Cannabis drosselt die Dopaminsynthese

Es gibt hin und wieder Studien, die wirklich etwas erklären: Diese hier ist eine davon.

Cannabis und Dopamin

Untersucht wurde bei 19 chronischen Cannabis-Konsumenten mit psychotischen Symptomen und 19 gesunden Kontrollprobanden, ob die Cannabis-Konsumenten vielleicht eine erhöhte Dopamin-Synthese zeigen. Das würde die psychotischen Symptome erklären. Denn es wurden ja eben nicht regelmäßige Cannabis-Konsumenten untersucht, die von psychotischen Symptomen bislang verschont geblieben sind, sondern 19 Probanden mit psychotischen Symptomen.

Es kam heraus, dass die chronischen Cannabis-Konsumenten eine deutlich geringere Dopamin-Synthese hatten. Chronischer Cannabis-Konsum drosselt also die Dopamin-Synthese, zumindest bei Probanden, die psychotische Symptome zeigen. Sollte dieser Befund auch für nicht-psychotische Cannabis-Konsumenten gelten, wären damit zwei Befunde sehr gut zu erklären:

Das Amotivationale Syndrom

Chronische Cannabis-Konsumentne entwickeln nach einigen Monaten, spätestens nach wenigen Jahren, recht zuverlässig ein amotivationales Syndrom. Dem Dauerkiffer ist einfach alles recht egal, er hängt am liebsten so rum und rafft sich nicht so gerne auf, um was zu reißen. Weit entfernte Ziele, deren Erreichen Anstrengung bedeutet, werden nicht mehr angegangen. Dieses Syndrom würde sich verdammt gut erklären lassen, wenn es stimmt, dass Cannabis die Dopamin-Synthese drosselt. Dopamin ist nämlich der Stoff, der vermittelt: Das hier ist bedeutend, das hier ist wichtig. (Bei der Psychose, bei der zuviel Dopamin im Hirn unterwegs ist, wird daher auch eigentlich unwichtigen Dingen eine Bedeutung zugemessen). Dopamin ist auch einer der Botenstoffe, die beim Gefühl der Belohnung eine Rolle spielen. Mit weniger Dopamin gibt es auch weniger oft das Gefühl, dass sich eine Anstrengung gelohnt hat. Und also wiederholt man die Anstrengung nicht so gerne.

Psychosen nach dem Absetzen von Cannabis

Es ist bekannt, dass chronischer Cannabis-Konsum Psychosen auslösen kann. Und man sieht auch oft Patienten, die regelmäßig Cannabis konsumieren und dann darunter psychotisch werden. Aber man sieht auch nicht selten Patienten, die über lange Zeit regelmäßig viel Cannabis konsumiert haben, dann aus freien Stücken damit aufgehört haben, und dann vier bis sechs Wochen nach dem letzten Joint erstmalig eine Psychose entwickelt haben. Die Cannabis-Absetz-Psychose. Gibt es echt. Die würde sich vielleicht dadurch erklären, dass im Gehirn des chronischen Kiffers die Dopamin-Synthese lange Zeit runter reguliert war, und nach Absetzen des THC plötzlich ein relatives Überangebot von Dopamin bestand, und dieses dann die Psychose ausgelöst hat.

Quelle der oben zitierten Studie und deutsche Zusammenfassung: Notiz im Deutschen Ärzteblatt hier.

Kann Ritalin eine Substitutionsbehandlung für Kokainabhängige werden?

Langjährig Opiatabhängige, die trotz mehrerer Therapieversuche kein opiatabstinentes Leben mehr schaffen, werden fast weltweit in schönem Einvernehmen mit Methadon oder Polamidon behandelt. Diese Substanzen substituieren das Opiat, dessen Entzug sonst dauerhaft unaushaltbar sein kann, ohne ein ausgeprägtes Glücksgefühl zu vermitteln. Methadon und Polamidon haben eine Halbwertszeit von etwa einem Tag, so dass sie keinen Kick machen, aber 24 Stunden wirken.

Für Kokainabhängige gibt es bislang keine etablierte Substitutionstherapie. Dabei drängt sich pharmakologisch ein Wirkstoff auf: Retardiertes Methylphenidat aktiviert sehr ähnliche Rezeptoren und Netzwerke, wirkt aber länger und führt daher zu einer dauerhaften Besetzung der entsprechenden Rezeptoren, ohne bei Einnahme einen Kick zu verursachen.

Dies ist pharmakologisch sehr analog der Methadonsubstitution bei Opiatabhängigen.

Dieser Artikel im JAMA beschreibt eine sehr lesenswerte Studie, die in der funktionellen Bildgebung Hinweise darauf findet, dass Methylphenidat bei Kokainsüchtigen bestimmte neuronale Aktivierungen normalisiert.

Klinische Studien hierzu gibt es noch nicht, aber sollte es sich zeigen, dass Methylphenidat (z.B. Ritalin®) in der Lage ist, Kokainabhängige durch Substitution in die Lage zu versetzen, vom illegalen Markt Abstand zu nehmen und sollten sich ähnlich positive Auswirkungen zeigen, wie sie die Opiatsubstitution zeigt (weniger Beschaffungskriminalität, weniger körperliche Erkrankungen, besserer Weg ins Hilfesystem…), dann könnte für bestimmte Patienten viel gewonnen sein.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54971/Ritalin-koennte-gegen-Kokainabhaengigkeit-helfen

CIRS-NRW: Das Fehlermeldesystem der Ärzteschaft NRW

CIRS-NRWViele Krankenhäuser benutzen ein hausinternes anonymes Meldewesen für Fehler und Beinahe-Fehler. Auf Neudeutsch heißt das Critical-Incident-Reporting-System, kurz CIRS. Diese Systeme helfen dabei, zu akzeptieren, dass überall da, wo Menschen handeln, Fehler passieren, und dass das Beste, was man aus diesen Fehlern machen kann, ist, daraus zu lernen. Damit nun nicht jeder jeden Fehler selber machen muss, gibt es anonymisierte, öffentlich zugängliche Systeme. Die Ärztekammer Nordrhein, die Ärztekammer Westfalen-Lippe, die Krankenhausgesellschaft NRW, die KVNO und die KVWL stellen in Kooperation mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin die Seite

www.cirs-nrw.de

zur Verfügung. Hier kann jeder im medizinischen Bereich tätige Fehler oder Beinahe-Fehler melden. Diese werden geprüft, z.B. auf Anonymität, und dann freigegeben. Alle Leser können sich an der Diskussion beteiligen und Vorschläge einbringen, wie solche Fehler in Zukunft vermeidbar sind.

Interessante Auswertungen sind zum Einen der Fall des Monats und zum Anderen eine Suchmaske, mit der Fälle nach Fachgebiet und anderen Kriterien gefunden werden können.

Das Berichtsformular zur Eingabe eines kritischen Ereignisses findet sich hier.

Psychopharmakologie to go: iBooks Version 3

Soeben habe ich Version 3 der iPad Version des Buches Psychopharmakologie to go hochgeladen. Jeder, der es schon gekauft hat, kann jetzt ein kostenloses update laden. Neu hinzugekommen sind Kapitel über Aripiprazol, Ziprasidon, die Umrechnung von oral gegebenen Neuroleptika in die jeweiligen Depot-Dosierungen sowie ein Hinweis auf sexuelle Nebenwirkungen unter SSRI.

Regelmäßige Leser dieses blogs haben diese Kapitel natürlich hier schon gelesen, vielen Dank für die Anmerkungen und Korrekturen, so ist der Inhalt des Buches an vielen Stellen community-proofed…

Ich finde ja, das sich jedes Fachbuch so unproblematisch aktualisieren lassen müsste, ich verstehe Leute, die Papierbücher bevorzugen, schon deshalb nicht… Aber ich weiß, ich bin da etwas sonderlich.

Zugleich habe ich den Preis von 9,99 € auf 6,99 € reduziert. Also wer es noch nicht hat: Jetzt zuschlagen!

Entwarnung: Google Reader hat einen Nachfolger!

feedlyWer seinen Nachrichtenstrom über RSS-Feeds organisiert, war vor wenigen Monaten arg geschockt: Google stellt zum 1.Juli seinen Google Reader ein, der bislang bei den meisten hilft, seine blogs, news und anderen RSS-feeds auf allen Gadgets synchron zu halten. Auf die Ankündigung der Kündigung folgte im Netz: Tiefe Verzweiflung, Desorientierung, das sichere Wissen, nun wird alles schlechter, teurer oder sonst wie dem Untergang näher.

Natürlich kann man seine Lieblingsblog in den nächsten zwei Wochen auch noch per email abonnieren. Aber das ist ungefähr wie mit Netscape browsen.

Zum Glück gibt es ja alternative RSS-feed-Synchronisierungsdienste. Meine persönliche Wahl ist feedly. Ich bin vor ein paar Tagen umgestiegen, was etwa 10 Minuten dauert, kostenlos ist und wohl kostenlos bleibt.

Und nun darf ich feststellen, dass es auf allen geeigneten gadgets (browser, iPhone, iPad) ungefähr siebzig mal hübscher aussieht, als alles, was ich bislang benutz habe. Und es ist sehr praktisch zu bedienen, spricht mit pocket, shared auf Twitter, per email und sonst auf jedem Kanal und ist einfach besser.

Man kennt das vom Umziehen ganz allgemein: Wenn man seine alte Wohnung verlassen muss, denkt man erst mal, nun wird alles schlechter. Dann Agonie. Dann neue Wohnung. Dann Begeisterung und die Frage, warum man nicht schon viel früher in diese luftige, sonnige, freundliche Loft eingezogen ist.

willkommen bei feedly.

Ziprasidon: Interessantes und nebenwirkungsarmes atypisches Neuroleptikum, inzwischen als Generikum erhältlich

Ziprasidon

Ziprasidon ist ein atypisches Neuroleptikum. Es wird vom Erstanbieter unter dem Handelsnamen Zeldox® vertrieben.

Das Patent ist inzwischen ausgelaufen, es stehen seit Anfang des Jahres deutlich preiswertere Generika zur Verfügung, z.B. Ziprasidon-Actavis oder Ziprasidon beta.

Ziprasidon ist zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie sowie zur Behandlung von manischen und gemischten Phasen der Bipolar-I-Erkrankung.

Pharmakologie

Ziprasidon ist ein Antagonist an den Serotonin–5-HT–2A-, Serotonin–5-HT1D-, Dopamin-D2- und Histamin-H1-Rezeptoren. Auf den Serotonin–5HT1A-Rezeptor wirkt es agonistisch.

Die Bioverfügbarkeit von Ziprasidon beträgt 60 %, aber nur, wenn es mit einer kalorienreichen ordentlichen Mahlzeit eingenommen wird. Bei Einnahme ohne gleichzeitige Mahlzeit beträgt die Bioverfügbarkeit nur etwa die Hälfte.

Ziprasidon wirkt in unveränderter Form, seine Metabolite sind weitgehend inaktiv. Es wird mit einer Plasmahalbwertszeit von 7 Stunden über die Leber eliminiert.

Dosierung

Die empfohlene Dosis in der Akutbehandlung der Schizophrenie beträgt 80 bis 160 mg pro Tag, auf zwei Gaben verteilt und immer zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen.

Für die Rezidivprophylaxe werden möglichst niedrige Dosierungen ab 40 mg pro Tag empfohlen. Meiner Erfahrung nach wirken 80-120 mg pro Tag zumeist ausreichend sicher, eine niedrigere Dosis in der Rezidivprophylaxe kann mit einer niedrigeren Sicherheit einher gehen.

Klinische Wirkung

Ziprasidon ist meiner Erfahrung nach ein mittelstarkes atypisches Neuroleptikum, das bei milden bis mittelgradigen psychotischen Erkrankungen gut und erfolgreich eingesetzt werden kann. Seine Stärke hat es bei wenig dramatischen Erkrankungsbildern und in der jahrelangen Rezidivprophylaxe, da es von den meisten Patienten relativ nebenwirkungsarm vertragen wird.

Der Einsatz in der Akuttherapie ist schwieriger. Manche Patienten kommen auch bei einer akuten Symptomatik gut damit zurecht, bei vielen ist der Wirkeintritt aber relativ spät und manchmal ist die Wirkstärke nicht stark genug, so dass auf ein anderes Präparat ausgewichen werden muss.

Für die parenterale Gabe steht Ziprasidon auch als intramuskulär verabreichbares Präparat zur Verfügung. Dieses sediert selbst kaum, eine Kombination mit einem Sedativum kann manchmal erforderlich sein.

Nebenwirkungen

Ziprasidon wird in aller Regel sehr gut vertragen. Es verursacht in den allermeisten Fällen weder Müdigkeit, Gewichtszunahme noch EPMS.

QTc-Zeit Verlängerung

Ziprasidon kann dosisabhängig eine Verlängerung der QTc-Zeit verursachen, so dass vor Beginn der Behandlung und im Verlauf EKG Kontrollen sinnvoll sind. Von einer höheren Dosis als 160 mg pro Tag wird in der Fachinformation aufgrund der dosisabhängigen QTc-Zeit-Verlängerung ausdrücklich abgeraten. Bei bekannter Verlängerung des QTc-Intervalls sowie in Kombination mit einem anderen, die QTc-Zeit verlängernden Medikament soll Ziprasidon nicht gegeben werden. Beträgt die QTc-Zeit mehr als 500 ms soll die Therapie abgebrochen werden.

Mein Persönliches Fazit:

  • Der Patentschutz von Ziprasidon ist Anfang diesen Jahres abgelaufen, so dass inzwischen deutlich preiswertere Generika zur Verfügung stehen.
  • Klinisch habe ich den Eindruck, dass die angegebene Höchstdosis von 160 mg pro Tag in der Akutbehandlung sehr häufig erforderlich ist, um eine angemessene antipsychotische Wirkung zu erreichen. Im Rahmen eines individuellen Heilversuches wurden insbesondere vor einigen Jahren oft auch Dosierungen von bis zu 320 mg pro Tag verordnet, was meiner Einschätzung nach eine zusätzliche Wirkung brachte, aber inzwischen nicht mehr empfohlen werden kann, da der zusätzliche Nutzen nicht mehr im Verhältnis zu der inzwischen bekannt gewordenen dosisabhängigen QTc-Zeit-Verlängerung steht.
  • EKG-Kontrollen sind  vor Beginn der Behandlung und im Verlauf sinnvoll.
  • Ziprasidon soll immer mit einer richtigen Mahlzeit eingenommen werden, sonst ist seine Bioverfügbarkeit nur halb so hoch. Das ist praktisch ein Problem, da es bei unterschiedlicher Einnahme (mal mit, mal ohne Mahlzeit) zu erheblichen Schwankungen des Blutspiegels kommen kann.
  • Für eine verlässliche Rezidivprophylaxe sind meiner Erfahrung nach deutlich mehr als 40 mg am Tag erforderlich, am ehesten 80–120 mg.
  • Wenn man dies alles beachtet, ist Ziprasidon für viele Patienten ein gut verträgliches Neuroleptikum, das bei der Auswahl eines Atypikums öfter in die Überlegungen einbezogen werden sollte.

Copyright

 

Dieser Beitrag ist ein Auszug beziehungsweise eine auszugsweise Vorabveröffentlichung des Werks „Psychopharmakotherapie griffbereit“ von Dr. Jan Dreher, © Georg Thieme Verlag KG. Die ausschließlichen Nutzungsrechte liegen beim Verlag. Bitte wenden Sie sich an permissions@thieme.de, sofern Sie den Beitrag weiterverwenden möchten.

Aripiprazol

Aripiprazol

Aripiprazol ist ein atypisches Neuroleptikum, das 2004 von Ōtsuka Pharmaceutical unter dem Handesnamen Abilify® auf den Markt gebracht worden, inzwischen sind Generika erhältlich. Es ist zugelassen zur Behandlung der Schizophrenie und zur Behandlung von manischen Episoden bei der Bipolar-I-Störung. Es liegt auch eine Zulassung zur Rezidivprophylaxe der Bipolar-I-Störung vor, es ist aber umstritten, welche Effektstärke es in dieser Indikation hat.

Pharmakologie

Aripiprazol wirkt wie andere bekannte Neuroleptika als Antagonist am Dopamin-D2-Rezeptor und am Serotonin–5HT1A-Rezeptor. Dies erklärt seine antipsychotische Wirkung.

Darüber hinaus soll Aripiprazol auch eine partiell agonistische Wirkung am Dopamin-D2-Rezeptor bewirken, insbesondere im Frontalhirn. Hiervon verspricht man sich eine Wirkung auch auf die Minussymptomatik der Schizophrenie, man erhofft sich insbesondere eine Verbesserung des Antriebes, der kognitiven Fähigkeiten und der affektiven Reagibilität.

Aripiprazol hat mit 72 Stunden eine recht lange Halbwertzeit, der steady-state der Plasmakonzentration wird oft erst nach zwei bis drei Wochen erreicht.

Dosierung

Aripiprazol wird üblicherweise zwischen 5 und 20 mg dosiert. Dabei zeigt es sehr unterschiedliche Wirkungen und Nebenwirkungen. Es wird jeweils die Gesamtdosis als Einmalgabe morgens gegeben, da Aripiprazol Unruhe verursachen kann und abendliche Gaben den Schlaf stören können.

  • 7,5 mg: Meist gut verträglich und gut einsetzbar in der langfristigen Rezidivprophylaxe. Allerdings beschränkte prophylaktische Wirkstärke.
  • 10 mg: Sicherere rezidivprophylaktische Wirkung, manchmal aber schon Unruhe oder Akathisie. Beginnend wirksam auch gegen akut psychotische Symptome, oft noch gut verträglich.
  • 15 mg: Akzeptable Wirkung gegen akut psychotische Symptome, Nebenwirkungen sind aber nicht selten.
  • 20 mg: Gute und recht sichere Wirkung gegen akut psychotische Symptome, aber leider auch öfter Unruhe und Akathisie.

Aripiprazol hat mit 72 Stunden eine sehr lange Halbwertszeit, der steady-state wird oft erst nach zwei bis drei Wochen erreicht. Daher sollte man die Dosis besonders langsam steigern, beispielsweise um 5 mg pro Woche, und jeweils erst nach ein bis zwei Wochen beurteilen, ob die erreichte Wirkung ausreichend ist oder ob eine weitere Dosissteigerung erforderlich ist. Bei sehr akuten psychotischen Krankheitsbildern kann es natürlich sinnvoll sein, die Dosis wesentlich schneller zu steigern.

Klinischer Einsatz

Aripiprazol wird von vielen Patienten recht nebenwirkungsfrei vertragen, insbesondere verursacht es keine Müdigkeit, keine Gewichtszunahme und zumeist keine EPMS. Für solche Patienten ist es ein gut geeignetes Medikament, insbesondere zur jahrelangen Rezidivprophylaxe. Erlebt ein gut auf Aripiprazol eingestellter Patient einmal ein Wiederauftreten psychotischer Symptome, kann eine vorübergehende Dosissteigerung oft Abhilfe schaffen.

Aripiprazol kann natürlich auch zur Behandlung einer akuten psychotischen Symptomatik eingesetzt werden, es steht sogar ein intramuskulär verabreichbares Präparat zur Verfügung.
Die Erfahrung in dieser Indikation ist unterschiedlich: Bei vielen Patienten wirkt es auch bei akuten Psychosen ausreichend schnell und wirkstark.
Bei einigen Patienten wirkt es in der akuten Psychose gegeben aber zu langsam oder zu wenig wirkstark, so dass im Verlauf ein Wechsel des Präparates erforderlich ist.

Nebenwirkungen

Aripiprazol verursacht nicht selten eine recht ausgeprägte Akathisie, also “Sitzunruhe”. Die Patienten können dann nicht mehr gut ruhig sitzen oder liegen, sondern verspüren durchgehend einen starken Drang, die Beine zu bewegen. Diese Nebenwirkung kann bei einer Dosisreduktion verschwinden. Meiner Erfahrung nach ist es aber sinnvoll, bei Auftreten dieser Nebenwirkung Aripiprazol direkt abzusetzten, da die Akathisie bei betroffenen Patienten häufig auch nach einer Dosisreduktion persistiert und erst nach Absetzen wieder ganz verschwindet. Möglicherweise ist die auffällige Häufigkeit von Akathisien unter Aripiprazol auf seine partiell agonistische Wirkung am Dopamin-Rezeptor zurück zu führen. In einigen Fällen wurde darüber berichtet, dass Aripiprazol psychotische Symptome verstärkt habe, was ebenfalls auf den partiell agonistischen Wirkmechanismus zurück geführt werden kann. Andere Nebenwirkungen können EPMS, Agitiertheit, Hypomanie oder Schlafstörungen sein.

Im Laufe der Zeit kam noch eine neue Beobachtung hinzu. Wie IFAP hier berichtet, warnt die FDA inzwischen vor Impulskontrollstörungen unter Aripiprazol. Das ist auch plausibel. Von Dopaminagonisten, wie man sie in der Behandlung des M. Parkinson verwendet, ist bekannt, dass diese Impulskontrollstörungen, insbesondere Spielsucht und Hypersexualität verursachen können. Aripiprazol hat eine partiell dopaminagonistische Wirkkomponente. Daher ist es plausibel, dass Aripiprazol genau diese Nebenwirkungen ebenfalls verursachen kann. Die Patienten und ihre Angehörigen sollen also über diese mögliche unerwünschte Wirkung aufgeklärt werden, der behandelnde Arzt soll während einer Behandlung mit Aripiprazol auf das Auftreten von Impulskontrollstörungen achten und gegebenenfalls die Dosis reduzieren oder das Präparat umstellen.

Mein persönliches Fazit

Aripiprazol, Abilify® ist für viele Patienten ein gut verträgliches Neuroleptikum, dass in der Rezidivprophylaxe (Verhinderung des Wiederauftretens einer Psychose) gute Erfolge zeigt, ich verordne es in dieser Indikation meist in einer Dosierung von etwa 10 mg.
In der Akutbehandlung setze ich es nur dann ein, wenn die Symptomatik nicht ganz dramatisch ist und eine Zeitdauer von zwei bis drei Wochen bis zur deutlichen Linderung der Beschwerden ausreichend erscheinen würde. Zur Behandlung akuter Psychosen verordne ich in der Regel 15–20 mg pro Tag.
Patienten, die unter Aripiprazol unter Nebenwirkungen leiden, insbesondere unter einer Akathisie, empfehle ich sofort die Umstellung auf ein verträglicheres Präparat, da meiner Erfahrung nach die Akathisie bei den Patienten, die sie unter Aripiprazol entwickeln, auch bei einer Dosisreduktion nicht ganz verschwindet.

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Dokumentation Gustl Mollath in der ARD

Der Fall Gustl Mollath beschäftigt seit langem Forensische Psychiatrie, Presse, Justiz und Politik. Die Dokumentation des SWR, die am 3.6.2013 gesendet wurde, enthält eine sehr konzise Darstellung der Ereignisse und eine Fülle an Zeugenaussagen, Beurteilungen von Fachleuten und sehr ausführliche aktuelle Interviews mit Mollath selber.

Ich selbst hatte mich mit dem Fall Mollath bislang noch nicht wirklich beschäftigt. Ich habe zwar immer mal wieder etwas darüber gehört, dachte mir aber immer, dass man einem solchen Fall nur gerecht werden kann, wenn man den Betroffenen einmal gesprochen hat und zumindest die Gutachten und das Urteil gelesen hat. Ansonsten besteht ja die Gefahr, dass man einer möglicherweise einseitigen Berichterstattung ausgeliefert ist.

Die SWR Dokumentation ermöglicht aber meiner Einschätzung nach sehr wohl, sich ein eigenes Bild zu machen. Aus Sicht der Reporter handelt es sich ohne jeden Zweifel um ein Fehlurteil, gegründet auf Befangenheit des Vorsitzenden Richters, unterlassene Ermittlungen und unsorgfältige Begutachtung, gefolgt von Lügen der Bayrischen Justizministerin Beate Merk. Die Reporter haben daher auch den damaligen Vorsitzenden Richter, den Gutachter im ersten Verfahren und die Justizministerin Bayerns befragt.

Der damalige Vorsitzende Richter Brixner hat eine Stellungnahme verweigert. Er hatte sich aber im Untersuchungsausschuss allein dadurch schon selbst der Befangenheit überführt, dass er gesagt hat, er habe „anderes zu tun gehabt„, als die Verteidigungsschrift Mollaths zu lesen.

Der Gutachter im ersten Verfahren lehnte vor der Kamera ebenfalls jede Stellungnahme ab, angeblich wegen des laufenden Verfahrens. Ihm wird vorgeworfen, er habe Mollath gar nicht untersucht. Mollath hatte seine Frau angezeigt, dass sie im Auftrag der HypoVereins Bank Geld an der Steuer vorbei in die Schweiz geschafft habe. Dies hatte der Gutachter als „Wahn“ diagnostiziert. Eine interne Ermittlung der Hypovereinsbank kam nun offenbar zum Ergebniss, dass „die verfolgbaren Ermittlungsansätze“ alle zutreffend gewesen seien. Mehrere Mitarbeiter der HVB, darunter Mollaths Frau, verloren laut SWR daraufhin ihren Job.

Der Bayrischen Justizministerin Dr. Beate Merk wird vorgeworfen, sie habe die Öffentlichkeit und das Parlament wissentlich belogen, als sie Ende Oktober 2012 gesagt habe, die internen Ermittlungen der HypoVereins-Bank hätten eben gerade nicht ergeben, dass Mollaths Vorwürfe zutrafen. Dies hat sie auch in der SWR Reportage bestätigt. Diese Ermittlungen liegen aber der Süddeutschen Zeitung und dem SWR vor. Sie kommen offenbar zu genau dem gegenteiligen Ergebnis.

Am 11.06.2013 hat Mollath selbst die Möglichkeit, im Untersuchungsausschuss auszusagen.

Ich empfehle auf jeden Fall, diese SWR-Reportage in Ruhe anzusehen.

Garten der Sinne oder Achtsamkeitsübungen für Kinder und Erwachsene

Heute war ich im Schloss Freudenberg bei Wiesbaden. Ein Spaziergang auf Stelzen zur Riesenschaukel, große Figuren im Park und tausend Spielsachen für Erwachsene und Kinder laden schon vor Betreten des Schlosses ein, sinnliche Erfahrungen zu machen. Im Schloss finden sich dann weitere überraschende Experimente und Spiele, alles zum ausprobieren und spielen.
Im Keller fand ich dann – neben dem Raum für die Klangmeditation – die Dunkelbar. Das Konzept kennt ihr: Es ist absolut dunkel. Stockdunkel. Also eben komplett absolut total dunkel. Der Kellner ist blind und hilft etwas bei der Orientierung. Als ich hineinging, wußte ich natürlich erst mal nicht, wo Stuhl und Tisch sind. Der Kellner hilft. Und als ich saß und durch tasten und klopfen die Tischplatte lokalisiert hatte, fühlte ich mich schon etwas sicherer. Und dann hilft sprechen, um sich mit den anderen abzustimmen. Und das gelingt nach kurzer Anlaufzeit auch kleinen Kindern. Kakao trinken und Kuchen essen geht erstaunlich problemlos im Dunkeln, selbst bezahlen funktioniert; 5 € Scheine sind auffällig klein, 10 € Scheine sind kleiner als 20 und 50 € Scheine.
Natürlich war ich auch wieder sehr froh, als ich zurück ans Licht kam. Aber es war sehr spannend. Und es fokussiert knallhart die Sinne.
Ähnliches gibt es in Köln und Berlin: Unsichtbar, in Frankfurt: Dialog im Dunkeln und in vielen anderen Städten.

Achtsamkeit

Wenn man möchte, kann man alle diese sinnlichen Spiele, insbesondere das Essen im Dunkeln, auch als Achtsamkeitsübung wahrnehmen. Achtsamkeitsübungen spielen nicht nur im Rahmen der DBT Behandlung eine Rolle, sondern helfen immer dann, wenn man sich auf sich selbst, auf seine Sinneswahrnehmungen konzentrieren und fokussieren möchte.

Was sind Eure liebsten Achtsamkeitsübungen? Schreibt sie in die Kommentare!

happy birthday wordpress!

Und noch was: WordPress feiert heute seinen 10. Geburtstag!

Herzlichen Glückwunsch und danke für die kostenlose, bei mir immer unproblematische blogging Lösung.

Die Zeit schreibt, dass ca. 20 Prozent aller Internet-Seiten mit WordPress erstellt worden sind, viele davon mit der kostenlosen Variante. WordPress.com ist ein kostenloses, optional kostenpflichtig zu erweiterndes Angebot eines der Gründungsentwicklers, der immer noch dabei ist.

Willkommen in meiner Blogroll Dienstarzt

Dienstarzt

Lieber Dienstarzt, willkommen in meiner Blogroll!

Als niedergelassener Schweizer Allgemeinmediziner berichtet der Dienstarzt über ein breites Spektrum an Themen. Ich lese ihn schon länger, besonders lesenswert finde ich seinen neuen Eintrag über das DSM–5 und das Leben als medizinischer Auswanderer in die Schweiz.

Ich wollte schon länger mal einen Artikel darüber schreiben, ob Tavor® expidet (lorazepam sublingual) wirklich schneller wirkt als normales Tavor, und nach wieviel Minuten mit einer pharmakologischen Wirkung zu rechnen ist. Könnt Ihr aber bereits seit 2009 beim Dienstarzt nachlesen… 🙂 Und da ist alles gesagt, muss ich nicht ergänzen.

blogroll (check)

subscribe: http://dienstarzt.wordpress.com

‚Crack Consumes‘: Eindrucksvolle Anti-Crack Aktion in Brasilien…

Der lebensnotwendige Blog „Geekology“ (danke für den Tip M.S.!) hat eine brasilianische Anti-Crack Werbung dargestellt. Das Video zeigt auf Teig gedruckte Porträts, die von Mehlwürmern aufgefressen werden.Die fressen Deine Persönlichkeit, wie das Crack… Hübsch…

(Via Geekologie – Gadgets, Gizmos, and Awesome)

Pharmama zum neuen DSM

Vor die Therapie haben die Götter die Diagnose gestellt

Pharmama hat mir mit diesem Artikel ganz aus der Seele geschrieben. Das neue DSM-5 ist zu Recht nicht unumstritten.

Es gibt auch jetzt schon – völlig unabhängig vom Diagnosesystem – eine große Neigung, die ganz normale Lebensbewältigung gleich als Depression zu behandeln, jede Sorge zur Angststörung zu machen und jede Gefühlsregung außer der satten Zufriedenheit gleich zur Impulskontrollstörung zu machen; – und natürlich sofort nach einer Tablette dagegen zu schreien. Das neue DSM steht hier in der Gefahr, durch in Teilbereichen recht niedrige Diagnoseanforderungen eine Pseudoobjektivität für Diagnoseliebhaber zu liefern.

Es liegt in der Verantwortung der diagnostizierenden Ärzte, eben nicht jedes Wehwehchen überzudiagnostizieren, sondern nur die Beschwerden zu Krankheiten zu erklären, die das auch wirklich sind. Und wir wissen: Das wird nicht jeder in gleicher Weise tun, obwohl genau das die Grundidee eines einheitlichen Diagnosekriterienkataloges ist: Die Willkür abschaffen und einheitliche Kriterien zu formulieren. Diese sollten auch meiner Meinung nach dann natürlich hoch genug gehängt werden, um behandelbare Krankheiten auf der einen Seite zu trennen von Befindlichkeitsstörungen und Verhaltensvarianten auf der anderen Seite.

Die Verantwortung, eine Diagnose nur dann zu stellen, wenn das Gesamtbild der Beschwerden und des Leidens dies rechtfertigt und wenn die Diagnose eine Hilfe zur Therapie darstellt, bleibt bei jedem Diagnosesystem bei den einzelnen Ärzten und Psychologen.

Mögen sie weise damit umgehen…

Alternativen zur Traumatisierung

Liebe Psychoszene!
In den letzten Jahren haben sich viele von Euch angewöhnt, bei jeder mittleren Belastung eine “Traumatisierung”, bei Schwierigkeiten eine “schwere Traumatisierung” und bei ernsthaften Widrigkeiten eine “schwerste Traumatisierung” zu sehen und das den Leuten auch mit genau diesen Begriffen ins Gehirn zu brennen.
Nun fangen Gedanken, Gefühle und Selbstbilder aber eben mit Worten an, und diese formen unsere inneren Konzepte. Es ist daher wichtig, mit Worten sorgsam und differenziert umzugehen. Manche Dinge im Leben sind einfach

  • doof
  • unangenehm
  • lästig
  • mühselig
  • unerfreulich
  • anstrengend
  • belastend
  • eine schwere Kindheit
  • Stress am Arbeitsplatz
  • erschreckend
  • erschütternd
  • schwierig
  • verstörend
  • beängstigend
  • besorgniserregend
  • schlimm
  • furchtbar
  • schrecklich
  • dramatisch
  • oder ein großer Verlust.

In diesen Fällen bitte diese Worte verwenden.
Andere Dinge sind “traumatisierend”. Bitte in diesen Fällen und nur in diesen Fällen diesen Begriff in die Menschen einpflanzen.
Der Begriff “traumatisiert” ist wie sehr viele vom professionellen System verwendete Worte eine mechanistische Analogie zu physikalischen oder körperlichen Prozessen. Das Trauma kennt man in der Medizin ursprünglich von Unfällen, in denen ein oft schwerer mechanischer Gewebedefekt entsteht. Dieser kann heilen, verheilt aber oft nicht vollständig, das heißt, der Begriff impliziert die Vermutung der teilweisen Irreversibilität. 1990 wurde der Begriff der “Psychotraumatologie” in die Welt gesetzt. Und dieser Begriff hat auch seine Berechtigung. Es gibt singuläre und es gibt wiederholte Ereignisse, die eine gesunde Psyche so erheblich verletzen, dass selbst nach einer langen Heilung nicht sicher ist, ob nicht Narben oder Funktionseinbußen zurückbleiben.
Aber man darf nicht übersehen, dass die menschliche Psyche eben keine starre Maschine ist und daher sehr weitreichende Möglichkeiten hat, zu heilen und sich neu zu organisieren. Wenn einem ein Hai in die Wade beißt und ein Stück Muskelfleisch herausreißt, wird diese Wade auch nach langer Heilung nicht mehr so aussehen, wie vorher. Auch nach einer psychischen Verletzung ist man nachher nicht unbedingt derselbe wie zuvor. Vielleicht ist man aber stärker, bewusster und auf die eine oder andere Art “gewachsen”.
Von vielen wird der Begriff “Traumatisierung” mit einem sehr negativen Script verknüpft. Das Script enthält oft die Elemente Opfer, Irreversibilität und dem sich Abfinden mit Funktionseinschränkungen. Das kann manchmal richtig sein, oft ist es aber auch unpassend.
Ich möchte daher jeden bitten, anderen Menschen den Begriff und das Konzept der “Traumatisierung” nur noch dann ins Gehirn zu pflanzen, wenn er zuvor mindestens 15 Sekunden darüber in Ruhe nachgedacht hat und alle milderen Alternativen aus gutem Grund verworfen hat. Und in diesem Fall soll er eine angemessene Hilfestellung anbieten.
Alles andere kann traumatisierend wirken.

Elyn Saks

Diesen Artikel aus der Zeit bitte unbedigt lesen.

Er berichtet über Elyn Saks, Jura-Professorin an der traditionsreichen Gould School of Law der University of Southern California in Los Angeles.

Und sie ist seid ihrer Jugend und bis heute Schizophrenie Patientin.

Was sich Medizinstudierende wünschen

In diesem Video sagen Medizinstudierende, was sie sich wünschen. Sie sagen ganz korrekt, dass sie neben dem Leben als Ärztin oder Arzt noch für ihre Freunde und ihre Familie da sein wollen. Im Abspann steht dann: „8 Stunden am Tag. 100 %“.

Damit gehen sie auf Abstand zur aktuellen Kampagne der Kassenärztlichen Vereinigung, die betont, dass die Ärzte eben immer eine Versorgung sicherstellen.

8 Stunden am Tag, das ist dann doch noch ein gewisser Weg hin bis zur Realität; die Medizin ist halt ein 24/365 Gewerbe, und alles in 8 Stunden-Schichten aufzuteilen, ist auch nicht immer die beste Lösung.

Aber es ist ein sehr schön gemachter Film und er zeigt, was heute wichtig ist…

Welchen Anteil hat die Forensik an der gesamten Psychiatrie?

Zählt man die Betten in der "normalen", also der "nicht-forensischen" Psychiatrie und die Betten in der forensischen Psychiatrie in Deutschland zusammen und betrachtet dann den relativen Anteil der forensischen Betten an der Gesamtheit, dann ergibt sich folgendes Bild:

  • Vor 20 Jahren war jedes 29. psychiatrische Bett forensisch.
  • Heute ist jedes vierte psychiatrische Bett forensisch.

Quelle: Prof. Seifert, Münster.

DragonDictate 3 für Mac Deutsch

Regelmäßige Leser dieses blogs wissen, dass ich nichts unversucht lasse, die Produktivität aller Mac-Gadgets für meine Zwecke auszuprobieren. Mein neuestes Spielzeug ist die Spracherkennungssoftware DragonDictate für Mac in der Version 3.

Dieses Video zeigt einen kurzen Test, wie gut sich DragonDictate 3 für Mac in Deutsch gegenwärtig in der Spracherkennung von Umgangssprache und Fachsprache schlägt.