Neujahrsvorsätze und Willensstärke

Ich weiß, heute ist der große Tag der Neujahrsvorsätze. Ich habe zur besseren Orientierung, wieviel Willensstärke man zur Erreichung welchen Ziels braucht, mal diese streng wissenschaftlich fundierte Grafik erstellt. Also gut, es sind auch meine persönlichen Erfahrungen mit Diäten eingeflossen….
Was habt ihr euch vorgenommen und wieviel Willenskraft braucht ihr dafür? Tugenden und Ideen bitte unzensiert in die Kommentare!

Forget what you know about disability

Das ist mal ein Umgang mit „disability*“. Die lettische Künstlerin Viktoria Modesta, die sich nach langer Krankheit ein Bein hat amputieren lassen, möchte den klassich mitleidigen und entwertenden Blick auf Behinderungen umstoßen. Und das gelingt ihr auch. Schaut das Video!

Die Zeit berichtet hier etwas über die Hintergrundgeschichte.

Das IQWiG hat die Vorträge seiner Herbsttagung zum Thema „Zukunft der Evidence based medicine“ online gestellt.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) spielt eine größere Rolle für unser Medizinsystem, als seine relative Unbekanntheit vermuten lassen würde. Seine aktuelle Herbsttagung war offenkundig sehr interessant, da sie sich mit den zukünftigen Herausforderungen der Evidence based medicine beschäftigt hat. Die Vorträge sind inzwischen hier online gestellt, so dass man sie nachhören kann. 
Ich fand den Vortrag des Chefs des britischen NICE Instituts, Prof. Haslam sehr interessant. Er problematisiert, dass fast alle randomisierten Studien und damit fast alle evidenzbasierten Empfehlungen sich auf Patienten beschränken, die genau eine Krankheit haben. In der Realität haben die Menschen aber mit zunehmendem Alter kaum noch nur eine akute oder chronische Krankheit, sondern zwei, vier oder acht akute oder chronische Krankheiten gleichzeitig. Im heutigen Versorgungssystem liegt die Behandlung dann in den Händen von ebensovielen Spezialisten gleichzeitig, die sich ihrerseits dann auch noch auf Empfehlungen stützen, die an Patienten erarbeitet worden sind, die in aller Regel jung sind und nur eine Krankheit haben.
Gegenwärtig gibt es im ambulanten Bereich wenigstens noch den Hausarzt, der sich darin auskennt, multimorbide Patienten zu behandeln. Im stationären Bereich gibt es diese Spezialisierung bei Geriatern, sie ist aber insgesamt viel zu wenig vertreten.
Damit die Evidence-based-medicine nicht den Anschluss an die Versorgungsrealität verpasst, muss sie sich diesen Herausforderungen stellen. Damit, wie Prof. Haslam sagt, auch in Zukunft sicher gestellt ist, dass eine empfohlene medizinische Maßnahme, etwa eine Medikation, auch wirklich mehr nützt als schadet. 
Hiervon unter anderem handeln die Vorträge der Herbsttagung. Schaut doch hier mal rein.

Bildband 50 Shrinks

Wolltest Du schon immer mal sehen, in welchen Praxisräumen der berühmten Otto Kernberg arbeitet? Der deutsche Psychoanalytiker Sebastian Zimmermann, der selbst seit 15 Jahren in New York praktiziert hat 50 New Yorker Psychoanalytiker in ihrem Behandlungsraum fotografiert. Der entstandene Bildband „50 Shrinks“ ist leider nicht auf Amazon.de zu bekommen, aber auf Amazon.com hier.

Der Spiegel-Artikel hierzu zeigt schon mal 12 Bilder. Sehr hübsch.

Danke für den Hinweis, Andrea!

Spenden für Wikipedia

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Frohe Weihnachten!

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Liebe Leser und Mitdiskutanden dieses blogs! Vielen Dank für das engagierte Feedback und die lebhaften Diskussionen auf diesem Blog.

Ich wünsche euch ein erholsames und liebevolles Weihnachtsfest und ein gesundes Jahr 2015!

Euer Psychiatrietogo

P.S.: Wer sich noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung befindet und einen Bart trägt, der kann die „Beard Baubles“ bei Tictail bestellen. Wenn das nicht hilft…

Die KBV hat eine bundesweite Famulaturbörse für Praxen eröffnet

Famulaturen sind eine exzellente Möglichkeit, sich einen bestimmten Bereich der Medizin mal ganz in Ruhe und wirklich aus der Nähe anzusehen. Bevor sich ein Arzt entscheidet, zum Beispiel in der Urologie anzufangen, hat er mit Sicherheit vorher als Student mal eine 4-wöchige Famulatur in der Urologie gemacht. Gegenwärtig finden fast alle Famulaturen in Kliniken statt. Das ist so gewachsen und wird kaum hinterfragt. Dabei ist es vor der Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich sehr wichtig, zu sehen, wie dieser Bereich später in der Niederlassung aussehen würde. StudentInnen, die sich beispielsweise für Gynäkologie interessieren, machen typischerweise erst mal eine Famulatur in einer gynäkologischen Klinik. Wenn die Entbindungen und die vielen Operationen sie faszinieren, spezialisieren sie sich vielleicht auf Gynäkologie und Geburtshilfe. Wenn sie sich dann aber niederlassen, sieht der Arbeitsalltag ganz anders aus.

Dazu kommt, dass die Ärzte in den letzten Jahren immer stärker dazu neigen, in Kliniken arbeiten zu wollen, und es für frei werdende Praxen immer schwieriger wird, einen ärztlichen Nachfolger zu finden.

Es ist daher ein kluger Zug, dass die Kassenärztliche Bundesvereinigung eine bundesweite Famulaturbörse für niedergelassene Praxen aller Fachrichtungen eröffnet hat. So können sich Medizinstudenten schon während des Studiums einen guten Eindruck davon verschaffen, wie das Leben zum Beispiel als niedegelassener Hausarzt, niedergelassener Chirurg oder niedergelassener Augenarzt so aussehen würde.  

Bislang haben sich noch nicht viele Psychiatrische Praxen eingetragen. Famulanten sind aber eine echte Bereicherung. Wer eine Platz in irgendeinem Fachbereich sucht oder einen Platz anbieten kann, der ist unter www.famulaturboerse.lass-dich-nieder.de genau richtig.

Zur Famulaturbörse geht es hier.

Niedergelassene Ärzte, die Famulaturplätze anbieten, registrieren sich hier.

Digital Detox

Ein neuer Hashtag bahnt sich seinen Weg durch die Netzwelt: #Digital Detox. Und der liegt voll im Trend. Er beschreibt das Bedürfnis, mal ganz frei von Internet, Email, Telefon, Twitter, Facebook und allem Digitalen sein zu wollen. Und er suggeriert, dass all diese Techniken im Übermaß genossen toxisch seien und man sich daher erst mal unter schweren Entzugserscheinungen detoxizieren müsse, um wieder normal zu werden.

Vielleicht bin ich als bekennender Digital-Junkie auch verblendet, aber ich finde diese Sicht nicht richtig. Zuerst einmal ist es ja nicht das Medium, das potentiell schlecht ist, sondern meine Nutzung. Das ist wie mit dem Fernsehen. Oder dem Bahnfahren. Fernsehen an sich ist weder gut noch böse. Aber ich kann fernsehen sinnvoll oder schädlich nutzen. Und das Bahnfahren bei hohen Geschwindigkeiten schadet dem Menschen, anders als früher vermutet, an und für sich auch nicht.

Das Internet und seine Kommunikationstechniken werden deshalb so gerne genutzt, weil der Mensch seinem Wesen nach sehr sehr gerne kommuniziert. Er ist dafür geschaffen, ständig mit Mitgliedern seiner Gruppe, mit seinen engsten Angehörigen und mit ferner stehenden an gleichen Dingen interessierten Menschen zu kommunizieren. Wenn man alle Stecker zieht, redet der Mensch mit seinen Nachbarn, seinen Freunden und seinen Haustieren. Der Mensch kommuniziert halt gerne.

Und das Internet erleichtert die Kommunikation sehr. Ich kann das aber nicht toxisch finden. Es ist ja auch nicht toxisch, dass der Mensch isst und trinkt. Ein Übermaß könnte komisch sein, aber ich bin nicht sicher, wann das erreicht wäre. 

Es ist sicherlich sinnvoll, seine Freunde oftmals auch offline zu treffen, mit ihnen was zu kochen, zu essen und gemeinsam was zu erleben. Aber wenn meine Freunde alle weit weg wohnen, warum sollte ich dann nicht per Facetime, Facebook, Email oder Twitter in Verbindung bleiben?

Ich glaube, dass es übertrieben ist, zu sagen, man müsse sich öfters mal digital detoxizieren.

Aber:

Neulich habe ich eine Schiffsreise gemacht. Und auf hoher See hat man nun mal kein Netz. Sozusagen ein digitaler Zwangsentzug. Ich kann nicht anders, ich muss sagen: Das fand ich schon sehr erholsam. Es fiel mir viel leichter, mich auf ein Buch zu konzentrieren und mich auf die Dinge zu fokussieren, die ich gerade mache. Allein die Tatsache, dass ich ein funktionierendes Smartphone in der Tasche habe, hat offenbar schon etwas Ablenkendes.

Mein Fazit

Achtsamkeit ist auch im Umgang mit Digitalen Medien hilfreich. Ich teile ja auch sonst meine Aufmerksamkeit bewusst Dingen zu und gehe bewusst damit um, womit ich mich beschäftige. Das ist bei digitalen Medien nicht anders. Aber giftig sind sie deshalb nicht.

Wie denkt ihr über Digital Detox? Sinnvoll? Notwendig? Sollte man vom Arbeitgeber dazu gezwungen werden? Oder sollte man einfach mehr Schiffsreisen unternehmen? Schreibt eure Ansich in den Kommentar!

Desk: Ein wirklich schöner Blog-Editor für den Mac

Ich weiß, ich sollte einen zweiten Blog mit dem Namen: „Mein Blog-Editor der Woche“ betreiben, und somit alle ausschließlich an psychiatrischen Themen Interessierten davon verschonen. Aber Desk ist nicht umsonst von Apple als eine der Besten Apps 2014 ausgezeichnet worden.

Desk für Mac

Desk gelingt es, alle fürs bloggen benötigten Tools unter einer völlig minimalistischen Oberfläche unterzubringen. Wenn man schreibt, dann sieht man nur das Blatt, auf das man den Text tippt. Mit der rechten Maustaste kommt man rasch an alle grundlegenden Formatierungsoptionen. Bilder kann man einfach per Drag&Drop einfügen. Und selbst Videos lassen sich einfügen, indem man einfach die URL des Youtube- oder Vimeo-Videos einfügt.

Rasch noch ein paar tags und Kategorien eingefügt, und den Publish-button drücken. So macht bloggen wirklich Spaß!

Hier habe ich den screencast auf Youtube verlinkt

Online-Fragebögen zur Positiven Psychologie der Uni Zürich

Online-Fragebögen, die einem direkt eine Auswertung bringen, machen mir immer Spaß. Bedauerlicherweise sind sie nicht ganz leicht zu finden, kosten Geld oder sind irgendwie fragwürdig.

Sehr erfreulich finde ich daher, dass die Fachrichtung Persönlichkeitspsychologie der Universität Zürich nun im Rahmen eines Forschungsvorhabens unter der Adresse www.charakterstaerken.org eine ganze Reihe von Online-Fragebögen zur Verfügung stellt, die sich ausgerechnet mit der besonders schönen Positiven Psychologie beschäftigen. Das Ausfüllen hilft der Forschung, und man bekommt die Ergebnisse direkt angezeigt.

Es stehen eine Reihe von Fragebögen zur Verfügung, die sich überwiegend um Charakterstärken, Humor und positive Persönlichkeitseigenschaften drehen:

Die Fragen werden dann durch clicken beantwortet:

Und man erhält sofort eine differenzierte Auswertung:

Also wenn man so unterhaltsam etwas für das Fortschreiten der Erforschung der positiven Psychologie tun kann, dann los!

http://www.charakterstaerken.org