Wir basteln uns ein glückliches Leben Teil 718: Die Wunschliste

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Und so wirds gemacht:

+ Du nimmst dir einen Zettel, dein Lieblings-Notizbuch oder dein heißgeliebtes Handy.
+ Du schreibst deine Wünsche auf. Gegenstände, Unternehmungen und ganz andere Sachen. Dinge, die du begehrst.
+ Du schreibst auch die Wünsche deiner Liebsten auf.
+ Nun wird es spannend. Im nächsten Schritt erfüllst du dir oder einem deiner Liebsten immer mal wieder einen dieser Wünsche. Und auch das notierst Du auf deiner Wunschliste: Wünsche, die Du Dir oder anderen erfüllt hast.
+ Und schon bald wirst du merken, dass sich ein glückliches Gefühl einstellt. Du siehst, wie viele Wünsche Du dir und deinen liebsten erfüllt hast.
+ enjoy!

Garten der Sinne oder Achtsamkeitsübungen für Kinder und Erwachsene

Heute war ich im Schloss Freudenberg bei Wiesbaden. Ein Spaziergang auf Stelzen zur Riesenschaukel, große Figuren im Park und tausend Spielsachen für Erwachsene und Kinder laden schon vor Betreten des Schlosses ein, sinnliche Erfahrungen zu machen. Im Schloss finden sich dann weitere überraschende Experimente und Spiele, alles zum ausprobieren und spielen.
Im Keller fand ich dann – neben dem Raum für die Klangmeditation – die Dunkelbar. Das Konzept kennt ihr: Es ist absolut dunkel. Stockdunkel. Also eben komplett absolut total dunkel. Der Kellner ist blind und hilft etwas bei der Orientierung. Als ich hineinging, wußte ich natürlich erst mal nicht, wo Stuhl und Tisch sind. Der Kellner hilft. Und als ich saß und durch tasten und klopfen die Tischplatte lokalisiert hatte, fühlte ich mich schon etwas sicherer. Und dann hilft sprechen, um sich mit den anderen abzustimmen. Und das gelingt nach kurzer Anlaufzeit auch kleinen Kindern. Kakao trinken und Kuchen essen geht erstaunlich problemlos im Dunkeln, selbst bezahlen funktioniert; 5 € Scheine sind auffällig klein, 10 € Scheine sind kleiner als 20 und 50 € Scheine.
Natürlich war ich auch wieder sehr froh, als ich zurück ans Licht kam. Aber es war sehr spannend. Und es fokussiert knallhart die Sinne.
Ähnliches gibt es in Köln und Berlin: Unsichtbar, in Frankfurt: Dialog im Dunkeln und in vielen anderen Städten.

Achtsamkeit

Wenn man möchte, kann man alle diese sinnlichen Spiele, insbesondere das Essen im Dunkeln, auch als Achtsamkeitsübung wahrnehmen. Achtsamkeitsübungen spielen nicht nur im Rahmen der DBT Behandlung eine Rolle, sondern helfen immer dann, wenn man sich auf sich selbst, auf seine Sinneswahrnehmungen konzentrieren und fokussieren möchte.

Was sind Eure liebsten Achtsamkeitsübungen? Schreibt sie in die Kommentare!

happy birthday wordpress!

Und noch was: WordPress feiert heute seinen 10. Geburtstag!

Herzlichen Glückwunsch und danke für die kostenlose, bei mir immer unproblematische blogging Lösung.

Die Zeit schreibt, dass ca. 20 Prozent aller Internet-Seiten mit WordPress erstellt worden sind, viele davon mit der kostenlosen Variante. WordPress.com ist ein kostenloses, optional kostenpflichtig zu erweiterndes Angebot eines der Gründungsentwicklers, der immer noch dabei ist.

Willkommen in meiner Blogroll Dienstarzt

Dienstarzt

Lieber Dienstarzt, willkommen in meiner Blogroll!

Als niedergelassener Schweizer Allgemeinmediziner berichtet der Dienstarzt über ein breites Spektrum an Themen. Ich lese ihn schon länger, besonders lesenswert finde ich seinen neuen Eintrag über das DSM–5 und das Leben als medizinischer Auswanderer in die Schweiz.

Ich wollte schon länger mal einen Artikel darüber schreiben, ob Tavor® expidet (lorazepam sublingual) wirklich schneller wirkt als normales Tavor, und nach wieviel Minuten mit einer pharmakologischen Wirkung zu rechnen ist. Könnt Ihr aber bereits seit 2009 beim Dienstarzt nachlesen… 🙂 Und da ist alles gesagt, muss ich nicht ergänzen.

blogroll (check)

subscribe: http://dienstarzt.wordpress.com

‚Crack Consumes‘: Eindrucksvolle Anti-Crack Aktion in Brasilien…

Der lebensnotwendige Blog „Geekology“ (danke für den Tip M.S.!) hat eine brasilianische Anti-Crack Werbung dargestellt. Das Video zeigt auf Teig gedruckte Porträts, die von Mehlwürmern aufgefressen werden.Die fressen Deine Persönlichkeit, wie das Crack… Hübsch…

(Via Geekologie – Gadgets, Gizmos, and Awesome)

Pharmama zum neuen DSM

Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt

Pharmama hat mir mit diesem Artikel ganz aus der Seele geschrieben. Das neue DSM-5 ist zu Recht nicht unumstritten.

Es gibt auch jetzt schon – völlig unabhängig vom Diagnosesystem – eine große Neigung, die ganz normale Lebensbewältigung gleich als Depression zu behandeln, jede Sorge zur Angststörung zu machen und jede Gefühlsregung außer der satten Zufriedenheit gleich zur Impulskontrollstörung zu machen; – und natürlich sofort nach einer Tablette dagegen zu schreien. Das neue DSM steht hier in der Gefahr, durch in Teilbereichen recht niedrige Diagnoseanforderungen eine Pseudoobjektivität für Diagnoseliebhaber zu liefern.

Es liegt in der Verantwortung der diagnostizierenden Ärzte, eben nicht jedes Wehwehchen überzudiagnostizieren, sondern nur die Beschwerden zu Krankheiten zu erklären, die das auch wirklich sind. Und wir wissen: Das wird nicht jeder in gleicher Weise tun, obwohl genau das die Grundidee eines einheitlichen Diagnosekriterienkataloges ist: Die Willkür abschaffen und einheitliche Kriterien zu formulieren. Diese sollten auch meiner Meinung nach dann natürlich hoch genug gehängt werden, um behandelbare Krankheiten auf der einen Seite zu trennen von Befindlichkeitsstörungen und Verhaltensvarianten auf der anderen Seite.

Die Verantwortung, eine Diagnose nur dann zu stellen, wenn das Gesamtbild der Beschwerden und des Leidens dies rechtfertigt und wenn die Diagnose eine Hilfe zur Therapie darstellt, bleibt bei jedem Diagnosesystem bei den einzelnen Ärzten und Psychologen.

Mögen sie weise damit umgehen…

Alternativen zur Traumatisierung

Liebe Psychoszene!
In den letzten Jahren haben sich viele von Euch angewöhnt, bei jeder mittleren Belastung eine “Traumatisierung”, bei Schwierigkeiten eine “schwere Traumatisierung” und bei ernsthaften Widrigkeiten eine “schwerste Traumatisierung” zu sehen und das den Leuten auch mit genau diesen Begriffen ins Gehirn zu brennen.
Nun fangen Gedanken, Gefühle und Selbstbilder aber eben mit Worten an, und diese formen unsere inneren Konzepte. Es ist daher wichtig, mit Worten sorgsam und differenziert umzugehen. Manche Dinge im Leben sind einfach

  • doof
  • unangenehm
  • lästig
  • mühselig
  • unerfreulich
  • anstrengend
  • belastend
  • eine schwere Kindheit
  • Stress am Arbeitsplatz
  • erschreckend
  • erschütternd
  • schwierig
  • verstörend
  • beängstigend
  • besorgniserregend
  • schlimm
  • furchtbar
  • schrecklich
  • dramatisch
  • oder ein großer Verlust.

In diesen Fällen bitte diese Worte verwenden.
Andere Dinge sind “traumatisierend”. Bitte in diesen Fällen und nur in diesen Fällen diesen Begriff in die Menschen einpflanzen.
Der Begriff “traumatisiert” ist wie sehr viele vom professionellen System verwendete Worte eine mechanistische Analogie zu physikalischen oder körperlichen Prozessen. Das Trauma kennt man in der Medizin ursprünglich von Unfällen, in denen ein oft schwerer mechanischer Gewebedefekt entsteht. Dieser kann heilen, verheilt aber oft nicht vollständig, das heißt, der Begriff impliziert die Vermutung der teilweisen Irreversibilität. 1990 wurde der Begriff der “Psychotraumatologie” in die Welt gesetzt. Und dieser Begriff hat auch seine Berechtigung. Es gibt singuläre und es gibt wiederholte Ereignisse, die eine gesunde Psyche so erheblich verletzen, dass selbst nach einer langen Heilung nicht sicher ist, ob nicht Narben oder Funktionseinbußen zurückbleiben.
Aber man darf nicht übersehen, dass die menschliche Psyche eben keine starre Maschine ist und daher sehr weitreichende Möglichkeiten hat, zu heilen und sich neu zu organisieren. Wenn einem ein Hai in die Wade beißt und ein Stück Muskelfleisch herausreißt, wird diese Wade auch nach langer Heilung nicht mehr so aussehen, wie vorher. Auch nach einer psychischen Verletzung ist man nachher nicht unbedingt derselbe wie zuvor. Vielleicht ist man aber stärker, bewusster und auf die eine oder andere Art “gewachsen”.
Von vielen wird der Begriff “Traumatisierung” mit einem sehr negativen Script verknüpft. Das Script enthält oft die Elemente Opfer, Irreversibilität und dem sich Abfinden mit Funktionseinschränkungen. Das kann manchmal richtig sein, oft ist es aber auch unpassend.
Ich möchte daher jeden bitten, anderen Menschen den Begriff und das Konzept der “Traumatisierung” nur noch dann ins Gehirn zu pflanzen, wenn er zuvor mindestens 15 Sekunden darüber in Ruhe nachgedacht hat und alle milderen Alternativen aus gutem Grund verworfen hat. Und in diesem Fall soll er eine angemessene Hilfestellung anbieten.
Alles andere kann traumatisierend wirken.

Elyn Saks

Diesen Artikel aus der Zeit bitte unbedigt lesen.

Er berichtet über Elyn Saks, Jura-Professorin an der traditionsreichen Gould School of Law der University of Southern California in Los Angeles.

Und sie ist seid ihrer Jugend und bis heute Schizophrenie Patientin.

Was sich Medizinstudierende wünschen

In diesem Video sagen Medizinstudierende, was sie sich wünschen. Sie sagen ganz korrekt, dass sie neben dem Leben als Ärztin oder Arzt noch für ihre Freunde und ihre Familie da sein wollen. Im Abspann steht dann: „8 Stunden am Tag. 100 %“.

Damit gehen sie auf Abstand zur aktuellen Kampagne der Kassenärztlichen Vereinigung, die betont, dass die Ärzte eben immer eine Versorgung sicherstellen.

8 Stunden am Tag, das ist dann doch noch ein gewisser Weg hin bis zur Realität; die Medizin ist halt ein 24/365 Gewerbe, und alles in 8 Stunden-Schichten aufzuteilen, ist auch nicht immer die beste Lösung.

Aber es ist ein sehr schön gemachter Film und er zeigt, was heute wichtig ist…

Welchen Anteil hat die Forensik an der gesamten Psychiatrie?

Zählt man die Betten in der "normalen", also der "nicht-forensischen" Psychiatrie und die Betten in der forensischen Psychiatrie in Deutschland zusammen und betrachtet dann den relativen Anteil der forensischen Betten an der Gesamtheit, dann ergibt sich folgendes Bild:

  • Vor 20 Jahren war jedes 29. psychiatrische Bett forensisch.
  • Heute ist jedes vierte psychiatrische Bett forensisch.

Quelle: Prof. Seifert, Münster.

DragonDictate 3 für Mac Deutsch

Regelmäßige Leser dieses blogs wissen, dass ich nichts unversucht lasse, die Produktivität aller Mac-Gadgets für meine Zwecke auszuprobieren. Mein neuestes Spielzeug ist die Spracherkennungssoftware DragonDictate für Mac in der Version 3.

Dieses Video zeigt einen kurzen Test, wie gut sich DragonDictate 3 für Mac in Deutsch gegenwärtig in der Spracherkennung von Umgangssprache und Fachsprache schlägt.

7 einfache Tips, mehr Zeit für sich selbst zu haben

1. Alle email-Newsletter abbestellen.

2. Bei Twitter mal öfters mutig auf „Entfolgen“ klicken

3. Unnötige RSS-Feeds ausmisten —-Aargh DOCH NICHT DIESEN !!!

Was könnte uns unser Paartherapeut fragen; Teil 948

“Was hat Ihren Partner in der letzten Woche bewegt, wie ist es ihm gegangen, was hat er gefühlt?”

Verdammt schwierige Frage… 🙂

Danke an Karen

Spermien zeigen unter SSRI erhöhte Rate an DNA-Fragmentierungen

SSRI und Fruchtbarkeit

SSRI haben bekanntermaßen Auswirkungen auf die Sexualität; bei Männern führen SSRI nicht selten zu einem verzögerten Orgasmus. Nun ist im Fachmagazin „Fertility and Sterility“ eine Studie erschienen (abstract hier), die bei 35 gesunden Männern die Spermienqualität unter Therapie mit SSRI untersucht hat. Das Ergebnis ist, dass bei 30,3 % der behandelten Probanden DNA-Fragmentierungen, also Brüche in der DNA der Spermien, festgestellt worden sind, verglichen mit 13,8 % vor Beginn der Therapie. Dazu kam, dass 35 % der behandelten Männer über erektile Dysfunktion klagten und 47 % die bekannten Orgasmusstörungen beschrieben. Alle diese Nebenwirkungen verschwanden nach Absetzen der SSRI wieder. Da DNA-Fragmentierungen die Fruchtbarkeit reduzieren können, sollten Männer mit Kinderwunsch über diese Nebenwirkung von SSRI aufgeklärt werden.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54357/Spermien-Krise-unter-Antidepressiva

Während einer Diät hat der Mensch Hunger

Über Diäten ist schon mehr als genug geschrieben worden. Mich fasziniert dennoch, warum sie so schwierig sind. Ich selbst frage mich regelmäßig, warum ich mich nicht einfach entscheiden kann, weniger zu essen und mehr zu verbrauchen. Aber das gelingt nur mit größter Mühe.

Es gibt ja die vereinfachende, mechanistische Vorstellung, man müsse einfach nur mehr verbrauchen, als man zu sich nimmt, und dann nimmt man ab. Wie praktisch alle mechanistischen Vorstellungen vom menschlichen Körper oder der Psyche greift auch diese Vorstellung zu kurz. Sie stimmt zwar, aber sie läßt Folgendes unberücksichtigt: Der menschliche Körper reduziert in Hungerszeiten – also in der Diät – den Grundumsatz. Diese Erkenntnis ist gemeinhin akzeptiert, sie wird nur leider in ihrer Auswirkung auf die Planung einer Diät nicht immer konsequent angewendet. Das bedeutet nämlich, dass man während einer Diät die Kalorienzufuhr sehr weit unter den bisherigen Verbrauch senken muss. Nämlich um die geschätzten 500 Kcal pro Tag, die der Körper einfach so den Grundumsatz kürzt plus die Kalorien, die ich jeden Tag abnehmen will. Und dass man nicht allzu oft Pausen machen darf. Tut man aber genau das, die Kalorienzufuhr sehr weit unter den Verbrauch senken, dann entsteht Hunger. Ich verstehe nicht, wieso das alle immer leugnen wollen. Der Körper wäre ja schön doof, wenn er in einer solchen Situation keinen Hunger signalisieren würde. Ich selbst halte von allen Ideen, man könne ohne Hunger abnehmen, einfach gar nichts. Ich würde meinem Körper auch misstrauen, wenn er sich von irgendeiner Quark-Protein-Diät-Trennkost-Masche so an der Nase herumführen ließe, dass er abnimmt, ohne Hunger zu zeigen. Der Mensch hat diese evolutiv sinnvolle Möglichkeit, Fett anzusammeln. Er hat auch die Möglichkeit, Hungersphasen mit dem Abbau von Fett zu überstehen. Aber er konzentriert sich in diesen Hungerphasen auf eine Sache: Essen finden und aufessen. Und er signalisiert: HUNGER!!! Er nimmt keinen Schaden am Fasten, aber er mag es gar nicht. Er zeigt es mir mit

  • Hunger
  • Schlafstörungen
  • Abgeschlagenheit
  • Dysphorie
  • Reizbarkeit und
  • einer ziemlichen Einengung des Denkens an Essen.

Wenn ich während einer Diät jogge, kann ich deutlich weniger schnell und weniger lange laufen, als wenn ich keine Diät mache. Der Körper läuft auf Sparflamme und das zeigt er auch unmissverständlich.

Hunger ist ebenso wie die anderen basalen menschlichen Gefühle wie Angst, Freude, Müdigkeit, etc. ein Gefühl, dass einen starken Handlungsimpuls auslöst. Wer Angst empfindet, hat einen starken Impuls, entweder die Flucht zu ergreifen oder anzugreifen. Wer müde ist, will schlafen. Und wer Hunger hat, will etwas essen, wenn es verfügbar ist. Aber anders als beim Schlafenden unterstellt man demjenigen, der während einer Diät ißt, Willensschwäche. Man kann dem Hungergefühl auch widerstehen, es ist aber nicht leicht, vor allem, wenn Essen in Reichweite und sichtbar ist.

Ich ärgere mich oft, wenn ich immer wieder von allen Seiten höre: “Du musst nur so oder so essen, dann nimmst Du ab, ohne Hunger zu haben.” Also Du vielleicht. Ich nicht.

Wie ergeht es Dir? Hast Du während einer Diät Hunger? Bist Du während einer Diät abgeschlagen, reizbar, reduziert belastbar? Oder bist Du so wie die jungen Damen in der Abnehm-Shake Werbung? Ab mit Euch ins Kommentar-Feld!

P.S.: Inzwischen habe ich im Buch „Fettlogik“ gelesen, dass der Körper erst so nach zwei bis drei Tagen seinen Grundumsatz reduziert, und das auch nur um 50-100 kcal, was ja eigentlich zu vernachlässigen wäre. Allerdings sehe ich in den Kommentare zu diesem Blogpost auch, dass diese Aussage nicht unumstritten ist. Wie seht ihr die Sache?

Defi Now: Smartphone App weist den Weg zum nächsten Defi

Defi_Now

Jemand in Deiner Nähe sinkt plötzlich leblos in sich zusammen. Du suchst seinen Puls: Kein Puls zu tasten. Du weist, was zu tun ist: Notruf absetzen und eine Reanimation starten. Du wärest nicht der Erste, der in diese Lage kommt. Der blog Alltag im Rettungsdienst sammelt gerade Erfahrungsberichte von Ersthelfern, die in solchen und ähnlichen Notfällen Erste-Hilfe geleistet haben.

Wenn man reanimieren muss, dann erhöht man die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges dramatisch, wenn man zügig einen Defibrillator einsetzt. Dafür muss man eben gerade nicht Arzt sein, mit einem der inzwischen immer öfter im öffentlichen Raum anzutreffenden automatischen Defibrillatoren (Automatischer Externer Defibrillator: AED) können auch Laien genau diesen Vorteil für die Patienten erreichen. Wenn die Reanimation aufgrund eines Kammerflimmerns erforderlich ist, fällt die Wahrscheinlichkeit, jemanden erfolgreich zu reanimieren, etwa um 10% pro Minute, in der nicht adäquat geholfen wird. Die entscheidende Hilfe beim Kammerflimmern ist neben der kardiopulmonalen Reanimation die frühzeitige Defibrillation. Dafür braucht man aber nun einen Defi. Den kann man unter 112 bestellen, dann auch gleich mit Bedienung; aber manchmal ist man mit einem halbautomatischen Defi, den Laien bedienen können und sollen, einfach schneller. Wenn sich der Defi im Umkreis von 100 Metern um den Notfall herum befindet, ist es auch wirklich hilfreich, diesen herbei zu schaffen. Im ländlichen Raum, wo der Notarzt länger braucht, um zu kommen, auch in einem weiteren Radius. Nun gibt es eine Smartphone-App, die anzeigt, wo sich der nächste Defi befindet: Entweder Def_Now im App Store laden oder unter http://definow.org die App für Android finden.

Neben dem Zugriff auf die Datenbank zeigt die App einem auch an, was bei der Reanimation in welcher Reihenfolge zu tun ist und gibt auf Wunsch einen Takt für die Herzkompression und die Beatmung im 30:2 Verhältnis an.

Bei einer Reanimation kann auch jeder Nicht-Arzt durch den Einsatz eines AED´s wirklich die Chancen verbessern, eine App, die zeigt, wo der nächste Defi ist, ist daher sinnvoll. Man kann sich auch einfach mal in Ruhe anschauen, wo von zu Hause/von der Arbeit aus der nächste Defi wäre… Ich habe jedenfalls gleich mal den noch nicht verzeichneten Defi unseres Krankenhauses in die Datenbank eingetragen…

Jose Saramago: Claraboia

"Niemand ist verpflichtet, einen anderen zu lieben, aber wir alle sind verpflichtet, einander zu achten. "
Jose Saramago

Jose Saramago

Der Portugiese Jose Saramago kannte die Menschen und er konnte sie beschreiben und charakterisieren, wie kein anderer. "Die Stadt der Blinden" ist das bekannteste Werk des Literaturnobelpreisträgers. Nun ist ein Buch erschienen, das er als junger Mann geschrieben hat, das damals von seinem Verlag abgelehnt wurde. Es galt lange Zeit als verschollen. Saramago hat nach der Ablehnung dieses Buches 20 Jahre lang kein zweites Buch vorgelegt. Aber auch nachdem es sich wieder fand, hat er es nicht herausgegeben.
Jetzt, nach seinem Tode, ist es erschienen: Claraboia oder Wo das Licht einfällt.

Es ist ein Geschenk.

Abstillen und Psychopharmaka

Abstillen und Psychopharmaka

Wenn eine psychopharmakologische Medikation bei einer stillenden Patientin erforderlich wird, stellen sich immer zwei Fragen:

1. Geht das Psychopharmakon in die Muttermilch über?

Fast immer ja. So wie auch fast alle Psychopharmaka plazentagängig sind. Das liegt daran, dass Psychopharmaka immer die Blut-Hirn Schranke passieren können müssen, sonst würden sie ja nicht an ihren Zielort ins Gehirn kommen. Psychopharmaka sind daher zumeist klein oder lipophil. Beides gute Voraussetzungen, auch die Plazentaschranke zu überwinden und in die Muttermilch zu gelangen. Es gibt einige wenige Ausnahmen. So kann zum Beispiel Valproat die Blut-Hirn Schranke und die Plazentaschranke passieren, geht aber nur in einer so niedrigen Konzentration in die Muttermilch über, dass Abstillen bei Therapie mit Valproat nicht erforderlich ist. Aber das ist die Ausnahme. In der Regel gehen Psychopharmaka auch in die Muttermilch über.

2.) Abstillen mit Dostinex®?

Wenn zügiges Abstillen erforderlich ist, gibt man in der Gynäkologie oft Cabergolin (z.B. Dostinex®). Was ist das und wie wirkt sich das auf psychiatrische Erkrankungen aus?

Prolaktin

Prolaktin ist, wie der Name schon sagt, das Hormon, dass die Milchproduktion auslöst und unterhält. Es hat auch einen Gegenspieler, der, als er noch nicht identifiziert worden war, einfach seiner Funktion nach Prolaktin-Inhibiting-Hormon genannt wurde. Es hat sich gezeigt, dass die gesuchte Substanz einfach der Botenstoff Dopamin ist. Dopamin bindet an den D2-Rezeptoren der Prolaktin produzierenden Zellen im Hypophysenvorderlappen. Dies führt zu einer Hemmung der Sekretion dieses Hormons. Und da Prolaktin die Milchproduktion anregt, führt eine Hemmung der Produktion von Prolaktin zum Abstillen.

Das Prolaktin-Inhibiting-Hormon ist Dopamin

Cabergolin

Cabergolin ist ein von den Mutterkornalkaloiden abgeleiteter Arzneistoff. Er wirkt als primärer Dopamin-D2-Agonist. Cabergolin wird als Mittel gegen Morbus Parkinson, zum Abstillen, bei Galaktorrhoe oder bei Prolaktin-Überschuss angewendet. Cabergolin imitiert als Agonist an Dopaminrezeptoren die Wirkung des Neurotransmitters Dopamin. Es kann also wie jeder andere Dopamin-Agonist zum Abstillen eingesetzt werden.

Nun muss man für den Bereich der Psychiatrie allerdings bedenken, dass dopaminerge Medikamente Psychosen und psychotische Symptome bei anderen Erkrankungen verstärken können. Psychosen sind neurobiologisch ja gerade durch eine Überaktivität des dopaminergen Systems gekennzeichnet.
Und man muss bedenken, dass die älteren Neuroleptika oft starke Dopamin-D2-antagonistische Wirkungen haben. Diese konkurrieren dann mit der Wirkung von Cabergolin, beide Substanzen zugleich zu geben hieße, auf Gas und Bremse gleichzeitig zu treten.

Zusammenfassung:

  • Dopamin Agonisten können Psychosen auslösen oder verstärken
  • Dopamin Agonisten führen zu verminderter Prolaktin-Sekretion und damit zum Abstillen
  • Dopamin-Antagonisten werden in der Behandlung der Psychose eingesetzt
  • Dopamin-Antagonisten können als Unerwünschte Wirkung Hyperprolaktinämie und Milchfluss verursachen

Wenn es irgendwie möglich ist, solte man daher immer zunächst einmal versuchen, mit natürlichen Methoden wie kalten Quarkpackungen oder Ritterspitz-Verbänden das Abstillen zu unterstützen. Cabergolin sollte man in der Psychiatrie nur in gut durchdachten Ausnahmefällen einsetzen.