jungUNDfreudLos!


Auf unserem Hörertreffen in Berlin haben wir Ismene und Sebastian, Assistenzärztin und Assistenzarzt an der Psychiatrischen Klinik der Uni Freiburg kennengelernt. Die beiden machen den Podcast „jungUNDfreudLos!“, der sich unter anderem an junge Ärzte und Studenten richtet, aber auch für alle anderen an der Psychiatrie Interessierten spannend sein kann. In den meisten Folgen werden Experten zu einem bestimmten Thema interviewt, bislang sind Folgen zu den Themen Autismus, Essstörungen, Borderline und Depression erschienen.
Der Name ist mit etwas Glück zu dechiffrieren: Jung und Freud waren ja berühmte Psychoanalytiker, und Los! gehts mit einem frischen Blick auf die Psychiatrie.
jungUNDfreudLos! findet ihr hier. Hört mal rein!

Auf dem Weg zum DGPPN-Kongress


Der alljährliche DGPPN-Kongress ist ja des Psychiaters Klassentreffen, Intervision, Fortbildung und Städtereise im Pauschalpaket. Gerade die Fortbildungskomponente wird seit vielen Jahren immer besser und besser, teilweise habe ich schon das Gefühl, dass der Rest des Jahres etwas ausgeblutet ist und alle Fortbildungen sich auf dem Kongress tummeln. Aber gut.
Dieses Jahr lautet das Leitthema „Die Zukunft im Blick“. Ich freue mich neben Herbert Grönemeyer schon auf die unterschiedlichen Zukunftsperspektiven aus Sicht der Psychotherapie, Pharmakotherapie und auch der Organisation psychiatrischer Versorgung.
Ich selbst bin am Freitag bei einem Symposium der Generation Psy als Referent beteiligt: 30.11.2018 | 15:30 – 17:00 | Saal London 1 | S-188-GPSY EpicFail – wir müssen über Fehler reden.
Wir sprechen darüber, dass Fehler zum menschlichen Handeln dazugehören und wir als Ärzte mit einer offenen Fehlerkultur die Sicherheit der Behandlungen wesentlich verbessern können. Die vier Referenten berichten auch von eigenen Fehlern, und was wir daraus lernen können. Wenn Du ohnehin auf dem Kongress bist, schau doch mal vorbei!
Und danach geht´s weiter zum PsychCast-Hörer-Treffen
Aber am wertvollsten sind ja immer wieder die Gespräche zwischen den Veranstaltungen. Ich sitze gerade mit zwei Kolleginnen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe, im Zug und habe in Höhe von Hamm-Üntropp schon mehr über die niederländische Psychiatrie gelernt als in einem kompletten Workshop. Berlin: Ich freu mich!

Psychopharmakologie griffbereit in der eRef


Mein Buch Psychopharmakologie griffbereit ist heute in der vierten Auflage im Thieme-Verlag erschienen. Damit steht es jedem Käufer des Buches ohne zusätzliche Kosten auch digital in Thiemes eRef App zur Verfügung. Natürlich ist das Buch auch im eRef Psychiatrie-Paket enthalten, das einige psychiatrische Kliniken haben, und das man auch privat nutzen kann.
Ich habe mir das Buch heute in seiner eRef-Version gründlich angesehen und empfinde die Umsetzung als sehr gelungen. Es ist sowohl am iPhone als auch im Browser sehr gut lesbar, die Such-Funktion ist wirklich praktisch. So hast du dein psychopharmakologisches Wissen immer dabei. Sehr praktisch!
eRef kannst Du hier kostenlos testen. Wenn Du bereits einen Zugang zu eRef hast, findest Du das Buch hier. Bei Amazon findest Du es hier.

Es gibt etwas zu feiern: Die vierte Auflage von Psychopharmakologie griffbereit erscheint am Mittwoch!


In diesem Blog und in meinem Buch möchte ich die Psychopharmakologie so verständlich wie möglich darstellen. Jeder, der sich hier umschaut, soll sich ein eigenes, gut informiertes Bild von der Wirkungsweise, den Nebenwirkungen, den Dosierungen und dem typischen klinischen Einsatz der wichtigsten Psychopharmaka machen können.
Im Buch Psychopharmakologie griffbereit gebe ich eine angeleitete Einführung in die Psychopharmakologie. Man kann praktisch bei Null beginnen und im Laufe des Buches die grundlegenden Prinzipien der Psychopharmakologie sowie eine von mir sorgfältig getroffene Auswahl der wichtigsten Psychopharmaka kennenlernen. Zu jedem Medikament gibt es ein Kapitel, dass nach einer kurzen Einführung die Bereiche Pharmakologie, Klinischer Einsatz, Dosierung und Nebenwirkungen behandelt. Die Kapitel werden jeweils mit meiner persönlichen und bewußt subjektiven Einschätzung abgeschlossen, so dass es einfacher ist, sich ein Bild vom jeweiligen Medikament zu machen. Neben den Hauptgruppen der Psychopharmaka gibt es auch Kapitel zu Genussmitteln und Drogen sowie den entsprechenden medikamentösen Behandlungen dieser Erkrankungen im psychiatrischen Krankenhaus sowie weiterführende Kapitel etwa zu den Themen Gerontopsychiatrie, Medikation in der Schwangerschaft und Medikamenteninteraktionen.
Die Zielgruppe des Buches ist für ein Sachbuch eher breit: Es ist sehr gut geeignet für Ärzt:innen in der Weiterbildung zur Fachärzt:in für Psychiatrie und Psychotherapie, aber auch für Ärzt:innen anderer Fachrichtungen, für Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen, Pflegekräfte und andere in der Psychiatrie tätige. Auch für Betroffene und Angehörige kann das Buch als Orientierungshilfe dienen, sich ein besseres Bild von den Möglichkeiten, Grenzen und Besonderheiten bestimmter Medikationen zu machen.
Die Nachfrage nach dem Buch ist erfreulicherweise kontinuierlich so hoch, dass seit der Erstauflage 2015 jedes Jahr eine neue Auflage erschien. Und so ist es mir eine besondere Freude, zu verkünden, dass am 7.11.2018 die vierte Auflage erscheint!
Die ersten drei Auflagen sind im Schattauer Verlag erschienen, der im letzten Jahr mit dem Thieme-Verlag zusammen gegangen ist, und so erscheint mein Buch ab jetzt bei Thieme. Das hat unter anderem den großen Vorteil, dass mit jedem gedruckten Buch jetzt ein Download-Code vergeben wird, über den der Käufer das Buch ohne zusätzliche Kosten zusätzlich auch in der kostenloses eRef App von Thieme lesen kann. Und hier sind auch wichtige Aktualisierungen möglich, so dass die eRef Version stets aktuell bleibt. So habt ihr das Buch jederzeit auf dem Handy und Tablett dabei!
In der Überarbeitung für die vierte Auflage habe ich alle Kapitel auf Aktualität geprüft und in vielen Details überarbeitet. Das Kapitel über die Rezeptorbindungsprofile habe ich neu geschrieben mit sehr anschaulich gestalteten Grafiken wie diesen hier:

Die vierte Auflage des Buches, jetzt mit kostenloser eRef Anbindung, ist ein guter Einstieg in die Welt der Psychopharmakologie und zugleich ein gut verständliches Nachschlagewerk für Ärzte, in der psychiatrischen Behandlung Tätige und auch für Betroffene und deren Angehörige.
Bei Thieme findet ihr das Buch hier, bei Amazon hier.

Karteikartenlernprogramme

Es heißt ja, Medizinstudenten hätten die geheime Superkraft, alles, aber auch alles auswendig lernen zu können. Gerne wird behauptet, ein strebsamer Medizinstudent lerne für die nächste Prüfung auch ein Telefonbuch auswendig. Natürlich unterscheidet sich das Gehirn eines Medizinstudenten nicht von dem irgend eines anderen Menschen, der wahrscheinlich der Meinung sein wird, er könnte nicht so gut auswendig lernen. Medizinstudenten haben aber folgende heilige Regel verinnerlicht:

Du kannst wirklich alles auswendig lernen, wenn Du es mindestens sieben mal wiederholst.

So einfach ist das. Und daher hat auch praktisch jeder Medizinstudent einen Karteikasten mit sehr vielen zumeist bunten Zetteln drin. Auf der Vorderseite steht eine Frage, auf der Rückseite steht die richtige Antwort. Viele kennen das System vom Vokabellernen, es funktioniert aber auch mit der Frage, welche Medikamente die Protonenpumpe im Magen hemmen.

Das bewährte Lernsystem nach Leitner

Wirklich kraftvoll wird der Zettelkasten, wenn man ihn folgendermaßen benutzt:

  • Zunächst legt man sich hintereinander sieben Fächer an. Alle neuen Karteikarten kommen ins vorderste Fach.
  • Dann geht man Karte für Karte durch. Die Karten, die man sofort kann, kommen ins zweite Fach, die, die man nicht kann, bleiben im ersten Fach.
  • Am nächsten Tag beginnt man mit den Karten im vordersten Fach und verfährt wie zuvor. Danach nimmt man die Karten aus dem zweiten Fach. Die Karten in den hinteren Fächern muss man nicht täglich wiederholen, alle zwei bis drei Tage kann ausreichend sein, je nachdem, wieviel Zeit man hat, bis man alles sehr gut drauf haben muss.
  • Karten, die man wieder richtig hat, legt man zumindest ein Fach weiter nach hinten, wenn man sie sehr gut kann, auch zwei oder drei Fächer weiter nach hinten. Karten, die man gar nicht kann, legt man zurück ins erste Fach, Karten, bei denen man etwas unsicher ist, legt man ein Fach weiter nach vorne.
  • So ergibt es sich, dass man Karten, die man schon drauf hat, jeden Tag ein Fach nach hinten durchreicht, während die Karten, die man nicht drauf hat, in den vorderen Fächern bleiben. Diese Karten wiederholt man entsprechend öfter. Und zwar, bis man sie kann, und sie nach ganz hinten durchgereicht worden sind.
  • Die Karten im siebten und damit letzten Fach kann man guten Gewissens dort liegen lassen und erst kurz vor der tatsächlichen Prüfung noch einmal wiederholen.

Dieses System heißt „Leitner-System“ und wirkt Wunder, wenn man es regelmäßig anwendet.
Ich habe im Studium zum Physikum und zu jeder der drei Staatsexamina mindestens einen Schuhkarton mit kleinen, recycelten Zetteln auf diese Art vollgeschrieben und gelernt. Die Papierform hat einen besonderen Vorteil: Nach bestandenen Staatsexamen kann man alle seine schriftlichen Unterlagen nehmen, auch die Karteikarten, und mit seinen Freunden zusammen feierlich verbrennen. Die Karteikarten funktionieren am Ende ihres Lebens noch sehr gut als Grillanzünder. Das gibt schöne Partys!

Die elektronische Form

Inzwischen gibt es natürlich eine Reihe von Apps, die genau nach diesem System vorgehen. Der Vorteil gegenüber den Karteikarten ist, dass man sie mit seinem Handy immer dabei hat und immer mal wieder hervorziehen kann. So werden die U-Bahn-Fahrt, das Warten an der Kasse und andere Pausen, in denen man sonst nur Instagram gecheckt hätte, unkompliziert zu einer kleinen Lerneinheit.
Ich habe in den letzten Monaten viele verschiedene Karteikarten-Apps getestet, und teile hier jetzt mit, welche ich am Besten finde.
Die Auswahlkriterien waren folgende:

  • Die App muss auf dem Mac verfügbar sein, um dort die Karten zu erstellen, und auf dem iPad und iPhone, um sie damit zu üben.
  • Die App muss nach dem Leitner-System vorgehen, also Karten, die man schon kann, seltener abfragen.

Das schränkt das Feld schon ganz schön ein. Es gibt mehrere gute Apps:

Wokabulary

Mein 10-jähriger Sohn übt seine Englisch-Vokabeln mit Wokabulary. Das erfüllt alle Kriterien, ist wirklich kinderleicht zu bedienen, spricht die englischen Wörter nach jeder Karte selbständig korrekt aus und hat auch die Möglichkeit, dass man die Antwort eintippen muss, was für die Vorbereitung auf schriftliche Tests sehr hilfreich ist. Am iPhone sieht es so aus:

Die Streifen im Kopf unten links an der Karte zeigen, in welchem Fach diese Karte liegt. Mit dem grünen Häkchen oder dem roten X gibt man an, ob man sie richtig hatte. Durch Wiederholung kann man alles lernen!

Studies

Eine lange Zeit habe ich Studies verwendet. Es bietet wirklich sehr viele Möglichkeiten, unter anderem Karten mit mehr als zwei Seiten, Bilder, Multiple-Choice Antworten und einiges mehr. Es ist wahrscheinlich die leistungsfähigste App. Am iPhone sieht der Fragemodus so aus:

Kartenheld

Fast genauso leistungsfähig, aber einfacher in der Anwendung ist Kartenheld. Es sieht am iPhone so aus:

Besonders gut gefällt mir, dass man sich anzeigen lassen kann, wieviele Karten in welchem Fach liegen:

Am Mac kann man die Karten einfach und schön gestalten und hat auch dort alle Optionen der Abfrage:

Mit Kartenheld kann man seine Lernkarten auch beidseitig auf Papier ausdrucken, ausschneiden und dann wie normale Lernkarten verwenden. Sehr praktisch!

Kartenheld gibt es auch für Windows, was mir vollkommen gleichgültig ist.

Mein aktueller Favorit: Kartenheld

Ich verwende aktuell Kartenheld, weil es für mich den besten Kompromiss aus Einfachheit und Anpassungsfähigkeit bietet. Es hat alle Funktionen, die ich brauche und ist völlig intuitiv bedienbar. Es hat seit einiger Zeit Studies für mich ersetzt, das ich früher oft verwendet habe. Bei Studies ist schöner, dass man Karten zu verschiedenen Wissensgebieten in einer Wissensbibliothek verwaltet, und so auch gemischt lernen kann. In Kartenheld kann man verschiedene Kartensätze anlegen, diese dann aber auch nur getrennt lernen. Alternativ kann man allerdings auch einen Kartensatz anlegen, und die verschiedenen Fachgebiete als Kapitel darstellen, dann kann man auch hier alle seine Wissensgebiete durcheinander lernen.

Eine kostenlose Probeversion von Kartenheld für den Mac gibt es hier, für iOS hier.

Vorgefertigte Karteikarten

Um ehrlich zu sein, habe ich überlegt, für das Buch Psychopharmakologie griffbereit Lernkarten zu erstellen und den Lesern zur Verfügung zu stellen. Allerdings bin ich mir nach einigen Versuchen bewußt geworden, dass für jeden Leser andere Informationen relevant sein können und dass man wesentlich mehr lernt, wenn man sich die Mühe macht, seine Karten selbst zu erstellen. Wobei, als kurzes Repetitorium hätte es schon was…

Hier findest Du EbM Lehrstoff

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Die Internationale Gesellschaft für Evidenz-basierte-Medizin hat vor wenigen Tagen eine Webseite veröffentlicht, auf der ihr EbM-Lehrmaterialien, Videos, Artikel und ähnliches findet. Man kann nach verschiedenen Kriterien suchen, auf Deutsch ist allerdings sehr wenig erhältlich. In englischer Sprache finden sich aber viele gute kostenlose Videos und andere Ressourcen, die man in der Ausbildung verwenden kann oder die einfach für einen selbst informativ sind. Surf mal auf https://teachingebhc.org vorbei!

Ein neuer PsychCast ist draußen: PC075 Evidenz basierte Medizin mit Dr. Iris Hinneburg

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In dieser Episode geht es um einige Grundlagen der EbM, Besonderheiten der Psycho-Fächer in diesem Zusammenhang, Implementierungsforschung und einiges mehr. Und wir sprechen über die Demut, die uns EbM lehren darf…

Ihr findet Iris bei Twitter hier: @irishinneburg. Ihre Webseite ist https://medizinjournalistin.blogspot.com

Den Podcast Evidenzbasierte Pharmazie (aktuell mit Journal Club) findet ihr hier: https://medizinjournalistin.blogspot.com/search/label/EbPharmPodcast

Und den Podcast Evidenzgeschichten findet ihr hier: https://evidenzgeschichten.podigee.io/

Neu: #tweetorials zu den Episoden und noch mehr Hintergründe: https://twitter.com/EvidenzG @evidenzg

Im Podcast empfiehlt Iris das EBM Netzwerk: https://www.ebm-netzwerk.de/.

Das im Podcast empfohlene Psychiatrie Lehrbuch von Prof. Berger, dass EbM konsequent in der Darstellung des Wissens verwendet, findet ihr hier.

Die Folge findet ihr hier.

Viel Spaß beim Hören!

Podcastempfehlung: Evidenzbasierte Pharmazie

Dr Iris Hinneburg 2018 09 27 20 48 17

Ich hatte heute insgesamt vier Stunden Autofahrt auf dem Plan, und nachdem ich meine üblichen Podcasts gehört hatte, habe ich mir eine Episode eines neu entdeckten Podcasts angehört: Evidenzbasierte Pharmazie. Die Medizinjournalistin Dr. Iris Hinneburg berichtet in Interviews mit Gästen oder mit ihrer Kollegin Silke Jäger über die verschiedenen Aspekte der Evidenzbasierung aus Sicht der Pharmazie. Manchmal werden Studien sehr gründlich analysiert und diskutiert, in anderen folgen werden verschiedene Themen angesprochen, und immer wird in wirklich allgemeinverständlicher Form Grundwissen zur Kunst der Wissensgewinnung und zu den Fallstricken auf dem Weg dahin vermittelt.

Besonders interessant finde ich die „Evidenz-Geschichten“, in denen Klassiker der Geschichte der EBM erzählt werden, jeweils mit der Frage, was an diesem Beispiel heute noch relevant ist. Eine Episode berichtet über die nicht-veröffentlichten Studien zu Tamiflu, durch die dessen Gesamtbewertung wesentlich schlechter ausfällt, eine andere über die Risiken der nachträglichen Subgruppenanalyse bei klinischen Studien, und wie es eine Subgruppenanalyse nach Sternzeichen in den Lancet geschafft hat.

Die Autofahrt verging wie im Flug, ich habe erst kurz vor dem Ziel aufs Radio umgeschaltet. Da war nämlich mein mobiles Datenvolumen aufgebraucht… 🙂

Die Webseite zum Podcast findet ihr hier, der Feed lautet http://medizinjournalistin.podhost.de/rss.

Memorable Psychopharmacology

Ich habe ein wirklich großartiges Buch entdeckt.

Memorable Psychopharmacology vom amerikanischen Autor Jonathan Heldt hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gebiet der Psychopharmakologie einfach und anschaulich zu erklären. Das ist ungemein viel wert, da fast alle anderen Bücher zur Psychopharmakologie oft sehr kompliziert geschrieben sind. Eine Ausnahme bildet noch der großartige “Prescribers Guide“ von Stephen Stahl, aber sonst gibt es nicht viele Bücher zu dem Thema, die man beim einfachen Durchlesen gut verstehen kann.

Darüber hinaus wird Memorable Psychopharmacology seinem Titel gerecht, indem es praktisch jeden einzelnen Aspekt, den man sich für eine Prüfung oder für die eigene klinische Praxis merken will, mit Eselsbrücken untermauert.

Beide Aspekte sind ungemein bereichernd. Der erste, die einfache Darstellung, liegt mir besonders am Herzen, und ich versuche in meinem eigenen Buch, Psychopharmakotherapie griffbereit, ja ebenfalls, das Gebiet einfach und anschaulich zu erklären.

Der zweite Aspekt, die Merkhilfen, sind ebenfalls sehr einprägsam. Was haltet ihr zum Beispiel von dieser hier:

Neuroleptic malignant syndrome presents as a FEVER:

  • Fever
  • Encephalopathy
  • Vital sign instability
  • Elevated WBC and CPK
  • Rigidity

OK, man muss sich natürlich englische Eselsbrücken merken, aber teilweise lassen sie sich ja auch ohne Probleme ins Deutsche übertragen. Die Merkhilfe für die Symptomatik des Malignen Neuroleptischen Syndroms wäre dann also:

Malignes Neuroleptisches Syndrom: FEVER

  • Fieber
  • Enzephalopathie
  • Vitalzeicheninstabilität
  • Erhöhte weiße Blutkörperchen und Thrombozyten
  • Rigidität.

Das kann man doch kaum wieder je vergessen. Der Text führt dann noch einmal ausführlich aus, dass Fieber, auch hohes Fieber, ein wirklich häufiges Symptom des Malignen neuroleptischen Syndroms ist, und das man dies gut als differentialdiagnostisches Kriterium zum Serotoninsyndrom heranziehen kann, für das es auch eine Merkhilfe gibt…

Oder diese Eselsbrücke:

  • Eine mögliche Nebenwirkung von Trazodon ist der Priapismus. Merkhilfe: Trazobone.

Ich bin gerade dabei, das Buch zu lesen und habe wirklich schon einiges dazu gelernt. Ich kann es wirklich von ganzem Herzen empfehlen. Ich werde sicher in einigen der nächsten posts etwas aus dem Buch aufgreifen. Wer Interesse an Psychopharmakotherapie hat und gute Didaktik zu schätzen weiß, der ist hier genau richtig.

Bei Amazon findet ihr das Buch hier. Wer einen kindle sein eigen nennt, kann es sogar über die kindle-Leihbibliothek kostenlos ausleihen. Also unbedingt zugreifen!

Und schreibt doch hier in die Kommentare gerne mal, welche Merkhilfen ihr im Bereich der Psychiatrie und Psychopharmakotherapie besonders eingängig findet. Ich bin gespannt!

Peppology

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Doch doch, man kann sogar PEPPs kurz und bündig erklären, so dass jeder in der Psychiatrie tätige, der mit der Kodierung zu tun hat, also insbesondere die Ärzte, versteht, wie das geht und worauf zu achten ist. Unter www.peppology.de findet man eine Leseprobe und kann die 42-seitigen Kurzbroschüren für ca. 10 € pro Stück bestellen. Diese Investition kann sich schnell lohnen… 

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