Buchempfehlung: Alice Munroe – Tricks

Alice Munro hat vor einigen Tagen den Literaturnobelpreis erhalten. In der Begründung heißt es, sie könne in einer Kurzgeschichte so viel mehr sagen, als Andere in langen Romanen.

Ich lese gerade ihr Kurzgeschichtensammlung “Tricks”. Die Begründung stimmt. Alice Munro kennt die Menschen. Und sie schreibt auf eine unglaublich angenehme und dennoch eindringliche Weise.

Mein Tip also: Kaminfeuer an und Buch laden.

Sisa: Crystal Meth in Griechenland

Sisa

Die ökonomische Krise in Griechenland hat sich inzwischen zu einer ökonomischen Katastrophe entwickelt. 65 % der unter 25-jährigen sind arbeitslos. Obdachlosigkeit und Drogenkonsum nehmen zu. Dieses Video der Zeit zeigt Konsumenten von Crystal-Meth in Athen. Dort wird es Sisa genannt, und es ist für 1-2 € pro Konsumeinheit zu bekommen. Das Video zeigt bedrückende Bilder.

http://www.zeit.de/video/2013-10/2728591113001

wieder online…

Also MAPPING hat schon mal nicht funktioniert. Dafür weiß ich jetzt, dass es einen C-NAME-Server gibt, das ich keinen finden kann und einen bräuchte…

Aber REDIRECTING funktioniert. Ihr könnt vorerst weiter www.psychiatrietogo.de ins browserfenster eintippen, das leitet dann auf psychiatrietogo.wordpress.com um.

Ich bemühe mich, wieder zurück zu psychiatrischen Themen zu kommen…

sorry für die technischen Probleme… 😦

Psychiatrie to go ab jetzt unter www.psychiatrietogo.de zu finden

Voila_Capture14

 

 

Ich habe mir mal ein kleines upgrade bei wordpress gegönnt. Ab heute findet ihr diesen blog unter der Adresse www.psychiatrietogo.de.

Ich hoffe, das die Umleitung für alle funktioniert. Ich stell das jetzt mal um, und wenn alles klappt, findet ihr gleich einen neuen post, der den erfolgreichen Umzug verkündet. Wenn ihr beim Umzug irgendwie den feed verlieren solltet (was eigentlich nicht der Fall sein sollte), merkt ihr es daran, dass das hier der letzte post ist. Dann bitte einfach www.psychiatrietogo.de/feed/ neu im feedreader abonnieren.

So, dann will ich mal den Hebel umlegen…

Eine neue Weiterbildungsordnung in der Psychiatrie wird kommen

Gegenwärtig dauert die Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie fünf Jahre. Es gibt einige wenige Zusatzqualifikationen, die die Zusatzbezeichnung Forensische Psychiatrie oder Geriatrie.

Gegenwärtig werden die Weiterbildungsordnungen aller Fächer neu überdacht, und auch die Psychiatrie wird bis zum Jahr 2016 eine neue Weiterbildungsordnung bekommen.

Inhaltlich ist das Fach Psychiatrie sehr vielseitig, es reicht von der sehr somatischen Gerontopsychiatrie über die Suchtpsychiatrie, die Allgemeinpsychiatrie bis hin zur Psychotherapie. Und dann gibt es noch eine Reihe von Spezialanwendungsfällen dieser Gebiete wie der Forensik, die sehr viel zusätzliches, spezialisiertes Wissen erfordern.

Insbesondere die stärkere Gewichtung der Gerontopsychiatrie und der störungsspezifischen Psychotherapie lassen nun den Gedanken aufkommen, dass die Weiterbildungszeit eigentlich von fünf Jahren auf sechs Jahre verlängert werden müßte, um der Komplexität und Breite des Faches gerecht werden zu können.

Aber sechs Jahre sind lang, insbesondere, wenn man bedenkt, wie viele Psychiaterinnen und Psychiater in Teilzeit arbeiten, immer mal wieder Elternzeit nehmen oder auch erst spät, zum Beispiel am Ende der Neurologie-Weiterbildungszeit, zur Psychiatrie wechseln. Und zur Facharztprüfung erst mit 50 antreten zu dürfen, kann auch nicht Sinn der Sache sein.

Da die Psychiatrie der Breite der Inhalte nach am ehesten mit der Inneren Medizin verglichen werden kann, kann man überlegen, wie dort die Weiterbildung in einen Gemeinsamen Teil (common trunk) und sich hieran anschließende Spezialisierungen (in der Innern Kardiologie, Gastrologie etc.) aufzuteilen.

Das hätte den Vorteil, die Weiterbildungszeit nicht ausufern zu lassen, und dennoch die für diesen Bereich erforderlichen Kenntnisse solide vermitteln zu können. Ein solches Curriculum könnte zum Beispiel so aussehen:

Zunächst machen ALLE 4 Jahre einen Gemeinsamen Teil, bestehend aus 2 Jahren Allgemeinpsychiatrie, einem Jahr Sucht, und einem Jahr Gerontopsychiatrie.

Danach käme eine Spezialisierung, die entweder nach einem weiteren Jahr Psychotherapeutische Medizin in den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mündet, oder nach zwei Jahren Spezialisierung einen der unten genannten Abschlüsse bringt

AP=Allgemeinpsychiatrie, S=Sucht, G=Geronto, F=Forensik, PM=Psychotherapeutische Medizin, FA PP=Facharzt Psychiatrie und Psychotherapie, ZB=Zusatzbezeichnung

1.Jahr 2.Jahr 3.Jahr 4.Jahr 5.Jahr 6.Jahr Abschluss
AP AP S G PM FA PP
AP AP S G S S FA PP ZB Suchtmedizin
AP AP S G Neuro oder Innere G FA PP ZB Geriatrie
AP AP S G F F FA PP ZB Forensische Medizin
AP AP S G PM PM FA PP ZB Psychotherap. Medizin
AP AP S G Innere Psychosomatik FA PP ZB Psychosomatik

Wie denkt Ihr über die Weiterbildungsordnung? Sollte es einen gemeinsamen Teil und dann eine Spezialisierung geben? Sollte es weiterhin eine Weiterbildung für alle geben, und dann danach Zusatzbezeichnungen? Wie lang sollte die Weiterbildung sein?

Welche Dosis Haloperidol, täglich eingenommen, führt zu einer 50% igen Dopamin Rezeptorblockade?

Die Frage ist einfach: Wenn ich eine 50% ige Blockade der Dopaminrezeptoren im Gehirn bewirken will, welche Dosis Haloperidol muss ich hierfür wählen. Gemeint ist die tägliche Dosis, die nach Erreichen des steady-state, also etwa nach 5 Tagen, zu einer 50% igen Blockade der Dopamin Rezeptoren führt.

Die korrekte Antwort, die ich einem Vortrag von Prof. Gründer aus Aachen entnommen habe, findet ihr in den Kommentaren.

Bewahre Deine Erinnerungen sorgfältig auf….

Jede Festplatte gibt früher oder später ihren Geist auf. Glaub mir. Das ist ein unumstößliches Naturgesetz, und es gilt auch für DEINE Festplatten. Mir ist es vor etwa einem Jahr passiert. Mein Laptop startete nicht mehr, und nichts, was auf dieser Festplatte gespeichert war, war noch zu lesen. Und das passiert auch mit jeder anderen Festplatte im Universum irgendwann. Auch mit Deiner! Doch, echt.

Deswegen bin ich völlig besessen von ordentlichen Backups. Immer schon. Was mir damals sehr geholfen hat. Ich habe ganz entspannt eine neue Festplatte eingebaut, diesmal eine SSD, und das letzte (TimeCapsule-)Backup eingespielt. Danach waren alle Daten so, wie eine Stunde vor dem Crash. Und der Laptop war durch die SSD schneller geworden… 🙂

Und letzte Woche habe ich endlich etwas weiteres geschafft: Ich habe ein Backup auf einer externen Festplatte mal nicht Zuhause in den Schrank gestellt, sondern an einem anderen Ort gebracht. Das heißt offsite-backup und gilt als Mindestanforderung an eine vernünftige Backup-Strategie. Hilft sehr, wenn das Haus abbrennt. Offsite-backups gehen als Cloud-backup oder durch Fortschleppen einer Festplatte ins Büro, zu Freunden oder Verwandten.

Die vier wichtigsten Anforderungen an eine vernünftige Back-up-Strategie lauten:

  • Mach auf jeden Fall Backups!
  • Prüfe immer mal wieder, ob Dein Backup funktioniert (zum Beispiel prüfst Du heute und an jedem Freitag den 13., ob Du Dein Backup wiederherstellen kannst).
  • Mach mindestens zwei Backups.
  • Lager ein Backup woanders als Zuhause (offsite-backup).

Backups Deiner Daten sind ja nicht nur ein Geek-Hobby. Früher gab es die guten, alten, in Leder gebundenen Familien-Fotoalben, und die gingen nicht alle paar Jahre kaputt, weil irgendeine Laptop-Festplatte abrauchte. Und so waren die Erinnerungen sicher. Inzwischen ist es aber doch so, dass ein großer Teil unserer Erinnerungen nur noch elektronisch sind. Fotos, Videos, Dokumente, alles nur noch elektronisch.

Stell Dir vor, der Computer, auf dem Du das alles gespeichert hast, geht kaputt. Und Du hast kein Backup. Alle Fotos Deiner Kinder, Videos der ersten Schritte, jpg´s Deiner verstorbenen Großmutter, pdf´s Deiner Sporturkunden: alles weg. Ich würde wahnsinnig werden. Ein achtsamer Umgang auch mit seinem digitalen Leben gehört inzwischen genauso zu einer vernünftigen Selbstfürsorge wie früher das ordentliche Sammeln von Fotos in Fotoordnern.

Also meine Backup-Strategie sieht so aus:

  • Da ich einen Mac habe, habe ich auch eine TimeCapsule, die macht automatisch jede Stunde ein Backup aller Daten.
  • Alle sechs Monate speichere ich alles wichtige auf einem Drobo, der steht inzwischen nicht mehr Zuhause. Stürzt das Haus ein, sind meine Daten sicher.
  • Zuhause speicher ich alles immer mal auch noch auf meinem FileTransporter.
  • Zusätzlich benutze ich Cloud-Speicher. Alle wichtigen Daten habe ich in der Dropbox.
  • Meine 24.000 Fotos sind einmal bei Flickr gespeichert und jetzt neu bei Everpix (Achtung, Werbung; Wenn du Dich über diesen link anmeldest, bekommst Du 6 Monate länger zurückreichenden kostenlosen Speicherplatz dort). Everpix stellt alle Fotos von allen Geräten in einer schönen Ansicht zusammen, sortiert Duplikate aus, macht Teilen möglich und erlaubt auch das wieder herunterladen, wenn man Fotos verloren hat, was flickr zum Beispiel nicht erlaubt.
  • Und ich experimentiere mit Bitcasa, einem Dienst, der unbegrenzten Online-Speicher anbietet, allerdings nach dem Einführungspreis von 29 $ fürs erste Jahr, den ich gezahlt habe, später für 79 € pro Jahr. Die ersten 10 GB sind allerdings kostenlos.
  • Ich hatte auch mal CrashPlan probiert, das war mir aber zu langsam.

Also: Verliere Deine Fotos nicht, verliere Deine Daten nicht, verliere keine Deiner elektronischen Erinnerungen. Mach Backups. Auf externen Festplatten, auf Cloud-Speichern oder beides. Aber machs!

Lebensvertrag


Viele in der Psychiatrie Tätige und viele Psychiatrie-Erfahrene kennen den "Anti-Suizid-Vertrag". Wenn jemand unter starkem Druck steht, sich etwas anzutun, kann eine schriftliche Vereinbarung, für eine bestimmte Zeit sich eben nichts anzutun, sondern andere Verhaltensweisen zu wählen, zum Beispiel zum Pflegepersonal zu gehen und zu besprechen, welche Skills helfen, ein Gewinn sein.

Der Begriff Anti-Suizid-Vertrag ist recht sperrig, umgangssprchlich wird er dann oft auch noch zu "Suizid-Vertrag" verkürzt, was ja nun wirklich gar nicht geht.

Heute habe ich (schon wieder in einer Prüfung) einen sehr viel besseren Namen für diesen Vertrag gehört:

Lebensvertrag

Na also. Geht doch. Ich werde ihn ab jetzt nie mehr anders nennen.