Antidepressiva bei reaktiven Depressionen: Abschied von einem Mythos

Antidepressiva haben in den ´60er und ´70er Jahren die Psychiatrie revolutioniert. Erstmalig waren schwere depressive Episoden erfolgreich medizinisch behandelbar. Depressionen gesellten sich zu den normalen körperlichen Erkrankungen, die der Arzt diagnostizieren und mit einem Medikament behandeln und vertreiben konnte. Damals wurde der Begriff der Depression recht eng ausgelegt. Man unterschied noch nach endogenen Depressionen auf der einen Seite und reaktiven Depressionen auf der anderen Seite. Die Psychopharmakotherapie richtete sich vornehmlich an Patienten mit endogenen Depressionen, also Patienten, die entweder unter einer rezidivierenden unipolaren Depression oder unter einer bipolaren Störung litten. Für diese Patienten ist die Pharmakotherapie immer noch ein Segen und die neueren, nebenwirkungsärmeren Medikamente sind eine große Hilfe für die Betroffenen. Mit dem Umstieg von der ICD-9 auf die ICD-10 fiel dann allerdings jede ursächliche Unterscheidung der Depressionen weg. In der ICD-10 wird – und das ist im Prinzip auch gut so – nur noch symptomatisch geprüft, ob eine ausreichende Anzahl an Symptomen vorhanden ist, die typischerweise eine Depression kennzeichnen. Ist das der Fall, wird die Diagnose vergeben. In Abhängigkeit von der Anzahl der vorhandenen Symptome wird nach leichter, mittelschwerer und schwerer Depression eingeteilt. Eine Unterteilung nach der mutmaßlich im Vordergrund stehenden Ursache wird nicht mehr durchgeführt. Das hat den Vorteil, dass die Diagnose viel reliabler ist. Andernfalls würde ein und derselbe Patient vielleicht von seinem Psychiater die Diagnose Rezidivierende endogene Depression, von seinem Psychologen die Diagnose Schwere reaktive Depression, von seinem Trauma-Spezialtherapeuten die Diagnose Posttraumatische Depression und von seinem Endokrinologen die Diagnose Späte postpartale Depression erhalten. Das verhindert die ICD-10; einfach, weil sie keine Einteilung nach der mutmaßlichen Ursache zulässt. In der Folge kam es zu einer Ausweitung des Begriffes der Depression. Früher als reaktive Depression klassifizierte Depressionen werden manchmal noch als Burn-out, Erschöpfungsdepression oder anderen Begriffen, die nicht der ICD-10 entstammen, gekennzeichnet. Aber insgesamt werden letztlich deutlich mehr Menschen mit der Diagnose einer Depression belegt. Das ist zunächst einmal auch nicht falsch. Nachdem die Diagnose einer Depression gestellt wurde, muss man sich aber nun überlegen, welche Therapie denn nun vermutlich am besten helfen wird. Zur Wahl stehen:

  • Ausschließlich Psychotherapie
  • Ausschließlich Pharmakotherapie
  • Psychotherapie und Pharmakotherapie zusammen

Die Studien sprechen eigentlich regelmäßig für eine Kombination aus beiden Therapien, also Psychotherapie und Pharmakotherapie zusammen. Eine Ausnahme von dieser Regel sind die reinen bipolaren Erkrankungen. Hier sagt die Studienlage, dass eine ausschließliche Pharmakotherapie kaum schlechter als eine Kombination aus Pharmakotherapie und Psychotherapie ist. In der Praxis gibt es nun aber aus welchen Gründen auch immer nicht selten Depressionen, die der Ursache nach am ehesten reaktive Depressionen sind, und die ausschließlich pharmakotherapeutisch behandelt werden. Das ist oft auch wirksam und schon mal ein Anfang. Aber es ist auch oft zu kurz gegriffen. Wenn Konflikte am Arbeitsplatz, Probleme in den wichtigsten Beziehungen oder tiefgreifende Unzufriedenheiten mit sich selbst oder dem eigenen Leben die wesentliche Ursache der depressiven Stimmung sind, ist es erforderlich, an diesen Schrauben zu drehen, damit sich langfristig etwas bessert. Dafür muss man nicht unbedingt Psychotherapie machen, man kann diese Bereiche auch ohne Psychotherapie angehen. Was aber in der Regel langfristig nichts bringt, ist, antidepressive Medikamente einzunehmen und auf eine durchgreifende Besserung zu hoffen, ohne selbst etwas an den belastenden Beziehungen zu ändern. Die Kirsch-Studie hat es schon vor langer Zeit beschrieben: Antidepressive Medikamente sind bei schweren Depressionen wirksam. Bei leichten und mittelschweren Depressionen ist die Wirksamkeit begrenzt. Ich vermeine in letzter Zeit eine differenziertere Diskussion um Antidepressiva wahrzunehmen. Bei schweren Depressionen sind sie sehr hilfreich. Bei leichten und mittelschweren Depressionen, die ihre Ursache in belastenden Lebensumständen haben, sollte man aber keine falschen und übersteigerten Hoffnungen in sie setzen. Sie können hier allenfalls temporär die Beschwerden lindern, vielleicht etwas beruhigen oder den Schlaf fördern. Aber sie lösen keine Probleme, vermitteln keinen Sinn im Leben und beheben keine Konflikte. Schade. Wäre so einfach. Klappt nur leider nicht.

Non-Starters

Früher hießen sie Spätzünder. Junge Menschen, die nach dem Schulabschluss nicht wirklich wussten, wie es nun weiter gehen soll, welcher Beruf zu ihnen passt und wie nun der Einstieg ins Berufsleben aussehen könnte.

Gnädig war da für viele – auch für mich – der Zivildienst, der einem die Gelegenheit gab, mal in Ruhe diese neue interessante ernste Welt anzuschauen und zu prüfen, welche Position man selbst in ihr einnehmen könnte. Aber der Zivildienst ist ja zum Glück durch den BuFDi – den Bundes-Freiwilligen-Dienst – abgelöst worden, und eben freiwillig. Eine Orientierungsphase ist sicherlich im jungen Erwachsenenalter ganz normal und kann auch schon mal zwei drei Jahre dauern.

In der psychiatrischen Klinik stellen sich in den letzten Jahren allerdings zunehmend häufig Menschen zwischen dem 18. und 25. Lebensjahr vor, die aus welchen Gründen auch immer weder eine Ausbildung konsequent verfolgen noch richtig ins Berufsleben einsteigen. Häufig kommt ein regelmäßiger Konsum von Cannabis und manchmal auch von Amphetaminen hinzu. Und weil´s nicht richtig weiter geht, schickt die Familie die jungen Menschen zum Therapeuten oder in die Klinik, mit dem Verdacht auf eine Depression. Wenn das Kiffen schon sehr lange im Vordergrund steht, wird auch schon mal der Begriff des amotivationalen Syndroms verwendet, der dann in meinen Augen auch ganz passend sein kann.

Ich tue mich in diesen Fällen leicht mit der Diagnose des Substanzmissbrauches, aber schwer mit der Diagnose einer Depression. Dafür sind die Patienten zum einen eigentlich zu jung; zum anderen passt das Konzept einer Depression für mich in den meisten Fällen nicht zu dieser Lebenskrise. Da diese Patienten überall häufiger psychiatrische Hilfe suchen, hat sich offenbar ein neuer Begriff in die Welt gebracht: Die non-starters. Ich finde den Begriff zum einen sehr treffend, da er passender als mittelgradige depressive Episode beschreibt, was mit den Leuten los ist. Ich finde ihn aber weniger hoffnungsvoll als das gute alte Spätzünder, das keinen Zweifel daran lässt, dass der Betreffende früher oder später die Kurve kriegt und ganz normal seinen Weg geht. Der Begriff non-starters zieht irgendwie die Assoziation an, die Betroffenen könnten bis zur Rente gar nicht mehr vom Fleck kommen. Und das stimmt zum Glück fast nie.

Wie denkt ihr darüber? Braucht es den Begriff non-starters? Wie benennt ihr das beschriebene Syndrom? Oder ist das nichts psychiatrisches und sollte daher auch keinen psychiatrischen Namen bekommen?

Inside Medicine: Depressionen

Im Podcast Inside Medicine berichten die Gastgeber Christoph und Ronja aus der Welt der Medizin. Entweder die beiden sprechen miteinander, oder sie laden Gäste zum Interview ein. Ich war bereits in Episode 23 zu Gast und berichtete, was ich als Psychiater tue und warum ich mir dieses Gebiet ausgesucht habe. Vorgestern habe ich mich erneut mit Christoph unterhalten. Diesmal ging es um das Thema „Depressionen“. Wir sprechen über die Abgrenzung von normalen Stimmungsschwankungen zur Krankheit Depression, über unterschiedliche Entstehungsweisen der Depression, über neurobiologische Erklärungen und schließlich über einige unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten.

Die Episode 028 „Depressionen“ findet ihr hier.

Bist Du ein digitaler Messi oder ein zwanghafter Dateisortierer?

Es gibt ja neben dem normalen Messi, der einfach nichts wegwerfen kann und daher in einer zunehmend vermüllten Wohnung wohnen muss, noch einige Spezial-Messis. In freier Wildbahn recht häufig anzutreffen ist der Auto-Messi. Er hält zwar Zuhause mit einiger Willensanstrengung Ordnung, aber im Auto läßt er alle Hoffnung fahren. Erst wenn er das Gaspedal nicht mehr auf das Bodenblech drücken kann, weil sich alte Strafzettel, Capri-Sonne-Verpackungen und das Altpapier des Jahres 2013 zu einer Zentimeter hohen Schicht verbacken haben, sucht er eine Tankstelle auf und aktiviert den Staubsauger.

Und dann gibt es da noch den Digitalen Messi. In Zeiten wachsender Festplatten und preiswerter werdendem Online-Speicherplatz ist die Versuchung groß, alle möglichen Dateien einfach in einen der Ordner “Sonstiges”, “Verschiedenes” oder “Später durchgucken” zu speichern und dann zu vergessen. Vieles findet man ja über die globale Suche bei Bedarf wieder.

Es ist dieses Vorgehen indes nicht so gut.

Wir zwanghaften Dateisortierer als Gegenmodell zum Digital-Messi haben erst mal für jede Dateiart eine eigene Cloud.
Dann haben wir eine in sich schlüssige Ordnerstruktur, die oft noch zusätzliche Unterordner nach Datum beherbergt.
Dann benennen wir jede Datei nach einem bestimmten, immer gleichen Muster, mit einem sortierbaren Datum voran.
Das sieht dann so aus:

MacHD/Dropbox/Finanzen/Steuern/2014/Steuerrelevante Ausgaben/2014_09_16 Rechnung Briefmarken.pdf

Ja, dann finden wir auch immer schön alles.

Auf einer Skala von 1 (Digital-Messi) bis 10 (Zwanghafter Datei-Sortierer), wo befindest Du dich da? Also ich liege bei 10…

Ich freue mich über eure Selbsteinschätzungen in den Kommentaren!

Phantom Vibration Syndrom

Kennt ihr AsapSCIENE (your weekly dose of science) ? Cooler Youtube-Kanal, auf dem ihr Fragen stellen könnt, und AsapSCIENCE beantwortet sie leicht verständlich, locker vorgetragen als Live-Zeichnung. Dringend vorbeischauen.

In diesem Video geht es darum, was soziale Medien mit unseren immer auf Belohnung ausgerichteten Gehirnen machen. Teaser: Der Gebrauch von sozialen Medien setzt Dopamin frei und hat damit ein gewisses Suchtpotential.

Was ich recht lustig finde ist, dass in dem Video das „Phantom Vibration Syndrom“ beschrieben wird. Was Phantom-Schmerzen sind, weiß man ja: Wenn es da schmerzt, wo gar keine Gliedmaße mehr ist; also zum Beispiel Schmerzen in der linken Hand, wenn der ganze linke Arm einschließlich der Hand nicht mehr vorhanden sind. Das sind Phantomschmerzen.

Online-Junkies sollen das Handy manchmal vibrieren spüren, auch wenn es gar nicht klingelt. Deren Gehirn soll schon so krude verdrahtet sein, dass es das gute alte Jucken fälschlich als eine Vibration des Handys missdeutet. In einer Studie hätten 89 % der Befragten angegeben, sie hätten eine Phantomvibration mindestens einmal alle zwei Wochen bei sich festgestellt.

Wenn es mich das nächste Mal juckt, versuche ich mal eine pinch-to zoom Geste statt kratzen…

 

Manche psychiatrischen Erkrankungen kommen einfach wie Asthma…

Die Patienten fragen uns immer wieder, woher eine bestimmte psychiatrische Erkrankung kommt.

„Woher kommt meine Depression?“

 „Was sind die Ursachen meiner Somatisierungsstörung?

Und das sind natürlich ganz berechtigte Fragen. Und manchmal können wir die Frage auch mit gutem Gewissen beantworten. Wenn zum Beispiel jemand seit einigen Monaten immer mehr Amphetamine konsumiert hat, und dann eine Psychose entwickelt, dann ist es berechtigt, zu sagen, dass der Drogenkonsum eine wichtige Ursache gewesen sein wird.

Aber für viele Erkrankungen kennen wir eben gerade nicht die eine Ursache, die alles erklärt. Dann wird es schwierig. Denn Patienten haben wie alle Menschen ein großes Kausalitätsbedürfnis und fragen immer wieder nach, woher ihre Erkrankung denn nun kommt. Am liebsten werden monokausale Erklärungen angenommen. Und Therapeuten sehen sich gerne als Experten und möchten daher eine schlüssige Erklärung für jede Erkrankung geben, auf die dann natürlich auch die Therapie aufbauen kann.
Interessanterweise werden dann immer wieder einige wenige Erklärungsmodelle herangezogen, die Therapeuten gut kennen, und die auch manchmal stimmen, zum Beispiel:

  • Bindungsstörung
  • Frühkindliches Trauma
  • Trauma allgemein
  • Invalidierendes Verhalten der Eltern
  • Streß

Und wenn diese Erklärungen passend sind, dann ist ja auch nichts gegen sie einzuwenden. Aber ich halte gar nichts davon, die immer gleichen Erklärungen für alles und jedes anzuführen, einfach, weil man nichts anderes kennt und nicht zugeben will, dass man es halt nicht erklären kann. Ich sage dann lieber:

Ach wissen Sie, mit der Ursache Ihrer Generalisierten Angststörung ist das so, wie mit Asthma. Manche Menschen haben Pech und kriegen diese Erkrankung, andere haben Glück und kriegen sie nicht. Ich kann auch morgen eine Generalisierte Angststörung entwickeln. Wie beim Astma kann es sein, dass es auch genetische Ursachen gibt, die wir vielleicht noch gar nicht kennen. Wie beim Asthma wird es auch Umweltfaktoren geben, die die Krankheit schlimmer machen können oder zur Linderung beitragen können. Bei der Angsterkrankung spielt erlerntes Verhalten schon oft eine besondere Rolle, die wir uns im Weiteren bei Ihnen auch angucken sollten. Im Moment aber kenne ich die Ursache Ihrer Erkrankung nicht. Vielleicht gibt es eine, vielleicht gibt es mehrere und möglicherweise finden wir die Ursachen nie heraus. Aber das ist nicht so schlimm. Asthma kann man auch dann behandeln, wenn man keine Ursache findet. Und das würde ich Ihnen gerne auch für Ihre Angststörung anbieten.

Diese Erklärung hat den Vorteil, dass sie nichts unterstellt, was gar nicht stimmt. Natürlich mache ich mich in der Therapie auf die Suche nach wiederkehrenden Situationen erlernter Angst und suche nach anderen Ursachen.
Aber wir Psychiater und Psychotherapeuten müssen meiner Meinung nach auch mal akzeptieren, dass wir nicht für jede Somatisierungsstörung, für jede manische oder depressive Episode, für jede Schizophrenie eine Erklärung finden. Das ist zumindest besser, als eine falsche zu geben…

 

Was wir von Tieren mit psychischen Erkrankungen lernen können

Kennen Sie eine Katze mit Zwangssymptomen? Eine depressiven Gorilla? Einen Hund mit PTSD?

Laurel Braitman erklärt in diesem TED-Talk, dass es psychische Erkrankungen bei Tieren wirklich gibt, wie man sie behandeln kann, und was wir daraus über psychische Erkrankungen bei Menschen und deren Therapie lernen können. Die Gemeinsamkeiten sind größer, als man so denkt. Ein sehr unterhaltsames Video!

 

Die Tresorübung im Wandel der Zeit…

Die Tresorübung ändert sich auch mit der Zeit. Die Tresorübung ist eine psychotherapeutische Technik, die man Patienten beibringt, die unter immer wiederkehrenden sehr unangenehmen Erinnerungen leiden. Man übt mit diesen Patienten ein, sich vorzustellen, dass sie die Erinnerungen auf ein Video-Band aufzeichnen, das Video dann in einen Tresor legen, und den Tresor verschließen. Bei Bedarf, zum Beispiel während einer psychotherapeutischen Sitzung, kann der Patient den Tresor öffnen und sich die Erinnerungen anschauen. Wenn der Patient aber Ruhe von den Erinnerungen haben will, stellt er sich vor, dass sich das Videoband im Tresor befindet. So war das immer.

Heute hat mir eine junge Patientin beschrieben, wie sie die Tresorübung gemacht hat: 

“Ich habe mir vorgestellt, dass ich die Erinnerungen auf eine DVD gebrannt habe und die DVD dann in einen Tresor gelegt habe. Danach kam ich zur Ruhe und konnte gut schlafen.”

Also ich schlage meinen Patienten in Zukunft vor, sie sollen sich vorstellen, die Erinnerungen als .mov file in einem verschachtelten Dropbox-Ordner zu speichern und mit einem Passwort zu sichern…  🙂

Frank Findeiß: Psychoterrorpie

Ein Kollege von mir hat in einer Buchhandlung das folgende Gedicht zur Psychotherapie gefunden.
Hoffentlich machen wir es besser… 🙂

Frank Findeiß: Psychoterrorpie

Sektiererisch impfst Du
Klischee- Parolen
Ins Nervenkostüm
Aus Samt und Seide
Red mir ins Gewissen
Schalt mich aus
Mein schwindender Wille
Fügt sich dem Takt
Aus bohrenden Fragen
Fragenden Blicken
Und verdeckten Notizen
Geheimnisvoll
Mit salbenden Worten
Hakst Du mich ab
Vom Katalog
Der Diagnosen
Dem Spiel Deiner Mine
Von kruder Distanz
Ausgeliefert
Durch kaltes Kalkül
Sitz ich seelenbalsamiert
Auf ungelösten Sorgen
Endlich regt sich Widerstand
Doch die Stunde ist um

P.S.:

Das Gedicht „Psychoterrorpie“ hat übrigens 2012 den Jurypreis des Hildesheimer Lyrikwettbewerbs gewonnen.

Das Autorenprofil von Frank Findeiß auf nrw-literatur-im-netz.de findet ihr hier, sein Autorenprofil im Acheron-Verlag findet ihr hier.

Seelenklempnerei

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Ich freue mich immer über neue interessante Blogs, und die Ideen, die sie in mein Leben bringen.

Frisch für Euren Feed-Reader neu entdeckt: Seelenklemnerei!

Hier schreibt ein ärztlicher Psychotherapeut / Psychosomatischer Oberarzt über allerlei Psychische Sachen, vor allem Imagination, also „Innere Bilder“, Positive Psychologie und Lösungsorientierte Verfahren.

Mir gefällt besonders gut der post: Wie man sich in 7 Minuten grossartig fühlen kann. Darin kommt ein Video vor, das aus zwei Teilen zu je 8 Minuten besteht. Es heißt „Validation“ und erklärt völlig ohne Psycho-Irgendwas, was eigentlich wichtig ist im Leben, in der Psychotherapie und überhaupt. Ich bin eigentlich kein großer Youtube-Verlinker, aber diesen Film habe ich wirklich sehr genossen. Wenn ihr eine Viertelstunde Zeit habt, guckt ihn Euch an!

Teil 1: 

Teil 2: 

Und hier findet ihr den RSS-Feed von Seelenklemptnerei: Beitragsfeed (RSS). Der Autor betreibt noch einen zweiten blog, nämlich adhsspektrum

Viel Spaß mit den blogs!

Neurodiversity

Ich habe unlängst den Begriff Neurodiversity gelesen. Der gefällt mir sehr gut. Bei Biodiversity weiß jeder sofort Bescheid, dass gerade die Unterschiedlichkeit der Lebensformen auf diesem Planten seinen besonderen Reichtum und seinen unschätzbaren Wert ausmachen.

Dass die Menschen unterschiedlich denken, ist ebenso gut und richtig. Diese Unterschiedlichkeit zu respektieren und als Reichtum zu begreifen, das vermittelt das Wort Neurodiversity.

Ich habe den Begriff übrigens auf einem der Blogs zum Thema Autismus gefunden, die ich auf der Seite Psychiatrie Blogs verlinkt habe.

Wenn Du selbst einen Blog hast, in dem Du öfters über eine psychiatrische Krankheit schreibst, oder so einen Blog kennst, dann mail mir doch mal. Wenn der Blogbetreiber einverstanden ist, verlinke ich ihn gerne…

Das Dopamin-System

Als Psychiater kann man nie genug über das Dopamin-System wissen. Es ist in mindestens sechs unabhängigen Bereichen in der Psychiatrie wichtig:

  1. Die neuen Abhängigen interessieren sich kaum noch für die guten alten Drogen wie Heroin oder LSD. Der Trend geht stark zu Amphetaminen, Methamphetamin und Kokain. Diese Substanzen erhöhen die Dopamin Konzentration im synaptischen Spalt. Also muss irgendwas dran sein, an diesem Dopamin.
  2. Es gibt eine Erkrankung, bei der eine zu hohe Dopamin-Konzentration eine Rolle spielt: Die Psychose. Aber im Gegensatz zum Kokain-Rausch ist sie nicht angenehm, obwohl beide Konstellationen, der Kokain-Rausch und die Psychose, scheinbar mit einer erhöhten Dopamin-Konzentration zu tun haben.
  3. Es gibt eine Erkrankung, bei der die Dopamin-Konzentration zu niedrig ist: Der Morbus Parkinson. Er führt zu ausgeprägten Bewegungsstörungen, aber auch zu Depressionen, Störungen der Konzentration, der Motivation und der Fähigkeit, Ziele zu verfolgen.
  4. Eine zweite Erkrankung, die möglicherweise mit einem funktionellen Dopaminmangel einher geht, ist das Krankheitsbild der Restless Legs. Die Beschwerden werden durch Dopamingabe typischerweise sofort durchgreifend gebessert, was dafür spricht, dass zumindest ein Teil der Ursache dieser Erkrankung ein funktioneller Dopaminmangel ist.
  5. Die Behandlung der Psychose erfolgt in der Regel mit Medikamenten, die hauptsächlich oder zumindest zu einem wesentlichen Teil die Verfügbarkeit von Dopamin im synaptischen Spalt reduzieren. Also wieder zu wenig Dopamin. Unerwünschte Wirkungen dieser Behandlungen können Anhedonie, Antriebsstörungen und Bewegungsstörungen wie beim M. Parkinson sein.
  6. Dopamin ist auch der im Hypothalamus freigesetzte prolactin inhibiting factor, das heißt, Medikamente, die Dopamin blockieren, führen zu einem Anstieg des Prolactins im Blut, was zur Galactorrhoe führen kann.

Sieht die Welt dopaminmäßig also so aus?

Dopaminmenge Klinische Erscheinung
Viel zu wenig Dopamin durch Krankheit M. Parkinson
Zu wenig Dopamin durch Neuroleptika Parkinsonoid / Akathisie
Etwas zu wenig Dopamin durch Krankheit Restless Legs
Normal Gesund
Zu viel Dopamin Psychose
Kokain: Exzessiv viel Dopamin Rush

Oder als Grafik:

© by Psychiatrietogo, licensed under creative commons 2.0
© by Psychiatrietogo, licensed under creative commons 2.0

Das ist natürlich zu stark vereinfacht. So wird die Bewegung hauptsächlich von den dopaminergen Neuronen in der substantia nigra gesteuert; Psychosen haben ihren Ursprung eher im mesolimbischen System und Kokain wirkt aus unerfindlichen Gründen sehr stark am Belohnungssystem, macht aber kaum Überbeweglichkeit, wie es eine zu hoch dosierte dopaminerge Parkinsonmedikation verursachen kann. Auch gibt es fünf verschiedene Dopaminrezeptoren (D1-D5), die sehr unterschiedliche Effekte vermitteln.

Wir fassen zusammen: Dopamin macht in der substantia nigra was mit Bewegung, im Hypothalamus was mit Prolactin und im mesolimbischen System was mit Psychose.

Aber wie sieht das jetzt genau mit Belohnung und Motivation aus? Wie funktioniert das mit dem Dopamin da? Das geht so:

Wenn Versuchstiere den Boden nach Nahrung absuchen, und plötzlich und unerwartet unter einer Abdeckung Nahrung finden, dann feuern 70% aller dopaminergen Neuronen. Boom.

Dopamin zeigt also an: Hier ist etwas besser als erwartet und in Zukunft sollte ich ähnliche Handlungen wiederholen.

So ähnlich klappt es auch beim Lernen: Wenn Versuchstiere jeweils zwei Bilder gleichzeitig gezeigt bekommen, und das Berühren eines der Bilder führt zu einer Belohnung (zum Beispiel einem Tropfen Zuckerlösung), und das andere Bild führt zu keiner Belohnung, sondern zur Unterbrechung des Programms, dann folgt in der Phase des Lernens auf die Belohnung eine Dopaminausschüttung. Auf das Auswählen des falschen Bildes mit ausbleibender Belohnung folgt eine verminderte Dopaminfreisetzung. Interessant ist, das nach einigen Durchgängen, wenn gelernt wurde: Das eine Bild bringt die Belohnung, das andere nicht, selbst nach dem Auswählen des richtigen Bildes keine Dopaminfreisetzung mehr folgt.

Ganz präzise kann man sagen, dass die ausgeschüttete Dopaminmenge mit dem Maß an Nicht-Erwarteter-Belohnung korreliert. Wenn ich Wasser finde, wo ich bislang keins vermutet hatte, dann schütte ich Dopamin aus. Wenn ich die richtige Lösung eines bislang ungelösten Problems finde, dann schütte ich Dopamin aus. Wenn ich merke: Immer hinter den gelben Türen ist die Süßigkeit, dann schütte ich Dopamin aus.

Dopaminerge Drogen

Drogen wie Kokain, Amphetamine oder Methamphetamin erhöhen die Konzentration von Dopamin im synaptischen Spalt. Das führt natürlich dazu, dass der Körper sich denkt: Super; hier läuft etwas besser als erwartet, dieses Verhalten wiederhole ich bei Gelegenheit. Macht also abhängig. Und mit etwas Pech psychotisch. Und vielleicht das Schlimmste: Es verdirbt einen für normale Glücksmomente.

Folgendes Experiment: Sie messen bei einer Maus im Labor die Dopamin-Konzentration im synaptischen Spalt im Belohnungssystem. Sie normieren den gemessenen Wert in Ruhe auf 100. Dann lassen sie ein hübsches Mäuseweibchen in den Käfig. Wenn sich die beiden gut verstehen, messen Sie noch mal die Dopamin-Konzentration, und zwar beim Orgasmus des glücklichen Mäuserichs. Der gemessene Wert beträgt für eine kurze Zeit 200.
Am nächsten Tag geben Sie dem Mäuserich einmalig Methamphetamin. Was schätzen Sie, wie hoch der Wert jetzt steigt? Die Antwort ist: Etwa 1250.
(Quelle: Hier findet sich eine sehr schöne kurze Video-Vorlesung zu diesem Thema. Bitte flash zulassen und schauen!)

Man könnte nun sagen: Na gut, dann ist Meth ja auch schön. Aber das Problem ist, dass sich das Belohnungssystem dauerhaft verändert; es wird unempfindlicher gegenüber Dopamin. Bereits nach der einmaligen Gabe des in der Wirkung verwandten Kokains kehrt der Ruhebereich des Dopaminsystems dauerhaft nicht mehr auf 100 zurück, sondern auf einen höheren Wert. Natürlich ohne begleitendes Glücksgefühl. Das Problem dabei ist, dass ein normales angenehmes Ereignis jetzt nicht mehr so viel ausrichten kann. Erst Kokain verändert den Wert wieder spürbar. Und nun ist die Maus wirklich abhängig. Und sie vernachlässigt alles andere. Das ist wahrscheinlich das Hauptproblem am Kokain…

Also: Einfach kein Kokain, Amphetamin oder Methamphetamin nehmen. Hält dauerhaft glücklicher…

Einen sehr guten, frei zugänglichen Übersichtsartikel aus der Zeitschrift „Neuron“ zur Wirkung von Dopamin auf das Belohnungssystem findet ihr hier: Übersichtsartikel zu Dopamin.

Neue Blogroll mit Psychiatrie-Blogs

Ich wollte schon lange eine Seite auf meinen blog nehmen, in der ich andere psychiatrische blogs verlinke. Insbesondere möchte ich deutschsprachige blogs von Betroffenen hier aufnehmen. Ich hoffe, dass andere Betroffene dann schneller einen blog finden, der zu ihnen passt.

Darüber hinaus hat die Psychiatrie ja irgendwie immer noch ungefähr so eine Stellung wie HIV. Niemand diskriminiert sie wirklich, aber eine unverkrampfte offene Diskussion findet zumeist nur unter Betroffenen selbst statt. Ich wünsche mir, dass der Austausch über psychiatrische Krankheiten und deren Therapie selbstverständlicher wird.

Die neue Seite findet ihr im Hauptmenü oder einfach unter diesem link: https://psychiatrietogo.wordpress.com/psychiatrie-blogs/

Natürlich nehme ich keinen blog ohne die Zustimmung des Blogautors auf.

Also: Wer selbst einen blog betreibt, in dem es zu einem guten Stück um eine bestimmte psychiatrische Krankheit geht, und einverstanden ist, dass ich den blog hier verlinke, mailt mir einfach den link des blogs und die Überschrift, unter der ich den blog einsortieren sollte, an psychiatrietogo2012@gmail.com. Ich schaue dann, ob der blog passend ist und verlinke ihn dann.

 

Neue S3 Leitlinie zur Therapie der Angststörungen ist erschienen

Voila_Capture 2014-06-29_05-24-05_nachmUnlängst ist die neu überarbeitete S3-Leitlinie zur Therapie der Angststörungen erschienen. Hier wird auf eine Kurzversion und die ausführliche Langversion verwiesen.

Das Studium der Kurzversion zeigt einem den nicht wirklich überraschenden Stand der Dinge sowie den jeweiligen Evidenzgrad der einzelnen Empfehlungen, der ganz interessant ist.

In der Langversion kann man sich sehr detailliert darüber informieren, welche Erkenntnisse zu welcher Therapieform bestehen. Wenn ich zum Beispiel wissen möchte, welche Studien zum Einsatz von EMDR bei der Angststörung existieren, kann ich es in der Langfassung genau nachlesen, einschließlich Zusammenfassung und Beurteilung.

Cool.

 

Einigung bei der Frage der PiA-Vergütung in Sicht

PsychologInnen in Ausbildung (PiA) müssen im Anschluss an ihr Hochschulstudium der Psychologie ein Praktikum über 1200 Stunden in einer psychiatrischen Klinik und über weitere 600 Stunden in einer psychotherapeutischen Praxis machen, um den Zusatztitel „Psychologischer Psychotherapeut“ zu bekommen, der die Voraussetzung zur Niederlassung in eigener Praxis ist. Dieses Pflicht-Praktikum war bislang entweder gar nicht oder viel zu niedrig bezahlt. In einigen ländlichen Regionen war es angemessen bezahlt. Verlassen konnte man sich aber auf gar nichts, da es keine gesetzliche Regelung und bislang auch keine Tarifregelung gab. PiA´s kamen in den Tarifverträgen einfach nicht vor.

Die Dreiviertelpsychologin hat PiA´s in ihrem letzten Beitrag daher schon Praktikanten in Ausbeutung genannt.

Erstmalig hat es in Baden-Württemberg nun eine Tarifeinigung mit den Uni-Kliniken gegeben, in der die PiA´s explizit berücksichtigt werden. Es wurde vereinbart, dass PiA´s „mehr als 1000 € verdienen“. Quelle: Pia-im Streik.de .

Das ist eine sehr gute Nachricht, denn durch diese Einigung zeichnet sich ab, dass es in Zukunft mal endlich Rechtssicherheit für beide Seiten geben könnte, und die unseligen Klagen vor dem Arbeitsgericht nicht mehr erforderlich sein würden.

Man kann nun hoffen, dass ab jetzt alle Kliniken „mehr als 1000 €“ pro Monat für eine volle Stelle (40 Stunden pro Woche) zahlen. Wenn man einen Einsatz über 600 Stunden in der Ambulanz vereinbart, können die PiA´s 1800 Stunden ab Stück im gleichen psychiatrischen Krankenhaus bleiben, mit Urlaub ist das knapp ein Jahr.

Ein Einsatz über so lange Zeit ist für beide Seiten ein Gewinn: Die PiA´s lernen wirklich viel, weil sie – natürlich unter Supervision – wirklich sinnvoll eingesetzt werden können. Und für die Kliniken entsteht ein kalkulierbarer Nutzen, der über den Verlauf eines Jahres 1000 € pro Monat wert ist.

In dem Krankenhaus, in dem ich arbeite, werden PiA´s bereits in diesem Sinne bezahlt und haben sich sehr bewährt. Sie sind wichtige Ansprechpartner für ihre Patienten von der Aufnahme bis zur Entlassung, einschließlich Aufnahmebrief, Psychotherapiegesprächen, Abstimmungsgesprächen mit Angehörigen, Betreuern und so und schließlich dem Verfassen des Entlassungsbriefes. Das alles geschieht natürlich unter engmaschiger Supervision eines erfahrenen Psychologen sowie in Zusammenarbeit mit dem Stationsarzt und dem Oberarzt. So ein Einsatz ist für alle sinnvoll: Für das Krankenhaus, für die PiA´s und für die von ihnen mitbetreuten Patienten.

Die zehn Gebote der psychiatrischen Arztbriefschreibung

  • Erstes Gebot: Du sollst kurz und knackig schreiben, weshalb der Patient kam, was im Krankenhaus gemacht wurde, und welche Wirkung das hatte.
  • Zweites Gebot: Du sollst dem Patienten im Regelfall den endgültigen Arztbrief bei der Entlassung in die Hand drücken. Im Ausnahmefall sollst Du den Brief innerhalb von zwei Wochen nach der Entlassung an den weiterbehandelnden Arzt schicken.
  • Drittes Gebot: Du sollst die Länge des Arztbriefes an der Dauer des Aufenthaltes orientieren: – Einige Tage Aufenthalt: —> 1-2 Seiten – Einige Wochen Aufenthalt: —> 2-3 Seiten – Einige Monate Aufenthalt: —> 3-4 Seiten
  • Viertes Gebot: Du sollst nur die Dinge, die Du selbst festgestellt hast, in der direkten Rede schreiben. Alle Berichte der Patienten und Informationen Dritter sollst Du in der indirekten Rede schreiben.
  • Fünftes Gebot: Du sollst den ganzen Brief in der Vergangenheitsform schreiben.
  • Sechstes Gebot: Du sollst die automatische Rechtschreibkorrektur verwenden und rot unterkringelte Wörter auf Rechtschreibfehler prüfen.
  • Siebtes Gebot: Du sollst keine pseudoprofessionellen “House of god” Formulierungen verwenden. Also nicht schreiben: “Männlicher Patient, kam mit RTW 12/02. Wurde notfällig aufgenommen. Familienanamnese leer. Profitierte vom stationären Setting. Wurde nach erfolgter Krisenintervention in die Häuslichkeit entlassen.” Statt dessen sollst Du klare und vollständige, leicht verständliche deutsche Sätze mit interessantem Inhalt schreiben.
  • Achtes Gebot: Du sollst für die Arztbrieferstellung nicht unmäßig viel Zeit verbrauchen. Schreib die Anamnese gleich nach der Aufnahme des Patienten und den Hauptteil des Briefes während der Behandlung. Benutze Textbausteine, wenn sie sinnvoll sind, eine spezifische Aussage tragen und passen.
  • Neuntes Gebot: Du sollst keine Geheimnisse ausplaudern. Statt dessen sollst Du abstrakt schreiben: “Aufgrund einer Konfliktsituation…”
  • Zehntes Gebot: Du sollst den Brief erst unterschreiben, wenn Du Dich selbst davon überzeugt hast, dass alle Teile, auch die, die Du nicht selbst verfasst hast, richtig und schlüssig sind. Anamnese, Psychischer Befund, Diagnosen, Behandlungen, Medikation und weitere Empfehlungen müssen nachvollziehbar zusammen passen und stimmen.

Das normale und das moderne Schönheitsideal…

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Nicht unsere Körper haben sich geändert, sondern lediglich unser Schönheitsideal. Diese Bilder zeigen klassische Gemälde von schönen Frauen und ihre gephotoshoppten Zerrbilder heutiger Geschmacksrichtung. Also ich weiß, welche Varianten ich lustvoller finde…

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Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Borderline Patienten in Köln

Der Verein “Grenzgänger” kümmert sich – nun auch in Köln – um die Belange und die Unterstützung von Angehörigen von Borderline-Patienten, und plant für die Zukunft noch einiges mehr.

Eine erste konkrete Maßnahme ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von Borderline-Patienten in Köln, die für Eltern, Partner, Geschwister und alle anderen Angehörigen von Borderline-Patienten offen ist.

Das Gründungstreffen findet am 22.04.2014 um 18.30 Uhr, in den Räumen der Selbsthilfe-Kontaktstelle Köln, Marsilstein 4-6, 50676 Köln, statt. Ein regelmäßiger Termin für weitere Treffen wird dann von den Teilnehmern gemeinsam bestimmt.

Interessierte melden sich bitte beim Organisator, Hrn. Kai Kreutzfeld per mail (info@hp-kreutzfeldt.de) oder telefonisch unter: 0221 – 971 37 356 bzw. 0178 – 411 34 84 an.

Kölner Gesundheitswegweiser für Migranten

Kölner Gesundheitswegweiser für MigrantenDie Kölner Gesundheitslandschaft funktioniert einfach in manchen Bereichen sehr gut. Seit vielen Jahren gibt es ja schon den sehr hilfreichen allgemeinen Wegweiser „Wer hilft psychisch Kranken Menschen in Köln?„, der das gesamte psychiatrische Behandlungsangebot mit all seinen komplementären Diensten in Köln aufführt.

Dann gibt es noch den Wegweiser für das Versorgungssystem von jungen Menschen bis 27 Jahren mit psychischen Problemen in Köln.

Und nun möchte ich auf die überarbeitete Version des Wegweisers für Migranten hinweisen, der nach Sprachen sortiert das Gesundheitssystems Köln darstellt, mit einer besonderen Abteilung für die Psychiatrische Versorgung. Wenn ich also in Köln für einen nur Aserbaidschanisch sprechenden Patienten einen Arzt oder ein Krankenhaus suche, dann finde ich es hier.

Psychotherapie im Internet: Das Modellprojekt net-step

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In diesem blog ging es ja immer mal wieder um Psychotherapie übers Internet. Mich selbst wundert es wirklich, dass sich das nicht schon viel mehr etabliert hat. Ich denke schon, dass das Erstgespräch in der Regel und nach Möglichkeit “live” mit einem persönlichen Kontakt sein sollte, aber danach kann es für viele Therapien mehr Vor- als Nachteile bringen, die eigentlichen Sitzungen überwiegend per Skype zu machen.
Im Krisenfall muss es natürlich verläßliche Strukturen geben, die ggf. erforderliche intensivere Behandlungen sicherstellen. Das Ganze sollte natürlich bei gegebener Indikation von der Krankenkasse finanziert werden und von qualifizierten Psychotherapeuten durchgeführt werden.

Genau das gibt es als Modellprojekt schon seit 2012 am St. Alexius / St. Josef Krankenhaus in Neuss. Das Krankenhaus gewährleistet mit 400 Betten die Regelversorgung in einem weiten Sektor in Neuss und hat eine große Institutsambulanz.

Das Projekt heißt net-step und richtet sich aktuell an Patienten, die unter einer sozialer Phobie, einer Depressionen oder einer Panikstörung leiden. Auf der homepage gibt es einen kurzen Film dazu, den man sich bei Interesse an dem Thema angucken sollte. Im Projekt net-step wird gegenwärtig wechselseitig über getippte Text kommuniziert, es findet also kein Video-Telefonat wie bei Skype statt.