Meine neue Darstellung der Rezeptorbindungsprofile

Ich habe auf dem diesjährigen DGPPN-Kongress zum wiederholten Mal den Workshop „Psychopharmakologie-Update“ von Francesca Regen, Arnim Quante und Eric Hahn besucht. Die drei berichten sehr kompetent und zugleich sehr verständlich von den nennenswerten Neuerungen im letzten Jahr.

Noch eine Variante: Das klassische Kreisdiagramm

Üblicherweise stellt man die Rezeptorbindungsprofile so dar, wie in dem oben wiedergegebenen Kreisdiagramm zu Risperidon. Diese Abbildung ist aus meinem Buch Psychopharmakotherapie griffbereit, Dritte Auflage, entnommen. Die Darstellung ist übersichtlich, aber interpretationsbedürftig.

Wie interpretiere ich das Rezeptorprofil eines Neuroleptikums?

Ich hatte in diesem post schon einmal die wesentlichen Wirkungen der Blockade (oder partiellen Aktivierung) bestimmter Rezeptoren dargestellt.

Die Darstellung á la Hiemke gefällt mir besonders gut, da ich mir das Medikament in dieser Darstellung wie einen Schlüssel vorstelle. Die Balken darauf entsprechen den Zacken des Bartes des Schlüssels. Man hat ja immer die Analogie im Kopf, dass sich ein Wirkstoff zum Rezeptor wie ein Schlüssel zum Schloss verhält. Das stimmt auch für die primären Wirkstoffe wie Dopamin oder Serotonin. Wobei man im Kopf behalten muss, dass diese Wirkstoffe die Rezeptoren aktivieren, die Medikamente die Rezeptoren aber in der Regel blockieren. Ausnahmen stellen Medikamente wie Aripiprazol dar, die überwiegend Rezeptoren blockieren, einige wenige Rezeptoren aber partiell aktivieren.

Neuer Ansatz: Rezeptoraktivität und deren Wirkungen in einem Schaubild

Nun habe ich mir überlegt, dass es etwas mühsam ist, die Rezeptoraktivität in einem Diagramm darzustellen und die Wirkung, also die erwünschten Wirkungen und die unerwünschten Wirkungen dieser Aktivität am Rezeptor, in einer zweiten Tabelle nachzulesen. Daher habe ich in meiner neuen Darstellung die jeweilige Rezeptoraktivität mit der erklärenden Tabelle überlagert. Die Darstellungen sind so zu lesen, dass die Länge des farbigen Balkens die Aktivität des jeweiligen Medikamentes an diesem Rezeptor wiedergibt. Wenn ein Medikament einen bestimmten Rezeptor gar nicht blockiert, dann ist der Text daneben entsprechend ausgegraut.

Vorstellung der wichtigsten Neuroleptika mit ihrem jeweiligen Rezeptorbindungsprofil

Haloperidol

Haloperidol ist der Klassiker eines typischen Neuroleptikums. Es blockiert stark die Dopamin-D2-Rezeptoren, was zu einer sicheren antipsychotischen Wirkung, aber in höheren Dosierungen auch zu EPMS und Hyperprolaktinämie führt. Ein Teil der vegetativen Nebenwirkungen und ein Teil der Sedierung sind auf die Blockade der Alpha-1-Adrenozeptoren zurückzuführen.

Amisulprid

Amisulprid ist ein lupenreiner Dopamin—Rezeptor-Antagonist. Das erklärt seine gute antipsychotische Wirkung. In höheren Dosierungen verursacht es EPMS und Hyperprolaktinämie. Es hat praktisch keine sedierenden oder anderen vegetativen Nebenwirkungen, was der Abwesenheit von Rezeptorblockaden anderer Rezeptoren entspricht.

Risperidon

Risperidon blockiert zum einen wie ein typisches Neuroleptikum in relevantem Ausmaß die Dopamin-D2-Rezeptoren, und blockiert zum anderen wie viele atypische Neuroleptika den Serotonin-5HT2A-Rezeptor. Es verursacht nur in geringem Maße Gewichtszunahme und Müdigkeit, entsprechend seiner nur geringen, aber vorhandenen Aktivität am Histamin H1-Rezeptor.

Ziprasidon

Ziprasidon entspricht ganz dem Profil eines atypischen Neuroleptikums. Es blockiert zwar auch den D2-Rezeptor, hat seinen Schwerpunkt aber eher auf 5HT2A. Interessant ist die Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahmehemmung, die eine milde antidepressive und angstlösende Wirkung plausibel macht.

Aripiprazol

Diese Darstellung ist für Aripiprazol eigentlich ungeeignet, da Aripiprazol am Dopamin-D2-Rezeptor sowohl antagonistische Wirkungen hat (das ist auch dargestellt), als auch partiell agonistisch am Dopamin-D2-Rezeptor wirkt (das ist hier nicht dargestellt). Diese partialagonistische Wirkung an D2 relativiert einige der Nebenwirkungen und natürlich auch einige der Wirkungen des Medikamentes an diesem Rezeptor. Und das auch noch dosisabhängig. OK, die Darstellung ist natürlich eine Vereinfachung. Im übrigen zeigt sich das Profil eines atypischen Neuroleptikums mit milden Nebenwirkungen.

Chlorpromazin

Chlorpromazin wird in Deutschland praktisch nicht mehr verordnet. Es ist ein mittelpotentes Neuroleptikum mit eher sedierenden Eigenschaften. Ein Nischendasein führt es noch in der Behandlung des chronischen Schluckaufs…

Clozapin

Clozapin ist zwar ein Oldtimer, hat aber ein ganz spezielles Rezeptorbindungsprofil. Der hohe Anteil der Dopamin-D4-Blockade wird allgemein mit seiner guten antipsychotischen Wirkung bei wenig EPMS in Verbindung gebracht. Und D2-Rezeptoren läßt Clozapin ja ziemlich in Ruhe. Sieht man sich aber den unteren Teil der Grafik an, weiß man auch, warum es so ausgeprägte Nebenwirkungen verursacht. Insbesondere Müdigkeit und Gewichtszunahme (H1) wirken sich klinisch stark aus. Der erhöhte Speichelfluß unter Clozapin ist ursächlich auf eine reduzierte Schluckfähigkeit zurück zu führen. Die durch die Blockade des Acetylcholin-M1-Rezeptors verursachte Mundtrockenheit wiegt die Schluckstörung nicht auf.

Olanzapin

Olanzapin hat aus der Sicht des Rezeptorbindungsprofils viel Ähnlichkeit mit Clozapin. Interessant ist auch hier, dass D4-Rezeptoren fast so stark blockiert werden wie D2-Rezeptoren, was für eine gute antipsychotische Wirkung bei wenig EPMS spricht. Allerdings blockiert Olanzapin eben auch stark den Histamin-H1-Rezeptor, was die Sedierung und Gewichtszunahme erklärt.

Quetiapin

Quetiapin wurde ja lange als neuroleptisches Wundermittel vermarktet. Der Blick auf das Rezeptorbindungsprofil zeigt ein solides mittelpotentes Neuroleptikum mit einer recht ausgeprägten Sedierung (Alpha1, H1, M1, M3) und einer milden antipsychotischen Wirkung (D2, 5HT2A).

Bitte um Feedback

Ich selbst bin ein großer Freund des Studiums des Rezeptorbindungsverhaltens der Medikamente. In meinen Augen entsprechen die neuroleptische Wirkstärke, das typische / atypische Wirkprofil und auch die Nebenwirkungen, die man in der Praxis beobachtet, ziemlich genau diesen Profilen.

Nun bitte ich euch um euer Feedback!

  • Wie verständlich ist diese Art der Darstellung?
  • Gibt es falsche oder unklare Beschreibungen im Text der Tabelle?
  • Was könnte man verbessern, um die Darstellung noch eingängiger zu gestalten?

Ihr dürft die Darstellung gerne unter Nennung der Quelle weiterverwenden und auch weiter verbessern. Dann schickt mir doch gerne einen Link auf eure Darstellung. Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Der neue PsychCast ist draußen: Gute Gewohnheiten

Psych2 in 1400 1400 Pixeln

Im 57. PsychCast sprechen wir über Gute Gewohnheiten

01:15: Jan: Einfach wirklich nicht schlecht über Abwesende reden
04:00: Alex: Umgang mit Schwächeren / Unterlegenen
08:30: Jan: Tagebuch schreiben vor der Handlung
11:45: Alex: Nichts tun, Zeit verplempern
13:22: Jan: Sportkosten werden gedanklich halbiert
15:45: Alex: Sich Zeit nehmen, der Neugier zu folgen
17:00: Jan: Immer eine Sporttasche im Auto haben
17:36: Alex: Sich bei Kritik nicht reflexartig verteidigen (“Es geht nicht um mich”)
19:50: Alex: Kochen oder Gärtnern oder was bauen etc.: sich in den “Dienst” einer Sache stellen können (“Es geht nicht um mich”)
21:15: Jan: Mono-Tasking

Fundstück der Woche

22:30: Alex: James Strain: Case aus dem Mt. Sinai Hospital New York City: Latent vs. Manifest

Hier findest Du die Folge: http://psychcast.de/pc057-gute-gewohnheiten/

Schreibt eure guten Gewohnheiten und eure Lieblingsgewohnheiten in die Kommentare, das ist auf jeden Fall spannend!

Lyogen-Depot wird vom Markt genommen, aber Fluphenazin-Neuraxpharm bleibt

Lyogen-Depot soll dem Vernehmen nach Anfang des Jahres vom Markt genommen werden. Ich hatte jetzt mehrere Anfragen, auf welches Depot-Neuroleptikum man Lyogen-Depot-Patienten am besten umstellen sollte. Eine kurze Internet-Recherche hat zum Glück ergeben, dass es den Wirkstoff Fluphenazin als Depot weiterhin geben wird, und zwar von Neuraxpharm unter dem Handelsnamen Fluphenazin-Neuraxpharm D in den Dosierungen 12,5 mg, 25 mg, 50 mg, 100 mg und 250 mg, jeweils als Decanoat. Ich habe bei Neuraxpharm angefragt, die mir bestätigt haben, dass diese Präparate verfügbar bleiben. Man muss also gar nicht umstellen, sondern lediglich auf ein Generikum wechseln.

Fluphenazin gehört zu den hochpotenten Neuroleptika mit einem höheren EPMS-Risiko, in der gleichen Klasse wie Haloperidol. Für Patienten, die ein Neuroleptikum dieser Wirkstärke brauchen, ist es ein gutes Medikament. Aber auch nach einer längeren Gabe soll man sich natürlich immer wieder fragen, ob der Umstieg auf ein milderes Neuroleptikum möglich ist. Besser verträglich, aber in manchen Fällen etwas weniger wirksam ist beispielsweise das Flupentixol-Depot.

Und natürlich soll man auch immer mal wieder überprüfen, ob ein mit einem Depot behandelter Patient vielleicht auf eine orale Medikation umgestellt werden kann. Fluphenazin gibt es weiterhin auch in Tablettenform.

Eine Umrechnungstabelle, die einige Hinweise gibt, wie verschiedene Depots untereinander und Tabletten in Depots und umgekehrt umgerechnet werden können, findet ihr hier.

Introspection Illusion oder Selbsterforschungsillusion

Ich liebe es, zu sehen, dass ein Gedanke, den ich selber insgeheim schon öfters hatte, dem ich aber nicht ganz über den Weg traute, schon seit Jahrzehnten in der Psychologie ein alter Hut ist, einen Namen hat und allseits akzeptiert ist. So ist es mir zuletzt auch mit der Selbsterforschungsillusion ergangen. Unter Introspection Illusion versteht die Wissenschaft den für uns Menschen typischen Denkfehler, der eigenen Erforschung des emotionalen Innenlebens zu viel Glaubwürdigkeit einzuräumen. Wir legen großen Wert auf unsere Gefühle und denken, dass diese unsere Situation und unser Verhalten gut erklären und daher auch eine fundierte Grundlage für unsere Entscheidungen darstellen. Dabei sind die eigenen Gefühle tatsächlich oft schlecht zu erfassen, schwanken im Laufe weniger Stunden stark und sind somit tatsächlich oft eine denkbar schlechte Grundlage für wichtige Entscheidungen. Aber das wollen wir nicht wahrhaben. Wir denken, wenn unser hochverehrtes „Bauchgefühl“ sagt, wir sollten diesen Gebrauchtwagen kaufen, dann zählt das mehr als der Kilometerstand der Kiste. Und es wäre ja auch toll, wenn unsere Intuition so verlässlich wäre, dass man die ganzen mühselig zu erfassenden Fakten nicht mehr braucht. Aber das ist oft eine Illusion. Wenn ich wirklich entscheiden möchte, welchen Beruf ich ergreifen sollte, sollte ich mich nicht nur auf meine selbst beobachteten Gefühle stützen, sondern eben auch auf vernünftige Überlegungen, Beobachtungen und langfristig tragfähige Argumente.

Ich zum Beispiel finde Notfallmedizin wirklich toll. Aber ist das ein Grund, gleich Notfallmediziner zu werden? Natürlich nicht. Wenn ich bedenke, welche Arbeitszeiten Notfallmediziner haben, wie geschickt ich beim notfallmäßigen Legen einer Thoraxdrainage abschneide und wie die Arbeitsbedingungen insgesamt sind, dann gibt es da auch so einige ganz reale Gegenargumente.

Gerade, um langfristige Ziele zu erreichen, ist es oft notwendig, kontraintuitiv vorzugehen.

Wenn ich abends auf dem Sofa sitze, fühlt es sich gerade eben nicht danach an, nochmal joggen zu gehen. Wenn ich diesem Gefühl folgen würde, könnte ich kein irgendwie erfolgreiches Ausdauer-Training machen. Viel hilfreicher ist es da, sich einen Trainingsplan aufzustellen, und den durchzuziehen, auch wenn mir gerade nicht danach ist.

Ein zweites Element der Selbsterforschungsillusion ist, dass wir den Gefühlen der Anderen zu wenig Gewicht geben, auch wenn wir deren Gefühle oft verlässlicher einschätzen können als unsere eigenen. Die Selbsterforschungsillusion kann dazu führen, dass ich als sicher wahr empfundene, aber tatsächlich falsche Annahmen darüber habe, warum ich etwas tue. Dies führt auch zu falschen Annahmen darüber, wie sich eine Entscheidung auf mein zukünftiges Empfinden auswirkt. Ich denke, es ist angemessen, die eigenen Gefühle achtsam wahrzunehmen, ernst zu nehmen und sich darüber bewusst zu werden. Aber man darf seine Gefühle auch nicht mit einer magischen Bedeutung belegen, die sie nicht haben. Für viele Entscheidungen sind sie nicht das Maß aller Dinge, auch wenn wir uns das manchmal wünschen. Die gute alte Pro-/Contra-Liste für eine Entscheidung, angefüllt mit tatsächlichen Vor- und Nachteilen, ist oft die bessere Entscheidungsgrundlage. Das ist ein bisschen gegen den Mainstream, aber ich denke, es ist dennoch wahr. Die Idee dazu habe ich übrigens bei der Lektüre des Buches „Die Kunst des guten Lebens: 52 überraschende Wege zum Glück“ von Ralf Dobelli gefunden. Ein prima Buch.

PsychCast goes Big Apple: Alex Interview mit dem NewYorker Psychiater Dr. Sebastian Zimmermann

“Es war ein Anliegen von mir, zu zeigen: Psychotherapeut zu sein – das ist ein spannender Beruf!” – Dr. Sebastian Zimmermann im PsychCast 56 –

Dr. Sebastian Zimmermann / Foto: privat

In der 56. Ausgabe ist der PsychCast nach New York City gereist. Dort hat Alex den aus Deutschland stammenden, schon lange in New York lebenden Psychiater & Psychotherapeuten Dr. Sebastian Zimmermann getroffen. Sebastian ist, nach seiner jahrelangen ärztlichen Weiterbildung, u. a. im Mount Sinai Hospital NY, an der Upper West Side, direkt am Central Park in Manhattan als Psychotherapeut niedergelassen. Auch ist Sebastian ein etablierter, preisgekrönter Fotokünstler und portraitierte über Jahre New Yorker PsychotherapeutInnen in ihren Praxen. Für diese beeindruckende und sehr aussagekräftige Arbeit wird er von Psychotherapie-Kollegen und Fotokunst-Liebhabern hoch geschätzt.
Zu Sebastians Bildband bei Amazon.de geht es hier entlang (…anders als im Interview gesagt wieder in Deutschland verfügbar!):

Ebenfalls ist der Bildband über Amazon.com und über die Sigmund-Freud-Buchhandlungerhältlich.
– Hier hat der Spiegel über Sebastians Fotoband berichtet
– Hier ist die eigene Homepage des Projektes
– This way zum Bericht der New York Times!
– Hier geht’s zu Jans Artikel über den Bildband

Die Podcast-Episode hat 3 „Kapitel“:
1. Arztsein in New York, Berührungspunkte von Kunst, Gesellschaft und Wissenschaft
2. Vom Psychotherapeuten zum Fotokünstler
3. Praxis und Psychodynamik des Fotografierens
Viel Spaß! Mehr aus der „City of Dreams“ gibt es in den nächsten Folgen!

Die Folge findet ihr hier.

Bitte folgen: NERDfallmedizin

Voila_Capture 2017-10-15_04-26-03_PMNotfallmediziner müssen jetzt gar nicht weiterlesen, sondern können den Videoblog NERDfallmedizin einfach so gleich abonnieren. Alle anderen gucken mal rein und stellen dann fest, dass Martin Fandler und Philipp Gotthardt mit NERDfallmedizin wirklich alles genau richtig macht: Zu klinisch relevanten Themen gibt es jeweils kurze Videos, in denen in ruhiger, verständlicher Sprache erklärt wird, worauf es ankommt. So geht #FOAMed, was Free Open Access Medical Education heißt und was wir hier auf Psychiatrie to go ja auch machen, wenngleich ohne Videos.

Nerdfallmedizin findet ihr hier:

Ich selbst finde deutschsprachige Kanäle ja doch irgendwie entspannender und sie passen natürlich oft besser zu unserer deutschen Versorgungslandschaft. Wer kennt noch weitere Angebote dieser Art? Sammlung bitte in den Kommentaren.

Der Papageno-Effekt: Das Gegenteil des Werther-Effektes

IMG_5678Ich habe auf dem DGPPN-Kongress gerade eine halbe Stunde lang YouTube geguckt. Und zwar im Saal London 3 mit 300 anderen Zuschauern, sowie dem Produzenten und dem Darsteller der Serie „Komm, lieber Tod“. Die 60-teilige Doku porträtiert Stefan Lange, der seit langem immer wieder mit Suizidgedanken und Suizidversuchen zu kämpfen hatte.

Stefan Lange erzählt filmisch sehr intim gedreht – man sieht immer nur ihn, an einem Tisch sitzend, rauchend und erzählend – was ihn bewegt hat, was ihn verzweifelt gemacht hat, und auch, was ihm aus suizidaler Einengung, suizidalen Krisen und fast vollendeten Suizidversuchen wieder ins Leben zurück geholt hat.

Nun hat man immer Sorge, der Werther-Effekt könnte eintreten und jede emotional anrührende Berichterstattung über Suizidalität stelle daher die Gefahr dar, dass es zu Nachahmer-Suiziden kommt. Und das kann auch stimmen.

Aber es gibt auch den Papageno-Effekt, benannt nach Mozarts Protagonisten in der Zauberflöte, der sich aufgrund einer unglücklichen Liebe ebenfalls das Leben nehmen will, der aber von drei Knaben erfolgreich am Suizid gehindert wird; die Oper endet letztlich glücklich. Der Papageno-Effekt postuliert, dass eine angemessene Auseinandersetzung mit Suizidalität und Auswegen aus Krisen auch Suizide verhindern kann.

Und so ist es die These der Doku, die These auch des heutigen Seminars, dass es an der Zeit ist, auch über schwierige emotionale Themen offener zu sprechen, und so Menschen, die in ähnlichen Krisen stecken zu zeigen, dass sie nicht allein sind und dass es Auswege geben kann. Die Darstellung darf natürlich nicht effekthascherisch, oberflächlich oder den Tod idealisierend sein. Aber eine differenzierte  Auseinandersetzung auch mit dem Thema Suizid in der Öffentlichkeit ist möglich und kann – so die vielen positiven Rückmeldungen an das Produktionsteam – vielen Menschen auch helfen.

Die gemeinsame Diskussion hat mir gezeigt, dass dieses mutige Projekt in die Zeit passt und möglich ist. Ich glaube, dass die Vorteile der öffentlichen Besprechung auch schwieriger Gefühlszustände die Gefahren überwiegen.

Die Serie findet ihr bei YouTube hier. Die Produktion erfolgte in Zusammenarbeit mit Stigma e.V., eines Vereins zur Aufklärung und Prävention von gesellschaftlicher Stigmatisierung.

Walk tall and strong

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Der DGPPN-Kongress 2017 ist zugleich der World-Psychiatric-Assoziation (WPA)-Weltkongress der Psychiater. Da die letzten WPA-Kongresse jeweils weit weg in Toronto, Tokio oder sonst wo stattfanden, freue ich mich total, den diesjährigen hier quasi vor der Haustüre in Berlin erleben zu dürfen. Die Redner kommen wirklich aus allen Himmelsrichtungen, viele Briten, Amerikaner und eine bunte Mischung aller möglichen Nationen. Und dadurch erlebt man auch neue Sichtweisen.

In dieser Hinsicht hat mich gestern der Vortrag „Melting the ice in the heart of men“ des Grönländers Angaangaq Angakkorsuaq wirklich berührt. Er ist seit 40 Jahren Schamane in seinem Volk der Eskimos und hat erklärt, wie er den Menschen hilft, Orientierung in schwierigen Zeiten zu finden und wieder zu Kräften zu kommen. Sein Mantra „Walk tall and strong“ habe ihm seine Großmutter schon mit auf den Weg gegeben. Er selbst gehe mit dem Wissen durch die Welt, dass er zwei Meter groß sei und so stark wie Arnold Schwarzenegger.

Das klingt zunächst mal etwas zu einfach, aber tatsächlich ist Angakkorsuaq für die UNO tätig gewesen und hat sich politisch gegen die Auswirkungen des Klimawandels und für ein Umdenken der Industrienationen eingesetzt. Bei ihm funktioniert „Walk tall and strong“, und er ist dabei charismatisch, sympathisch und natürlich. Und wenn man mich fragt, was das Wesen der Ressourcenaktivierung als Wirkfaktor aller Psychotherapie-Varianten ist, dann komme ich genau darauf:

Walk tall and strong

 

PC055 Denkfehler ist erschienen

Im 55. PsychCast unterhalten wir uns über typische Denkfehler, insbesondere im Hinblick auf ihre Auswirkungen im Bereich der Medizin. Dabei kommen auch die Haupt´schen Theoreme 1 und 2 zur Sprache. Sie lauten:

Erstes Haupt´sches Theorem: “Ein Patient kommt immer mit einer vollständigen Bildgebung der Neuraxis ins Krankenhaus, mit Ausnahme der Region, auf die die klinisch neurologische Untersuchung zwingend hinweist.” 

Zweites Haupt´sches Theorem: “Von anderen Abteilungen zugewiesene Patienten haben immer ein Krankheitsbild aus dem Gebiet der zuweisenden Abteilung.”

OK, es gibt Ausnahmen bei beiden Haupt´schen Theoremen, aber sie sind erstaunlich selten.

Und wir verweisen auf das Buch ” Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen” von Rolf Dobelli (Amazon-affiliate-link).

Die Folge findet ihr hier: http://psychcast.de/pc055-denkfehler/

 

PC054 Zwang – Angst – Analität

Im 54. PsychCast haben wir uns vorgenommen, über Zwanghaftigkeit und Zwangserkrankungen zu sprechen. Wir streifen die “normalen” Zwangsphänomene, die jeder kennt, sprechen über krankhafte Zwänge und ihre Therapiemöglichkeiten. Es gibt einen Battle zwischen den verhaltenstherapeutischen und psychodynamischen Konzepten, der mit einem 1:1 bei Pawlow gegen Freud ausgeht – hört selber, wer welchen Treffer macht. Warum ein zwanghaft strukturierter Menschen häufig auch als “analer Charakter” beschrieben wird, erfahrt Ihr am Ende der Folge.

Die Folge findet ihr hier: http://psychcast.de/pc054-zwang-angst-analitaet/

Viel Spaß! Wir danken ganz herzlich dem PsychCast-Freundeskreis. Ihr könnt uns hier regelmäßig unterstützen, wenn Ihr uns gerne zuhört und ein Freund werden möchtet.

Was hilft eigentlich gegen Grübeln?

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„Lektüre bei Kerzenlicht“. Attributed to Petrus van Schendel – Hampel Kunstauktionen, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20775897

Neulich lag ich nachts lange wach und grübelte über ein Problem, für das sich keine Lösung fand. Als ich das erste mal genervt auf die Uhr sah, zeigte sie 01:20. Na gut, dachte ich mir, über diese Sache muss ich halt mal in Ruhe nachdenken, und wenn ich jetzt Zeit dafür habe, dann eben jetzt. Aber bis 02:35 hatte ich eigentlich nichts Neues gedacht, und morgen wäre ja auch noch ein Tag. Also was macht der Psychiater, um Grübeln zu beenden?

Schreib es lieber auf!

Wenn du mich fragst: Das Standardmanöver bei hartnäckigem Grübeln lautet:

1.) Wechsel den Raum. Grübelst Du im Bett, geh nach spätestens einer halben Stunde aus dem Schlafzimmer raus und mach eine Kerze oder eine nicht zu helle Lampe an.

2.) Schreib alles auf. Schreib einen Tagebucheintrag auf deinem Computer, bring die Pros und Contras in eine Excel-Tabelle oder schreib alle deine Gedanken auf ein Blatt Papier. Wichtig ist, dass du alles aufschreibst, was dir durch den Kopf geht. Wirklich alles. Interessant ist, dass sich die Gedanken – auch wenn du schon zwei Stunden an ihnen herumgegrübelt hast – nach einer DIN-A4-Seite doch oft erschöpfen. Das ist eine wichtige Erfahrung. Denk noch mal nach: Gibt es nicht doch noch etwas, was du aufschreiben solltest. Nein? Dann kannst du dein Dokument speichern und den Computer herunterfahren, das Papier zusammenfalten und für morgen auf den Schreibtisch legen oder dein Tagebuch wieder zurück ins Regal stellen.

3.) Noch nicht müde? Fühlst du dich noch nicht müde, bringt es nichts, direkt wieder ins Bett zu gehen. Lies etwas, mach etwas, was ein mittleres Maß an Konzentration braucht und zur Not trinkst du einfach ein Glas Kölsch. Bis du merkst, dass du müde wirst.

3.) Jetzt Kerze auspusten und wieder zurück ins Bett. Wenn du spürst, dass du müde geworden bist, gehst du wieder zurück ins Bett. Du wirst in kürzester Zeit einschlafen.

Hilft dieses Manöver auch bei depressiv Kranken?

Oft kann man Interventionen, die bei Gesunden helfen, auf Kranke übertragen, und sie helfen den Kranken genau so gut. Der Unterschied zwischen einem Depressiven und einem Gesunden ist meiner Meinung nach nicht, dass der Depressive eine ganz andere Reaktionsweise zeigt, sondern vorwiegend, dass er bestimmte Symptome und Verhaltensweisen häufiger und intensiver zeigt. Quantifizieren wir mal das Grübeln: Nehmen wir uns einen ganz normalen Kalendermonat von 30 Tagen. In diesem Monat verbringt ein Gesunder vielleicht insgesamt 3 Stunden mit so einem typischen Grübeln. Im selben Monat verbringt ein Depressiver eher 60 Stunden mit Grübeln; 30 Stunden tagsüber (eine Stunde pro Tag an 30 Tagen) und 30 Stunden nachts (eine Stunde pro Nacht in 30 Nächten).

Ich glaube nun schon, dass die oben beschriebenen Schritte (Den Ort wechseln / Gedanken aufschreiben / sich müde machen / dann erst den alten Ort wieder aufsuchen) auch bei depressiven Patienten helfen, eine Episode des Grübelns zu beenden. Aber da Grübeln bei depressiven Patienten sehr viel häufiger ist, stellt sich natürlich die Frage, ob es einfache andere Interventionen gibt, die ein schnelles Ende des Grübelns bewirken.

Wie geht die Intervention des Gedankenstopps? 

Wenn man psychotherapeutische Lehrbücher konsultiert, dann findet man als eine besonders weit verbreitete Intervention gegen Grübeln den sogenannten „Gedankenstopp“. Die Wikipedia beschreibt diese Intervention hier. Nach einer ausführlichen Aufklärung über die Intervention läuft es so, dass der Patient seine grübelnden Gedanken berichtet, und der Therapeut dann laut „Stopp!“ ruft. Die hierdurch bewirkte  Schreckreaktion entferne den Patienten schon etwas vom grüblerischen Gedanken. Im weiteren Verlauf kann dann auch der Patient selbst beim Auftreten von grüblerischen Gedankenschleifen mit der Faust auf den Tisch hauen und laut „Stopp“ rufen. Es gibt Patienten, denen das gut hilft, aber um der Wahrheit die Ehre zu geben, ich kenne nicht so viele Depressive, die auf diese Intervention schwören.

Was empfehle ich depressiven Patienten gegen Grübeln?

Ich empfehle tatsächlich im ersten Schritt die Maßnahmen, die auch bei gesunden Patienten gegen Grübeln helfen. Gut, das Glas Kölsch empfehle ich nicht, sondern lieber 25 mg Promethazin, aber das ist in etwa gleich sedierend. Diese Intervention wirkt meiner Erfahrung nach auch bei depressiv Kranken, die oft und hartnäckig grübeln, ganz gut. Die „Gedankenstopp“-Intervention empfehle ich nur selten.

Was empfehlt ihr gegen Grübeln?

Was hilft euch gegen Grübeln? Was empfehlt ihr euren Patienten? Schreibt eure Empfehlungen in die Kommentare!

Podcast-Empfehlungen

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Die gute alte Wochenzeitschrift „Die Zeit“ ist ein verläßlicher Ruhepol im Nachrichtenfeuer, schon, weil sie nur einmal wöchentlich erscheint und daher die selektierten Themen umso fundierter darstellt. Als treuer Fan freue ich mich, dass die Zeit jetzt drei brandneue Podcasts aufgelegt hat. Zum einen adelt sie damit das Medium Podcast, zum anderen freue ich mich über die ausgewählten Inhalte:

Die neuen Podcasts sind im einzelnen:
– „Was jetzt?“ Tägliche Nachrichten und jeweils zwei Themen vertieft. Zum RSS-Feed gehts hier: Was jetzt?
– „Ist das normal?“ Hier geht´s um Sex. Mit den Zeit-Journalisten Alina Schadwinkel, Sven Stockrahm und der Sexualtherapeutin Melanie Büttner. Feed: Ist das normal?
– „Frisch an die Arbeit“ In diesem 14-tägigen Podcast stellen Leonie Seifert und Daniel Erk prominenten Personen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft 25 Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrem Job. Feed: Frisch an die Arbeit

Ich habe die bislang erschienen Zeit-PodCasts probegehört und kann sie hiermit offiziell empfehlen. Hört mal rein!

PC053 Gewohnheiten und Identität (oder: deine Frisörin, du und ich) ist online

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Im 53. PsychCast sprechen wir ganz praktisch über Fragen der Identität und der Veränderung des eigenen Selbst durch Gewohnheiten. Jan hat dazu eine spannende These. Wir überlegen, wie schwer es ist, viele Eigenschaften und Rollen unter einen Hut zu bekommen und wie schlimm Identitätsverlust eigentlich für Menschen ist. Identität hängt nämlich eng mit dem Selbstwert zusammen.

In der kommenden Folge soll es dann um Zwangsstörungen gehen – das ist ein Vorschlag unserer Hörerin Nelia. Wir bedanken uns beim PsychCast-Freundeskreis für die Unterstützung mit Geld-Zahlungen und bestätigen, dass es im kommenden Jahr 2018 ein Hörertreffen geben wird.

Über das Buch “Fifty Shrinks” von Sebastian Zimmermann

Ärzteblatt-Artikel über Misophonie

Die aktuelle Folge findest du hier: http://psychcast.de/pc053-gewohnheiten-und-identitaet-oder-deine-frisoerin-du-und-ich/

Quick-Tip: Mundspülung mit Atropin-Augentropfen hilft gegen Speichelfluß

Vermehrter Speichelfluß ist eine typische Nebenwirkung insbesondere von Clozapin. Unter höheren Dosierungen von Clozapin kann der Speichelfluß so stark erhöht sein, dass die betroffenen Patienten berichten, wenn sie morgens aufwachten sei ihr Kopfkissen naß vom Speichel. Das übliche Vorgehen ist dann die Verordnung eines Anticholinergikums wie Pirenzepin (z.B. Gastrozepin®) in Tablettenform. Das hat aber den Nachteil, dass das Medikament im ganzen Körper wirkt. Auftritt Atropin Augentropfen: Atropin ist ebenfalls ein Anticholinergikum. Gäbe es es als „Mundspülung“, würde man das so rezeptieren. Gibt es in Deutschland aber als Fertigarznei nur als Augentropfen. Das stört allerdings gar nicht, weil ja genau der Stoff drin ist, den wir brauchen. Man weist den Patienten an, morgens einen Tropfen in etwas Wasser aufgelöst im Mund umzuspülen, und dann wieder auszuspucken, also eben nicht herunterzuschlucken. Das hilft ebenfalls sehr gut gegen erhöhten Speichelfluss und hat keine Nebenwirkungen auf den Rest des Körpers. Bei der Anordnung in der Kurve muss man natürlich überdeutlich aufschreiben, dass das Präparat zwar Augentropfen heißt, es aber nicht in die Augen gegeben werden darf. Ich denke, dass die Abteilung CIRS weinend zusammenbrechen wird, aber hey: „living on the edge!“ (Vielen Dank an Fr. Prof. Hahn, von der ich diesen Tipp habe).

Leseempfehlung: Was man von hier aus sehen kann

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Ich habe etwas für meine Verhältnisse unerhörtes getan: Ich habe mir – ganz ohne Not – ein Papierbuch gekauft. Ganz old-school, gar nicht hip. Erst hatte ich etwas Bedenken, wie man den Lesefortschritt speichert (es gibt da so ein Textilbändchen, damit geht das) und wie man es synchronisiert (habe ich bis jetzt noch nicht gefunden), aber die Leseerfahrung ist sehr angenehm.

Nun aber zum wirklich wichtigen Punkt: Das Buch ist großartig. Wenn man die langsame Erzählart von Heinrich Steinfest mag, oder die phantasievollen Geschichten von Jose Saramago, dann findet man in der Erzählweise der Köln-Berlinerin Mariana Leky eine moderne und ebenso berührende Inkarnation.

Geht mal in die nächste Bücherei und lest in „Was man von hier aus sehen kann“ rein. Das Buch ist das Gegenteil von hektisch, daher empfehle ich ausnahmsweise die Papiervariante!

Würdest Du ein medizinisches Fachbuch als Hörbuch hören?

Du liest blogs, sonst wärst Du nicht hier. Wahrscheinlich hörst Du auch Podcasts. Hip. Interessanterweise verfolgt die klassische Aus- und Weiterbildung in der Medizin immer noch eine andere Art der Wissensvermittlung: Bücher. Nun haben Bücher viele große Vorteile. Sie halten lange, man kann sie ins Regal stellen, man kann sehr gut etwas nachschlagen. Aber sie haben auch einen wesentlichen Nachteil. Man müsste sie lesen. Und wer hat dazu bitte schön Zeit.

Da stellt sich mir die Frage, ob nicht auch ein medizinisches Fachbuch mal als Hörbuch präsentiert interessant sein könnte. Im Auto beim Pendeln zur Arbeit, beim Joggen, zum Hören habe ich jedenfalls öfter Zeit als zum Lesen. Und das Angebot bei Audible ist ja eher auf Unterhaltung und Business-Titel konzentriert. Daher möchte ich von Euch wissen: Habt ihr schon mal ein medizinisches Fachbuch als Audio-Book gehört? Würdet ihr das mal ausprobieren wollen? Stimmt doch bitte mal bei meiner Umfrage ab!

Die dritte Auflage von Psychopharmakotherapie griffbereit ist nun auch als kindle-Edition verfügbar

Psychopharmakotherapie griffbereit Dreher Cover

Die Print-Variante gibt es ja schon seit einigen Wochen in der dritten Auflage. Nun ist auch die kindle-Edition verfügbar. Für die dritte Auflage habe ich den gesamten Text überarbeitet und an vielen Stellen aktualisiert. Medikamente, die auf dem deutschen Markt keine Rolle mehr spielen, wie Vortioxetin, habe ich aus dem Buch herausgenommen, dafür neue und interessante Substanzen wie Milnacipran neu aufgenommen. Das Kapitel über Medikamentenwechselwirkungen habe ich deutlich erweitert und neue Kapitel über Psychopharmaka in der Schwangerschaft, sinnvolle Kontrolluntersuchungen sowie Abschnitte über Spice, Sertralin und Trimipramin ergänzt. Wer das Buch nicht hat und eine elektronische Variante bevorzugt, der kann sich jetzt die Leseprobe hier laden und ggf. zuschlagen. 

Das Buch ist allerdings nur auf dem kindle fire, einem iPad, iPhone, Mac oder PC lesbar. Aufgrund der farbigen Abbildungen kann man es nicht auf dem normalen ePaper kindle wie dem kindle paperwhite lesen.

PC052 Extra Intro Zentrovertiert ist online

Im 52. PsychCast testen sich die beiden Protagonisten mithilfe dieser Online-Test-Seite zunächst selbst, ob sie eher introvertiert oder extravertiert sind, mit einem für beide überraschenden Ergebnis. Ab Minute 13:00 geht es dann richtig los und wir sprechen darüber, was das Konstrukt der Extraversion für die Psychotherapie bedeutet.

Shownotes:

Die Folge findest Du hier: http://psychcast.de/pc052-extra-intro-zentrovertiert/

Meine Sommerferienzeit-Strandbuchempfehlung

Voila_Capture 2017-08-13_11-34-13_AM.pngOK, ich bin jetzt natürlich auch der weltgrößte Heinrich Steinfest Fan, deshalb ist meine heutige Buchempfehlung vielleicht nicht für jeden etwas. Aber ich hab hier gerade in der sommerlichen Ruhe seinen bereits 2012 erschienenen Kriminalroman „Wo die Löwen weinen“ gelesen und bin mal wieder begeistert. Steinfest schreibt etwas verschrobene Kriminalromane, die dem üblichen Gemetzel und stereotypischen Spannungsbogen völlig entsagen. Stattdessen gibt es Protagonisten wie den Hund Keppler, der einfach nur da ist oder den österreichischen Archäologen Mach, denn laut Steinfest gehört in jeden Roman ein Österreicher. Ja gut, und es geht um diese merkwürdige vergrabene antike Maschine, die den Bau des Monstrums Stuttgart 21 verhindern will, weil sie ein Geheimnis in sich trägt. Kann man mögen oder nicht mögen; ich liebe es. Wer sich gerade am Strand langweilt, kann sich ja mal die Leseprobe laden…

Eine neue PsychCast-Folge ist online! PC051: Better call PsychCast

In der 51 Episode beantworten wir eure Fragen, und zwar eine ganze Reihe davon. Vielen Dank für die aktive Mitarbeit an der Folge und viel Spaß beim Zuhören!

Shownotes:

Von den Schimpansen entschieden sich eindrucksvolle 72 Prozent dafür, länger auf die größere Belohnung zu warten. Und die Studenten? Nur zu 19 Prozent.153 153 Rosati, A. G., J. R. Stevens, B. Hare, M. D. Hauser: »The Evolutionary Origins of Human Patience. Temporal Preferences in Chimpanzees, Bonobos, Human Adults«. In: Current Biology 17 (2007), 1663 –1668.

Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc051-better-call-psychcast/