  19. Nehme abilify 5mg seit jetzt 4 Monaten zusammen mit fluoxetin 30mg (ssri) gegen tics und zwänge. Es hilft sehr gut und inzwischen habe ich keine nebenwirkungen mehr. Kann nach langer zeit wieder zur schule gehen und mich ausreichend konzentrieren. Am anfang hatte ich unruhige beine und nachmittags wurde ich manchmal schlagartig müde, aber das ist jetzt komplett verschwunden. Meine tics sind viel weniger und die zwänge fast weg. Die medi-kombination ssri und neuroleptikum zusammen mit verhaltenstherapie hilft mir gut! Einstellung wurde übrigens ambulant durchgeführt.

    • schön das das so gut funktioniert hat🙂

      Hoffentlich hält der Erfolg an.

      (Ich habe zwei Mal ein wirkliches Volltreffer-Medikament erwischt, super. Aber leider hat der Effekt nicht angehalten, trotz weiterer Einnahme in unveränderter Dosis ist das Problem zurück gekommen😦 )

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