Wirkstärke von Antidepressiva und Psychotherapie nach Indikation

Liebe Followerpower!

Ich erstelle gerade eine Fortbildung, in der ich die Wirkstärke der Antidepressiva bei unterschiedlichen Indikationen einordnen möchte. Zur vereinfachten Verdeutlichung habe ich diese bildhübschen Grafiken entworfen. Die Datenquelle hierfür ist meine persönliche subjektive Einschätzung.

Nun meine Fragen an euch: Gibt es da eine vernünftige, zitierbare Studie, die belastbare Zahlen auf dieser Betrachtungsebene hergibt? Oder wenn nein: Stimmt ihr meiner Einschätzung zu oder würdet ihr die Wirksamkeit der beiden Interventionen bei einer der Indikationen oder bei allen anders einschätzen?

Das Bild ist creative commons, ihr dürft es gerne frei verteilen und mal nachfragen, wer das wie sieht!

Schreibt mir eure Meinung sehr gerne in die Kommentare!

Die PsychCast News #10 sind online!

PsychCast News 10 Shownotes

Wie läuft eigentlich Deine Facharzt Weiterbildung?

Oder wie lief sie?

Die DGPPN führt noch bis zum 30.06.2023 eine deutschlandweite Weiterbildungsevaluation der Facharztweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie durch.

Teilnehmen können alle Ärzt:innen im Weiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie sowie Fachärzt:innen für Psychiatrie und Psychotherapie mit Facharzttitel seit weniger als 3 Jahren. 

Link zur Umfrage: https://www.surveymonkey.de/r/CV9HFJR

Das ist ein wichtiges Projekt, nimm Dir gerne die Zeit, an der Umfrage teilzunehmen!

Video / Podcast Resilienz mit Sacha Bachim ist online

Sacha Bachim, Psychotherapeut aus Luxemburg, spricht mit mir über Resilienz, Psychotherapie und das gesunde Leben. In seinem Buch „Therapie to go“ hat er 100 spannende Techniken aus diesen Bereichen aufgeschrieben. Das Buch findet ihr hier.

Videokurs Rechtsgrundlagen stationärer psychiatrischer Behandlungen

Leute, es ist soweit! Der Videokurs „Rechtsgrundlagen stationärer Behandlungen ist fertig und online. Ihr findet in hier.

  • 90 Minuten Video
  • 25 Seiten Script
  • Aktuell und verläßlich!

Für wen eignet sich der Kurs?

Du arbeitest auf einer geschlossenen psychiatrischen Station? Dir wird etwas schwindelig, wenn Du an die komplizierten juristischen Grundlagen stationärer Behandlungen denkst?
Z.B.:

  • Darf ich beim PsychKG vor richterlicher Genehmigung isolieren?
  • Wie sieht ein Attest für eine Isolierung nach BtG aus?
  • Was bedeutet eigentlich “Übergesetzlicher Notstand”?

Inhalte

In diesem Videokurs erkläre ich sehr detailliert alles, was Du über die juristischen Grundlagen wissen musst, um rechtssicher auf einer geschützten Station ärztlich tätig zu sein. Du erfährst die gesetzlichen Regelungen von Unterbringungen, Isolierungen, Fixierungen und Zwangsmedikationen; Du erfährst, wie Du praktisch vorgehen musst und welche Fallstricke zu beachten sind.
Die Videos dauern zusammen ca. 90 Minuten, ergänzt wird der Kurs durch ein Script, in dem alles Wichtige zusammengefasst ist und auch Beispielatteste enthalten sind.
Auch als Vorbereitung auf die Facharztprüfung Psychiatrie & Psychotherapie ist er sehr gut geeignet!
Bezüglich des PsychKGs bezieht sich der Kurs auf die Regelungen in NRW, alle anderen Bereiche gelten in ganz Deutschland.

Kosten

Der Kurs kostet 49 € für Videos und Script. Der Zugang bleibt unbegrenzt bestehen, so dass Du auch von alle Aktualisierungen profitieren werdet.
Schau dir die Vorschau und die Übersicht hier an und schreib Dich am besten gleich in den Kurs ein!

Neues Video: Wie sag ichs meinem Chef?

In diesem Interview spreche ich mit der Psychiaterin, Buchautorin und selbst von einer bipolaren Erkrankung betroffenen Dr. Astrid Freisen darüber, wann man wie mit dem Arbeitgeber über eine psychiatrische Erkrankung sprechen kann, wann man auch mal abwarten sollte und wie man sich am besten Hilfe organisiert. Darüber hinaus sprechen wir auch über die Arbeitsbedingungen in Reykjavik und darüber, dass wir alle gegenseitig gut auf uns aufpassen sollten, wie die Isländer das ganz grundsätzlich machen.

Astrids Buch „Wir fliegen hoch, wir fallen tief“ findet ihr hier: https://amzn.to/40sZixZ (Affiliate Link)

Das von ihr empfohlene Buch „An Unquiet Mind“ findet ihr hier: https://amzn.to/3FKo4lf

Den Podcast Kopfsalat mit Astrid könnt ihr hier Nachhören: https://kopfsalat.podigee.io/29-astrid-freisen-bipolare-stoerung

Neues Video Desvenlafaxin ist online

Sorry, der Link im ersten Post klappt nicht mehr, ich musste eine Korrektur am Video vornehmen…

Die PsychCast News #7 sind online!

Und das sind die Themen:

00:00 – Themenüberblick

04:38 – Neue Medikamente 2022 / 2023

05:45 – Neues zum M. Alzheimer

08:50 – MBCT gleich wirksam wie Escitalopram gegen Angststörungen

11:40 – Letzte Hilfe Kurse

Neues Video: Behandlung der bipolaren Störung ist online

In diesem Video gebe ich einen Überblick über Diagnostik und medikamentöse Therapie der bipolaren Störung. Wie gefällt euch das Format „Video zu einer bestimmten Krankheit“?

Der Autofokus war etwas nervös, da ich ihn falsch eingestellt hatte, ich bitte um Nachsicht!

Depotneuroleptika

Das Kapitel „Depotneuroleptika“ in meinem Buch benötigte mal wieder eine Aktualisierung, da es mit TREVICTA® und OKEDI® zwei neue Depots auf dem Markt gibt, die ich noch nicht aufgeführt hatte. Ich habe es auch etwas vereinfacht. Wie es hier auf dem Blog guter Brauch ist, stelle ich das Kapitel hier zur Diskussion, mit der Bitte, Fehler, Fehlendes und Verbesserungsvorschläge in die Kommentare zu schreiben. Da der Text später im Buch erscheinen soll, steht er unter Copyright.

Einige der typischen Neuroleptika wie Haloperidol, Flupentixol oder Fluphenazin stehen schon seit Jahrzehnten auch als Depotpräparat zur Verfügung. Diese Darreichungsform galt lange Zeit für eine recht große Patientengruppe als besonders sicher und angemessen. Mit dem Aufkommen der Atypika änderte sich das Verhältnis aus Nutzen und Nachteilen, weil die Typika auch in der Depotform nebenwirkungsreicher sind als die Atypika. Mit Risperidon kam ein erstes Atypikum in Depotform auf den Markt, inzwischen stehen auch Olanzapin und Aripiprazol als Depot zur Verfügung. Paliperidon ist als monatlich oder als 3-monatlich zu gebendes Depot erhältlich. Risperidon steht in einer Formulierung zur Verfügung, die ohne Auftitrierung direkt nach der ersten Depotgabe den endgültigen Blutspiegel aufbaut.

Zum Einsatz eines Depotpräparates gibt es immer wieder unterschiedliche Einschätzungen. Wenn ein psychiatrischer Patient, der eine neuroleptische Medikation benötigt, diese immer wieder nach einer gewissen Zeit gegen ärztlichem Rat absetzt, kommt regelmäßig der Ruf nach einem Depotpräparat auf. Man muss jedoch bedenken, dass ein Patient, der sein Neuroleptikum nicht mehr nehmen möchte, es auch als Depot nicht nehmen wird. Depots haben große Vorteile, wenn jemand zwar alle 2–4 Wochen einen Arzt aufsucht, aber zwischenzeitlich eine Tabletteneinnahme nicht hinbekommt, etwa weil er obdachlos ist und das Depot für ihn praktischer ist. Sie sind auch vorteilhaft, wenn ein Patient die Medikation zwar möchte, aber die Tabletteneinnahme ihm zu lästig oder zu kompliziert ist oder er sie häufig vergisst.

Man muss auf der anderen Seite beachten, dass es bei nicht steril applizierten Depotinjektionen zu einem Spritzenabszess kommen kann, der die Gesundheit erheblich gefährden kann und manchmal zu einer großen Narbe führt. Das passiert mit Tabletten nicht. Das Risiko eines Spritzenabszesses muss einem klaren Vorteil der Depotmedikation gegenübergestellt werden.

Wenn ein Patient ein Neuroleptikum nicht nehmen möchte und es keine gesetzliche Grundlage wie eine Bewährungsauflage gibt, dann kann er auch eine Depotmedikation jederzeit absetzen. Immerhin – man sieht es frühzeitig.

Umstellung einer oralen Gabe auf ein Depot

Bevor man ein Neuroleptikum als Depot gibt, muss man sicherstellen, dass dessen Wirkstoff auch vertragen wird. Es wäre fatal, wenn man eine Substanz als Depot verabreicht, und diese dann starke EPMS, starke Akathisie oder eine andere Nebenwirkung verursacht, denn diese Nebenwirkung würde ja wochenlang bestehen bleiben. Daher muss der Wirkstoff zuerst immer in kurzwirksamer Form, also in der Regel als Tablette gegeben werden. Bei guter Verträglichkeit kann dann auf ein Depot umgestellt werden.

Allerdings führt die erste Gabe bei den meisten Depotpräparaten eben gerade noch nicht zu einem ausreichenden Blutspiegel. Nur Risperidon ISM (OKEDI®) hat eine Pharmakodynamik, die direkt nach der ersten Gabe ausreichende Blutspiegel erzeugt. Bei den anderen Präparaten gibt man eine loading-dose wie bei Xeplion® oder gibt über zwei bis drei Depotintervalle parallel den gleichen Wirkstoff noch in Tablettenform dazu.

Dann stellt sich die Frage nach der Umrechnung einer bisherigen oralen Dosis in eine Depotdosis. Es gibt keine einfache Formel, um die oral gegebene Dosis eines Neuroleptikums in eine Depotdosis umzurechnen. Zur Orientierung habe ich aus den Fachinformationen und teilweise aus meiner klinischen Erfahrung in Tabelle 4.3. vergleichbare orale Dosierungen und Depot-Dosierungen aufgeführt. Im Einzelfall können andere Dosierungen erforderlich sein. Der Tabelle ist auch zu entnehmen, in welchen Dosierungen das jeweilige Depot vorliegt und in welchen Intervallen es zu geben ist.

Dosis in Worten Dosis in Tablettenform Depotdosis
Haloperidol (z.B. Haldol®)
niedrig 2-0-2 mg 40 mg alle 4 Wochen
mittel 4-0-4 mg 80 mg alle 4 Wochen
hoch 6-0-6 mg 120 mg alle 4 Wochen
Flupentixol (z.B. Fluanxol®)
niedrig 4-0-0 mg 20 mg alle 2 Wochen
mittel 10-0-0 mg 50 mg alle 2 Wochen
hoch 10-10-0 mg 100 mg alle 2 Wochen
Fluphenazin (z.B. Lyogen®)
niedrig 2-0-3 mg 25 mg alle 2 Wochen
mittel 5-0-5 mg 50 mg alle 2 Wochen
hoch 10-0-10 mg 100 mg alle 2 Wochen
Risperidon mit 2-wöchiger Gabe (z.B. Risperdal Consta®)
niedrig 0-0-2,5 mg 25 mg alle 2 Wochen
mittel 0-0-4 mg 37,5 mg alle 2 Wochen
hoch 0-0-5 mg 50 mg alle 2 Wochen
Paliperidon mit 4-wöchiger Gabe (Xeplion®)
Xeplion-Einstellung auf jede Dosis immer so beginnen: Tag 1: 150 mg deltoidal, Tag 8: 100 mg deltoidal, danach:
niedrig 3–0–0 mg 50 mg alle 4 Wochen
mittel 6-0-0 mg 75 mg alle 4 Wochen
hoch 6-0-3 mg 100 mg alle 4 Wochen
Paliperidon mit 12-wöchiger Gabe (z.B. TREVICTA®)
Nach viermonatiger Gabe von Xeplion® soll auf die 3,5 fache Dosis TREVICTA® umgestellt werden.
niedrig 50 mg Xeplion® alle vier Wochen 175 mg TREVICTA® mg alle 12 Wochen
mittel 75 mg Xeplion® alle vier Wochen 263 mg TREVICTA® mg alle 12 Wochen
hoch 100 mg Xeplion® alle vier Wochen 350 mg TREVICTA® mg alle 12 Wochen
sehr hoch 150 mg Xeplion® alle vier Wochen 525 mg TREVICTA® mg alle 12 Wochen
Risperidon ISM (z.B. OKEDI®)
OKEDI® kann gegeben werden, wenn sichergestellt ist, dass Risperidon vertragen wird. Es baut den Wirkstoffspiegel direkt mit der ersten Depot-Gabe auf.
niedrig 3-0-0 mg 75 mg alle 4 Wochen
mittel 4-0-0 mg 100 mg alle 4 Wochen
Aripiprazol (z.B. Abilify Maintena®)
mittel 15-0-0 mg 300 mg alle 4 Wochen
hoch 20-0-0 mg 400 mg alle 4 Wochen
Olanzapin (z.B. ZypAdhera®)
niedrig 0-0-10 mg 210 mg alle 2 Wochen oder 405 mg alle 4 Wochen für 8 Wochen. Danach 150 mg alle 2 Wochen oder 300 mg alle 4 Wochen.
mittel 0-0-15 mg 300 mg alle 2 Wochen für 8 Wochen. Danach 210 mg alle 2 Wochen oder 405 mg alle 4 Wochen.
hoch 0-0-20 mg 300 mg alle 2 Wochen.
Tabelle 4.3 Depot-Neuroleptika

Copyright

Dieser Beitrag ist ein Auszug beziehungsweise eine auszugsweise Vorabveröffentlichung des Werks „Psychopharmakotherapie griffbereit“ von Dr. Jan Dreher, © Georg Thieme Verlag KG. Die ausschließlichen Nutzungsrechte liegen beim Verlag. Bitte wenden Sie sich an permissions@thieme.de, sofern Sie den Beitrag weiterverwenden möchten.

Klinisch Relevant: Das PsychKG im Gespräch mit Simon Kurzhals

Der Podcast Klinisch Relevant bringt immer wieder super Fortbildungen zu verschiedenen Themen, guckt euch den gerne mal an! In der aktuellen Folge spricht Kai Gruhn mit Simon Kurzhals, Oberarzt für eine geschützte psychiatrische Akutstation, über die praktische Anwendung des PsychKGs.

Klare Hörempfehlung für alle, die damit in der Praxis zu tun haben!

Die Folge findet ihr hier.

„Anorexia nervosa – Dieser Jemand in meinem Kopf“

Treue PsychCast Hörer:innen kennen Maja aus ihrem sehr interessanten Interview in der PsychCast-Folge PC123 Anorexia nervosa mit Maja, die ihr unter diesem Link findet. Maja berichtet im Podcast kurz und im Buch ausführlich über ihre eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung, insbesondere aber auch über ihren Weg zurück in ein gesundes Leben. Der Ratgeber für Betroffene, Angehörige Interessierte und Fachleute ist ein super hilfreiches Buch, das ihr beim Verlag hier und bei Amazon hier (Affiliate link) bekommen könnt.

Online Fortbildung „Humor ist die beste Medizin“

Am 16. November von 15:00 bis 16:30 führen wir ein Online-Seminar zum Thema „Humor ist die beste Medizin“ durch. Referentin ist Frau Prof. Dr. med. Barbara Wild, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie von der Fakultät Umwelt Gestaltung Therapie der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.

Das wird sicher interessant und lustig! Unter diesem Link könnt ihr euch für die kostenlose Teilnahme anmelden.