PC123 Anorexia nervosa mit Maja ist erschienen

Im 123. PsychCast haben wir Maja zu Gast. Sie ist in der Ausbildung zur Ergotherapeutin und berichtet über ihre eigene Anorexia nervosa Erkrankung. Maja erklärt, wie alles angefangen hat, wie sich die Erkrankung für sie dargestellt hat, was ihr in dieser Zeit geholfen hat und was ihr heute noch zu schaffen macht.

Sie hat ein Buch hierüber geschrieben, und wenn Du in einem Verlag arbeitest und Kontakt zu Maja aufnehmen möchtest, dann schreib gerne eine mail an mich, ich leite sie an Maja weiter; noch hat das Buch keinen Verlag… 🙂

Den Beitrag findet ihr auf http://www.psychcast.de oder auf unserem YouTubeChannel http://www.youtube.de/c/psychcast.

Video „TOP 10 Fehler in Psychiatrie & Psychotherapie ist online

In diesem Video beschreibe ich mal die 10 größten Fehler, die ich bei psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlungen immer wieder sehe, und die mich ärgern. Alles sehr subjektiv, aber warum nicht? Viel Spaß beim Aufregen!

PC095 Psychotherapie in akuten Krisen mit Prof. Dr. Peer Abilgaard ist online!

In dieser Episode widmen wir uns der Frage, welche Haltung und welche Interventionen in akuten Krisen hilfreich sind. Wir besprechen, wie die Rahmenbedingungen der stationären Behandlung hier hilfreich sein können. Dabei gibt uns Prof. Abilgaard viele Einblicke in seine besondere Art, Patienten wahrzunehmen und ihnen therapeutisch zu begegnen.

Prof. Abilgaard ist Chefarzt des Bertha-Krankenhauses in Duisburg.

Sein Buch “Stabilisierende Psychotherapie in akuten Krisen: PITT für die psychotherapeutische Grundversorgung (Leben lernen)” findet ihr hier.

Das Buch “Die Psychotherapie-Debatte: Was Psychotherapie wirksam macht” von Bruce E. Wampold findet ihr hier.

Die aktuelle Folge findest Du hier.

PC092 Seelsorge, Coaching, Psychotherapie

Im 92. PsychCast treffen wir uns auf Philipps Terrasse und sprechen mit der Pfarrerin Grit de Boer, dem Coach Philipp Besch und mir als Psychotherapeuten über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede unserer drei Jobs.

Außerdem sprechen wir darüber, welche Interventionen wir besonders gerne machen und was unserer Meinung nach in Gesprächen mit Patienten / Klienten / Menschen wirklich hilfreich ist.

Die Folge findet ihr hier: https://psychcast.de/pc092-seelsorge-coaching-psychotherapie/

Der PsychCast verabschiedet sich wahrscheinlich erst mal in die Sommerpause; genießt den Sommer und die Ferien!

Der PsychCast 068 Psychotherapie und Religiosität ist online!

Im 68. PsychCast quasseln wir über Religiosität und Psychotherapie – wie immer – ohne Experten genau dafür zu sein. Wir machen uns Gedanken, inwiefern Religion eine Ressource sein kann und die Resilienz steigert und in wieweit sie die “kollektive Zwangsneurose” ist, für die Freud sie hielt. (Übrigens, ja es heisst natürlich “Religiosität” und nicht “Religiösität”, die live-on-tape-Situation war mal wieder verantwortlich…) Viel Spaß beim Zuhören und Kommentieren!

Einige ausgewählte Studien / Artikel:

Metastudie: Religion fördert psychische Gesundheit

Religion, Spirituality, and Health: The Research and Clinical Implications

Religiosität und Psychiatrie von Dr. Raphael Bonelli

MP3 Audio32 MB

Die Folge findet ihr hier: psychcast.de/pc068-psychotherapie-und-religiositaet/

Endlich: Die Video-Sprechstunde kommt in der Psychotherapie an!

Die Zukunft der Internet-Psychotherapie wird auf diesem blog ja immer wieder diskutiert, aber der große Durchbruch ließ bislang noch auf sich warten. Das lag zu einem großen Teil daran, dass die Berufsordnung für Ärzte unter §7 „Behandlungsgrundsätze und Verhaltensregeln“ als Satz 4 folgende Regelung trifft:

(4) Ärztinnen und Ärzte dürfen individuelle ärztliche Behandlung, insbesondere auch Beratung, nicht ausschließlich über Print- und Kommunikationsmedien durchführen. Auch bei telemedizinischen Verfahren ist zu gewährleisten, dass eine Ärztin oder ein Arzt die Patientin oder den Patienten unmittelbar behandelt.

Dies wurde bislang strikt so ausgelegt, dass Ärzte keine Psychotherapie per Videokonferenz, also beispielsweise per Skype, leisten durften.

Für Psychologen gibt es keine vergleichbare Regelung in deren Berufsordnung. Aber die Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Psychotherapie in aller Regel nur, wenn bei der Behandlung Therapeut und Patient im gleichen Zimmer sitzen.

Es gibt einige zarte Pilotprojekte zu dem Thema, insbesondere Online-Angebote mit psychotherapeutischem Inhalt, die aber häufig eine asynchrone Kommunikation wie den Austausch per Email oder Online-Trainingseinheiten anbieten. Ein Pilotprojekt, in dem ein per Internet übertragenes Video-Gespräch zum Einsatz kommt, war mir in Deutschland bislang nicht bekannt.

Nun ist im Januar 2016 das neue e-Health-Gesetz in Kraft getreten. Dies regelt eine Modernisierung vieler Aspekte der elektronischen Kommunikation im Gesundheitswesen, beispielsweise, was alles auf der neuen Gesundheitskarte gespeichert wird und wie diese Daten gesichert werden. Ein Aspekt des e-Health-Gesetzes regelt aber auch die Telemedizin, und hier explizit auch Video-Sprechstunden. Hierzu heißt es auf der Seite des BMG:

Zur Förderung der Telemedizin wird die telekonsiliarische Befundbeurteilung von Röntgenaufnahmen ab April 2017 und die Online-Videosprechstunde ab Juli 2017 in die vertragsärztliche Versorgung aufgenommen werden. Das wird Patienten die Kontaktauf­nahme mit dem Arzt deutlich erleichtern, gerade bei Nachsorge- und Kontrollterminen.

YEAH !!!

Das ermöglicht dann endlich im Prinzip eine zumindest teilweise Durchführung von Psychotherapiegesprächen auch vermittels Video-Sprechstunden. Unnötig darauf hinzuweisen, welchen Vorteil man sich davon versprechen kann, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Patienten und Patienten, die in einem psychotherapeutisch unterversorgten Gebiet wohnen und eine lange Anreise zum nächsten freien Psychotherapeuten hätten.

Ein erstes Modellprojekt

Die AOK Nordost hat nun mit 16 Ärzten am Institut für psychogene Erkrankungen in Berlin-Wedding ein mit der Berliner Ärztekammer abgestimmtes Pilotprojekt gestartet, dass die neue Möglichkeit genau so erprobt, wie es mir vernünftig erscheint. Die Patienten kommen zunächst zur genauen Diagnostik und Therapieplanung zum realen Termin in die Praxis. So lernen sich Therapeut und Patient offline kennen und können eine Beziehung zueinander aufbauen. Liegen die erforderlichen Voraussetzungen vor, können dann zukünftige Sitzungen zum Teil auch als Videokonferenz mit einem verschlüsselten Zugang durchgeführt werden. Natürlich wird nicht wirklich Skype verwendet, sondern ein anderes, gesichertes System. Einen sehr guten Artikel über das Projekt findet ihr hier, einen Artikel aus dem Ärzteblatt hier.

Ich darf mit besonderer Freude berichten, dass mein Freund und Mit-PsychCaster Alexander Kugelstadt einer der beteiligten Projektärzte ist. Ich verspreche, ihn bei der nächsten Folge nach seinen Erfahrungen zu fragen!

Dr. Google

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Alexander und ich wollen die nächste Episode unseres PsychCasts zum Thema Medizin, Psychiatrie, Psychotherapie und das Internet machen. Neben der Tatsache, dass Patienten sich im Internet über ihre Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten informieren, gibt es ja auch einzelne Therapiemöglichkeiten im Netz. 

Habt ihr Ideen, Fragen, Vorschläge, die wir berücksichtigen sollten? Ideen? Anregungen? Dann schreibt sie hier gerne in die Kommentare!

Psychotherapie jetzt auch bei Schizophrenie und Bipolarer Störung möglich

Laut Bericht des Ärzteblattes hat der GBA entschieden, dass Patienten mit einer Schizophrenie, einer schizotypen oder wahnhaften Störung oder einer Bipolaren Störung Anspruch auf Psychotherapie haben. Praktisch ging das auch bislang; der Psychotherapeut musste im Antrag allerdings eine andere Zielsymptomatik beschreiben, als die zugrunde liegende Erkrankung. So konnte er die Psychotherapie damit begründen, dass er beantragte, eine depressive Begleitsymptomatik bei bestehender Schizophrenie zu behandeln.

Bei der Schizophrenie ist die Studienlage eindeutig: Psychotherapie hilft hier.

Bei der bipolaren Störung ist mir die Studienlage nicht so gut bekannt, meines Wissens nach gibt es hier eher Studien, die zeigen, dass bezüglich der Phasenhäufigkeit Psychotherapie nicht wirksam sein soll. Praktisch erhalten Patienten mit einer bipolaren Störung natürlich dennoch genauso Psychotherapie wie depressive Patienten und erzielten dabei regelmäßig gute Erfolge. Denn der Erfolg einer Psychotherapie geht ja über den Endpunkt “Abnahme der Phasenhäufigkeit” hinaus und erstreckt sich natürlich auch auf die Bereiche der Krankheitsbewaltigung, der besseren Strukturierung der Rahmenbedingungen, um der Gesundheit leichter Raum zu geben und tausend andere Ziele. Und hier hilft Psychotherapie auf jeden Fall.

Es ist daher zweifellos nur zeitgemäß, dass nun auch bei den oben genannten Diagnosen Psychotherapie bewilligt werden kann, ohne dass vorher im Antrag eine fragwürdige Verrenkung erforderlich ist.

EMDR als Psychotherapiemethode bei PTBS nun anerkannt

Der GBA hat laut Bericht im Ärzteblatt entschieden, dass für Patienten mit einer PTBS nun endlich EMDR als Psychotherapiemethode zugelassen ist. EMDR ist schon lange die Therapie der ersten Wahl bei dieser Erkrankung. Der GBA passt hier also die Richtlinien an die Evidenz-basierte gängige Praxis an.