PsychCast LIVE am Samstag 26.11. um 19.30 Uhr

Du bist eingeladen!

Am Samstag, den 26.11. um 19:30, im Anschluss an den diesjährigen DGPPN-Kongress, nehmen wir einen PsychCast auf. Und erstmalig streamen wir ihn live ins Netz, so dass Du ihn live hören kannst und wir verfolgen unseren Twitter Account, so dass Du uns auch live Kommentare, Fragen und Beiträge senden kannst!

Wir besprechen das Thema: „Lernen: früher, heute und in Zukunft“ und haben einen Pädagogen zu Gast.

Den Live Stream findest Du hier oder genauer hier.

Sind wir alle Narzissten? Die neue PsychCast Folge ist online!

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Der PsychCast Nr. 31 ist eine Late Night Version unseres Podcasts, bei dem Education im Hintergrund steht und die humorvoll-ironische Aufarbeitung rund um das verzweifelte Thema “Trumpisierung der Welt” im Vordergrund. Außerdem geht es um Selbstliebe, Selbstwert, Ferndiagnosen, Beziehungs-Tipps und andere Grandiositäten… Außerdem lernt Ihr eine einzige Frage kennen, mit der Ihr herausfindet, ob jemand narzisstisch ist.
Beschwerden bitte per Mail an uns, Dankesbriefe gerne weiterhin per Papierpost oder in die iTunes-Bewertungen. Danke und gute Unterhaltung!

Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc031-late-night-version-grandios-sind-wir-alle-narzissten/

AU Männergrippe

Die Männergrippe ist eine weithin unterschätzte, schwerwiegende Erkrankung, die auch eines besonderen AU-Formulares bedarf. Weiterführende Hinweise findet ihr auf der Seite www.die-männergrippe.de!

Trimipramin

Trimipramin war früher ein häufig eingesetztes Antidepressivum. Heute wird es in der Schlafmedizin noch gerne verordnet, aber kaum noch als Antidepressivum. Warum ist das so?

Trimipramin

  • wirkt über mehrere Stunden stark sedierend; über anticholinerge und antihistaminerge Wirkungen vermittelt.
  • wirkt schlafanstoßend; über eine Blockade der 5-HT2-Rezeptoren.
  • wird daher überwiegend als Schlafmittel eingesetzt. In dieser Indikation wird es weiterhin gerne verordnet, da es keine REM-Schlaf-Störungen und keine Abhängigkeit bewirkt und auch bei längerer Gabe seine Wirkung behält.
  • wirkt nur schwach antidepressiv, da es anders als andere trizyklische Antidepressiva fast keine Serotonin- oder Noradrenalin Wiederaufnahmehemmung zeigt.

Geschichte

Trimipramin ist eines der ganz alten trizyklischen Antidepressiva. In Deutschland ist es unter dem Handelsnamen Stangyl® bekannt geworden. Als noch keine wirkstarken SSRI zur Verfügung standen, wurde es auf breiter Basis als Antidepressivum verordnet. Allerdings verursacht es in den höheren Dosierungen, die zur Behandlung einer Depression erforderlich sind, ausgeprägte Nebenwirkungen, insbesondere Mundtrockenheit. Seit es besser verträgliche SSRI gibt, wird Trimipramin eher als Schlafmittel verordnet; im Rahmen von Depressionen üblicherweise in Kombination mit einem gut verträglichen SSRI.

Pharmakologie

Trimipramin hat eine sehr ausgeprägte anticholinerge und antihistaminerge Wirkkomponente, was die starke sedierende Wirkung erklärt.

Trimipramin blockiert den 5-HT2-Rezeptor, was eine schlafinduzierende Wirkung haben soll.

Anders als andere trizyklische Antidepressiva verursacht Trimipramin praktisch keine Serotonin- oder Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmung. Aufgrund dieses ungewöhnlichen Rezeptorprofils wird es als „atypisches Antidepressivum“ bezeichnet. Der antidepressive Effekt von Trimipramin ist eher gering.

Klinischer Einsatz

Trimipramin ist zugelassen zur Behandlung von Depressionen mit den Leitsymptomen Schlafstörungen, Angst und innere Unruhe. Die hohen Dosierungen, die zur Behandlung von Depressionen nötig wären (100-400 mg pro Tag), werden aber zumeist aufgrund von Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Müdigkeit nicht vertragen.

Praktisch spielt Trimipramin daher eher in der Therapie der Schlafstörungen eine relevante Rolle. Der 5-HT2-Rezeptorblockade wird eine schlafanstoßenden Wirkung zugeschrieben, die anticholinerge und antihistaminerge Komponente verursacht eine mehrere Stunden anhaltende Sedierung. Daher wirkt Trimipramin schon in verträglicheren Dosierungen zwischen 25 und 100 mg gegen Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen. Es macht nicht abhängig und verändert nicht den REM-Schlaf, daher kann es auch langfristig verordnet werden.

Auch bei chronischen Schmerzstörungen wird Trimipramin noch erfolgreich eingesetzt.

Dosierung

  • als Schlafmittel: 25-75 mg zur Nacht
  • als Antidepressivum: 100-300 mg (zugelassen bis 400 mg) mit abendlichem Schwerpunkt
  • bei chronischen Schmerzen: 50-150 mg zur Nacht
  • Dosisänderungen bei Eindosierung und Abdosierung in 25-50 mg Schritten vornehmen

Nebenwirkungen

Trimipramin muss als relativ nebenwirkungsreich eingeordnet werden. Zu erwarten sind die typischen vegetativen Nebenwirkungen der anticholinergen und antihistaminergen trizyklischen Antidepressiva, insbesondere Sedierung, Mundtrockenheit, Hypotonie, Akkomodationsstörungen, Miktionsstörungen, ferner Gewichtszunahme und manchmal Blutbildveränderungen. Abruptes Absetzen kann problematisch sein, daher sollte dies ebenso wie die Eindosierung in kleinen Schritten von 25-50 mg pro Tag erfolgen.

Mein persönliches Fazit

Als Antidepressivum ist Trimipramin aufgrund seiner kaum vorhandenen Serotonin-Wiederaufnahmehemmung nicht gut geeignet. Es hat seinen Platz in der Behandlung von Schlafstörungen, da es nicht abhängig macht, den REM-Schlaf nicht stört und über lange Zeit eine gute Wirkung behält. Allerdings kann es vor allem bei höheren Dosierungen schnell eine Vielzahl von Nebenwirkungen verursachen, die man im Auge behalten muss. Ich selbst verordne es nur sehr selten.

Segelohren sind nicht psychogen

Unerklärlich gilt nicht

Früher glaubte man, die Pest sei eine Strafe der Götter. Weil es keine bessere Erklärung gab. Mit der Entdeckung des gramnegativen Stäbchenbakteriums Yersinia pestis ist Gott von der Bühne der Pestentstehung sang- und klanglos abgetreten.
Im Mittelalter waren es dann die Säfte. Schwindsucht? Ein Mangel an Gallenflüssigkeit. Hier ging der Punkt allerdings im letzten Jahrhundert ans Mycobacterium tuberculosis.
Die 70-er Jahre brachten uns dann den Streß als universales Erklärungsmodell. Sie haben ein Magenulcus? Ganz klar: der Streß hat Ihnen auf den Magen geschlagen. Erneut zog ein Bakterium an allen hartnäckig vertretenen Erklärungen vorbei. Am Schluss musste man dem unscheinbaren Helicobacter pylorii die Deutungshoheit übers Magenulcus überlassen.

Der zweite Frühling des HB-Männchens

Das Allzweck-Erklärungsmodell des einundzwanzigsten Jahrhunderts lautet psychisch. Psychisch, das ist praktisch Streß Plus. Dabei ist es inzwischen nicht mal mehr erforderlich, kein somatisches Erklärungsmodell zu haben. Nehmen wir das Beispiel des Herzinfarktes. Jeder weiß, dass dieser eine Folge verschlossener Herzkranzgefäße ist. Egal. Das frühere Erklärungsmodell, der Herzinfarkt sei streßbedingt, hat einfach die Zeit überdauert. Nun halt angereichert mit: „Ja, wenn man viel Streß hat und sich immer so viel abverlangt, dann schlägt das halt aufs Herz. Es gibt sicher unbearbeitete Konflikte, die kann man doch nicht leugnen. Eine Psychotherapie kann auf jeden Fall nicht schaden.“ Natürlich ist es tatsächlich so, dass Streß die Beschwerdesymptomatik einer Herzgefäßerkrankung verstärken kann, und daher kann auch Psychotherapie sinnvoll sein. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss man aber anerkennen, dass der handelsübliche Herzinfarkt schlicht und ergreifend vom verschlossenen Herzkranzgefäß kommt. Und das verschließt sich eher als eine Folge der Arteriosklerose nach langem Rauchen als infolge von Streß, was auch schon mal zu einem kurzfristigen Arterienspasmus führen kann. ### Warum falsche Erklärungsmodelle schlecht sind 1) Die Wahrheit hat ein Recht an sich Die Welt ist vor allem deshalb ein besserer, angstfreierer und angenehmerer Ort geworden, weil sich im Laufe der Zeit eben die Wahrheit durchgesetzt hat. Selbst, wenn die Wahrheit mal unwillkommen ist, hat sie aus sich heraus ein natürliches Anrecht auf Gehör. Das nennt man Aufklärung und ist eine gute Sache. 2) Nur die richtige Erklärung macht den Weg für die richtige Therapie frei Beispiel Herzinfarkt: Nur die Erklärung „Gefäßverschluß“ macht den Weg frei, dem Patienten zu erklären, dass er das Rauchen aufgeben muss, abnehmen soll und seinen Bluthochdruck einstellen lassen sollte. Gäbe man sich mit der Erklärung „Streß“ zufrieden, müsste er all diese Anstrengungen nicht auf sich nehmen und könnte es bei einem Achtsamkeits-basierten Yoga-Kurs belassen. Natürlich kann ein Herzinfarkt extreme Ängste, auch Todesangst, verursachen; und diese Ängste können ja absolut realistisch und angemessen sein. Und natürlich können in diesem Fall Psychotherapie, Entspannungsübungen und Yoga helfen. Aber sie helfen in diesem Falle nicht ursächlich, sondern begleitend. 3) Man wird dem Betroffenen nur mit dem richtigen Erklärungsmodell gerecht Wenn man einen durch langes Rauchen ehrlich erworbenen Herzinfarkt, ein bakteriell verursachtes Magenulcus oder eine erbliche Neurodermitis hat, dann weiß jeder Nachbar, jeder Angehörige und jeder Therapeut sofort genau, dass das natürlich eine “massive psychische Komponente“ hat. Wenn der Betroffene dann etwas verlegen guckt und behauptet, er habe gar nicht so viel Streß, es gehe ihm psychisch eigentlich ganz gut, dann wird er mit einer Mischung aus Besserwissen, Mitleid und Überführung angeguckt und die Replik lautet in 100 Prozent der Fälle: „Das willst Du jetzt natürlich nicht wahrhaben, aber Verdrängung hilft hier gar nichts. Frag dich doch mal, ob Du nicht doch irgendwo Streß hast.“ Ja natürlich hat jeder immer auch Streß. Aber das ist ja nicht zwingend die Ursache für seine Segelohren oder alle anderen Erkrankungen. Und falsche Erklärungen werden dem Betroffenen einfach nicht gerecht, so schön sie für den Erklärenden auch klingen mögen.

Gebt dem Körper, was des Körpers ist und der Psyche, was der Psyche ist

Vorschlag zur Güte: 1) Manche Erkrankungen haben psychische Ursachen. In diesen Fällen kann Psychotherapie helfen. 2) Manche Erkrankungen haben körperliche Ursachen (selbst wenn ich sie im CT nicht sehen kann). Erkrankungen mit körperlichen Ursachen können psychische Effekte auslösen, die bedeutend sein können. Auch in diesen Fällen kann Psychotherapie helfen. 3) Das heißt aber im Umkehrschluss gerade eben nicht, dass alle diese Krankheiten psychogen verursacht sind. Können wir uns darauf einigen?

SeeleFon: Telefonberatung für Flüchtlinge

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Der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker (BApK) hat im Oktober diesen Jahres sein Telefonberatungsangebot erweitert und eine spezielle Telefonberatung für Flüchtlinge etabliert. Betroffene können hier unter der Telefonnummer 0228 / 71002425 montags, dienstags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 15 Uhr in deutscher, englischer, französischer oder arabischer Sprache Hilfe erhalten.

Einen Flyer findet ihr hier: seelefon-flyer-3

Direktausbildung von Psychotherapeuten

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Das BMG hat ein erstes Eckpunktepapier zur Direktausbildung von Psychotherapeuten herausgegeben. Das Dokument findet ihr hier.

Zusammengefasst soll die Ausbildung zum Psychotherapeuten grundlegend verändert werden.

Gegenwärtig ist es ja so: Man studiert zunächst Psychologie, dann schreibt man sich an einem staatlich anerkannten Ausbildungsinstitut ein, dort macht man noch mal eine 3-5 jährige Ausbildung mit theoretischen und praktischen Teilen, macht dann eine Abschlussprüfung und wenn man die besteht, ist man Psychologischer Psychotherapeut. Wenn man sich einen Kassensitz kauft, kann man sich dann niederlassen.

In der Rede steht nun, eine 5 jährige Direktausbildung an einer Universität zu machen, unterteilt in einen drei jährigen Abschnitt, der zum Bachelor und weitere zwei Jahre, die zum Master-Abschluss führen. In den beiden Jahren des Masterstudiums soll es ausgedehnte Praktika geben, auch in Ambulanzen und Kliniken. Nach einer Abschlussprüfung hat man dann das Hochschulstudium mit einem Master abgeschlossen, darf aber noch keinen Sitz kaufen, sondern muss hierfür noch eine „Weiterbildung“ in einem Verfahren (VT, TP, etc.) für eine Altersgruppe (Erwachsene / Kinder-und Jugendliche) absolvieren, bevor man beantragen kann, einen Sitz zu kaufen. Wie lange diese Weiterbildung dauert und wie sie organisiert wird, steht in dem Eckpunktepapier allerdings nicht.

Zum nun in der Rede stehenden Plan gibt es sehr viel zu sagen und zu diskutieren. Aber zuerst muss man sich den Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums in Ruhe durchlesen.

Also: Wer sich dafür interessiert; jetzt ist der richtige Zeitpunkt, hier zu clicken und das ganze mal in Ruhe durchzulesen.

Von weißen Mäusen und vagabundierenden Nashörnern – Warum optische Halluzinationen gegen eine Schizophrenie sprechen

Die Schizophrenie wird unter anderem anhand der auftretenden Halluzinationen diagnostiziert. Schizophrene Patienten leiden oft unter folgenden Halluzinationen:

  • Akustische Halluzinationen: Der Patient hört etwas, was nicht da ist. Am häufigsten ist das Hören von Stimmen, Murmeln, Tuscheln; aber auch merkwürdige Geräusche wie Brummen, Klackern oder ähnliches werden berichtet. Wenn es sich um verstehbare Stimmen handelt, kann man auch den Inhalt des Gesprochenen genauer klassifizieren. Kommentierende oder dialogisierende Stimmen sind für die Diagnose einer Schizophrenie so spezifisch, dass sie von Kurt Schneider als „Symptome ersten Ranges“ beschrieben worden sind.
  • Zönästhesien: Fehlwahrnehmungen des Körpers
  • Geruchshalluzinationen
  • Geschmackshalluzinationen

Aber optische Halluzinationen sind interessanterweise eben gerade nicht typisch für schizophrene Patienten. Ganz selten habe ich mal einen wirklich schizophrenen Patienten kennen gelernt, der optische Halluzinationen angab, und dann war es zumeist ein seit vielen Jahren chronisch und schwer Kranker. Wirklich die Ausnahme.

Typischerweise finden sich optische Halluzinationen bei drei anderen Krankheitsbildern:

1) Drogeninduzierte Psychosen: Das ein LSD-Trip optische Halluzinationen verursacht, ist weithin bekannt. Auch Kokain, Amphetamine und einige andere Drogen verursachen häufig optische Halluzinationen, vor allem, wenn der Patient eine viel zu hohe Dosis konsumiert hat.

2) Delirien: Im Alkoholentzugsdelir sehen Patienten wirklich manchmal die sprichwörtlichen weißen Mäuse auf dem Boden umherflitzen. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muss man aber sagen, dass häufiger von kleinen Käfern, Ameisen, Flöhen oder ähnlichen Insekten berichtet wird, die auf dem Fußboden oder der Bettdecke umherkrabbeln.
Das größte Tier, von dem mir ein Patient im Alkoholentzugsdelir mal berichtet hat, war ein Nashorn, das ihm an der letzten Straßenkreuzung vor der Ambulanz entgegengekommen sei. Ich hatte keines gesehen, und ich saß schon länger in der Ambulanz, also muss auch das halluziniert gewesen sein…

3) Organische Schäden des Gehirns: Patienten nach einer traumatischen Schädigung des Gehirns beispielsweise nach einem Unfall oder Patienten mit einem Hirntumor haben nicht selten optische Halluzinationen.

Konsequenz für die Klinik

Wenn ein Patient berichtet, er sehe Dinge, die nicht da sind, dann sind dies optische Halluzinationen. Im Gegensatz zu anderen Halluzinationen stützen diese aber normalerweise gerade eben nicht die Diagnose einer Schizophrenie, sondern sollten in jedem Fall eine MRT-Untersuchung des Kopfes und ein Drogenscreening veranlassen.

Der PsychCast PC030 Kein Stress ist auch keine Lösung: Unsere Top10-Psychomythen auf dem Prüfstand“ ist draußen

Im jubiläumsverdächtigen dreißigsten PsychCast gibt es nicht nur ein völlig neues auditorisches Erlebnis, sondern die beiden PsychCaster hauen auch in großer Freude ihre Top-10 Psycho-Mythen raus und sezieren sie in der gewohnten Mischung aus Hemdsärmeligkeit und wissenschaftlicher Akkuratesse. Viel Spaß beim mitfiebern!

Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc030-kein-stress-ist-auch-keine-loesung-10-psycho-mythen-auf-dem-pruefstand/

Den Song „You are my radio“ von Plug and Play findet ihr hier, unter dieser CC-Lizenz

Der neue PsychCast“PC029 Berufsbilder Psychiater und Psychosomatiker im Krankenhaus“ ist erschienen

In der neuen Ausgabe des PsychCasts sprechen wir aufgrund mehrerer HörerInnenwünsche locker und unvorbereitet über die Arbeit in den benachbarten Fachgebieten Psychiatrie & Psychotherapie und Psychosomatische Medizin & Psychotherapie, die in Deutschland zwei getrennte Facharztweiterbildungen sind. Jan widerlegt viele Klischees der Psychiatrie und erklärt, warum Interesse an der Somatik wichtig ist. Er macht deutlich, was die Vorzüge der Psychiatrie sind und welche Vorstellungen im Fachgebiet enttäuscht werden könnten. Alexander versucht am Beispiel der internistischen Psychosomatik den Facettenreichtum der Psychosomatischen Medizin deutlich zu machen. Dabei geht er weniger auf den großen Bereich der Psychotherapie ein, sondern beschreibt seine Erfahrungen aus der Akutpsychosomatik in der Klinik.

Spürbar wird, dass eine Abgrenzung der Fächer gar nicht so leicht fällt und auch Spannungen zwischen den Fachgruppen bestehen – wir aber trotzdem Spaß an unserer Unterhaltung haben! Es könnte nötig werden, Euch in einer weiteren Folge zum Thema Berufsbilder weitere Infos zu geben über: Theorieweiterbildung in den Fächern, wie läuft eine Weiterbildung in Psychotherapie (Verhaltenstherapie, Psychodynamische Psychotherapie, Psychoanalyse) ab, was mit der ambulanten Arbeit und wie sind die Karrieremöglichkeiten und die Chancen auf eine gute Work-Life-Balance. Also, there’s more to come!

Die Folge findet ihr hier.

Die neue PsychCast-Folge ist online: PC028 Arbeit und Psyche mit Undine Zimmer

Vergesst Amor und Psyche, das Verhältnis von Arbeit und Psyche kann viel spannender sein, jedenfalls wenn man es mit Undine Zimmer bespricht!
Undine ist Autorin des Buches „Nicht von schlechten Eltern“, das auf sehr einfühlsame Art beschreibt, wie es ist, in einer Familie aufzuwachsen, die von Hartz IV lebt, und wie es entgegen allen Klischees eben nicht ist, in so einer Familie aufzuwachsen.
Und sie arbeitet in einem JobCenter, so dass wir uns im zweiten Teil des Interviews über Arbeitssuche und psychische Erkrankungen unterhalten haben.

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Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc028-arbeit-und-psyche/

Wie kaufst Du am liebsten ein Fachbuch?

Also bei Romanen und einmal zu lesenden Sachbüchern ist die Sache für mich klar: Ich kaufe sie ausschließlich als eBook. Aber bei Fachbüchern habe ich für mich noch keine Antwort gefunden. Will ich sie lieber als Papierbuch haben, und stelle sie mir im Büro ins Regal? Dann kann ich sie natürlich zu Hause nicht lesen, unterwegs nicht, eigentlich nirgends, wo ich mal Zeit habe, in Ruhe zu lesen. OK, manchmal hat man Glück und bekommt einen Rubbelcode, über den man dann eine Online-Version des Fachbuchs lesen kann. Wobei die bei mir gerne mal nicht funktionieren. Oder kaufe ich sie als eBook und lese sie auf dem iPad.

Ich wollte mal hören, wie ihr das so macht: Stimmt doch mal ab. Hier ist die Umfrage; und nachdem Du Deine Antwort eingegeben hast, kannst Du das Ergebnis sehen:

Willkommen in der blogroll: psychosomatikum blog

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Kunden, die sich für Psychiatrie interessieren, abonnierten auch: Psychosomatik…. So würde Amazon das sehen.

Mein PsychCast Mitstreiter Alexander Kugelstadt betreibt schon seit einiger Zeit den Blog psychosomatikum, auf dem er immer wieder interessante Gedanken und Entwicklungen speziell auf dem Gebiet der Psychosomatik und Psychotherapie beschreibt. Den Feed zum abonnieren des Blogs findet ihr hier: http://kugelstadt.eu/feed/.

Bei DocCheck findet ihr den Blog psychosomatikum hier.

Viel Spaß bei Lesen!

Update Level up your life

Ich hatte ja in diesem post geschrieben, das ich Spaß an der Strategie der Nerdfitness-Seite Level up your life habe, und etwas von dessen Mechanik ausprobiere. Immer, wenn ich etwas von mir als sinnvoll eingeschätztes mache, gebe ich mir dafür einen Punkt. So bringt zum Beispiel jeder gejoggte Kilometer einen Punkt, ein langer Lauf über 27 Km bringt 50 Punkte. Und so mache ich das spaßeshalber auch in den anderen Lebensbereichen.

Bei einer vorher festgelegten Punktzahl, gönne ich mir dann Dinge, die es mir erleichtern, die Sachen zu machen, die ich sinnvoll finde. So hatte ich mir für den 1000. Punkt ein frisches MacBook in Aussicht gestellt.

voilà:

Für den 2000. Punkt habe ich mir ein Rennrad ausgeknobelt. Der aktuelle Punktestand:

Und für einen veröffentlichten post gebe ich mir natürlich auch Punkte…

Es entspricht im wesentlichen dem Verhaltenstherapie-Konzept der token economy. Mir macht es aber auch Spaß….

SMS auf Papier: Im neuen PsychCast geht es mal ganz ums Runterkommen!

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Die PsychCaster plaudern im PC027 über das Runterkommen im Jahr 2016. Klar hält es gesund, aber wie kann man in Zeiten der Beschleunigung überhaupt noch runterkommen? Es geht unter anderem um: Anspannung und Entspannung, progressive Muskelrelaxation, Entspannungsstress, Orte ohne Bezug zur Gegenwart, Desserts, slow parenting, Unternehmungen und Nichtstun, Rumhängen, Briefe, …
Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc027-sms-auf-papier-die-sendung-zum-runterkommen/

Generation PSY

Die DGPPN hatte immer schon ein Referat „Junge Psychiater“. Da die aber nun wirklich jung und modern sind, klang die Bezeichnung „Referat“ schon mal ganz falsch.

Wer sind die jungen Psychiater in der DGPPN denn wirklich? Das wenig hilfreiche Label „Generation Y“ führt da auf jeden Fall nicht weiter.

Daher haben die Protagonisten sich den Namen „Generation PSY“ ausgewählt. Ich habe gestern zwei Vertreter der Generation PSY der DGPPN persönlich kennengelernt und ich bin wirklich vom Engagement der beiden für die Entwicklung der Psychiatrie, für die DGPPN und insbesondere auch für deren Nachwuchsprogramme beeindruckt. Auf der Webseite www.generation-psy.de könnt ihr die verschiedenen Aktivitäten nachlesen. Ich habe mich gleich mal für das Mentorenprogramm angemeldet.

Wenn Du Dich für eine Zukunft als Psychiater interessierst, egal ob Du Schüler, Student oder Arzt bist, schau unbedingt mal auf der Seite www.generation-psy.de vorbei!

Essentialismus: Meine Top 10 Psychopharmaka

Einfach = Gut.

Stimmt praktisch immer. Wenn Dinge einfach und verständlich sind, dann kann man mit ihnen auch was anfangen. Fast hätte ich mir neulich ein Kochbuch gekauft, in dem lauter Rezepte sind, die man mit 6 Zutaten kochen kann. Ich meine auch, dass man möglichst wenige Gegenstände besitzen soll, und empfehle daher mein Lieblingsspiel: Das Halber-Besitz-Spiel. Ich glaube auch an die Kraft einfacher Regeln: Einfache Regeln für komplexe Situationen. Selbstverständlich bin ich auch leicht dafür entflammbar, daraus gleich eine ganze Weltanschauung zu machen: Essentialism: The Disciplined Pursuit of Less.

Der Grund ist, dass man mit weniger Dingen im Kopf leichter, freier und am Schluss sicherer ans Ziel kommt, als wenn man über zu viele Gegenstände, Regeln, Verpflichtungen und anderen Ballast nachdenken muss. Der Mensch ist halt so. Mehr ist weniger.

Ich habe mich in diesem Zusammenhang gefragt, wie es aussähe, wenn ich in der Psychopharmakotherapie mit möglichst wenig Medikamenten auskommen müsste. Muss ich nicht, ist und bleibt für immer ein reines Gedankenexperiment, aber das stört ja niemanden. Als erstes habe ich überlegt, mit welchen Medikamenten ich denn gedanklich an den Start gehen würde. Die WHO hat ihre Liste der unverzichtbaren Medikamente, bei denen noch die Veteranen Chlorpromazin, Haloperidol und Diazepam vorkommen.

Nun habe ich überlegt, was man heute in Deutschland mindestens brauchen könnte.

Von jeder Wirkstoffgruppe eines: Meine Top Six

  1. Escitalopram
  2. Risperidon
  3. Lorazepam
  4. Promethazin
  5. Lithium
  6. Polamidon

Damit hätte ich aus jeder relevanten Medikamentengruppe einen wirksamen Vertreter. Als Antidepressivum das gut verträgliche und sicher wirksame Escitalopram; als Antipsychotikum das bewährte Risperidon; unter den Benzos habe ich mir aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit Lorazepam ausgesucht; ein niederpotentes Neuroleptikum wie Promethazin kann man immer gebrauchen; und um ein Phasenprophylaktikum im Köcher zu haben, habe ich mich für Lithium entschieden. Für die Opiatentzugsbehandlung ist ein Opioid unentbehrlich, ich habe Polamidon ausgewählt.

Wie gut käme ich mit diesen sechs Medikamenten aus?

Ich denke, dass ich mit diesen sechs Substanzen bei praktisch allen psychiatrischen Erkrankungen einen ersten Therapieversuch starten könnte. Sechs Substanzen ist wenig? Über Dermatologen sagt man immer, sie könnten mit zwei Substanzen auskommen: Fettcreme mit Kortison und Fettcreme ohne Kortison. Dabei stimmt das nicht, manchmal brauchen Dermatologen auch Zink-Paste…

Wenn die eingesetzte Substanz nicht wirkt, oder Nebenwirkungen verursacht, stände ich aber ratlos da. Dann bräuchte ich zumindest bei einigen Substanzen eine Alternative.

Meine Top 10 Psychopharmaka

  1. Escitalopram
  2. Duloxetin
  3. Risperidon
  4. Olanzapin
  5. Aripirazol
  6. Lorazepam
  7. Promethazin
  8. Lithium
  9. Carbamazepin
  10. Polamidon

Wie gut käme ich mit diesen 10 Medikamenten aus?

Um ehrlich zu sein: Ziemlich gut. Depressionen, Angststörungen und Zwangserkrankungen lassen sich mit Escitalopram oder Duloxetin in sehr vielen Fällen befriedigend behandeln. Reserveantidepressiva wie Agomelatin oder Moclobemid sind doch meist verzichtbar.

Auch psychotische Symptome lassen sich mit der Auswahl Risperidon, Olanzapin und Aripiprazol oft genug befriedigend behandeln. Gut, Clozapin, Amisulprid und Ziprasidon hätte ich schon auch noch gerne im Koffer, aber die Fälle, in denen die erstgenannten drei Neuroleptika nicht funktionieren, und man auf ein viertes umsteigen muss, sind recht selten. Clozapin wirkt am ehesten unverzichtbar, ist aber, um ehrlich zu sein, dem Rezeptorbindungsprofil nach dem Olanzapin recht ähnlich.

Die Bipolare Erkrankung läßt sich mit Lithium oder Carbamazepin zumeist wirksam behandeln, Valproat ist bei Frauen im gebärfähigen Alter ohnehin nur noch eine Reservemedikament.

Als Sedativa und auch als Schlafmittel sind Promethazin und Lorazepam geeignet, mehr Auswahl bringt hier kaum zusätzlichen Nutzen.

Natürlich müsste man in vielen Fällen auch zwei dieser Substanzen kombinieren. Bei einer agitierten Depression würde ich dann beispielsweise Escitalopram mit Promethazin kombinieren, so brauche ich kein Mirtazapin. In der akuten Manie kann ich ein Phasenprophylaktikum, ein Antipsychotikum und ein Sedativum kombinieren; unter meinen TOP 10 fände ich in den meisten Fällen schon etwas geeignetes.

Deine Wahl?

Klar ist mehr besser, aber wenn man sich beschränken müsste? Wenn Du Dich für eine möglichst kleine Liste an essentiellen Psychopharmaka entscheiden müsstest, welche würdest Du dann auswählen? Vorschläge und Diskussionen bitte gerne in die Kommentare!

PsychCast 26 „Symptome der Depression“ ist online

Eine neue PsychCast-Folge ist online! PC026 Symptome der Depression
Wir sprechen im 26. PsychCast über das Konzept unseres Podcastes, ein gutes Restaurant (Trauer vs. Depression), das Gefühl der Gefühllosigkeit, Stavros Mentzos (Depressiver Affekt), Depression und Schmerz, Depression und „aufgesetzte Symptome“, leeren Beschäftigungsdrang, die Arztvariable, die Meldung, dass jeder 2. Arztbesuch überflüssig sei (hier Peter Teuschels Kommentar dazu), nonverbale Elemente in der Diagnostik, die Unterscheidung von Traurigkeit, Dysthymia, leichter und schwerer Depression und über die Legende, dass jeder beim Psycho-Arzt eine Diagnose bekommt sowie darüber, ob Diagnosen ganz wichtige Label sind oder so mittel.

Vielen Dank für die zahlreichen Fragen. Der Rest kommt bei nächsten Depressions-PsychCast.

Hier findest Du sie: http://psychcast.de/pc026-symptome-der-depression/

Die Klinik ist ein abstinenter und geschützter Raum – Warum Patienten nach einem Suchtmittel-Rückfall entlassen werden müssen

In jeder psychiatrischen und auch jeder speziell suchttherapeutischen Klinik gibt es bestimmte Regeln, wie im Rahmen von Entzugsbehandlungen mit Suchtmittelrückfällen umzugehen ist. Natürlich betrachtet man in jedem Einzelfall die individuelle Situation und entscheidet sich nicht nach einem strikten Muster, aber eine normalerweise sinnvolle Richtung gibt es schon. Einige typische Gedanken sind etwa:

  • Wenn jemand akut psychotisch ist, führt ein Suchtmittelrückfall am ehesten zu einer Beschränkung des Einzelausgangs, um einen erneuten Rückfall zu verhindern und die Therapie der psychotischen Symptomatik fortsetzen zu können.
  • Bei einer geplanten freiwilligen Alkoholentzugsbehandlung auf einer offenen Station führt der erste Alkoholrückfall zu einer Verhaltensanalyse, einem ernsthaften Gespräch und häufig einer „Gelben Karte“, also der Verwarnung, beim nächsten Suchtmittelrückfall entlassen zu werden, jetzt aber noch in Behandlung bleiben zu dürfen.
  • Bei einem zweiten Suchtmittelrückfall während einer stationären Behandlung, wenn der Patient also schon eine „Gelbe Karte“ hat, folgt häufig dann die „Rote Karte“, der Patient wird also darüber informiert, dass er heute entlassen wird. Nach dieser Information wird er gefragt, was zu dem Rückfall geführt hat. Es wird dann eine ganz kurze Verhaltensanalyse durchgeführt. Danach wird besprochen, zu welcher Uhrzeit der Patient entlassen wird. Dann wird besprochen, wann er wieder aufgenommen werden kann. Hier können Zeiten von einem Tag bis zu einem Monat sinnvoll sein. Häufig entscheide ich mich für eine Wiederaufnahmemöglichkeit nach 3, 7 oder 14 Tagen.
  • Im Rahmen einer Opiatentgiftung bei Heroinabhängigen Patienten ist es üblich, mit den Patienten vor Beginn der Behandlung zu besprechen, dass bereits der erste Rückfall mit einem illegalen Rauschmittel wie Heroin, Kokain oder Amphetaminen zur sofortigen Entlassung führt, nicht nur zu einer Verwarnung. Nicht-abgegebene Drogenscreenings werden wie positive Drogenscreenings gezählt und führen also auch zu einer direkten Entlassung.
  • „Dealen auf der Station“ führt immer zur direkten Entlassung und in der Regel zu einer Wiederaufnahmesperre von 3-6 Monaten.
  • Wiederaufnahmesperren bedeuten, dass der Patient nicht elektiv aufgenommen wird. Im medizinischen Notfall, zum Beispiel einem Delir, einer akuten Psychose oder Suizidalität wird natürlich auch ein Patient mit einer Wiederaufnahmesperre aufgenommen.

Wenn ich einem Patienten oder seinen Angehörigen erkläre, dass ich ihn wegen eines ersten Rückfalls mit einem illegalen Suchtmittel oder eines zweiten Rückfalls mit Alkohol nun zunächst entlasse und eine Wiederaufnahme erst in X Tagen anbiete, dann argumentieren die Betroffenen sehr häufig, dass die Entlassung gerade jetzt im Moment des Rückfalls dem Patienten schadet. Gerade jetzt brauche er die Unterstützung der Klinik. Häufig wird angeführt, dass der Anlass des Rückfalls, oft ein belastendes Lebensereignis oder anderer Streß, gerade jetzt den Schutz der Klinik und therapeutische Unterstützung erforderlich machten, und nach der Entlassung ein Abgleiten in eine neue Phase der Sucht geradezu auslösen würden.

Und diese Argumente treffen wahrscheinlich in der überwiegenden Zahl der Fälle auch wirklich zu. Tatsächlich ist es für den einzelnen Patienten möglicherweise wirklich schlechter, nach Hause entlassen zu werden, und hier möglicherweise sehr viel mehr zu konsumieren, als in der Klinik zu bleiben, und einem höheren sozialen Druck ausgesetzt zu sein, nicht zu trinken.

Aber genau das ist der Grund, warum diese Entlassungen erforderlich sind:

Die Klinik ist ein Ort der Suchtmittelfreiheit, und dieser Ort muss geschützt werden.

Natürlich dürfen in einer Klinik im Rahmen eines Entzuges Ersatzstoffe wie Methadon oder im Alkoholentzug Distraneurin oder Benzodiazepine gegeben werden. Aber diese werden ja kontrolliert und dosiert gegeben. In einer Klinik müssen sich alle Patienten darauf verlassen können, dass der Konsum illegaler Drogen gar nicht geduldet wird und Alkoholrückfälle wirklich nicht stattfinden sollten und spätestens beim zweiten Konsum auch zur Konsequenz der Entlassung führen.

Denn nur wenn die Klinik ein vor Suchtmittelgebrauch weitgehend geschützter Ort ist, kann dort eine sinnvolle Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung durchgeführt werden.

Warum entlassen wir also nach einem Suchtmittelrückfall? Nicht, weil dies in dieser Situation das beste für den Patienten ist, sondern weil wir die Klinik als weitgehend suchtmittelfreien Ort schützen.

Wie heißen PiA´s eigentlich richtig?

Psychologen, die mal psychotherapeutisch tätig werden wollen, müssen eine 3-5 jährige theoretische Ausbildung und praktische Tätigkeit absolvieren, in denen sie landläufig PiP´ler oder PiA genannt werden. Aber wie heißt eigentlich der offizielle Titel in dieser Zeit?

Vor der Weiterbildung ist es einfach: Nach dem abgeschlossenen Hochschulstudium, vor der Weiterbildung heißen sie ganz einfach Diplom-Psychologen.

Nach Abschluss der Weiterbildung ist es auch klar. Da heißen sie Psychologischer Psychotherapeut.

Aber wie lautet nun die korrekte Bezeichnung während der Weiterbildung? Traditionell gibt es da einige unterschiedliche Bezeichnungen, als da wären:

  • PIP: Psychologe im Praktikum
  • PiA: Psychologe in Ausbildung
  • PPiA: Psychologischer Psychotherapeut in Ausbildung.
  • Diplom-Psychologe
  • Psychologischer Psychotherapeut in Ausbildung.

Und wahrscheinlich noch einige mehr.

In unserer Klinik haben wir nun mal herausfinden wollen, wie der Titel eigentlich richtig lautet, und wie wir ihn also unter die Arztbriefe schreiben sollen. Die Bundespsychotherapeutenkammer als offizielle Stelle der Oscar-Verleihung für den besten Titel hat nun auf unsere Anfrage hin einen Umschlag aus der Tasche gezogen und folgende Nominierung prämiert:

And the winner is:

“Psychologe in psychotherapeutischer Ausbildung“

Also, wenn ihr überlegt, wie PiA´s Briefe unterschreiben sollten, lautet das Ergebnis der Kammer:

Markus Müller

Diplom-Psychologe

Psychologe in psychotherapeutischer Ausbildung